v51.0.0(akte-55): betriebspruefung-und-selbstanzeige-marquardt-handelsvertretung-augsburg

Mandant: Markus Marquardt (47, Einzelunternehmer Maschinenhandel Augsburg
Umsatz 1.4 Mio). Steuerberater: Dr. Tannenmoor StB Augsburg AZ 2026-BP-188.

BP-Pruefungszeitraum 2022-2024 durch FA Augsburg AZ 142/9999/1234.
StA Augsburg 188 Js 4711/26 (par 370 AO); FG Muenchen 1 K 2188/26.

Konflikte: Provisionseinnahmen Polen-Geschaeft 280k nicht erklaert;
PKW-Privatnutzung 1-Prozent vs Fahrtenbuch; Bewirtungskosten 90k;
Scheinrechnungen par 14c UStG; Selbstanzeige par 371 AO Hinterziehungs-
summe 188k EUR.

AO par 162 200 370 371; UStG par 14c; EStG.

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# 01 — Mandatsübernahme Marquardt (Kanzleinotiz)
**Kanzlei:** Dr. Cornelia Vellbruck-Steinheim, Rechtsanwältin und Steuerberaterin / Falk Roosendaal, Steuerberater Dipl.-Kfm.
**Kanzlei-AZ:** VS-2026-StR-0508
**Datum Erstgespräch:** 04.02.2026
**Gesprächsdauer:** ca. 90 Minuten
**Anwesende:** Reinhard Marquardt-Eichenmüller (GF), Brigitte Marquardt-Eichenmüller (Ehefrau, stille Kommanditistin), Dr. Vellbruck-Steinheim, StB Roosendaal
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## Sachverhaltsaufnahme
Herr Reinhard Marquardt-Eichenmüller erscheint mit seiner Ehefrau und legt eine Prüfungsanordnung des Finanzamts Augsburg-Stadt vom 27.01.2026 vor (Steuernummer 142/9999/1234). Die Prüfungsanordnung umfasst die Veranlagungszeiträume 2020 bis 2024 und betrifft die Marquardt Handelsvertretung Maschinenbau GmbH & Co. KG (nachfolgend: KG) sowie die persönliche Einkommensteuer des Geschäftsführers.
Herr Marquardt-Eichenmüller schildert spontan folgende Punkte als potenziell problematisch:
- Der Pkw-Pool (7 Fahrzeuge) sei überwiegend aus Gründen der Außenwirkung beschafft worden; Fahrtenbücher existieren nur für 2 Fahrzeuge.
- Die Ferienwohnung auf Mallorca werde teils durch seinen Sohn Stefan (26 Jahre, Student) bewohnt; ein schriftlicher Mietvertrag fehle.
- Sein Bruder Heinz Marquardt führe als Subunternehmer Vertriebstätigkeiten durch; das Honorar von 95.000 EUR/Jahr (20202024) habe der Prüfer bereits bei einer früheren Prüfung 2018 beanstandet.
- Die Marquardt Luxembourg S.à r.l. sei auf Anraten eines Schweizer Beraters 2018 gegründet worden; dort würden Provisionen aus dem Portugal-Geschäft vereinnahmt.
StB Roosendaal ergänzt: Im Jahr 2023 wurden zwei portugiesische Lieferantenrechnungen ohne vollständige Pflichtangaben nach § 14 UStG zum Vorsteuerabzug angesetzt (Gesamtbetrag 41.200 EUR Vorsteuer).
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## Interessenkollisionsprüfung
Eine Interessenkollision mit bestehenden Mandaten ist nicht ersichtlich. Die KG und Herr Marquardt-Eichenmüller persönlich sind bisher steuerlich durch Kanzlei Hertl & Partner betreut worden; das Mandat wird vollständig an VS-2026-StR-0508 übertragen. Die frühere Kanzlei wird zur Übergabe sämtlicher Unterlagen aufgefordert.
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## Vorläufige Risikoeinschätzung
| Bereich | Risiko | Priorität |
|---|---|---|
| Pkw-Pool 1%-Regelung | EUR 18.00045.000 Nachsteuer | mittel |
| Firmenwohnung Mallorca vGA | EUR 80.000140.000 Nachsteuer | hoch |
| Fremdvergleich Bruder vGA | EUR 120.000280.000 Nachsteuer | hoch |
| Vorsteuer Portugal | EUR 41.200 Nachsteuer + Zinsen | mittel |
| Luxemburg-Tochter AStG | EUR 200.000600.000 Hinzurechnung | sehr hoch |
| Kassenführung | EUR 20.00080.000 Schätzung | mittel |
| Strafrecht § 370 AO | Freiheitsstrafe auf Bewährung möglich | existenziell |
**Gesamtexposure (Schätzung):** EUR 480.000 bis EUR 1.185.000 Steuer und Zinsen, zzgl. etwaiger Strafrahmen.
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## Vollmacht und Mandatsbedingungen
Die Vollmacht (§§ 80 AO, 13 BRAO) wird heute unterzeichnet. Sie umfasst die steuerliche und steuerstrafrechtliche Vertretung gegenüber Finanzbehörden, Gerichten sowie der Staatsanwaltschaft. Eine separate strafrechtliche Vollmacht nach § 137 StPO wird vorbereitet.
Honorar: Rahmenvereinbarung nach StBVV und RVG, Stundensatz Dr. Vellbruck-Steinheim EUR 380 netto, StB Roosendaal EUR 240 netto; Kostenvorschuss EUR 15.000 sofort fällig.
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## Nächste Schritte
1. Prüfungsanordnung analysieren, Fristverlängerungsantrag stellen (§ 197 Abs. 2 AO).
2. Vollständige Unterlagen 20202024 anfordern (Bilanzen, Kontenblätter, Belege Luxemburg).
3. Risikoworkshop mit Mandant innerhalb 14 Tagen.
4. Ersteinschätzung Selbstanzeigemöglichkeit § 371 AO (Luxemburg).
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*Notiert: Dr. Cornelia Vellbruck-Steinheim, 04.02.2026*
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# 02 — Prüfungsanordnung Finanzamt Augsburg-Stadt
**Dokument:** Prüfungsanordnung gem. § 196 AO
**Behörde:** Finanzamt Augsburg-Stadt, Betriebsprüfungsstelle
**Sachgebiet:** BP 3 — Mittelgroße Betriebe
**Sachbearbeiter:** Betriebsprüfer Dipl.-Finanzwirt Horst Kelterbaum
**Datum:** 27.01.2026
**Eingegangen bei Mandant:** 30.01.2026
**Weitergeleitet an Kanzlei:** 04.02.2026
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## Inhalt der Prüfungsanordnung
Das Finanzamt Augsburg-Stadt ordnet auf der Grundlage von **§ 196 AO** eine Außenprüfung an. Geprüft werden:
**Steuerpflichtige:** Marquardt Handelsvertretung Maschinenbau GmbH & Co. KG, Augsburg
**Steuernummer:** 142/9999/1234
**Prüfungszeitraum:** Veranlagungszeiträume **2020, 2021, 2022, 2023 und 2024**
**Steuerarten:**
- Körperschaftsteuer (betreffend Komplementär-GmbH)
- Gewerbesteuer
- Umsatzsteuer
- Feststellungsverfahren (§ 180 AO) — einheitliche und gesonderte Gewinnfeststellung
Zusätzlich wird eine verbundene Prüfung der persönlichen **Einkommensteuer** des Gesellschafter-Geschäftsführers Reinhard Marquardt-Eichenmüller (StNr. 142/8888/5678) für 20202024 angeordnet.
**Beginn der Prüfung:** 02.03.2026, 09:00 Uhr, Betriebsräume der KG, Dieselstraße 14, 86167 Augsburg.
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## Rechtliche Grundlagen
Die Prüfungsanordnung stützt sich auf:
- § 196 AO (Prüfungsanordnung)
- § 193 Abs. 1 AO (Außenprüfung bei Betrieben)
- § 5 BpO (Betriebsprüfungsordnung) — Prüfungsplan
Eine Rechtsbehelfsbelehrung ist beigefügt. Die Prüfungsanordnung ist ein Verwaltungsakt; Einspruch nach § 347 AO ist zulässig, hat jedoch keine aufschiebende Wirkung (§ 361 Abs. 1 AO).
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## Angeforderte Unterlagen (Anlage zur Prüfungsanordnung)
Der Prüfer fordert vorab an:
1. Jahresabschlüsse 20202024 mit Anlagen
2. Gewinn- und Verlustrechnungen nach Kostenstellen
3. Buchungsjournale (DATEV-Export oder CSV)
4. Anlagenverzeichnis und Kfz-Unterlagen
5. Mietverträge für betriebliche Immobilien
6. Verträge mit nahestehenden Personen (§ 1 Abs. 2 AStG)
7. Verrechnungspreisdokumentation Luxemburg
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## Kanzleistrategie zur Prüfungsanordnung
- Fristverlängerung für Unterlagenvorlage beantragen (§ 197 Abs. 2 AO) — Prüfungsbeginn auf 16.03.2026 verschieben.
- Prüfungsanordnung nicht anfechten (keine aufschiebende Wirkung, politisch kontraproduktiv).
- Vorabbesprechung mit Prüfer Kelterbaum anberaumen: Verfahrensabsprachen zu Prüfungsdauer und Akteneinsicht.
- Interne Unterlagensichtung priorisieren: Luxemburg-Unterlagen zuerst (höchstes Risiko).
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## Kommentar Dr. Vellbruck-Steinheim
> Die gleichzeitige Prüfung von GmbH & Co. KG und GF-Einkommensteuer ist Standard, erhöht aber den Abstimmungsaufwand erheblich. Die Tatsache, dass alle fünf Jahre gleichzeitig geprüft werden, deutet auf einen strukturierten Anlassprüfung hin — möglicherweise aufgrund einer Kontrollmitteilung aus Luxemburg oder Portugal. Das Luxemburg-Thema muss vor Prüfungsbeginn vollständig durchgecheckt sein.
**Quelle:** § 196 AO — [https://dejure.org/gesetze/AO/196.html](https://dejure.org/gesetze/AO/196.html)
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# 03 — Prüfungsdauer und Prüfungsschwerpunkte
**Aktualisiert:** 10.03.2026
**Autor:** StB Falk Roosendaal
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## Zeitplan der Prüfung
| Phase | Zeitraum | Inhalt |
|---|---|---|
| Vorbereitungsphase | 04.02.15.03.2026 | Unterlagensammlung, interne Analyse |
| Prüfungsbeginn | 16.03.2026 | Eröffnungsgespräch mit Prüfer Kelterbaum |
| Sachprüfung I (Ertragsteuern) | 16.03.14.04.2026 | Pkw, Wohnung, Fremdvergleich |
| Sachprüfung II (Umsatzsteuer) | 15.04.30.04.2026 | Vorsteuer Portugal, Auslandsleistungen |
| Sachprüfung III (International) | 02.05.30.05.2026 | Luxemburg, AStG, Verrechnungspreise |
| Sachprüfung IV (GoBD/Kasse) | 02.06.15.06.2026 | Kassenführung Filiale |
| Schlussrunde | 16.06.18.06.2026 | Klärungsgespräche, letzte Akteneinsicht |
| Schlussbesprechung | 18.06.2026 | Ergebnisbesprechung § 201 AO |
| Prüfungsbericht | ca. August 2026 | § 202 AO |
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## Prüfungsschwerpunkte (mitgeteilt durch Prüfer Kelterbaum, 16.03.2026)
Prüfer Kelterbaum hat in der Eröffnungsbesprechung folgende Schwerpunkte genannt:
### Schwerpunkt 1: Kraftfahrzeuge und Privatnutzung
- Vollständige Prüfung des Pkw-Pools (7 Fahrzeuge)
- Plausibilitätsprüfung 1%-Regelung vs. Fahrtenbuch (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG)
- Jahreswert der Privatnutzung nach BFH-Rechtsprechung
### Schwerpunkt 2: Auslandsbeziehungen
- Marquardt Luxembourg S.à r.l. — Vertragsbeziehungen, Zahlungsflüsse, Substanznachweis
- Prüfung § 50d Abs. 3 AStG (Missbrauchsbekämpfung)
- Hinzurechnungsbesteuerung §§ 714 AStG
### Schwerpunkt 3: Nahestehende Personen
- Subunternehmervertrag Heinz Marquardt — Fremdvergleich § 8 Abs. 3 KStG
- Wohnungsnutzung Sohn Stefan — vGA-Prüfung
- Angemessenheitsnachweis für alle Geschäfte mit Angehörigen
### Schwerpunkt 4: Umsatzsteuer / Vorsteuer
- Portugal-Lieferung 2023: Rechnungsanforderungen § 14 UStG
- Reverse-Charge-Prüfung Dienstleistungen aus dem EU-Ausland
### Schwerpunkt 5: Ordnungsmäßigkeit der Buchführung
- GoBD-Konformität der elektronischen Buchführung
- Kassenprüfung Filiale Augsburg-Oberhausen
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## Interne Bewertung der Schwerpunkte
Aus Kanzleisicht bestehen die größten Risiken bei den Schwerpunkten 2 (Luxemburg) und 3 (nahestehende Personen). Die Luxemburg-Konstellation ist besonders problematisch, da die Tochtergesellschaft nach bisheriger Aktenlage kaum eigene Substanz aufweist (kein eigenes Personal in Luxemburg, Geschäftsführer wohnt in Augsburg, Geschäftsadresse ist eine Briefkastenfirma bei einer Luxemburger Finanzverwaltungsgesellschaft).
**Rechtliche Einordnung:** Nach BFH I R 36/14 ([bundesfinanzhof.de](https://www.bundesfinanzhof.de)) sind bei Funktionsverlagerungen ins Ausland strenge Maßstäbe anzulegen; der BFH verlangt eine substanzielle wirtschaftliche Tätigkeit am ausländischen Ort. Die Marquardt Luxembourg S.à r.l. dürfte diesen Test nicht bestehen.
