AKTENNOTIZ / GESPRÄCHSVERMERK
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Betreuer:        Stefan Lichtenberg, RA
Betreute:        Hildegard Sauer, geb. 03.06.1939
Az.:             70 XVII 4421/24
Datum:           28. April 2026
Uhrzeit:         14:30 – 15:45 Uhr
Ort:             Pflegeheim "Haus Charlottenstift", Zimmer 214,
                 Charlottenstraße 88, 10117 Berlin
Anwesende:       Betreuer Stefan Lichtenberg
                 Pflegerin Frau Özlem Karagöz (Stationsleitung Zimmer 201–220)
Zweck:           Routinebesuch; Jahresberichtsvorbereitung (§ 1863 BGB)
Nächste Schritte: Genehmigungsantrag Wohnungsverkauf einreichen

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I. Zustand der Betreuten

Frau Sauer befindet sich körperlich in einem stabilen Zustand. Sie ist
wach und öffnet beim Eintreten die Augen. Sie lächelt freundlich und
streckt die Hand aus.

Auf meine Vorstellung mit Namen reagiert sie nicht erkennbar – sie nennt
mich spontan "der nette Herr vom Amt", was ich ihr belasse. Eine
Wiedererkennung meiner Person findet nicht statt. Dies entspricht dem
Befundbild bei GDS Stadium 6 (schwere Demenz nach Reisberg).

Frau Sauer führt mehrfach kurze, freundliche Selbstgespräche. Sie fragt
mehrmals: "Kommt die Mama heute noch?" und "Wann gibt es Abendbrot?"
– dies verdeutlicht die schwere zeitliche und personelle Desorientiertheit.

Auf meine Frage, ob sie ihre alte Wohnung kenne und wie es ihr dort
gefallen habe, lächelt sie und antwortet: "Da bin ich doch zuhause."
Sie sagt dies ruhig und ohne Aufregung. Ob damit die frühere Wohnung in
der Schöneberger Ufer 41 oder eine andere gedankliche Heimat gemeint ist,
lässt sich nicht einschätzen.

Frau Sauer zeigt kein erkennbares Unwohlsein, keinen Schmerz. Sie isst
nach Auskunft der Pflege gut und nimmt Flüssigkeit ausreichend zu sich.

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II. Gespräch mit der Pflegerin (Frau Özlem Karagöz)

Frau Karagöz berichtet, dass Frau Sauer seit ca. sechs Wochen vermehrt
abendliche Unruhephasen zeigt (sog. "Sundowning"). Sie bewege sich gegen
18–20 Uhr oft unruhig auf dem Zimmer, rufe nach Personen und sei schwer
zu beruhigen. Das Pflegeteam arbeite mit Beruhigungsmusik (Schlager aus
den 1960er Jahren) und sanftem Handhalten, was meist helfe.

Der behandelnde Hausarzt Dr. Pfeiffer hat zur Überprüfung einer
medikamentösen Anpassung geraten; ein Termin steht in der nächsten Woche
an. Ich werde hierüber informiert und bitte um Rückmeldung.

Die Körperpflege und Mobilisierung erfolgt regelmäßig, Frau Sauer wird
täglich in den Aufenthaltsraum begleitet. Die Pflegedokumentation liegt
aktuell vor und wurde gesichtet.

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III. Bewertung für den Jahresbericht

Dieser Besuch bestätigt den Befund: Frau Sauer benötigt weiterhin
umfassende Unterstützung in allen Lebensbereichen. Die Fortsetzung der
Betreuung in den Aufgabenkreisen Gesundheitssorge, Vermögenssorge,
Wohnungsangelegenheiten und Behördenangelegenheiten ist unverändert
erforderlich und angemessen.

Für den Jahresbericht wird vermerkt:
– Gesundheitszustand: stabil, keine akuten Krisen
– Kognition: deutlich verschlechtert gegenüber Betreuungsbeginn
– Soziale Einbindung: im Heim gut integriert, freundlicher Kontakt
  zu Pflegenden
– Vermögenssituation: monatliche Unterdeckung, Genehmigungsantrag
  in Vorbereitung (→ Dokument 09 dieser Akte)

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IV. Weiteres Vorgehen

1. Genehmigungsantrag Wohnungsverkauf (§ 1850 BGB) wird nach Ablauf
   der Bedenkfrist der Tochter (Pfingsten 2026) beim AG Mitte eingereicht.
2. Rückmeldung Hausarzt zur Medikation abwarten.
3. Jahresbericht § 1863 BGB zum Stichtag 30.04.2026 verfassen
   und einreichen.

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Berlin, 28. April 2026

gez. Stefan Lichtenberg
Rechtsanwalt | Berufsbetreuer
Kanzlei Lichtenberg & Voss
Kurfürstendamm 194 · 10623 Berlin

[Notiz nur für interne Akte – kein Versandexemplar]
