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v51.0.0(akte-46): mietstreit-altbau-rosenbluete-leipzig-modernisierung-und-minderung-tannenkamp
Mandant: Hannes Tannenkamp Architekt im Ruhestand Wohnung seit 2014 Altbau Rosenbluetenstrasse 17 Leipzig-Plagwitz Vermieterin: Strassburger Immobilien GmbH (GF Klaus-Ulrich Strassburger-Pellbach) Anwalt: Kanzlei AZ KP-2026-0387 Gericht: AG Leipzig 1 C 417/26; Berufung LG Leipzig 6 S 184/26 Konflikte: - Schimmel Bad und Kinderzimmer 8 Monate gemeldet ohne Beseitigung - Modernisierungsankuendigung umfassende Waermedaemmung mit Mieterhoehung von acht Euro neunzig auf dreizehn Euro vierzig pro qm - Haerteeinwand wegen Rentnereinkommen und 12 Jahren Wohndauer - BetrKV-Abrechnung 2024 fehlerhaft (Aufzug zu Lasten EG-Mieter) - Eigenbedarfskuendigung vorsorglich angedroht fuer Tochter - Quartiers-Initiative Rettet den Kiez Plagwitz politischer Hintergrund - Stadt-Mediation gescheitert - Berufung nach Teilerfolg AG Leipzig Inhalt: 38 Dateien (23 MD inkl. README, 3 DOCX, 2 XLSX, 5 EML, 2 PDF, 3 JPG) BGB par 535 536 536a 543 555a-d 558 559 573 574; BetrKV par 2; BGH VIII ZR 271/17
This commit is contained in:
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# Mietrecht
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## Demonstrations-Akten
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Folgende anonymisierte Akte demonstriert dieses Plugin im laufenden Mandatsbetrieb. Das Gesamt-PDF ist sofort im Browser lesbar. Das Akten-ZIP enthaelt saemtliche Originaldateien (Markdown-Aktenstuecke, Tabellen, E-Mails, PDFs, DOCX, XLSX, Bildanlagen) im Originalordnerlayout.
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| Akte | Lesen | Herunterladen |
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| **Mietstreit Tannenkamp / Strassburger Immobilien GmbH — Altbau Leipzig-Plagwitz, Modernisierung und Mietminderung** (`mietstreit-altbau-rosenbluete-leipzig-modernisierung-und-minderung-tannenkamp`) | [Gesamt-PDF lesen](../testakten/mietstreit-altbau-rosenbluete-leipzig-modernisierung-und-minderung-tannenkamp/gesamt-pdf/mietstreit-altbau-rosenbluete-leipzig-modernisierung-und-minderung-tannenkamp_gesamt.pdf) | [Akten-ZIP herunterladen](https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/releases/latest/download/testakte-mietstreit-altbau-rosenbluete-leipzig-modernisierung-und-minderung-tannenkamp.zip) |
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Die ZIP-URLs sind stabil und zeigen immer auf die aktuelle Version. Eine vollstaendige Aktenuebersicht steht in [`testakten/README.md`](../testakten/README.md).
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Mietrecht für Mieter und Vermieter sowie Wohnungseigentumsrecht mit ausschließlich amtlichen Mietspiegel-Quellen pro Bundesland und für Top- und Universitätsstädte. Workflows für Datenerhebung, Mieterhöhungs-Widerspruch, Mietsenkungsverlangen, Nebenkostenprüfung, Mieteranfragen, Kündigung, Kaution, WEG-Beschlussklage und Klageentwurf Amtsgericht.