**Quellen:**
- § 196 AO — [https://dejure.org/gesetze/AO/196.html](https://dejure.org/gesetze/AO/196.html)
- § 201 AO — [https://dejure.org/gesetze/AO/201.html](https://dejure.org/gesetze/AO/201.html)
- § 50d AStG — [https://dejure.org/gesetze/AStG/50d.html](https://dejure.org/gesetze/AStG/50d.html)
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# 04 — Prüfungsjahre 20202024: Umsatz- und Ertragsstruktur
**Stand:** 16.03.2026 (Daten aus übergebenen Jahresabschlüssen)
**Erstellt von:** StB Falk Roosendaal
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## Kennzahlenübersicht 20202024
| Jahr | Umsatz EUR | Rohergebnis EUR | EBIT EUR | KSt+GewSt EUR | Ausschuettung EUR |
|---|---|---|---|---|---|
| 2020 | 14.800.000 | 3.700.000 | 840.000 | 248.000 | 200.000 |
| 2021 | 16.200.000 | 4.100.000 | 980.000 | 289.000 | 300.000 |
| 2022 | 18.400.000 | 4.600.000 | 1.240.000 | 366.000 | 450.000 |
| 2023 | 17.900.000 | 4.480.000 | 1.100.000 | 325.000 | 350.000 |
| 2024 | 18.100.000 | 4.525.000 | 1.180.000 | 349.000 | 400.000 |
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## Beteiligungsstruktur
- **Komplementär-GmbH:** Marquardt Verwaltungs-GmbH (100% R. Marquardt-Eichenmüller)
- **Kommanditisten:** R. Marquardt-Eichenmüller (95% Kapitalanteil), Brigitte Marquardt-Eichenmüller (5%)
- **Tochtergesellschaft:** Marquardt Luxembourg S.à r.l. (100% über Komplementär-GmbH)
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## Zahlungsflüsse an Luxemburg-Tochter (Provisionen)
| Jahr | Provisionszahlung EUR | Bezeichnung | Vertragsgrundlage |
|---|---|---|---|
| 2020 | 380.000 | Vertriebsprovision Portugal/Südeuropa | Agenturvertrag 2018 |
| 2021 | 420.000 | Vertriebsprovision Portugal/Südeuropa | Agenturvertrag 2018 |
| 2022 | 510.000 | Vertriebsprovision Portugal/Südeuropa | Agenturvertrag 2018 |
| 2023 | 490.000 | Vertriebsprovision Portugal/Südeuropa | Agenturvertrag 2018 |
| 2024 | 520.000 | Vertriebsprovision Portugal/Südeuropa | Agenturvertrag 2018 (revidiert) |
| **Gesamt** | **2.320.000** | | |
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## Honorarzahlungen Heinz Marquardt (Bruder, Subunternehmer)
| Jahr | Honorar EUR | Leistung laut Vertrag |
|---|---|---|
| 2020 | 95.000 | Vertriebsberatung Nordbayern |
| 2021 | 95.000 | Vertriebsberatung Nordbayern |
| 2022 | 95.000 | Vertriebsberatung Nordbayern |
| 2023 | 95.000 | Vertriebsberatung Nordbayern |
| 2024 | 95.000 | Vertriebsberatung Nordbayern |
| **Gesamt** | **475.000** | |
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## Kfz-Pool Übersicht
| Fahrzeug | Listenpreis EUR | Nutzungsberechtigte Person | Fahrtenbuch vorhanden |
|---|---|---|---|
| BMW X5 M50i | 118.000 | R. Marquardt-Eichenmüller | Nein |
| Mercedes E 450 Cabrio | 92.000 | R. Marquardt-Eichenmüller | Ja (20212024) |
| Porsche Cayenne S | 128.000 | R. Marquardt-Eichenmüller | Nein |
| VW Touareg R-Line | 78.000 | Vertriebsleiter Huber | Nein |
| Audi A6 Avant | 68.000 | Außendienst Gmeiner | Nein |
| Mercedes Vito | 52.000 | Filialleitung Oberhausen | Nein |
| BMW 320d | 48.000 | Buchhaltungsleiterin Sander | Nein |
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## Anmerkung zur Luxemburg-Substanz
Die Marquardt Luxembourg S.à r.l. hat laut luxemburgischem Handelsregister keinen Mitarbeiter in Vollzeit. Der eingetragene Geschäftsführer ist Herr Marquardt-Eichenmüller persönlich (Wohnsitz Augsburg). Die Gesellschaft verfügt über ein Konto bei der BGL BNP Paribas in Luxemburg, nutzt aber eine Registered-Office-Adresse einer Finanzverwaltungsgesellschaft. Dies begründet den Anfangsverdacht für eine Durchgriffshaftung und Hinzurechnungsbesteuerung nach §§ 7 ff. AStG.
**Quellen:**
- §§ 714 AStG — [https://dejure.org/gesetze/AStG](https://dejure.org/gesetze/AStG)
- § 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG — [https://dejure.org/gesetze/EStG/6.html](https://dejure.org/gesetze/EStG/6.html)
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# 05 — Feststellung 1: Pkw-Pool und 1%-Regelung
**Feststellungs-Nr.:** BP-1
**Steuerart:** Einkommensteuer / KSt
**Prüfungsjahre:** 20202024
**Prüfer:** Kelterbaum
**Kanzlei-Stellungnahme:** Dr. Vellbruck-Steinheim / Roosendaal, 22.04.2026
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## Sachverhalt
Der Prüfer beanstandet die Privatnutzung von fünf Fahrzeugen des Pkw-Pools. Für den BMW X5 M50i, den Porsche Cayenne S, den VW Touareg, den Audi A6 sowie den Mercedes Vito fehlen ordnungsgemäße Fahrtenbücher (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG). Lediglich für den Mercedes E 450 Cabrio liegt ein Fahrtenbuch ab 2021 vor.
Der Prüfer setzt die 1%-Regelung für alle sechs Fahrzeuge ohne Fahrtenbuch an. Bei Mehrfachnutzung durch den Gesellschafter-Geschäftsführer (BMW X5 und Porsche Cayenne) wird der Ansatz als verdeckte Gewinnausschüttung qualifiziert (§ 8 Abs. 3 KStG).
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## Berechnung Prüfer (Entwurf)
| Fahrzeug | Listenpreis EUR | Jahreswert 1% p.M. EUR | x 12 Monate EUR | Prüfjahre | Gesamtansatz EUR |
|---|---|---|---|---|---|
| BMW X5 M50i | 118.000 | 1.180 | 14.160 | 5 | 70.800 |
| Porsche Cayenne S | 128.000 | 1.280 | 15.360 | 5 | 76.800 |
| VW Touareg | 78.000 | 780 | 9.360 | 5 | 46.800 |
| Audi A6 | 68.000 | 680 | 8.160 | 5 | 40.800 |
| Mercedes Vito | 52.000 | 520 | 6.240 | 5 | 31.200 |
| **Summe** | | | | | **266.400** |
Vom Ansatz abzüglich bereits gebuchter Privatanteile (pauschale 25%) = Netto-Mehrgewinn ca. EUR 199.800 über 5 Jahre.
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## Gegenargumente Kanzlei
**Zu BMW X5 und Porsche Cayenne:** Die gleichzeitige Anwendung der 1%-Regelung auf zwei hochpreisige Fahrzeuge widerspricht dem BFH-Urteil vom 03.08.2016 (Az. VI R 55/14 — [openjur.de](https://openjur.de)), wonach bei nur einem Steuerpflichtigen je Fahrzeug die private Nutzung maximal auf das tatsächliche Nutzungsverhalten zu beschränken ist. Da nachweislich ein Fahrtenbuch für den Mercedes E 450 existiert, ist glaubhaft, dass der GF primär diesen nutzte.
**Zum Porsche Cayenne:** Das Fahrzeug diente überwiegend Repräsentationszwecken bei Kundenterminen (Nachweise liegen vor: 14 dokumentierte Kundentermine 2022 und 2023). Ein vollständiger Privatanteil ist nicht gerechtfertigt.
**Zu VW Touareg und Audi A6:** Diese Fahrzeuge stehen Vertriebsmitarbeitern zur Verfügung; Privatnutzung des GF ist faktisch ausgeschlossen (Standort Filiale Oberhausen).
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## Einigung in Aussicht
Kelterbaum signalisiert, bei BMW X5 und Mercedes E 450 einen Kompromiss zu suchen (ggf. Privatanteil 40% statt 100%). Für Touareg, A6 und Vito wird die Feststellung voraussichtlich zurückgenommen.
**Mehrsteuer (Schätzung nach Kompromiss):** EUR 28.00038.000 KSt und ESt gesamt 20202024.
**Quellen:**
- § 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG — [https://dejure.org/gesetze/EStG/6.html](https://dejure.org/gesetze/EStG/6.html)
- § 8 Abs. 3 KStG — [https://dejure.org/gesetze/KStG/8.html](https://dejure.org/gesetze/KStG/8.html)
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# 06 — Feststellung 2: Firmenwohnung Mallorca
**Feststellungs-Nr.:** BP-2
**Steuerart:** KSt / ESt (vGA)
**Prüfungsjahre:** 20202024
**Kernvorwurf:** Verdeckte Gewinnausschüttung gem. § 8 Abs. 3 Satz 2 KStG
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## Sachverhalt
Die KG unterhält eine Ferienwohnung in Cala d'Or, Mallorca (Kauf 2017, Bilanzwert EUR 680.000). Die Wohnung wird im Buchführungssystem als Betriebsvermögen geführt und sämtliche Unterhaltskosten (Hausgeld, Strom, Reinigung, Reparaturen: jährlich ca. EUR 24.000) als Betriebsausgaben abgesetzt.
Der Sohn des Geschäftsführers, Stefan Marquardt-Eichenmüller (26 Jahre, Student der Ingenieurwissenschaften in München), nutzte die Wohnung nachweislich in folgenden Zeiträumen:
- 2020: ca. 6 Wochen (Frühjahr + Sommer)
- 2021: ca. 5 Wochen
- 2022: ca. 8 Wochen
- 2023: ca. 7 Wochen
- 2024: ca. 6 Wochen
Ein schriftlicher Nutzungsvertrag mit dem Sohn fehlt vollständig. Ein schriftlicher Mietvertrag mit Fremdvergleichsmiete lag zu keinem Zeitpunkt vor.
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## Rechtliche Qualifikation
### Verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) nach § 8 Abs. 3 KStG
Der BFH definiert die vGA als eine Vermögensminderung oder verhinderte Vermögensmehrung, die durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasst ist und nicht dem Drittvergleich standhält (BFH GrS 1/93, BStBl. II 1995, 301 — [openjur.de](https://openjur.de)).
Im vorliegenden Fall:
- Nutzung durch nahestehendes Kind (§ 1 Abs. 2 AStG: nahestehende Person)
- Kein Fremdvergleichsvertrag vorhanden
- Ortsübliche Miete Mallorca (Cala d'Or, 120 m², Meerblick): ca. EUR 1.8002.200/Woche
- Wert der privaten Nutzung: 32 Wochen x EUR 2.000 = EUR 64.000 über 5 Jahre (ca. EUR 12.800/Jahr)
Der Prüfer setzt den Mietwert als vGA an und erhöht das zu versteuernde Einkommen entsprechend. Zusätzlich wird der Betriebsausgabenabzug für Unterhaltskosten anteilig versagt (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 3 EStG).
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## Prüfer-Feststellung (Entwurf)
| Jahr | Nutzungswochen | Marktwert/Woche EUR | vGA EUR | BA-Kürzung EUR | Gesamt EUR |
|---|---|---|---|---|---|
| 2020 | 6 | 1.900 | 11.400 | 5.760 | 17.160 |
| 2021 | 5 | 2.000 | 10.000 | 4.800 | 14.800 |
| 2022 | 8 | 2.100 | 16.800 | 7.680 | 24.480 |
| 2023 | 7 | 2.100 | 14.700 | 6.720 | 21.420 |
| 2024 | 6 | 2.200 | 13.200 | 5.760 | 18.960 |
| **Summe** | | | **66.100** | **30.720** | **96.820** |
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## Gegenargumente Kanzlei
1. Die Wohnung steht Kunden und Geschäftspartnern ebenfalls zur Verfügung; Nutzung durch Familienangehörige war gelegentlich und nicht planmäßig.
2. Die vom Prüfer angesetzten Wochenmietpreise für Cala d'Or erscheinen überhöht; Parallelvergleich mit vergleichbaren Objekte zeigt EUR 1.2001.500/Woche realistisch.
3. Es wird eine nachträgliche Nutzungsvereinbarung angeboten (keine Heilungswirkung für Vergangenheit, aber Argument für Verständigungslösung).
---
## Empfehlung
Die vGA-Feststellung ist dem Grunde nach nicht abwehrbar. Die Auseinandersetzung sollte sich auf die Höhe konzentrieren (Mietwert, Nutzungswochen). Ziel: Reduzierung auf EUR 55.00065.000 Gesamtansatz.
**Quellen:**
- § 8 Abs. 3 KStG — [https://dejure.org/gesetze/KStG/8.html](https://dejure.org/gesetze/KStG/8.html)
- § 4 Abs. 5 EStG — [https://dejure.org/gesetze/EStG/4.html](https://dejure.org/gesetze/EStG/4.html)
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# 07 — Feststellung 3: Fremdvergleich Bruder als Subunternehmer
**Feststellungs-Nr.:** BP-3
**Steuerart:** KSt (vGA), ESt Kommanditisten
**Prüfungsjahre:** 20202024
**Kernvorwurf:** Verdeckte Gewinnausschüttung / überhöhtes Fremdleistungsentgelt an nahestehende Person
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## Sachverhalt
Heinz Marquardt (Bruder des GF, wohnhaft Nürnberg) wird seit 2015 als Subunternehmer im Bereich Vertriebsberatung Nordbayern eingesetzt. Der Jahreshonorarsatz beträgt konstant EUR 95.000 netto (monatlich EUR 7.917). Eine Umsatzsteuerpflicht besteht, Rechnungen wurden gestellt.
Der Prüfer holt einen Marktvergleich ein. Für eine vergleichbare Vertriebsberatungsleistung (nordbayerischer Mittelstandsbereich, Maschinenbau, ohne eigene Akquisition) liegt der marktübliche Satz bei EUR 40.00060.000/Jahr (externe Vergleichsangebote: 3 Vergleichsangebote, Durchschnitt EUR 52.000).
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## Rechtliche Einordnung
Nach § 8 Abs. 3 Satz 2 KStG sind Leistungen an einen Gesellschafter oder eine diesem nahestehende Person am Fremdvergleichsgrundsatz zu messen. Der Bruder des Gesellschafter-GF gilt als nahestehende Person i.S.v. § 1 Abs. 2 AStG (nahe Angehörige i.S.d. § 15 AO). Eine vGA liegt vor, wenn ein ordentlicher und gewissenhafter Geschäftsleiter das Leistungsentgelt in dieser Höhe mit einem Fremden nicht vereinbart hätte.
