fix(rom,selbstvertreter-sozial): 7 Codex-Findings (#216)

7 Codex-Reviewer-Findings:

rom-110: § 901 ZPO ist heute Pfaendungsschutzkonto, NICHT Beugehaft — korrigiert auf § 888 + § 890 ZPO.

rom-116: § 133/138 II BGB falsch fuer Beweisrecht — korrigiert auf § 138 II ZPO und § 286 ZPO; AnfG/InsO bleiben fuer Anfechtungsrecht.

rom-157: § 25 StAG weggefallen 27.06.2024 — Mehrstaatigkeitsreform.

selbstvertreter-sozial bescheid-lesen (P1): Vier-Tage-Fiktion gilt zugunsten des Buergers; frueher Briefkasten-Eingang verkuerzt die Frist NICHT (Codex' Formulierung uebernommen).

selbstvertreter-sozial buergergeld-sanktionen-31a: Reform 2023/2024 differenziert; § 31a Abs. 7 Sonderkonstellation Totalentzug bei Verweigerung.

selbstvertreter-sozial mehrbedarf-21: § 21 VI laufender Bedarf (NICHT Strom), § 21 VII Warmwasser, Erstausstattung ist § 24 III.

selbstvertreter-sozial hilfe-zum-lu-27: Alter nicht der Trigger; SGB II vs §§ 41 ff. SGB XII vs HLU als Auffangleistung.