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## Rechtsstand und Quellen-Gate
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# 01 — Mandatsübernahme Tannenkamp
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**Kanzlei:** Kupfer-Pfaff & Partner Rechtsanwälte, Karl-Liebknecht-Str. 122, 04277 Leipzig
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**Bearbeiterin:** RAin Dr. Miriam Kupfer-Pfaff
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**Kanzlei-AZ:** KP-2026-0387
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**Datum Mandatsannahme:** 14. Januar 2026
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**Mandant:** Hannes Tannenkamp, geb. 12.04.1951, Rosenblütenstraße 17, 3. OG links, 04229 Leipzig
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## Erstkontakt und Erstgespräch
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Herr Hannes Tannenkamp nahm am 09.01.2026 telefonisch Kontakt mit der Kanzlei auf. Er schilderte, sein Vermieter — die Strassburger Immobilien GmbH — habe kurz vor Weihnachten 2025 eine umfangreiche Modernisierungsankündigung zugestellt und gleichzeitig eine erhebliche Mieterhöhung angekündigt. Außerdem bestehe seit ca. acht Monaten ein Schimmelproblem im Bad und im ehemaligen Kinderzimmer, das der Vermieter trotz mehrfacher schriftlicher Meldung nicht beseitige. Tannenkamp wurde durch den Mieterbund Leipzig e.V. an die Kanzlei vermittelt.
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Das Erstgespräch fand am 14.01.2026 in den Kanzleiräumen statt (Dauer: 90 Minuten). Anwesend: Dr. Kupfer-Pfaff, Herr Tannenkamp. Mitgebracht: Mietvertrag (Kopie), Modernisierungsankündigung vom 22.12.2025, Schreiben Vermieter wegen Schimmel (3 Stück), eigene Fotos des Schimmels.
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## Interessenkonfliktprüfung
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Recherche in der Kanzleidatei: Strassburger Immobilien GmbH und Klaus-Ulrich Strassburger-Pellbach sind in keiner laufenden oder abgeschlossenen Akte als Mandanten verzeichnet. Kein Interessenkonflikt gemäß § 43a Abs. 4 BRAO festgestellt.
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## Vollmacht
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Hannes Tannenkamp erteilte der Kanzlei Kupfer-Pfaff & Partner am 14.01.2026 schriftliche Prozessvollmacht (Formular KP-V-02) für außergerichtliche und gerichtliche Vertretung in sämtlichen das Mietverhältnis Rosenblütenstraße 17, 04229 Leipzig betreffenden Angelegenheiten. Die Vollmacht liegt im Original zur Akte.
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## Vergütungsvereinbarung
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Vereinbarte Vergütung nach RVG. Beratungsgebühr Erstgespräch 226,10 EUR (inkl. MwSt.) bereits gezahlt. Für das außergerichtliche Mandat: Geschäftsgebühr nach Nr. 2300 VV RVG, Gegenstandswert vorläufig 6.500 EUR. Für gerichtliche Verfahren separate Beauftragung. Prozesskostenfinanzierung über private Rechtsschutzversicherung DEVK (Versicherungsscheinnr. 47-2019-330814); Deckungszusage wird beantragt.
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## Sofortmaßnahmen
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1. Deckungsanfrage an DEVK Rechtsschutz versenden.
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2. Beweissicherung Schimmel anordnen (Sachverständiger beauftragen).
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3. Modernisierungsankündigung auf Formvoraussetzungen prüfen (§ 555c BGB).
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4. Mietvertrag und Mietspiegel Leipzig 2026 beschaffen.
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5. Gegenseite mit sofortiger Wirkung identifizieren (Zustelladresse Vermieter prüfen).
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## Notiz zur Person
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Herr Tannenkamp ist Architekt im Ruhestand, früher freiberuflich tätig, Schwerpunkt Altbausanierung. Er lebt seit dem 01.03.2014 in der Wohnung. Seine Ehefrau verstarb 2021; er bewohnt die Wohnung seither allein. Er bezieht eine gesetzliche Rente von ca. 1.420 EUR/Monat sowie eine Versorgungsrente des Versorgungswerks der Architektenkammer Sachsen von ca. 870 EUR/Monat (brutto). Gesamteinkommen ca. 2.290 EUR/Monat netto. Die angekündigte Mieterhöhung würde seine Nettomietbelastung von ca. 694 EUR auf ca. 1.045 EUR/Monat erhöhen — ein Anstieg um rund 50 %. Herr Tannenkamp ist Sprecher der Quartiers-Initiative „Rettet den Kiez Plagwitz"; er betonte, dass er den Fall auch im Interesse der anderen betroffenen Mieter des Hauses führen möchte.