Referenzentscheidung: BFH I R 81/00, BStBl. II 2002, 278 — Nahestehende Personen und Fremdvergleich bei Dienstleistungsverträgen.
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## Prüfer-Berechnung vGA
Überhöhter Honoraranteil: EUR 95.000 - EUR 52.000 (Marktmittel) = EUR 43.000/Jahr.
| Jahr | Gezahltes Honorar EUR | Fremdvergleich EUR | vGA EUR |
|---|---|---|---|
| 2020 | 95.000 | 52.000 | 43.000 |
| 2021 | 95.000 | 52.000 | 43.000 |
| 2022 | 95.000 | 52.000 | 43.000 |
| 2023 | 95.000 | 52.000 | 43.000 |
| 2024 | 95.000 | 52.000 | 43.000 |
| **Summe** | **475.000** | **260.000** | **215.000** |
Auf die vGA entfällt KSt 15% zzgl. SolZ + GewSt ca. 30,825% gesamt = ca. EUR 66.300 Mehrsteuer.
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## Gegenargumente Kanzlei
1. **Branchenkenntnis:** Heinz Marquardt verfügt über 20 Jahre Vertriebserfahrung in der nordbayerischen Maschinenbaubranche; sein Netzwerk generiert nachweislich EUR 1,82,2 Mio. Jahresvolumen. Ein Honorar von EUR 95.000 (= ca. 5% vom Umsatzvolumen) ist angemessen.
2. **Vergleichbarkeit:** Die drei Vergleichsangebote des Prüfers sind nicht wirklich vergleichbar (keine Spezialisten für Maschinenbau-Netzwerke, keine nachgewiesenen Umsätze).
3. **Dokumentation:** Leistungsnachweise liegen vor (monatliche Berichte, Kundenkontakte); der Prüfer hat diese nicht vollständig gewürdigt.
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## Zielkompromiss
Ziel ist eine vGA von EUR 20.00025.000/Jahr (statt EUR 43.000), d.h. ein Fremdvergleichspreis von EUR 70.00075.000/Jahr. Mehrsteuer dann ca. EUR 30.00040.000 gesamt.
**Quellen:**
- § 8 Abs. 3 KStG — [https://dejure.org/gesetze/KStG/8.html](https://dejure.org/gesetze/KStG/8.html)
- § 1 Abs. 2 AStG — [https://dejure.org/gesetze/AStG/1.html](https://dejure.org/gesetze/AStG/1.html)
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# 08 — Feststellung 4: Vorsteuer Portugal-Lieferung
**Feststellungs-Nr.:** BP-4
**Steuerart:** Umsatzsteuer
**Prüfungsjahr:** 2023
**Vorsteuer-Betrag:** EUR 41.200
**Prüfer:** Kelterbaum, unterstützt durch USt-Fachprüferin Dr. Monika Brendl
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## Sachverhalt
Die KG bezog 2023 Maschinenkomponenten von zwei portugiesischen Lieferanten (Metalurgia Nortense Lda., Porto, und Tecnicas Industriais SA, Coimbra). Für beide Lieferungen wurden Rechnungen ausgestellt, die einen Umsatzsteuerausweis von insgesamt EUR 41.200 enthielten.
**Problem:** Die Lieferungen sind steuerlich als innergemeinschaftliche Erwerbe nach § 1a UStG zu behandeln. Bei innergemeinschaftlichen Lieferungen (B2B innerhalb EU) gilt das Bestimmungslandprinzip; die Lieferanten hätten steuerfrei liefern und die Steuerpflicht auf den deutschen Erwerber übertragen müssen (§ 4 Nr. 1b UStG für den Lieferanten; § 1a UStG für den Erwerber). Die portugiesischen Rechnungen weisen jedoch reguläre portugiesische MwSt (23%) aus, was auf eine Inlandsrechnung hindeutet.
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## Formale Mängel der Rechnungen
**Rechnungsmangel 1 (Metalurgia Nortense):**
- Kein Hinweis auf innergemeinschaftliche Lieferung
- Keine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Empfängers auf der Rechnung
- Kein Nachweis der innergemeinschaftlichen Versendung (Versendungsbeleg fehlt)
**Rechnungsmangel 2 (Tecnicas Industriais):**
- Falscher Leistungsort auf Rechnung angegeben (Porto statt Augsburg)
- USt-ID des Empfängers zwar genannt, aber Rechnung enthält portugiesische USt (Widerspruch)
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## Rechtliche Beurteilung
Gemäß § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG setzt der Vorsteuerabzug eine ordnungsgemäße Rechnung nach § 14 UStG voraus. Fehlen Pflichtangaben nach § 14 Abs. 4 UStG, ist der Vorsteuerabzug zu versagen, bis eine berichtigte Rechnung vorgelegt wird (§ 14 Abs. 6 UStG, Rückwirkung strittig).
Die Feststellung des Prüfers: Versagung des Vorsteuerabzugs EUR 41.200, da keine ordnungsgemäßen Rechnungen i.S.d. § 14 UStG vorliegen.
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## Kanzlei-Strategie
**Sofortmaßnahme:** Berichtigte Rechnungen von beiden portugiesischen Lieferanten anfordern. Nach der EuGH-Rechtsprechung (C-518/14 — Senatex) können fehlerhafte Rechnungen mit Rückwirkung berichtigt werden, wenn die materiellen Voraussetzungen des Vorsteuerabzugs vorliegen. Allerdings ist die Rückwirkungsfrage nach deutschem UStG (§ 14c UStG) noch nicht vollständig geklärt.
**Zweite Linie:** Soweit die portugiesische USt tatsächlich an das portugiesische Finanzamt abgeführt wurde, kann sie über das EU-Vorsteuererstattungsverfahren (§ 18g UStG) zurückgefordert werden. Dies führt wirtschaftlich zum gleichen Ergebnis.
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## Erwartetes Ergebnis
Bei rechtzeitiger Beschaffung berichtigter Rechnungen: Vorsteuer EUR 41.200 vollständig zu retten, allenfalls Zinsanfall für die Zwischenzeit (§ 233a AO, ca. 1,8% p.a. = ca. EUR 1.480 Zinsen).
**Quellen:**
- §§ 14, 15 UStG — [https://dejure.org/gesetze/UStG](https://dejure.org/gesetze/UStG)
- § 1a UStG — [https://dejure.org/gesetze/UStG/1a.html](https://dejure.org/gesetze/UStG/1a.html)
- EuGH C-518/14 (Senatex) — [https://openjur.de](https://openjur.de)
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# 09 — Feststellung 5: Luxemburg-Tochter (§§ 7 ff. AStG, § 50d AStG)
**Feststellungs-Nr.:** BP-5 (Schwergewicht)
**Steuerarten:** KSt, ESt (Hinzurechnungsbesteuerung), ggf. Strafrecht § 370 AO
**Prüfungsjahre:** 20202024
**Beteiligte:** Dr. Vellbruck-Steinheim (federführend), Roosendaal
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## Sachverhalt
Die Marquardt Luxembourg S.à r.l. (nachfolgend: LuxCo) wurde 2018 auf Anraten eines Schweizer Beraters (Fiduciaire Alpina, Zürich) gegründet. Sie ist zu 100% im Eigentum der Marquardt Verwaltungs-GmbH (Komplementär). LuxCo schloss mit der KG einen Agenturvertrag: LuxCo erhält Provisionen für die Vermittlung von Geschäften im südeuropäischen Markt.
**Tatsächliche Substanz der LuxCo:**
- Keine eigenen Angestellten
- Kein eigenes Büro in Luxemburg (Registered Office bei Fiduciaire Dupont S.A., Luxemburg-Stadt)
- GF: Reinhard Marquardt-Eichenmüller (Wohnsitz Augsburg)
- Alle Kundenkontakte und Vertriebsaktivitäten werden faktisch durch Mitarbeiter der KG in Augsburg durchgeführt
- LuxCo-Bankkonto: BGL BNP Paribas, Luxemburg; Kontoauszüge belegen lediglich Provisionseingänge und Weiterleitungen nach Augsburg
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## Hinzurechnungsbesteuerung §§ 714 AStG
Nach § 7 Abs. 1 AStG sind Einkünfte einer ausländischen Gesellschaft, an der ein Inländer zu mehr als 50% beteiligt ist, hinzuzurechnen, wenn:
- die Gesellschaft passive Einkünfte erzielt (§ 8 Abs. 1 AStG: Provisionen gelten als Zwischeneinkünfte)
- die ausländische Steuerbelastung weniger als 25% beträgt (luxemburgische KSt: ca. 17% — unterhalb der Freigrenze)
Die Provisionen von insgesamt EUR 2.320.000 (20202024) sind daher als Hinzurechnungsbetrag zu qualifizieren.
**Gesamthinzurechnungsbetrag 20202024:** EUR 2.320.000
**KSt 15% + GewSt 15% + SolZ ≈ 31%:** EUR 719.200 Nachsteuer (grobe Schätzung, vor Anrechnung LuxCo-Steuer)
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## § 50d Abs. 3 AStG (Anti-Treaty-Shopping)
Sofern die LuxCo für die Provisionen das Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland-Luxemburg in Anspruch nimmt, ist § 50d Abs. 3 AStG zu prüfen. Danach kann ein ausländisches Unternehmen DBA-Entlastungen nicht beanspruchen, wenn es über keine ausreichende wirtschaftliche Substanz verfügt. Die LuxCo erfüllt den Substanztest evident nicht.
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## Strafrechtsrelevanz
Entscheidend: War dem GF bekannt, dass die LuxCo-Konstruktion steuerrechtlich unzulässig ist? Der Schweizer Berater hat laut Mandant eine positive Rechtsmeinung erteilt. Die Frage der Steuerhinterziehung i.S.v. § 370 AO (Vorsatz) vs. leichtfertiger Steuerverkürzung i.S.v. § 378 AO (Fahrlässigkeit) ist hier zentral.
**BFH-Referenz:** BFH I R 36/14 ([bundesfinanzhof.de](https://www.bundesfinanzhof.de)) — Zu Anforderungen an die wirtschaftliche Substanz ausländischer Gesellschaften im Rahmen des AStG.
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## Verteidigungsansätze
1. Rückwirkende Substanzschaffung für LuxCo (Einstellung eines lokalen Mitarbeiters in Luxemburg) — schützt nur für die Zukunft, nicht rückwirkend.
2. Anpassung der Verrechnungspreisdokumentation: Nachweis, dass ein Teil der Vertriebsleistung tatsächlich durch LuxCo erbracht wurde (Reiseberichte GF nach Lissabon/Porto auffindbar?).
3. Selbstanzeige gem. § 371 AO für die Luxemburg-Konten (s. Aktenstück 14).
**Quellen:**
- §§ 714 AStG — [https://dejure.org/gesetze/AStG](https://dejure.org/gesetze/AStG)
- § 50d AStG — [https://dejure.org/gesetze/AStG/50d.html](https://dejure.org/gesetze/AStG/50d.html)
- BFH I R 36/14 — [https://www.bundesfinanzhof.de](https://www.bundesfinanzhof.de)
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# 10 — Feststellung 6: Kassenführung Filiale Augsburg-Oberhausen
**Feststellungs-Nr.:** BP-6
**Steuerart:** KSt / Schätzung nach § 162 AO
**Prüfungsjahre:** 20212024
**Geprüfter Betrieb:** Filiale Augsburg-Oberhausen, Dieselstraße 18
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## Sachverhalt
Die Filiale Augsburg-Oberhausen betreibt einen kleinen Verkaufsraum für Ersatzteile und Maschinenzubehör (Barverkäufe). Die Kasse wird mit einem veralteten Kassensystem (Software aus 2012) geführt. Der Prüfer stellt folgende Mängel fest:
### Festgestellte Kassenführungsmängel
1. **Kein Z-Bericht täglich:** Für 2021 fehlen Z-Berichte an 47 Werktagen; für 2022 an 31 Werktagen.
2. **Negative Kassenbestände:** In der elektronischen Kassendatei weist die Kasse an 8 Tagen (2022) und 5 Tagen (2023) negative Bestände aus — sachlich unmöglich.
3. **Fehlende Kassensturzprotokoll:** Das tägliche Kassensturzprotokoll (Soll-Ist-Abgleich) fehlt vollständig für 2021.
4. **Fehlende Verfahrensdokumentation:** Die Verfahrensdokumentation gem. GoBD Tz. 151 ff. fehlt für das Kassensystem.
5. **Gelöschte Transaktionen:** Forensische Auswertung der Kassendatei zeigt 14 gelöschte Transaktionsdatensätze (2022).
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## Rechtliche Konsequenzen
Gemäß § 158 AO gilt die Buchführung als nicht ordnungsgemäß, wenn die Verstöße gegen § 146 AO i.V.m. den GoBD erheblich sind. Negative Kassenbestände und gelöschte Datensätze begründen nach ständiger BFH-Rechtsprechung (BFH X R 20/13) die Schätzungsbefugnis des Finanzamts nach § 162 Abs. 2 Satz 2 AO.
Der Prüfer schätzt einen Mehrumsatz von EUR 15.000/Jahr (20212024) durch Hinzuschätzung von 5% des Filialbarverkaufsumsatzes (EUR 300.000/Jahr). Steuerliche Auswirkung: EUR 60.000 x 30% = EUR 18.000 KSt/GewSt über 4 Jahre.
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## Gegenmaßnahmen
- Sofortige Umstellung auf GoBD-konformes Kassensystem (TSE-Pflicht seit 01.01.2021 — Fristverlängerung bereits abgelaufen).
- Rückwirkende Vorlage aller verfügbaren Kassenberichte, Tagesprotokolle und Zählberichte.
- Argument gegen gelöschte Datensätze: technischer Fehler der alten Software (Nachweis durch IT-Gutachter erbringen).
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## Einschätzung
Die Schätzungsbefugnis ist dem Grunde nach nicht abwehrbar. Ziel ist die Reduzierung des Schätzungsbetrags auf EUR 8.00010.000/Jahr. Mehrsteuer ca. EUR 10.00012.000 gesamt.