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@@ -27,7 +27,7 @@ Skill fuer die roemisch-rechtliche Pruefung von Vollstreckungslagen und ihrer hi
## Verhaeltnis zu modernen Begriffen
- Heutige Personalvollstreckung beschraenkt auf Erzwingungs- und Beugehaft (§ 888 ZPO, § 901 ZPO).
- Heutige Personalvollstreckung beschraenkt auf Beugehaft zur Erzwingung unvertretbarer Handlungen (§ 888 ZPO) und Ordnungshaft bei Unterlassungsverstoss (§ 890 ZPO). § 901 ZPO regelt heute die Pfaendungsschutz-Konto-Themen, nicht mehr die Erzwingungshaft.
- Vermoegensvollstreckung ueber ZPO Buch 8.
- Insolvenzverfahren als Universalexekution geht zurueck auf bonorum venditio.
@@ -34,9 +34,9 @@ Skill fuer die Beweislastfragen bei der actio Pauliana.
## Vergleich zu modernem Recht
- §§ 133, 138 Abs. 2 BGB iVm §§ 286 ZPO Beweislast.
- AnfG § 3 Abs. 2: Vermutung der scientia bei nahestehenden Personen.
- InsO § 133 Abs. 1 Satz 2: Vermutung der Kenntnis bei drohender Zahlungsunfaehigkeit.
- Beweisrecht / Pflicht zum substanziierten Bestreiten: § 138 Abs. 2 ZPO; freie Beweiswuerdigung § 286 ZPO. (Die fruehere Erwaehnung von § 133 und § 138 II BGB war hier falsch: § 133 BGB ist Auslegung der Willenserklaerung, § 138 II BGB ist Wucher — nicht Beweisrecht.)
- Anfechtungsrecht: AnfG § 3 Abs. 2: Vermutung der scientia bei nahestehenden Personen.
- Insolvenzanfechtung: InsO § 133 Abs. 1 Satz 2: Vermutung der Kenntnis bei drohender Zahlungsunfaehigkeit.
## Pruefraster
@@ -32,7 +32,7 @@ Skill fuer Doppelbuergerschaft im roemischen Reich.
## Vergleich zu modernem Recht
- Doppelte Staatsangehoerigkeit nach § 4 StAG / § 25 StAG.
- Doppelte Staatsangehoerigkeit: Erwerb nach § 4 StAG; Reform des Hinnahmeprinzips (Mehrstaatigkeit seit Aenderung des StAG 2024 in vielen Fallgruppen ueberlagert). § 25 StAG (Verlust kraft Erwerb fremder Staatsangehoerigkeit) ist mit Wirkung 27.06.2024 weggefallen — Mehrstaatigkeit jetzt generell hingenommen; stattdessen Sondernormen pruefen (§ 25 StAG a.F. nur fuer Altfaelle).
## Pruefraster
@@ -22,11 +22,16 @@ description: "Buergergeld Mehrbedarf nach § 21 SGB II. Skill klaert die Mehrbed
- Aerztliches Attest.
- Hoehe nach Empfehlungen Deutscher Verein.
### § 21 Abs. 6 SGB II — Stromerzeugung
- Bei Warmwassererzeugung dezentral elektrisch.
### § 21 Abs. 6 SGB II — unabweisbarer laufender besonderer Bedarf
- Atypischer, dauerhafter und unabweisbarer Mehrbedarf, der vom Regelbedarf nicht erfasst ist.
- Beispiele: Hygiene bei chronischer Krankheit, besondere Pflegebedarfe, regelmaessige Reisen zu Verwandten in besonderen Konstellationen.
### § 21 Abs. 7 SGB II — unabweisbarer einmaliger Bedarf
- Erstausstattung Wohnung, Schwangerschaft, Babymobil.
### § 21 Abs. 7 SGB II — Warmwassererzeugung dezentral
- Bei Warmwassererzeugung ueber dezentrale elektrische Geraete (Durchlauferhitzer Boiler).
- Pauschale nach Personenzahl im Haushalt.
### Hinweis Erstausstattung
- **Nicht** § 21 Abs. 7 SGB II, sondern **§ 24 Abs. 3 SGB II**: einmalige Leistungen fuer Erstausstattung Wohnung, Erstausstattung bei Schwangerschaft und Geburt, sowie Anschaffung und Reparatur orthopaedischer Schuhe.
## Pruefraster
@@ -15,12 +15,11 @@ description: "Buergergeld Sanktionen nach § 31a SGB II. Skill klaert die Sankti
### Meldeversaeumnis § 32 SGB II
- Termin nicht eingehalten.
## Sanktionshoehe nach Reform 2023
## Sanktionshoehe nach aktueller Gesetzeslage
- Erste Pflichtverletzung: 10 Prozent Kuerzung des Regelsatzes fuer 3 Monate.
- Zweite Pflichtverletzung: 20 Prozent fuer 3 Monate.
- Dritte und weitere: 30 Prozent fuer 3 Monate.
- Keine totalen Sanktionen mehr (frueher 100 Prozent).
- Regelminderung gestuft: erste Pflichtverletzung 10 v. H. fuer einen Monat, weitere Verletzungen 20 v. H. bzw. 30 v. H. — die genauen Dauerregelungen sind nach den Reformen 2023/2024 differenziert und nicht mehr pauschal "3 Monate" bei jeder Stufe. Aktuellen Wortlaut § 31a SGB II vor Anwendung pruefen.
- § 31a Abs. 7 SGB II: vollstaendiger Wegfall des Regelbedarfs in der Sonderkonstellation der bewussten Verweigerung einer zumutbaren Arbeit ("Totalentzug") trotz BVerfG 1 BvL 7/16 zulaessig, weil eng begrenzt und mit Mitwirkungsobliegenheit verknuepft — vor Anwendung im Mandat live verifizieren.
- BVerfG 1 BvL 7/16 vom 05.11.2019 verbietet nur generelle Sanktionen ueber 30 v. H. und 100-v.-H.-Totalentzug. Im engen Sonderbereich des Abs. 7 hat der Gesetzgeber das Instrument unter strengen Voraussetzungen reaktiviert.
## BVerfG-Linie
@@ -7,11 +7,15 @@ description: "Hilfe zum Lebensunterhalt nach §§ 27 ff. SGB XII. Skill klaert d
## Anspruch
§ 27 SGB XII:
§ 27 SGB XII gewaehrt Hilfe zum Lebensunterhalt (HLU) als Auffangleistung, wenn weder SGB II noch §§ 41 ff. SGB XII greifen.
- Personen ohne ausreichendes Einkommen und Vermoegen.
- Erwerbsfaehigkeit unter 3 Stunden taeglich oder unter 65 (Personen ueber 65 -> § 41 SGB XII).
- Auslaender mit Aufenthaltsrecht.
### Zustaendige Personenkreise
- **Vorrang SGB II (Buergergeld)**: erwerbsfaehige Hilfebeduerftige nach § 8 SGB II (mindestens 3 Stunden taeglich erwerbsfaehig).
- **Vorrang §§ 41 ff. SGB XII (Grundsicherung)**: Personen ab Regelaltersgrenze sowie dauerhaft voll Erwerbsgeminderte.
- **HLU nach § 27 SGB XII** trifft daher die **uebriggebliebenen** Faelle: insbesondere vorruebergehend Erwerbsgeminderte (auch unter 65), Personen ohne SGB-II-Anspruch wegen Ausschluss (z. B. § 7 Abs. 1 Satz 2 SGB II), bestimmte Auslaender ohne SGB-II-Berechtigung, kurze Brueckenfaelle.
- Auslaender mit Aufenthaltsrecht: Pruefung der Ausschluesse (§ 23 SGB XII; Aufenthaltsrechtsstatus).
**Achtung**: Alter unter 65 reicht allein nicht. Es muss vielmehr ein konkreter Ausschluss von SGB II und SGB XII Grundsicherung vorliegen.
## Pflicht zur Selbsthilfe