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# 02 — Sachverhalt Mietverhältnis seit 2014, Leipzig-Plagwitz
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**Kanzlei-AZ:** KP-2026-0387
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**Bearbeiterin:** RAin Dr. Miriam Kupfer-Pfaff
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**Erstellt:** 16.01.2026
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## Das Objekt
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**Anschrift:** Rosenblütenstraße 17, 04229 Leipzig-Plagwitz
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**Baujahr:** 1908 (Gründerzeitaltbau, vier Vollgeschosse + Dachgeschoss)
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**Eigentümer/Vermieter:** Strassburger Immobilien GmbH, Käthe-Kollwitz-Str. 84, 04109 Leipzig
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**Geschäftsführer:** Klaus-Ulrich Strassburger-Pellbach
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Das Gebäude umfasst 12 Wohneinheiten (WE) sowie drei Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss. Es verfügt über einen Personenaufzug (Baujahr ca. 1999, Modernisierung 2011). Das Objekt liegt im Stadtteil Plagwitz, einem zentral gelegenen Gründerzeitviertel mit starker Aufwertungsdynamik seit ca. 2015.
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## Mietvertrag
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- **Mietbeginn:** 01.03.2014
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- **Wohnungsgröße laut Vertrag:** 78,50 m² (Aufmaß Mandant: ca. 79,2 m² — Differenz unerheblich)
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- **Lage:** 3. Obergeschoss links
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- **Zimmer:** 3,5 Zimmer (Wohnzimmer, Schlafzimmer, Arbeitszimmer/ehemaliges Kinderzimmer, Wohnküche, Bad, Flur)
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- **Nettokaltmiete bei Einzug:** 6,40 EUR/m², gesamt 502,40 EUR/Monat
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- **Aktuell geltende Nettokaltmiete:** 8,90 EUR/m², gesamt 698,65 EUR/Monat (nach Mieterhöhungsverlangen vom 15.02.2021, das Tannenkamp damals akzeptiert hatte)
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- **Betriebskostenvorauszahlung:** 120,00 EUR/Monat (Abrechnungszeitraum Kalenderjahr)
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- **Gesamtmiete warm (Vorauszahlung):** 818,65 EUR/Monat
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- **Vermieter-Kündigung:** keine
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- **Befristung:** keine; Mietverhältnis auf unbestimmte Zeit
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## Chronik des Mietverhältnisses
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| Datum | Ereignis |
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|---|---|
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| 01.03.2014 | Einzug Hannes Tannenkamp + Ehefrau Ilse Tannenkamp (geb. Grundhoff, verst. 17.07.2021) |
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| 2015 | Erste Mängelanzeige: defekte Briefkastenanlage (behoben) |
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| 2017 | Schriftwechsel wegen Trittschalldämmung Treppenhaus; Einigung außergerichtlich |
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| 2018 | Routineerhöhung Betriebskostenvorauszahlung von 95 EUR auf 120 EUR |
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| 15.02.2021 | Mieterhöhungsverlangen Vermieter: 6,40 EUR → 8,90 EUR/m² (Mietspiegel Leipzig 2020); Tannenkamp stimmt nach anwaltlicher Beratung durch Mieterbund zu |
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| Juli 2021 | Tod Ehefrau Ilse Tannenkamp; Herr Tannenkamp lebt seither allein in der Wohnung |
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| August 2025 | Tannenkamp meldet erstmals Schimmelflecken im Bad schriftlich per Einschreiben |
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| September 2025 | Zweite Mängelanzeige (Schimmel ausgeweitet auf ehemaliges Kinderzimmer) |
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| Oktober 2025 | Vermieter antwortet: empfiehlt häufigeres Lüften; veranlasst keine Besichtigung |
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| November 2025 | Tannenkamp lässt auf eigene Kosten Messprotokoll durch Bautrocknung Lehmann GmbH erstellen |
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| 22.12.2025 | Modernisierungsankündigung Strassburger Immobilien GmbH (§ 555c BGB), Baubeginn geplant 01.04.2026 |
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| 05.01.2026 | Begleitschreiben mit angekündigter Mieterhöhung von 8,90 EUR auf 13,40 EUR/m² (Erhöhungsbetrag 3,04 EUR/m² nach § 559 BGB) |
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| 09.01.2026 | Tannenkamp kontaktiert Kanzlei Kupfer-Pfaff |