**Quellen:**
- § 146 AO — [https://dejure.org/gesetze/AO/146.html](https://dejure.org/gesetze/AO/146.html)
- § 158 AO — [https://dejure.org/gesetze/AO/158.html](https://dejure.org/gesetze/AO/158.html)
- § 162 AO — [https://dejure.org/gesetze/AO/162.html](https://dejure.org/gesetze/AO/162.html)
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# 11 — Protokoll Schlussbesprechung (§ 201 AO), 18.06.2026
**Termin:** 18.06.2026, 10:0016:30 Uhr
**Ort:** Finanzamt Augsburg-Stadt, Schleißheimer Str. 132, 86150 Augsburg
**Prüfer FA:** BPr Dipl.-Finanzwirt Horst Kelterbaum, BPr'in Dr. Monika Brendl (USt)
**Kanzlei:** Dr. Cornelia Vellbruck-Steinheim, StB Falk Roosendaal
**Mandant:** Reinhard Marquardt-Eichenmüller
**Protokollant:** StB Roosendaal
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## TOP 1: Eröffnung und Verfahrensrahmen
Kelterbaum eröffnet die Besprechung um 10:05 Uhr. Er weist darauf hin, dass die Schlussbesprechung nach § 201 AO dem Mandanten die Möglichkeit gibt, zum Ergebnis der Prüfung Stellung zu nehmen, bevor der Prüfungsbericht fertiggestellt wird.
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## TOP 2: Feststellung BP-1 (Pkw-Pool)
Ergebnis nach Erörterung: **Einigung**. Ansatz 1%-Regelung nur für BMW X5 M50i (GF-Fahrzeug). Porsche Cayenne: Privatanteil 30% (statt 100%) angesetzt. Touareg, A6, Vito: keine Feststellung.
Mehrsteuer vereinbart: EUR 32.400 KSt/ESt über 5 Jahre.
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## TOP 3: Feststellung BP-2 (Firmenwohnung Mallorca)
Ergebnis: **Teileinigung**. Mietwert angepasst auf EUR 1.500/Woche (Kanzlei: EUR 1.350, FA: EUR 1.700 — Kompromiss EUR 1.500). Nutzungswochen unverändert. vGA gesamt EUR 57.600 über 5 Jahre.
Mehrsteuer ca. EUR 17.800 KSt/ESt.
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## TOP 4: Feststellung BP-3 (Fremdvergleich Bruder)
Ergebnis: **Strittig, kein Kompromiss**. FA beharrt auf Fremdvergleichspreis EUR 52.000; Kanzlei bietet EUR 72.000 an. Punkt wird im Prüfungsbericht offen gelassen; Einspruchsverfahren vorbehalten.
Streitige Mehrsteuer: EUR 35.50066.300 je nach Ausgang.
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## TOP 5: Feststellung BP-4 (Vorsteuer Portugal)
Ergebnis: **Lösung gefunden**. Berichtigte Rechnungen wurden vorgelegt und anerkannt. Vorsteuer EUR 41.200 bleibt. Zinsen EUR 1.480 werden festgesetzt.
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## TOP 6: Feststellung BP-5 (Luxemburg AStG)
Ergebnis: **Kein Kompromiss**. Dies ist der Kernpunkt des Einspruchs- und ggf. Klageverfahrens. FA setzt Hinzurechnungsbesteuerung für 20202024 fest (Gesamtbetrag EUR 2.320.000 Hinzurechnungsbetrag). Streitige Nachsteuer ca. EUR 580.000720.000.
Dr. Vellbruck-Steinheim legt ausdrücklichen Widerspruch ein und kündigt Einspruch und ggf. FG-Klage an.
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## TOP 7: Feststellung BP-6 (Kassenführung)
Ergebnis: **Teileinigung**. Schätzungsbetrag auf EUR 10.000/Jahr reduziert. Mehrsteuer EUR 12.400 gesamt.
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## TOP 8: Strafrecht
Kelterbaum teilt mit, dass das FA beabsichtigt, die Erkenntnisse zur Luxemburg-Feststellung an die Bußgeld- und Strafsachenstelle (BuStra) weiterzuleiten. Dr. Vellbruck-Steinheim nimmt dies zur Kenntnis und kündigt an, unmittelbar mit einer Selbstanzeige zu reagieren (§ 371 AO).
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## Ergebnis-Zusammenfassung
| Feststellung | Status | Mehrsteuer EUR |
|---|---|---|
| BP-1 Pkw | Einigung | 32.400 |
| BP-2 Wohnung | Teileinigung | 17.800 |
| BP-3 Bruder | Strittig | 35.50066.300 |
| BP-4 USt Portugal | Gelöst (Zinsen) | 1.480 |
| BP-5 Luxemburg | Strittig | 580.000720.000 |
| BP-6 Kasse | Teileinigung | 12.400 |
| **Gesamt** | | **679.580850.380** |
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*Protokoll als vorläufig anerkannt, vorbehaltlich schriftlicher Korrekturen innerhalb 5 Werktagen.*
**Quellen:**
- § 201 AO — [https://dejure.org/gesetze/AO/201.html](https://dejure.org/gesetze/AO/201.html)
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# 12 — Geänderter Steuerbescheid 2022
**Dokument:** Analyse geänderter Körperschaftsteuerbescheid 2022 und gesonderter Feststellungsbescheid 2022
**FA Augsburg-Stadt:** Steuernummer 142/9999/1234
**Datum Bescheiderlass:** voraussichtlich September 2026
**Einspruchsfrist:** 1 Monat ab Bekanntgabe (§ 355 Abs. 1 AO)
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## Änderungsumfang laut angekündigtem Prüfungsbericht
Der Prüfungsbericht (Entwurf) sieht für das Jahr 2022 folgende Änderungen vor:
### Gewerbesteuer und Körperschaftsteuer 2022
| Position | Bisher EUR | Neu EUR | Differenz EUR |
|---|---|---|---|
| Gewinn laut Steuererklärung | 1.240.000 | 1.240.000 | 0 |
| vGA Pkw (BP-1) | 0 | 14.160 | +14.160 |
| vGA Wohnung Mallorca (BP-2) | 0 | 16.800 | +16.800 |
| vGA Fremdvergleich Bruder (BP-3) | 0 | 43.000 | +43.000 |
| Hinzurechnung Luxemburg AStG (BP-5) | 0 | 510.000 | +510.000 |
| Kassenhinzuschätzung (BP-6) | 0 | 10.000 | +10.000 |
| **Zu versteuerndes Einkommen neu** | **1.240.000** | **1.833.960** | **+593.960** |
### Steuerberechnung 2022 (gerundet)
| Steuerart | Bisherige Steuer EUR | Neue Steuer EUR | Mehr EUR |
|---|---|---|---|
| Körperschaftsteuer (15%) | 186.000 | 275.094 | 89.094 |
| Solidaritätszuschlag (5,5%) | 10.230 | 15.130 | 4.900 |
| Gewerbesteuer (Hebesatz 440%) | 170.000 | 250.000 | 80.000 |
| **Summe** | **366.230** | **540.224** | **173.994** |
Zinsen gem. § 233a AO: Zinslauf ab 01.10.2023 bis Bescheiderlass (ca. 36 Monate x 1,8% p.a. x EUR 173.994 = ca. EUR 9.400).
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## Bescheidänderungsgrundlage
Der Bescheid für 2022 ergeht gem. § 164 Abs. 2 AO unter dem Vorbehalt der Nachprüfung. Nach Abschluss der Betriebsprüfung wird er nach § 164 Abs. 2 AO aufgehoben und durch einen endgültigen Bescheid ersetzt.
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## Empfehlung
Einspruch gegen den geänderten Bescheid 2022 ist einzulegen — insbesondere gegen die Hinzurechnungsbesteuerung Luxemburg (BP-5) und die vGA Fremdvergleich (BP-3). Gleichzeitig ist Aussetzung der Vollziehung (AdV) nach § 361 Abs. 2 AO zu beantragen, um die Steuerzahlung bis zur Klärung aufzuschieben.
**Quellen:**
- § 164 AO — [https://dejure.org/gesetze/AO/164.html](https://dejure.org/gesetze/AO/164.html)
- § 233a AO — [https://dejure.org/gesetze/AO/233a.html](https://dejure.org/gesetze/AO/233a.html)
- § 355 AO — [https://dejure.org/gesetze/AO/355.html](https://dejure.org/gesetze/AO/355.html)
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# 13 — Einspruch und Aussetzung der Vollziehung (AdV)
**Schriftsatz:** Einspruch gem. § 347 AO + Antrag auf AdV gem. § 361 AO
**Adressat:** Finanzamt Augsburg-Stadt
**Erstellungsdatum:** Kanzlei VS-2026-StR-0508, September 2026 (Entwurf)
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## Einspruchsgegenstand
Der Einspruch richtet sich gegen folgende Bescheide für die Jahre 2020 bis 2024:
- Körperschaftsteuer-Änderungsbescheide 20202024
- Gewerbesteuer-Messbescheide 20202024
- Bescheide über gesonderte und einheitliche Feststellung der Einkünfte 20202024
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## Begründung (Kurzfassung)
### Zu BP-3 (Fremdvergleich Bruder)
Die vom FA angesetzte Fremdvergleichsvergütung von EUR 52.000/Jahr ist nicht sachgerecht. Die Vergleichsangebote des Prüfers sind methodisch unzureichend, da sie die spezifische Branchenexpertise und das Netzwerk des Subunternehmers nicht berücksichtigen. Eine angemessene Vergütung liegt bei mindestens EUR 72.000/Jahr. Wir beantragen Reduzierung der vGA auf EUR 23.000/Jahr.
### Zu BP-5 (Luxemburg AStG)
Die Hinzurechnungsbesteuerung nach §§ 7 ff. AStG setzt voraus, dass die ausländische Gesellschaft ausschließlich passive Einkünfte erzielt (§ 8 Abs. 1 Nr. 3 AStG) und die Steuerbelastung unter 25% liegt. Die LuxCo erzielte funktional aktive Vertriebseinkünfte (§ 8 Abs. 1 Nr. 4 AStG — Dienstleistungen). Wir beantragen die vollständige Aufhebung der Hinzurechnungsbesteuerung, hilfsweise die Anrechnung der in Luxemburg gezahlten Steuern.
Außerdem verweisen wir auf den EuGH-Grundsatz der Niederlassungsfreiheit (Art. 49 AEUV): Eine rein nationale Anwendung des AStG, die EU-Tochtergesellschaften diskriminiert, ist EU-rechtswidrig (EuGH C-196/04 — Cadbury Schweppes, [openjur.de](https://openjur.de)).
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## Antrag auf Aussetzung der Vollziehung (AdV)
Gem. § 361 Abs. 2 AO beantragen wir die Aussetzung der Vollziehung für folgende Beträge:
| Bescheid | Streitige Nachsteuer EUR | AdV-Antrag |
|---|---|---|
| BP-3 vGA Bruder | 35.50066.300 | Vollständig |
| BP-5 Luxemburg Hinzurechnung | 580.000720.000 | Vollständig |
| **Summe AdV-Antrag** | ca. **650.000790.000** | |
**Begründung AdV:** Es bestehen ernstliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Bescheide i.S.v. § 361 Abs. 2 Satz 2 AO, insbesondere zur EU-Rechtskonformität der Hinzurechnungsbesteuerung (EuGH-Rechtsprechung) und zur Sachgerechtheit des Fremdvergleichs.
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## Verfahrenstaktische Überlegung
Bei Ablehnung der AdV durch das FA: Antrag auf gerichtliche AdV nach § 69 FGO beim FG München. Angesichts der anhängigen BFH-Verfahren zur AStG-Reform ist eine AdV wahrscheinlich.
**Quellen:**
- § 347 AO — [https://dejure.org/gesetze/AO/347.html](https://dejure.org/gesetze/AO/347.html)
- § 361 AO — [https://dejure.org/gesetze/AO/361.html](https://dejure.org/gesetze/AO/361.html)
- § 69 FGO — [https://dejure.org/gesetze/FGO/69.html](https://dejure.org/gesetze/FGO/69.html)
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# 14 — Selbstanzeige § 371 AO: Luxemburg-Konstellation
**Verfahren:** Selbstanzeige wegen nicht erklärter Einkünfte und Hinzurechnungsbeträge (§§ 7 ff. AStG), Kapitalerträge auf luxemburgischen Privatkonten
**Entwurfsstatus:** Vorläufiger Entwurf, intern abgestimmt 19.06.2026
**Bearbeiterin:** Dr. Cornelia Vellbruck-Steinheim
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## Sachverhalt Selbstanzeigekontext
Im Rahmen der Betriebsprüfung wurde bekannt, dass GF Reinhard Marquardt-Eichenmüller neben den LuxCo-Dividenden auch persönliche Kapitalerträge auf einem privaten Luxemburger Konto (BGL BNP Paribas, Konto-Nr. LU89 1234 5678 9012 3456) erzielt hat, die nicht in den deutschen Steuererklärungen deklariert wurden.
Die Kapitalerträge (Zinsen, Dividenden aus luxemburgischen Investmentfonds) wurden seit 2018 nicht erklärt. Das FA hat im Rahmen der Betriebsprüfung Zugriff auf Kontounterlagen angedroht; eine Kontrollmitteilung von Luxemburg liegt möglicherweise bereits vor.
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## Voraussetzungen § 371 AO
Die strafbefreiende Selbstanzeige nach § 371 AO erfordert:
1. **Vollständigkeit** (§ 371 Abs. 1 AO): Berichtigung aller unrichtigen, unvollständigen oder unterlassenen Angaben innerhalb einer Steuerart.
2. **Nachentrichten** (§ 371 Abs. 3 AO): Zahlung der hinterzogenen Steuern zuzüglich Zinsen (§ 235 AO: Hinterziehungszinsen 1,8% p.a.) innerhalb der gesetzten Frist.
3. **Sperrwirkung nicht eingetreten** (§ 371 Abs. 2 AO): Die Selbstanzeige ist gesperrt, wenn eine Betriebsprüfung bereits angeordnet wurde — ABER: Sperrwirkung nach § 371 Abs. 2 Nr. 1a AO betrifft nur die von der Prüfungsanordnung erfassten Steuerarten und -zeiträume.
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## Analyse der Sperrwirkung
Die Prüfungsanordnung vom 27.01.2026 erstreckt sich auf die Betriebssteuern der KG sowie die ESt des GF. Die Kapitalerträge auf dem Privatkonto sind im Gegenstand der Prüfungsanordnung nicht ausdrücklich erfasst.
**Vertretbare Rechtsauffassung Dr. Vellbruck-Steinheim:** Da das Privatkonto nicht zum geprüften Betrieb gehört und die Prüfungsanordnung sich auf betriebliche Einkünfte bezieht, ist die Sperrwirkung für die Kapitaleinkünfte nicht eingetreten. Eine Selbstanzeige für die Kapitalerträge ist noch möglich.
**Risiko:** Das FA könnte die Prüfungsanordnung so auslegen, dass sie auch die persönliche ESt des GF vollständig erfasst (was tatsächlich in der Anordnung steht: "ESt GF 20202024"). In diesem Fall wäre die Selbstanzeige durch § 371 Abs. 2 Nr. 1a AO gesperrt.
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## Empfehlung
Selbstanzeige unverzüglich erstatten, mit dem Argument, dass die Kapitalerträge auf dem Luxemburger Privatkonto nicht Gegenstand der Betriebsprüfung sind. Gleichzeitig Straffreiheitsantrag gem. § 371 Abs. 2 Satz 2 AO prüfen (bei Hinterziehungsbeträgen über EUR 25.000: Zuschlag 1020% auf Nachzahlungsbetrag als Bedingung für Straffreiheit).
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## Schätzung Nachzahlungsbetrag (Kapitalerträge)
| Jahr | Kapitalertrag EUR | KapSt 25% EUR | SolZ EUR | Hinterziehungszinsen EUR |
|---|---|---|---|---|
| 2020 | 18.400 | 4.600 | 253 | 331 |
| 2021 | 21.200 | 5.300 | 292 | 286 |
| 2022 | 24.800 | 6.200 | 341 | 223 |
| 2023 | 19.600 | 4.900 | 270 | 88 |
| 2024 | 22.100 | 5.525 | 304 | 0 |
| **Summe** | **106.100** | **26.525** | **1.460** | **928** |
Gesamtnachzahlung Kapitalerträge ca. EUR 28.913 zzgl. Straffreizuschlag ca. EUR 2.9005.800.
**Quellen:**
- § 371 AO — [https://dejure.org/gesetze/AO/371.html](https://dejure.org/gesetze/AO/371.html)
- § 153 AO — [https://dejure.org/gesetze/AO/153.html](https://dejure.org/gesetze/AO/153.html)
- § 235 AO — [https://dejure.org/gesetze/AO/235.html](https://dejure.org/gesetze/AO/235.html)
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# 15 — Strafverfahren: Eröffnung Steuerstrafrecht
**AZ Strafverfahren:** BuStra/StA Augsburg 188 Js 7104/26
**Betroffener:** Reinhard Marquardt-Eichenmüller (GF)
**Eröffnet:** 22.06.2026 (Mitteilung BuStra an Kanzlei)
**Tatvorwurf:** Steuerhinterziehung gem. § 370 AO
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## Mitteilung der BuStra
Die Bußgeld- und Strafsachenstelle Augsburg teilt der Kanzlei mit, dass gegen Herrn Marquardt-Eichenmüller wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung gem. § 370 Abs. 1 Nr. 1 AO ein Strafverfahren eingeleitet wurde. Grundlage sind die Feststellungen der Betriebsprüfung, insbesondere:
- Nichtangabe der LuxCo-Hinzurechnungsbeträge in den Steuererklärungen 20202024
- Nichtdeklarierung der Kapitalerträge auf luxemburgischem Privatkonto
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## Rechtliche Grundlagen § 370 AO
Steuerhinterziehung nach § 370 Abs. 1 AO ist mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe bedroht. In besonders schweren Fällen (§ 370 Abs. 3 AO) droht Freiheitsstrafe von 6 Monaten bis zu 10 Jahren, insbesondere bei großem Ausmaß (ab EUR 50.000 nach BGH) oder gewerbsmäßiger Begehung.
Der hinterzogene Betrag liegt nach Prüfungsschätzung bei EUR 608.000748.000 (Luxemburg AStG EUR 580.000720.000 + Kapitalerträge ca. EUR 28.000). Dies liegt im Bereich des "großen Ausmaßes" nach BGH 1 StR 416/08 (BStBl. II 2009, 760).
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## Sofortmaßnahmen
1. **Schweigen als Beschuldigter:** Herr Marquardt-Eichenmüller wird ausdrücklich angewiesen, gegenüber der BuStra, dem FA und der Staatsanwaltschaft keine Aussagen zu machen (§ 136 StPO).
2. **Akteneinsicht:** Antrag auf Akteneinsicht durch Dr. Vellbruck-Steinheim (§ 147 StPO).
3. **Selbstanzeige als Straffreiheitsgrund:** Die bereits vorbereitete Selbstanzeige (s. Aktenstück 14) ist unverzüglich einzureichen.
4. **Durchsuchungsschutz:** Mandant wird über Verhalten bei evtl. Durchsuchung informiert (kein aktives Behindern, keine freiwillige Herausgabe ohne anwaltliche Rücksprache).
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## Strafrahmen und Prognose
Bei einem Hinterziehungsbetrag von EUR 608.000 ist nach BGH-Leitlinien in der Regel eine Bewährungsstrafe möglich (bis zu 2 Jahre Freiheitsstrafe auf Bewährung), wenn keine Vorstrafen vorliegen, Schadenswiedergutmachung geleistet wird und der Täter geständig kooperiert.
Relevante BGH-Entscheidung: BGH 1 StR 416/08 (Großes Ausmaß bei Steuerhinterziehung — [openjur.de](https://openjur.de)).
**Prognose Dr. Vellbruck-Steinheim:** Bei vollständiger Selbstanzeige, sofortiger Nachzahlung und kooperativer Haltung: Geldstrafe oder Bewährungsstrafe wahrscheinlich. Unbedingte Freiheitsstrafe nicht ausgeschlossen bei Hinterziehung über EUR 1 Mio. oder fehlgeschlagener Selbstanzeige.
**Quellen:**
- § 370 AO — [https://dejure.org/gesetze/AO/370.html](https://dejure.org/gesetze/AO/370.html)
- § 371 AO — [https://dejure.org/gesetze/AO/371.html](https://dejure.org/gesetze/AO/371.html)
- BGH 1 StR 416/08 — [https://openjur.de](https://openjur.de)
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# 16 — Tatsächliche Verständigung mit dem Finanzamt
**Verfahren:** Tatsächliche Verständigung (TV) als Instrument der Streitvermeidung
**Beteiligte:** FA Augsburg-Stadt (VL Regierungsrätin Dr. Birke Saalbach), Kanzlei VS-2026-StR-0508
**Datum Sondierung:** 15.09.2026
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## Was ist eine Tatsächliche Verständigung?
Die tatsächliche Verständigung ist ein informelles Instrument im deutschen Steuerrecht, mit dem FA und Steuerpflichtiger bei strittigen Sachverhaltsfragen eine einvernehmliche Lösung finden können, ohne ein langwieriges Rechtsbehelfsverfahren durchzuführen. Sie ist keine Einigung über Rechtsfragen, sondern nur über tatsächliche Sachverhalte (Sachverhaltsverständigung).
Die Rechtsgrundlage ergibt sich aus der ständigen BFH-Rechtsprechung (BFH IV R 1/11, BStBl. II 2013, 407). Voraussetzungen: Vorliegen erheblicher Unsicherheit, gegenseitiges Entgegenkommen, Schriftlichkeit, Unterzeichnung durch zuständigen FA-Beamten.
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## Verständigungsrahmen
Das FA signalisiert Bereitschaft zu einer TV für folgende Punkte:
### TV-Punkt 1: vGA Fremdvergleich Bruder (BP-3)
- FA-Position: EUR 43.000/Jahr vGA (Fremdvergleich EUR 52.000)
- Kanzlei-Angebot: EUR 23.000/Jahr vGA (Fremdvergleich EUR 72.000)
- **TV-Vorschlag:** EUR 32.000/Jahr vGA (Fremdvergleich EUR 63.000)
### TV-Punkt 2: Kassenhinzuschätzung (BP-6)
- FA-Position: EUR 10.000/Jahr
- Kanzlei-Angebot: EUR 7.000/Jahr
- **TV-Vorschlag:** EUR 8.500/Jahr
### TV-Punkt 3 (für Strafverfahren): Hinterziehungsbetrag
- Dies betrifft das koordinierte Vorgehen mit der BuStra. Eine tatsächliche Verständigung über den Hinterziehungsbetrag im Steuerfestsetzungsverfahren schlägt auf das Strafmaß durch.
- TV-Vorschlag: Hinterziehungsbetrag gesamt EUR 420.000 (statt FA-Ansatz EUR 608.000748.000).
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## Bindungswirkung und Risiken
Die TV entfaltet Bindungswirkung für FA und Steuerpflichtigen; eine spätere Abweichung ist nur bei Arglist oder Irrtum möglich. Sie bindet das Finanzgericht nicht, hat aber starke faktische Wirkung.
**Risiko:** Durch die TV wird ein Teil des strittigen Luxemburg-Betrags (BP-5) akzeptiert, was strafrechtlich als faktisches Geständnis gewertet werden kann. Dr. Vellbruck-Steinheim empfiehlt, die TV nicht auf Strafmaßrelevante Beträge auszudehnen, bis eine Absprache mit der BuStra erfolgt ist (koordiniertes Vorgehen § 385 ff. AO, § 153a StPO).
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## Nächste Schritte
- Entwurf TV-Vereinbarung durch Kanzlei
- Abstimmung mit BuStra zur Strafmaßrelevanz
- Unterzeichnung geplant: Oktober 2026
**Quellen:**
- BFH IV R 1/11 — [https://www.bundesfinanzhof.de](https://www.bundesfinanzhof.de)
- §§ 385 ff. AO — [https://dejure.org/gesetze/AO](https://dejure.org/gesetze/AO)
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# 17 — Finanzgerichtsklage FG München 1 K 2188/26
**Gericht:** Finanzgericht München
**AZ:** 1 K 2188/26
**Klägerin:** Marquardt Handelsvertretung Maschinenbau GmbH & Co. KG, vertreten durch Dr. Cornelia Vellbruck-Steinheim
**Beklagter:** Finanzamt Augsburg-Stadt
**Streitgegenstand:** Körperschaftsteuer 2022 — Hinzurechnungsbesteuerung AStG und vGA Fremdvergleich
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## Zulässigkeit der Klage
### § 40 FGO (Anfechtungsklage)
Die Klage ist als Anfechtungsklage gem. § 40 Abs. 1 FGO statthaft. Klagebefugnis besteht, da die Klägerin geltend macht, durch die angefochtenen Bescheide in ihren Rechten verletzt zu sein.
**Vorverfahren:** Das Einspruchsverfahren gem. § 347 AO wurde durchgeführt. Die Einspruchsentscheidung des FA Augsburg-Stadt (Aktenzeichen 142/9999/1234-E-2026) wurde am 15.10.2026 bekannt gegeben. Die Klage wird innerhalb der Monatsfrist des § 47 FGO erhoben.
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## Klageanträge
1. **Hauptantrag:** Der Körperschaftsteuer-Änderungsbescheid 2022 vom [Datum] in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 15.10.2026 wird aufgehoben, soweit er über die bisher festgesetzte Steuer hinausgeht.
2. **Hilfsantrag:** Die Körperschaftsteuer 2022 wird unter Berücksichtigung einer Hinzurechnung von maximal EUR 200.000 (statt EUR 510.000) festgesetzt.
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## Klagebegründung (Kernpunkte)
### Zu BP-5 (Luxemburg AStG):
**Argument 1 — EU-Grundfreiheiten:** Die Hinzurechnungsbesteuerung nach § 7 AStG ist im Lichte der EuGH-Rechtsprechung zur Niederlassungsfreiheit (Art. 49 AEUV) europarechtskonform auszulegen. Eine rein künstliche Gestaltung — die allein dem Ausschluss von deutschem Steuerrecht dient — liegt hier nicht vor; die LuxCo betreute nachweislich Geschäftspartner in Luxemburg und Belgien.
**Argument 2 — Aktive Einkünfte § 8 Abs. 1 AStG:** Die Provisionen der LuxCo sind als aktive Dienstleistungseinkünfte i.S.v. § 8 Abs. 1 Nr. 4 AStG zu qualifizieren, nicht als passive Zwischeneinkünfte. § 8 Abs. 1 Nr. 4 AStG stellt für Dienstleistungen ausdrücklich auf die wirtschaftliche Substanz vor Ort ab. Der Prüfer hat diese Differenzierung nicht vorgenommen.
**Argument 3 — Gegenbeweis § 8 Abs. 2 AStG (Motivtest):** Auch wenn Zwischeneinkünfte anzunehmen wären, greift die sog. Rückausnahme für wirtschaftliche Tätigkeit in EU/EWR-Staaten. Die LuxCo kann — mit ergänzenden Belegen (Reiseberichte, Korrespondenz mit portugiesischen Kunden) — den Gegenbeweis führen, dass keine rein künstliche Gestaltung vorlag.
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## Beweisangebote
- Reisekostenabrechnungen des GF (Fahrten nach Luxemburg, Lissabon, Porto)
- Kundenschriftverkehr über LuxCo-E-Mail-Adresse
- Zeugenaussage: Jean-Pierre Fontaine (luxemburgischer Geschäftspartner)
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## Verfahrensverlauf
Gem. § 65 FGO ist die Klage zu begründen; Frist 6 Monate. Streitwert ca. EUR 580.000 (Nachsteuer BP-5) — Gerichtskosten erheblich.
**Quellen:**
- § 40 FGO — [https://dejure.org/gesetze/FGO/40.html](https://dejure.org/gesetze/FGO/40.html)
- § 65 FGO — [https://dejure.org/gesetze/FGO/65.html](https://dejure.org/gesetze/FGO/65.html)
- §§ 7 ff. AStG — [https://dejure.org/gesetze/AStG](https://dejure.org/gesetze/AStG)
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# 18 — BFH-Revision I R 2188/26
**Gericht:** Bundesfinanzhof, München
**Revisionssenat:** I. Senat (Körperschaftsteuer, internationales Steuerrecht)
**AZ:** I R 2188/26
**Revisionskläger:** Marquardt Handelsvertretung Maschinenbau GmbH & Co. KG
**Revisionsbeklagter:** Finanzamt Augsburg-Stadt
**Gegenstand:** Revisionszulassung gegen FG-München-Urteil 1 K 2188/26
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## Revisionszulassung § 115 FGO
Die Revision gegen das Urteil des FG München ist zulässig nur bei Zulassung durch das FG (§ 115 Abs. 1 FGO). Die Zulassung kann begehrt werden, wenn:
- Die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung hat (§ 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO)
- Das Urteil von einer BFH-Entscheidung abweicht (§ 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO)
- Ein Verfahrensmangel vorliegt (§ 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO)
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## Grundsatzrevision — Revisionsgründe
### Grundsätzliche Bedeutung (§ 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO)
Die Frage, ob die Hinzurechnungsbesteuerung nach § 7 AStG bei einer EU-Tochtergesellschaft, die über eine minimale wirtschaftliche Aktivität verfügt, mit der Niederlassungsfreiheit (Art. 49 AEUV) vereinbar ist, hat grundsätzliche Bedeutung. Der BFH hat diese Frage in I R 36/14 ([bundesfinanzhof.de](https://www.bundesfinanzhof.de)) offen gelassen; eine Klärung steht aus.