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| 14.01.2026 | Mandatsübernahme |
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## Beteiligte
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| Person / Institution | Rolle |
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| Hannes Tannenkamp | Mandant (Mieter) |
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| Strassburger Immobilien GmbH | Vermieter |
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| Klaus-Ulrich Strassburger-Pellbach | Geschäftsführer Vermieter |
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| RAin Dr. Miriam Kupfer-Pfaff | Bevollmächtigte Mandant |
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| RA Dr. Ferdinand Boden-Kassau | Bevollmächtigter Vermieter (Kanzlei Boden-Kassau, Leipzig) |
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| SV Dipl.-Ing. Rainer Schollbach | Sachverständiger Schimmelmykologie und Baukonstruktion |
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| Mieterbund Leipzig e.V. | Interessenvertretung; hat Tannenkamp vermittelt |
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| Quartiers-Initiative „Rettet den Kiez Plagwitz" | Politischer Kontext; Tannenkamp ist Sprecher |
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| Mediatorin Dr. Lotte Finkenrath | Kommunale Mieterberatung Leipzig |
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## Rechtlicher Rahmen
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Die Wohnung liegt in einem Gebiet, für das die Stadtrat Leipzig die Mietpreisbremse nach § 556d BGB ausgebracht hat (seit 01.03.2020). Die Kappungsgrenze nach § 558 Abs. 3 BGB ist auf 15 % in drei Jahren abgesenkt (Kappungsgrenzenverordnung Sachsen). Der Mietspiegel Leipzig 2026, herausgegeben durch die Stadtverwaltung Leipzig, ist qualifizierter Mietspiegel im Sinne des § 558d BGB und als Begründungsmittel für Mieterhöhungsverlangen anerkannt.
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# 03 — Zustands- und Mängelliste Altbau, Rosenblütenstraße 17
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**Kanzlei-AZ:** KP-2026-0387
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**Erstellt:** 20.01.2026, aktualisiert 10.02.2026
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**Grundlage:** Augenschein durch Mandant + eigene Fotos; Messprotokoll Bautrocknung Lehmann GmbH (November 2025); SV-Gutachten Schollbach (28.01.2026)
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## Wohnung Tannenkamp — 3. OG links
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### Mangel 1: Schimmel im Badezimmer
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- **Lage:** Außenwandfläche hinter Handtuchhalter sowie Fensterlaibung unten links
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- **Erstmals festgestellt:** Juli 2025
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- **Erstmals gemeldet:** 12.08.2025 (Einschreiben Rückschein, Einlieferungsbeleg liegt vor)
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- **Schimmelart laut SV Schollbach:** Cladosporium sphaerospermum (überwiegend), Sporendichte erhöht
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- **Ursache laut SV:** Wärmebrücke an ungedämmter Außenwand; Tauwasserausfall auf der Raumseitenoberfläche; kein Lüftungsfehler des Mieters (Luftfeuchtemessprotokoll 14 Tage, unauffällig)
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- **Minderungsquote (Empfehlung SV):** 10–15 % der Nettokaltmiete
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- **Normgrundlage:** § 536 Abs. 1 BGB; BGH VIII ZR 271/17 (Urt. v. 05.12.2018)
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- **Foto:** `jpg/schimmel-im-bad-foto.jpg`
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- **Status:** Nicht behoben; Vermieter bestreitet Verantwortlichkeit
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### Mangel 2: Schimmel im ehemaligen Kinderzimmer (Arbeitszimmer)
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- **Lage:** Außenwandfläche hinter dem Bücherregal (Nordwestecke)
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- **Erstmals festgestellt:** August 2025 (nach Umstellen des Regals im Rahmen Renovierung)
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- **Erstmals gemeldet:** 03.09.2025 (Einschreiben, Einlieferungsbeleg liegt vor)
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- **Schimmelart laut SV Schollbach:** Aspergillus niger; Befall ca. 0,35 m²
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- **Ursache laut SV:** Gleiche Wärmebrücke wie Bad (Gebäudeeck); keine Kondensation durch Mieterverhalten nachweisbar
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- **Minderungsquote (Empfehlung SV):** 5 % zusätzlich
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- **Status:** Nicht behoben