Insbesondere ist ungeklärt: Was ist die Mindestsubstanz, die eine EU-Tochtergesellschaft nachweisen muss, um den Gegenbeweis nach § 8 Abs. 2 AStG zu führen? Die Literatur ist gespalten; eine BFH-Leitentscheidung fehlt.
### Abweichung von BFH-Rechtsprechung (§ 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO)
Das FG München hat bei der Beurteilung der wirtschaftlichen Substanz der LuxCo eine Beweislastumkehr angewendet, die im Widerspruch zu BFH I R 36/14 steht: Danach liegt die Beweislast für das Vorliegen rein künstlicher Gestaltungen grundsätzlich beim FA, nicht beim Steuerpflichtigen.
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## Nichtzulassungsbeschwerde (§ 116 FGO)
Sollte das FG München die Revision nicht zulassen, wird Nichtzulassungsbeschwerde gem. § 116 FGO eingelegt. Frist: 1 Monat nach Zustellung des vollständigen Urteils.
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## Bedeutung für den Mandanten
Eine BFH-Entscheidung in I R 2188/26 wäre präjudiziell für alle deutschen Unternehmen mit EU-Tochtergesellschaften ohne volle Substanz. Dies erhöht die Bereitschaft des BFH, die Revision anzunehmen. Bis zur BFH-Entscheidung: Aussetzung der Vollziehung gem. § 69 FGO und § 361 AO beantragt.
Verfahrensdauer BFH: erfahrungsgemäß 24 Jahre.
**Quellen:**
- § 115 FGO — [https://dejure.org/gesetze/FGO/115.html](https://dejure.org/gesetze/FGO/115.html)
- BFH I R 36/14 — [https://www.bundesfinanzhof.de](https://www.bundesfinanzhof.de)
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# 19 — Anwaltsstrategie: Strafrechtliche Folgen
**Verfasst von:** Dr. Cornelia Vellbruck-Steinheim
**Datum:** 23.06.2026
**Vertraulich — Nur für Mandant und StB-Team**
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## Ausgangslage
Mit Einleitung des Strafverfahrens (188 Js 7104/26) durch die BuStra Augsburg hat sich die Ausgangslage grundlegend verändert. Die Betriebsprüfung ist nun auch ein Strafverfahren. Jede Äußerung des Mandanten gegenüber Finanzbehörden kann strafrechtlich verwertet werden.
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## Drei-Säulen-Strategie
### Säule 1: Sofortige Selbstanzeige (§ 371 AO)
Die Selbstanzeige für die Kapitalerträge auf dem Luxemburger Privatkonto ist innerhalb von 72 Stunden zu erstatten. Ziel: Straffreiheit für die Kapitalerträge (EUR 28.913 Nachzahlung). Diese Säule ist bereits vorbereitet.
**Sperrwirkungsproblem (s. Aktenstück 14):** Das Risiko besteht, dass die BuStra die Selbstanzeige wegen § 371 Abs. 2 Nr. 1a AO als gesperrt zurückweist. In diesem Fall bleibt § 378 AO (leichtfertige Steuerverkürzung, Bußgeld) als Verteidigungsargument.
### Säule 2: Schadensminimierung im Steuerfestsetzungsverfahren
Jede Reduzierung des steuerlichen Hinterziehungsbetrags (durch TV oder FG-Klage) senkt direkt den strafrechtlichen Vorwurf. Das FG-Urteil wirkt im Strafverfahren faktisch als Sachverständigengutachten.
**Ziel:** Reduzierung des steuerlichen Hinterziehungsbetrags auf unter EUR 100.000 (Grenzwert für besonders schweren Fall nach § 370 Abs. 3 AO). Dies ist ambitiös, aber durch TV und BFH-Verfahren möglich.
### Säule 3: Strafverfahren — Verfahrensabsprache
Nach erfolgreicher Selbstanzeige (Säule 1) und Schadensminimierung (Säule 2) ist das Ziel eine Verfahrenseinstellung gem. § 153a StPO gegen Zahlung einer Geldauflage. Die StA Augsburg akzeptiert bei kooperativer Haltung, vollständiger Schadenswiedergutmachung und erstem Vergehen regelmäßig § 153a-Einstellungen auch bei Hinterziehungsbeträgen bis ca. EUR 500.000 (interne Praxis, nicht kodifiziert).
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## Verhaltensanweisungen für den Mandanten
1. Keine Aussagen gegenüber FA, BuStra oder Polizei ohne vorherige Rücksprache mit Dr. Vellbruck-Steinheim.
2. Alle Geschäftsunterlagen sichern und nicht verändern (§ 339 StGB: Rechtsbeugung, § 274 StGB: Urkundenunterdrückung vermeiden).
3. Keine Zahlungen an die LuxCo mehr ohne Abstimmung.
4. Mitarbeiter nicht zu Aussagen anleiten (§ 160 StGB: Verleitung zur Falschaussage).
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## Mandantenberuhigung
Es ist wichtig, dem Mandanten zu vermitteln: Ein Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung führt in den allermeisten Fällen bei kooperativer Haltung und vollständiger Zahlung nicht zu Gefängnis. Statistisch enden über 80% der deutschen Steuerstrafverfahren mit Geldstrafe oder Einstellung nach § 153a StPO.
**Quellen:**
- § 370 AO — [https://dejure.org/gesetze/AO/370.html](https://dejure.org/gesetze/AO/370.html)
- § 153a StPO — [https://dejure.org/gesetze/StPO/153a.html](https://dejure.org/gesetze/StPO/153a.html)
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# 20 — Mandantenpsychologie und Belastungssituation
**Kanzleiinterne Notiz**
**Erstellt von:** StB Falk Roosendaal nach Telefonat mit R. Marquardt-Eichenmüller, 25.06.2026
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## Psychische Lage des Mandanten
Reinhard Marquardt-Eichenmüller zeigt deutliche Zeichen von Überforderung. Im Telefonat am 25.06.2026 äußerte er:
- "Ich habe das alles doch nicht gewollt, der Berater hat das so empfohlen"
- "Können wir nicht einfach alles zurückzahlen und das ist erledigt?"
- "Ich mache mir Sorgen um meine Frau — sie weiß nicht, wie ernst das ist"
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## Analyse der Belastungsquellen
| Belastungsquelle | Einschätzung |
|---|---|
| Sorge um persönliche Freiheit | Hoch — realistisch, aber beherrschbar |
| Geschäftliche Existenz (Unternehmen) | Mittel — kein Insolvenzrisiko bei beherrschtem Steuernachzahlungsbetrag |
| Reputation in der Branche | Mittel — Strafverfahren noch nicht öffentlich bekannt |
| Familienbelastung | Hoch — Brigitte Marquardt-Eichenmüller ist stille Kommanditistin |
| Schlafprobleme / Gesundheit | Vorhanden — Mandant erwähnt Schlafprobleme |
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## Kommunikationsempfehlungen der Kanzlei
**Grundsatz: Realismus ohne Panik.**
1. **Klar und strukturiert informieren:** Mandant regelmäßig über Verfahrensstand informieren (2-wöchentliche Updates). Ungewissheit ist psychologisch schlimmer als schlechte Nachrichten.
2. **Schuldfragen nicht moralisch aufladen:** Die Luxemburg-Konstruktion war ein Beratungsfehler; die persönliche Schuld des Mandanten ist mäßig. Dies ist sachlich korrekt und psychologisch stabilisierend.
3. **Schadensbegrenzungstransparenz:** Die Kanzlei schätzt, dass bei vollständiger Kooperation und Zahlung eine Bewährungsstrafe (maximal 2 Jahre auf Bewährung) das wahrscheinlichste Ergebnis ist. Kein Gefängnis bei erstmaliger Tat und Wiedergutmachung.
4. **Familieneinbeziehung:** Brigitte Marquardt-Eichenmüller sollte über die wesentlichen Risiken informiert werden, insbesondere da sie als Kommanditistin persönlich exponiert sein könnte. Empfehlung: Eigene Steuerberatung für Frau Marquardt-Eichenmüller.
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## Professionelle Unterstützung
Empfehlung: Mandant sollte professionelle psychologische Begleitung in Betracht ziehen. Die Kanzlei vermittelt auf Wunsch Kontakte zu Psychologen mit Erfahrung in Belastungssituationen durch strafrechtliche/steuerliche Verfahren.
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## Kanzleiinterne Lernhinweise
Diese Akte illustriert das klassische Muster: Mandant beauftragt einen ausländischen Berater (Schweizer Fiduciaire), der eine steuersparende Konstruktion empfiehlt, ohne die deutschen AStG-Folgen vollständig zu erklären. Der Mandant vertraut dem Berater und deklariert nichts Abweichendes in Deutschland. Die zivilrechtliche Haftung der Fiduciaire Alpina, Zürich, sollte geprüft werden.
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# 21 — Handlungsplan: Compliance und Zukunftssicherung
**Erstellt:** Oktober 2026
**Autor:** Gemeinsam Dr. Vellbruck-Steinheim und StB Roosendaal
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## Sofortmaßnahmen (OktoberDezember 2026)
| Maßnahme | Verantwortlich | Frist |
|---|---|---|
| Selbstanzeige § 371 AO Kapitalerträge einreichen | Dr. Vellbruck-Steinheim | Sofort |
| Nachzahlung Kapitalerträge EUR 28.913 + Zinsen | Mandant | 14 Tage nach Fristsetzung FA |
| Einspruch gegen Betriebsprüfungsbescheide | Dr. Vellbruck-Steinheim | Innerhalb Monatsfrist |
| AdV-Antrag für BP-5 und BP-3 | Dr. Vellbruck-Steinheim | Mit Einspruch |
| Berichtigte Rechnungen Portugal vollständig abschließen | StB Roosendaal | Oktober 2026 |
| GoBD-konformes Kassensystem Filiale installieren | IT-Dienstleister | November 2026 |
| LuxCo: Entscheidung über Weiterführung oder Auflösung | Mandant + Kanzlei | November 2026 |
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## Mittelfristige Maßnahmen (2027)
| Maßnahme | Beschreibung |
|---|---|
| Interne Compliance-Richtlinien | Einführung eines Tax-Compliance-Management-Systems (CMS) |
| Vertragsrevision nahestehende Personen | Alle Verträge mit Bruder, Familienangehörigen auf Fremdvergleich prüfen |
| Kfz-Pool Neuordnung | Einführung verbindlicher Fahrtenbücher oder Übergang zur pauschalen 1%-Regelung mit vollständiger Dokumentation |
| Verrechnungspreisdokumentation | Vollständige VP-Dokumentation gem. § 90 Abs. 3 AO für alle Auslandsbeziehungen |
| Transfer Pricing Policy | Schriftliche Richtlinie für Verrechnungspreise LuxCo |
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## LuxCo-Optionen
| Option | Steuerliche Wirkung | Aufwand |
|---|---|---|
| Sofortige Liquidation | Endet die AStG-Belastung ab 2027; rückwirkende Korrektur nicht möglich | Mittel |
| Substanzverstärkung | Einstellung eines Mitarbeiters in Luxemburg; könnte AStG-Belastung ab 2027 beenden | Hoch (Kosten EUR 60.000+/Jahr) |
| Umstrukturierung | Integration der LuxCo-Funktion in dt. GmbH & Co. KG | Niedrig bis Mittel |
**Empfehlung:** Liquidation der LuxCo im Jahr 2027 nach Abschluss des Betriebsprüfungsverfahrens und der Selbstanzeige. Gleichzeitig keine neuen Auslandsstrukturen ohne vorherige steuerliche Beratung.
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## Zeitplan Verfahren 20272029
| Jahr | Erwartetes Ereignis |
|---|---|
| 2027 | Einspruchsentscheidung FA; ggf. FG-Klage Eingang |
| 2027/2028 | Strafverfahren BuStra: Ermittlungen, ggf. Einstellung § 153a StPO |
| 2028 | FG München Urteil 1 K 2188/26 |
| 2028/2029 | BFH I R 2188/26 — Revisionszulassung oder NZB |
| 2030 | BFH-Urteil (frühestens) |
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# 22 — Gemeinsamer Abschlussvermerk RA und Steuerberater
**Kanzlei:** Dr. Cornelia Vellbruck-Steinheim (RA/StB) und Falk Roosendaal (StB Dipl.-Kfm.)
**Kanzlei-AZ:** VS-2026-StR-0508
**Datum:** Oktober 2026
**Mandant:** Marquardt Handelsvertretung Maschinenbau GmbH & Co. KG, Reinhard Marquardt-Eichenmüller
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## Zusammenfassung des Mandatsstands
### Steuerliche Dimension
Nach Abschluss der Betriebsprüfung und Einleitung der Rechtsbehelfsverfahren stellt sich die steuerliche Lage wie folgt dar:
| Feststellung | Streitstatus | Geschätzte Mehrsteuer EUR |
|---|---|---|
| BP-1 Pkw-Pool | Einigung | 32.400 |
| BP-2 Firmenwohnung | Einigung | 17.800 |
| BP-3 Fremdvergleich Bruder | Strittig (TV/FG) | 35.50066.300 |
| BP-4 Vorsteuer Portugal | Gelöst | 1.480 (Zinsen) |
| BP-5 Luxemburg AStG | FG München / BFH | 580.000720.000 |
| BP-6 Kassenführung | Einigung | 12.400 |
| Kapitalerträge Privat | Selbstanzeige | 28.913 |
| **Gesamt** | | **708.493878.293** |
Abzüglich Anrechnung luxemburgischer Steuern (ca. EUR 85.000) ergibt sich ein realistisches Exposure von EUR 623.000793.000 Steuer und Zinsen.
### Strafrechtliche Dimension
Das Strafverfahren 188 Js 7104/26 ist eingeleitet. Bei vollständiger Kooperation und Zahlung ist eine Verfahrenseinstellung nach § 153a StPO wahrscheinlich. Das Beratungs-Team empfiehlt:
- Vollständige und unverzügliche Selbstanzeige
- Sofortige Nachzahlung der zweifelsfrei hinterzogenen Beträge
- Kooperative Haltung gegenüber der BuStra
- Keine weiteren steueroptimierenden Auslandsstrukturen
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## Mandatsumfang und Handlungsfelder
Das Beratungs-Team übernimmt folgende Aufgaben:
1. **StB Roosendaal:** Steuerliche Begleitung der Betriebsprüfungsfeststellungen, Erstellung korrigierter Steuererklärungen, Berechnung der Nachzahlungsbeträge.
2. **Dr. Vellbruck-Steinheim:** Einspruchsführung, AdV-Antrag, FG-Klage, BFH-Revision, Selbstanzeige § 371 AO, Strafverteidigung BuStra.
3. **Gemeinsam:** Tatsächliche Verständigung, Mandantenkommunikation, Zukunftsplanung.
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## Besondere Hinweise zur Plugin-Demonstration
Diese Akte demonstriert den koordinierten Einsatz von Steueranwalt und Steuerberater in einem komplexen Betriebsprüfungsverfahren mit steuerstrafrechtlicher Dimension. Das Plugin `steuerrecht-anwalt-und-berater` eignet sich für:
- Sachverhaltsanalyse und Rechtsqualifikation aller 6 Feststellungstypen
- Entwurf von Einsprüchen, AdV-Anträgen und Klageschriften
- Vorbereitung von Selbstanzeigen gem. § 371 AO
- Analyse von AStG-Konstellationen und EU-Grundfreiheitsfragen
- Strafrechtliche Risikoabschätzung und Verteidigungsstrategie
- Mandantenkommunikation und psychologische Begleitung
- Prüfung tatsächlicher Verständigungen
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## Schluss
*Dieses Mandat ist ein Paradebeispiel für die Notwendigkeit der engen Zusammenarbeit von Steuerberater (Zahlen, Bilanzen, Steuererklärungen) und Steueranwalt (Verfahrensrecht, Strafrecht, Gerichtsverfahren). Ohne koordinierten Ansatz wäre das Risiko für den Mandanten deutlich höher.*
*Dr. Cornelia Vellbruck-Steinheim, RA/StB*
*Falk Roosendaal, StB Dipl.-Kfm.*
*Augsburg, Oktober 2026*
**Quellen:**
- AO §§ 153, 370, 371 — [https://dejure.org/gesetze/AO](https://dejure.org/gesetze/AO)
- FGO §§ 40, 65, 115 — [https://dejure.org/gesetze/FGO](https://dejure.org/gesetze/FGO)
- AStG §§ 7 ff. — [https://dejure.org/gesetze/AStG](https://dejure.org/gesetze/AStG)
- BFH I R 36/14 — [https://www.bundesfinanzhof.de](https://www.bundesfinanzhof.de)
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# Akte: Betriebsprüfung & Selbstanzeige — Marquardt Handelsvertretung Maschinenbau GmbH & Co. KG (Augsburg)
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## Akte komplett herunterladen
Diese Arbeitsakte gibt es in zwei Formaten zum Direkt-Download. Das Gesamt-PDF eignet sich zum Lesen, Ausdrucken und für schnelle Durchsichten. Das Akten-ZIP enthält sämtliche Originaldateien (Markdown-Aktenstücke, Tabellen, E-Mails, Fotos, PDFs, DOCX, XLSX) im Originalordnerlayout für eigene Auswertungen.
| Was | Format | Quelle |
| --- | --- | --- |
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**Demonstrations-Testakte.** Alle Personen, Anschriften, Aktenzeichen, Steuernummern und Unternehmen sind fiktiv. Die Akte gehört fachlich zum Plugin `steuerrecht-anwalt-und-berater`.
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## Kurzbild
- Mandant: **Marquardt Handelsvertretung Maschinenbau GmbH & Co. KG**, Augsburg; Geschäftsführer Reinhard Marquardt-Eichenmüller; ca. 38 Mitarbeiter; Jahresumsatz ca. 18 Mio. EUR.
- Betriebsprüfung FA Augsburg-Stadt, Steuernummer 142/9999/1234, Prüfungszeitraum 20202024.
- Tochtergesellschaft: **Marquardt Luxembourg S.à r.l.** — Substanz zweifelhaft, § 50d AStG, Steuerumgehungsvorwurf (§§ 7 ff. AStG).
- Beratungs-Team: **RA und StB Dr. Cornelia Vellbruck-Steinheim** (Steueranwältin, Federführung Strafrecht und Finanzgericht) sowie **StB Dipl.-Kfm. Falk Roosendaal** (steuerliche Sachbearbeitung und Schlussbesprechung).
- Aktenzeichen: Kanzlei VS-2026-StR-0508 | FA Augsburg-Stadt 142/9999/1234 | BuStra/StA Augsburg 188 Js 7104/26 | FG München 1 K 2188/26 | BFH I R 2188/26.
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## Konfliktlandkarte (8 Stränge)
| # | Feststellung / Strang | Kernnorm | Risiko |
|---|---|---|---|
| 1 | Pkw-Pool-Privatnutzung — 1%-Regelung unzureichend dokumentiert | § 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG, § 8 Abs. 2 EStG | mittel |
| 2 | Firmenwohnung Mallorca — Sohn privat genutzt, kein Fremdvergleich | § 8 Abs. 3 KStG, § 4 Abs. 5 EStG | hoch |
| 3 | Fremdvergleich Bruder als Subunternehmer — überhöhtes Honorar | § 8 Abs. 3 KStG (vGA), § 4 Abs. 5 EStG | hoch |
| 4 | Vorsteuer Portugal-Lieferung — Rechnungsmangel § 14 UStG | §§ 14, 15 UStG | mittel |
| 5 | Luxemburg-Tochter ohne Substanz — Hinzurechnungsbesteuerung | §§ 7 ff. AStG, § 50d Abs. 3 AStG | sehr hoch |
| 6 | Kassenführung Filiale Augsburg-Oberhausen — Mängel | § 146 AO, GoBD | mittel |
| 7 | Selbstanzeige § 371 AO — nur Teilwirkung wegen laufenden Verfahrens | §§ 371, 378 AO | kritisch |
| 8 | Strafverfahren gegen GF gem. § 370 AO | §§ 370, 371 AO, StPO | existenziell |
---
## Was diese Akte demonstriert
| Kompetenz | Aktenstücke | Demonstration |
|---|---|---|
| Mandatsaufnahme Steuerrecht | 01 | Vollmacht, Interessenkollisionsprüfung, Erstrisikobewertung |
| Betriebsprüfungsablauf | 02, 03, 04 | Prüfungsanordnung, Dauer, Schwerpunkte, § 196 AO |
| Einzelfeststellungen Ertragsteuer | 05, 06, 07 | 1%-Regelung, vGA Wohnung, vGA Fremdvergleich |
| Umsatzsteuerrecht | 08 | Rechnungsmangelkorrektur, § 14 Abs. 6 UStG, § 15 Abs. 1 UStG |
| Internationales Steuerrecht | 09 | AStG §§ 714, § 50d, Substanztest, ATAD |
| Kassenprüfung / GoBD | 10 | Kassenführungsmängel, § 158 AO, Schätzungsbefugnis |
| Schlussbesprechung | 11 | Protokoll Ergebnisbesprechung, taktische Positionierung |
| Bescheid und Einspruch | 12, 13 | Änderungsbescheid, § 164 AO, § 347 AO, AdV § 361 AO |
| Selbstanzeige § 371 AO | 14 | Vollständigkeitsgebot, Sperrwirkung, Straffreiheitsgrenzen |
| Strafverfahren § 370 AO | 15, 19 | Einleitung, Schweigen, Verteidigungsstrategie |
| Tatsächliche Verständigung | 16 | Bindungswirkung, Verfahrenstaktik |
| Finanzgerichtsklage | 17 | FGO §§ 40, 65, Klageerhebung, Beweislast |
| BFH-Revision | 18 | § 115 FGO, Revisionszulassung, I R 2188/26 |
| Mandantenpsychologie | 20 | Belastungsbewältigung, Kommunikation unter Druck |
| Zukunftssicherung | 21, 22 | Compliance, interne Kontrolle, Abschlussvermerk |
---
## Aktenstücke
| Nr. | Datei | Inhalt |
|---|---|---|
| 01 | [`01-mandatsuebernahme-marquardt.md`](01-mandatsuebernahme-marquardt.md) | Kanzleinotiz Erstgespräch, Vollmacht, Erstrisikobewertung |
| 02 | [`02-pruefungsanordnung-finanzamt-augsburg.md`](02-pruefungsanordnung-finanzamt-augsburg.md) | Prüfungsanordnung FA Augsburg-Stadt, § 196 AO |
| 03 | [`03-pruefungsdauer-pruefungsschwerpunkte.md`](03-pruefungsdauer-pruefungsschwerpunkte.md) | Prüfungsdauer, Schwerpunkte, Prüferinformation |
| 04 | [`04-pruefjahre-2020-2024.md`](04-pruefjahre-2020-2024.md) | Übersicht Prüfungsjahre, Umsatz- und Ertragsstruktur |
| 05 | [`05-betriebspruefung-feststellung-1-firmenwagen.md`](05-betriebspruefung-feststellung-1-firmenwagen.md) | Feststellung 1: Pkw-Pool, 1%-Regelung, Fahrtenbuch |
| 06 | [`06-betriebspruefung-feststellung-2-firmenwohnung.md`](06-betriebspruefung-feststellung-2-firmenwohnung.md) | Feststellung 2: Wohnung Mallorca, vGA, Sohn |
| 07 | [`07-betriebspruefung-feststellung-3-fremdvergleich-bruder.md`](07-betriebspruefung-feststellung-3-fremdvergleich-bruder.md) | Feststellung 3: Subunternehmer-Bruder, § 8 KStG |
| 08 | [`08-betriebspruefung-feststellung-4-vorsteuer-portugal.md`](08-betriebspruefung-feststellung-4-vorsteuer-portugal.md) | Feststellung 4: Vorsteuer Portugal, §§ 14, 15 UStG |
| 09 | [`09-betriebspruefung-feststellung-5-luxemburg-tochter.md`](09-betriebspruefung-feststellung-5-luxemburg-tochter.md) | Feststellung 5: Luxemburg-Tochter, §§ 7 ff. AStG, § 50d |
| 10 | [`10-betriebspruefung-feststellung-6-kassenfuehrung.md`](10-betriebspruefung-feststellung-6-kassenfuehrung.md) | Feststellung 6: Kassenführungsmängel, GoBD |
| 11 | [`11-ergebnisbesprechung-protokoll.md`](11-ergebnisbesprechung-protokoll.md) | Protokoll Schlussbesprechung 18.03.2026 |
| 12 | [`12-ge-aenderter-steuerbescheid-2022.md`](12-ge-aenderter-steuerbescheid-2022.md) | Geänderter Bescheid 2022, Mehrsteuer-Berechnung |
| 13 | [`13-einspruch-und-aussetzung-vollziehung.md`](13-einspruch-und-aussetzung-vollziehung.md) | Einspruch § 347 AO, AdV § 361 AO |
| 14 | [`14-selbstanzeige-luxemburg-konstellation.md`](14-selbstanzeige-luxemburg-konstellation.md) | Selbstanzeige § 371 AO, Luxemburg-Konten, Sperrwirkung |
| 15 | [`15-strafverfahren-eroeffnung-steuerstrafrecht.md`](15-strafverfahren-eroeffnung-steuerstrafrecht.md) | Einleitung Strafverfahren § 370 AO, BuStra Augsburg |
| 16 | [`16-tatsaechliche-verstaendigung-finanzamt.md`](16-tatsaechliche-verstaendigung-finanzamt.md) | Tatsächliche Verständigung, Bindungswirkung |
| 17 | [`17-finanzgerichtsklage-fg-muenchen.md`](17-finanzgerichtsklage-fg-muenchen.md) | FG-Klage 1 K 2188/26, §§ 40, 65 FGO |
| 18 | [`18-bundesfinanzhof-revision-i-r-2188-26.md`](18-bundesfinanzhof-revision-i-r-2188-26.md) | BFH-Revision I R 2188/26, § 115 FGO |
| 19 | [`19-anwaltsstrategie-strafrechtliche-folgen.md`](19-anwaltsstrategie-strafrechtliche-folgen.md) | Verteidigungsstrategie, strafrechtliche Risiken |
| 20 | [`20-mandantenpsychologie-belastungssituation.md`](20-mandantenpsychologie-belastungssituation.md) | Belastungssituation GF, Kommunikation, Krisenmanagement |
| 21 | [`21-handlungsplan-zukunft.md`](21-handlungsplan-zukunft.md) | Compliance-Maßnahmen, Restrukturierung, Zeitplan |
| 22 | [`22-abschlussvermerk-rechtsanwalt-und-steuerberater.md`](22-abschlussvermerk-rechtsanwalt-und-steuerberater.md) | Gemeinsamer Abschlussvermerk RA/StB |
---
## Weitere Dateien in dieser Akte
### DOCX — Schriftsätze
| Datei | Inhalt |
|---|---|
| [`selbstanzeige-marquardt-luxemburg-konstellation.docx`](selbstanzeige-marquardt-luxemburg-konstellation.docx) | Selbstanzeige gem. § 371 AO (Luxemburg-Konstellation), Entwurf |
| [`einspruch-bescheid-2022.docx`](einspruch-bescheid-2022.docx) | Einspruchsschreiben gegen geänderten Bescheid 2022 |
| [`klageschrift-fg-muenchen.docx`](klageschrift-fg-muenchen.docx) | Klageschrift FG München 1 K 2188/26 |
### XLSX — Berechnungstools
| Datei | Inhalt |
|---|---|
| [`pruefungsfeststellungen-monetaer.xlsx`](pruefungsfeststellungen-monetaer.xlsx) | Feststellungs-Matrix: Mehrsteuer, Zinsen, Strafmaß, Risiko |
| [`selbstanzeige-luxemburg-detailmatrix.xlsx`](selbstanzeige-luxemburg-detailmatrix.xlsx) | Jahres-Detailmatrix Luxemburg-Konten für Selbstanzeige |
### EML — E-Mails
| Datei | Inhalt |
|---|---|
| [`email-marquardt-an-kanzlei-pruefungsanordnung.eml`](email-marquardt-an-kanzlei-pruefungsanordnung.eml) | Mandant leitet Prüfungsanordnung an Kanzlei weiter |
| [`email-finanzamt-augsburg-erweiterte-pruefung.eml`](email-finanzamt-augsburg-erweiterte-pruefung.eml) | FA Augsburg kündigt erweiterte Prüfung an |
| [`email-steuerberater-an-anwalt-strafrechtsfrage.eml`](email-steuerberater-an-anwalt-strafrechtsfrage.eml) | StB Roosendaal konsultiert RA Vellbruck-Steinheim zu Strafrisiko |
| [`email-bussgeld-und-strafsachenstelle.eml`](email-bussgeld-und-strafsachenstelle.eml) | BuStra Augsburg leitet Strafverfahren ein |
| [`email-fg-muenchen-terminmitteilung.eml`](email-fg-muenchen-terminmitteilung.eml) | FG München teilt Verhandlungstermin mit |
### PDF — Verfahrensdokumente
| Datei | Inhalt |
|---|---|
| [`selbstanzeige-final.pdf`](selbstanzeige-final.pdf) | Selbstanzeige § 371 AO — Finaldokument |
| [`klageschrift-fg-muenchen-final.pdf`](klageschrift-fg-muenchen-final.pdf) | Klageschrift FG München — Finaldokument |
### JPG — Bildmaterial
| Datei | Inhalt |
|---|---|
| [`marquardt-bueroraeume-augsburg.jpg`](marquardt-bueroraeume-augsburg.jpg) | Büroräume Marquardt GmbH & Co. KG, Augsburg |
| [`bilanzauszug-2022.jpg`](bilanzauszug-2022.jpg) | Bilanzauszug Geschäftsjahr 2022 (Scan) |
| [`pruefungsfeststellungen-uebersicht.jpg`](pruefungsfeststellungen-uebersicht.jpg) | Übersichtstabelle Betriebsprüfungsfeststellungen |
---
## Rechtliche Quellen
- AO §§ 146, 153, 158, 196, 347, 361, 370, 371, 378 — [dejure.org/gesetze/AO](https://dejure.org/gesetze/AO)
- EStG §§ 4 Abs. 5, 6 Abs. 1 Nr. 4, 8 Abs. 2 — [dejure.org/gesetze/EStG](https://dejure.org/gesetze/EStG)
- KStG § 8 Abs. 3 (vGA) — [dejure.org/gesetze/KStG](https://dejure.org/gesetze/KStG)
- UStG §§ 14, 15 — [dejure.org/gesetze/UStG](https://dejure.org/gesetze/UStG)
- AStG §§ 7 ff., 50d — [dejure.org/gesetze/AStG](https://dejure.org/gesetze/AStG)
- FGO §§ 40, 65, 115 — [dejure.org/gesetze/FGO](https://dejure.org/gesetze/FGO)
- BFH I R 36/14 (Funktionsverlagerung) — [bundesfinanzhof.de](https://www.bundesfinanzhof.de)
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From: bustra-augsburg@finanzamt.bayern.de
To: kanzlei@vs-steuerrecht-augsburg.de
Date: Mon, 22 Jun 2026 11:30:00 +0200
Subject: Einleitung Steuerstrafverfahren - AZ 188 Js 7104/26
MIME-Version: 1.0
Content-Type: text/plain; charset=UTF-8
Message-ID: <bustra-aug-20260622-188js7104@finanzamt.bayern.de>
Kanzlei Dr. Vellbruck-Steinheim & Roosendaal
Maximilianstraße 48
86150 Augsburg
Betreff: Einleitung eines Strafverfahrens
Aktenzeichen: 188 Js 7104/26
Beschuldigter: Reinhard Marquardt-Eichenmüller, geb. 14.09.1968
Sehr geehrte Frau Dr. Vellbruck-Steinheim,
gemäß § 397 Abs. 1 AO teile ich Ihnen mit, dass gegen Ihren
Mandanten Herrn Reinhard Marquardt-Eichenmüller wegen des
Verdachts der Steuerhinterziehung gemäß § 370 Abs. 1 Nr. 1 AO
ein Strafverfahren eingeleitet wurde.
Gegenstand des Verfahrens sind:
1. Nichtangabe von Hinzurechnungsbeträgen aus der Marquardt
Luxembourg S.à r.l. in den Einkommensteuererklärungen 2020-2024
2. Nichtdeklarierung von Kapitalerträgen auf einem Luxemburger
Privatkonto (IBAN LU89 1234 5678 9012 3456) 2020-2024
Der Beschuldigte hat das Recht zu schweigen. Er ist nicht
verpflichtet, Angaben zu machen (§ 136 StPO).
Wir werden Sie als bevollmächtigte Vertreterin über den weiteren
Verfahrensverlauf informieren. Ein Antrag auf Akteneinsicht
gemäß § 147 StPO kann beim unterzeichnenden Sachbearbeiter
gestellt werden.
Mit freundlichem Gruß
Steuerfahnder Dipl.-Finanzwirt Klaus Wendtner
Bußgeld- und Strafsachenstelle
Finanzamt Augsburg-Stadt
AZ: 188 Js 7104/26
Tel: +49 821 121-4892
bustra-augsburg@finanzamt.bayern.de
@@ -0,0 +1,50 @@
From: posteingang@fg-muenchen.justiz.bayern.de
To: kanzlei@vs-steuerrecht-augsburg.de
Date: Tue, 15 Mar 2027 10:15:00 +0100
Subject: FG Muenchen 1 K 2188/26 - Ladung zur muendlichen Verhandlung
MIME-Version: 1.0
Content-Type: text/plain; charset=UTF-8
Message-ID: <fg-muc-1k2188-20270315-1015@fg-muenchen.justiz.bayern.de>
Finanzgericht München
Ismaninger Straße 109
81675 München
An die Bevollmächtigte:
Kanzlei Dr. Vellbruck-Steinheim & Roosendaal
Maximilianstraße 48
86150 Augsburg
Aktenzeichen: 1 K 2188/26
Sehr geehrte Frau Dr. Vellbruck-Steinheim,
in dem Verfahren
Klägerin: Marquardt Handelsvertretung Maschinenbau GmbH & Co. KG
Beklagter: Finanzamt Augsburg-Stadt
wegen Körperschaftsteuer 2022 (Hinzurechnungsbesteuerung §§ 7 ff. AStG)
wird Termin zur mündlichen Verhandlung anberaumt auf:
MONTAG, 12. JUNI 2027, 10:30 UHR
Sitzungssaal 210, 2. Obergeschoss
Der Berichterstatter ist Richter am FG Dr. Helmut Pretzner.
Bitte beachten Sie:
- Beweisangebote sind bis spätestens 14 Tage vor dem Termin einzureichen.
- Die Klägerin wird gebeten, den Sachverhalt zur wirtschaftlichen
Tätigkeit der LuxCo in Luxemburg durch schriftliche Zeugenaussagen
zu substantiieren (Hinweis des Berichterstatters).
- Etwaige Ergänzungen zur Klagebegründung sind bis 15.05.2027 einzureichen.
Parkhinweis: Das Gericht verfügt über begrenzte Parkmöglichkeiten;
Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird empfohlen.
Mit freundlichen Grüßen
Die Geschäftsstelle, 1. Senat
Finanzgericht München
Tel: +49 89 9201-01
posteingang@fg-muenchen.justiz.bayern.de
@@ -0,0 +1,38 @@
From: bp-augsburg-stadt@finanzamt.bayern.de
To: kanzlei@vs-steuerrecht-augsburg.de
Date: Wed, 18 Mar 2026 09:45:00 +0100
Subject: Marquardt Handelsvertretung 142/9999/1234 - Erweiterung Prüfungsumfang
MIME-Version: 1.0
Content-Type: text/plain; charset=UTF-8
Message-ID: <fa-aug-bp-20260318-0945@finanzamt.bayern.de>
Sehr geehrte Frau Dr. Vellbruck-Steinheim,
ich beziehe mich auf das Eröffnungsgespräch vom 16.03.2026.
Wie im Gespräch angekündigt, möchte ich Sie schriftlich darüber
informieren, dass die Außenprüfung um folgende Prüfungsfelder
erweitert wird:
1. Steuerliche Verhältnisse der Marquardt Luxembourg S.à r.l.
(Hinzurechnungsbesteuerung §§ 7 ff. AStG, § 50d AStG)
2. Vollständigkeit der Einnahmenerfassung in der Filiale Augsburg-Oberhausen
(GoBD-Prüfung, § 146 AO)
3. Prüfung der Verrechnungspreisdokumentation gem. § 90 Abs. 3 AO
für alle grenzüberschreitenden Leistungsbeziehungen
Ich bitte Sie, folgende Unterlagen bis spätestens 15.04.2026 nachzureichen:
- Gesellschaftsvertrag und Handelsregisterauszug Marquardt Luxembourg S.à r.l.
- Kontounterlagen und Bilanzen LuxCo 2020-2024
- Alle Korrespondenz und Verträge zwischen KG und LuxCo
- Nachweis der wirtschaftlichen Aktivität der LuxCo in Luxemburg
(Mitarbeiter, Büroräume, eigene Geschäftstätigkeit)
Ich weise darauf hin, dass eine mangelnde Mitwirkung bei der
Sachaufklärung nach § 90 Abs. 1 AO Schätzungsfolgen auslösen kann.
Mit freundlichem Gruß
Dipl.-Finanzwirt Horst Kelterbaum
Betriebsprüfer BP 3, Finanzamt Augsburg-Stadt
Tel: +49 821 121-3456
bp-augsburg-stadt@finanzamt.bayern.de
@@ -0,0 +1,53 @@
From: reinhard.marquardt-eichenmueller@marquardt-maschinenbau.de
To: kanzlei@vs-steuerrecht-augsburg.de
Date: Mon, 02 Feb 2026 14:23:00 +0100
Subject: Fwd: Prüfungsanordnung Finanzamt Augsburg-Stadt - dringend
MIME-Version: 1.0
Content-Type: text/plain; charset=UTF-8
Message-ID: <rm-2026-0202-1423@marquardt-maschinenbau.de>
Sehr geehrte Frau Dr. Vellbruck-Steinheim,
wie telefonisch kurz besprochen leite ich Ihnen die heute eingegangene
Prüfungsanordnung des FA Augsburg-Stadt weiter (im Anhang als Scan).
Ich mache mir ehrlich gesagt große Sorgen - die prüfen gleich fünf Jahre.
Können wir so schnell wie möglich einen Termin vereinbaren?
Meine Frau Brigitte kommt auch mit.
Besonders nervös bin ich wegen der Luxemburg-Sache. Das hatte mir damals
Herr Schneuwly von der Fiduciaire Alpina so empfohlen. Ich weiß nicht,
ob das alles so in Ordnung ist.
Bitte um baldige Nachricht.
Mit freundlichen Grüßen
Reinhard Marquardt-Eichenmüller
Geschäftsführer
Marquardt Handelsvertretung Maschinenbau GmbH & Co. KG
Dieselstraße 14
86167 Augsburg
Tel: +49 821 4567-0
www.marquardt-maschinenbau.de
------- Weitergeleitete Nachricht -------
Von: bp-augsburg-stadt@finanzamt.bayern.de
Datum: 30.01.2026
Betreff: Prüfungsanordnung gem. § 196 AO — Steuernummer 142/9999/1234
Marquardt Handelsvertretung Maschinenbau GmbH & Co. KG
Geschäftsführer Reinhard Marquardt-Eichenmüller
Dieselstraße 14
86167 Augsburg
Prüfungsanordnung gem. § 196 AO
[... Inhalt der Prüfungsanordnung wie im offiziellen Schreiben ...]
Für Rückfragen stehen wir unter Tel. +49 821 121-3456 zur Verfügung.
Mit freundlichem Gruß
Dipl.-Finanzwirt Horst Kelterbaum
Betriebsprüfer, BP 3
Finanzamt Augsburg-Stadt
@@ -0,0 +1,43 @@
From: f.roosendaal@vs-steuerrecht-augsburg.de
To: c.vellbruck-steinheim@vs-steuerrecht-augsburg.de
Date: Fri, 20 Mar 2026 16:12:00 +0100
Subject: VS-2026-StR-0508 Marquardt - INTERN: Strafrechtsfrage Luxemburg
MIME-Version: 1.0
Content-Type: text/plain; charset=UTF-8
Message-ID: <fr-intern-20260320-1612@vs-steuerrecht-augsburg.de>
Liebe Cornelia,
kurze Notiz nach meiner Aktendurchsicht heute Nachmittag.
Bei der Auswertung der Luxemburg-Unterlagen ist mir aufgefallen,
dass die Zahlungsflüsse an die LuxCo in den Steuererklärungen
der KG zwar als Betriebsausgaben erscheinen, aber in den persönlichen
ESt-Erklärungen des GF gibt es keinerlei Hinweis auf die
LuxCo-Gewinne oder auf Dividenden aus Luxemburg.
Ich habe Mandant heute Abend kurz angerufen. Er bestätigte:
"Herr Schneuwly hat mir gesagt, das müsse ich in Deutschland
nicht versteuern, weil Luxemburg das schon besteuert."
Das klingt für mich nach: Steuerhinterziehung § 370 AO,
zumindest leichtfertige Steuerverkürzung § 378 AO.
Frage 1: Wann genau ist die Grenze zwischen § 370 und § 378?
Vorsatz vs. Fahrlässigkeit bei Beratungsirrtum?
Frage 2: Besteht noch eine Möglichkeit zur strafbefreienden
Selbstanzeige § 371 AO, nachdem die BP-Anordnung vorliegt?
(Ich tendiere zu: ja, für das Privatkonto, das nicht in der
BP-Anordnung explizit genannt ist - aber du bist die Juristin.)
Frage 3: Sollten wir den Mandanten jetzt noch vor der nächsten
Besprechung mit dem Prüfer explizit auf § 136 StPO hinweisen?
Bin bis 18:00 Uhr im Büro.
Viele Grüße
Falk
PS: Die Kassenführungsmängel in Oberhausen sind noch schlimmer
als ich dachte. Ich schicke dir die Analyse morgen.
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