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### Mangel 3: Defekte Balkonbrüstung
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- **Lage:** Balkon Wohnzimmer; Eisenstäbe korrodiert, Putz abgebrochen (ca. 1,2 lfdm)
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- **Gemeldet:** 14.03.2025
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- **Vermieter-Reaktion:** Besichtigung angekündigt, nicht durchgeführt
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- **Minderungsquote:** noch nicht geltend gemacht (erst seit Mandatsübernahme aktuell)
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- **Status:** offen
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### Mangel 4: Undichtes Dachfenster Treppenhaus (mittelbarer Bezug)
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- **Lage:** Dachfenster 3./4. OG Treppenhaus; bei Starkregen läuft Wasser durch
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- **Gemeldet durch Hausverwaltung-Aushang:** Oktober 2024; noch offen
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- **Relevanz Tannenkamp:** Schäden am Treppenabgang seiner Etage; Nassfleck an Wohnungsdecke im Flur (ca. 0,10 m²)
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- **Status:** offen
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### Mangel 5: Heizungsanlage — unregelmäßige Wärmelieferung
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- **Sachverhalt:** In den Monaten Oktober–Dezember 2025 war in mehreren Perioden (insgesamt ca. 12 Tage) die Raumtemperatur auf unter 18 °C abgesunken (Eigenprotokoll Tannenkamp mit Digitalhygrometer)
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- **Normgrundlage:** § 535 Abs. 1 Satz 2 BGB; anerkannte Mindesttemperatur von 20 °C tagsüber
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- **Gemeldet:** 07.11.2025 (E-Mail an Hausverwaltung)
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- **Status:** Vermieter bestätigte „vorübergehende technische Störung"; Protokoll liegt vor
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## Zustand des Gemeinschaftseigentums (soweit relevant)
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| Bereich | Zustand | Meldung |
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|---|---|---|
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| Aufzug | Funktionsfähig; letzter TÜV 03.2025 | — |
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| Treppenhaus | Fliesenriss im EG; Handlauf wackelt im 2. OG | Oktober 2025 |
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| Keller | Feuchtigkeitsschäden sichtbar; kein Schaden Tannenkamp-Kellerraum | — |
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| Hof | Pflasterschäden | — |
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| Dachfenster Treppenhaus | Undicht (s.o.) | Oktober 2024 |
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## Rechtliche Bewertung
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Sämtliche Mängel 1 und 2 begründen eine Minderung nach § 536 Abs. 1 BGB, da die Gebrauchstauglichkeit der Wohnung durch den Schimmelbefall erheblich beeinträchtigt ist. Die BGH-Rechtsprechung (VIII ZR 271/17) stellt klar, dass bei baustrukturell bedingtem Schimmel die Beweislast für einen Lüftungsfehler des Mieters beim Vermieter liegt, wenn die Außentemperatur im kritischen Bereich lag und das Nutzerverhalten unauffällig ist. Das Sachverständigengutachten Schollbach belegt, dass dies hier der Fall ist.
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Die Gesamtminderungsquote wird für den Zeitraum ab Mängelanzeige (12.08.2025) auf **12 % der Nettokaltmiete** angesetzt (Bad: 10 %, Kinderzimmer: 5 %, wegen Überschneidung kumuliert auf 12 %). Dies entspricht einer monatlichen Minderung von 83,84 EUR (698,65 EUR × 12 %).
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# 04 — Mietminderungs-Tabelle und BGH-Rechtsprechung
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**Kanzlei-AZ:** KP-2026-0387
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**Erstellt:** 22.01.2026
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**Zweck:** Orientierungstabelle Minderungsquoten; Grundlage für Klagebegründung AG Leipzig
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## BGH-Leitlinien zur Mietminderung (§ 536 BGB)
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### Grundsätze
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1. Mietminderung tritt kraft Gesetzes ein (§ 536 Abs. 1 Satz 1 BGB) — keine Erklärung erforderlich, aber praktisch ratsam.
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2. Maßgeblicher Minderungszeitpunkt: Entstehen des Mangels, nicht dessen Rüge; jedoch empfiehlt sich die Rüge zur Beweissicherung.
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3. Minderungsquoten sind immer Einzelfallentscheidungen; Tabellenwerte dienen der Orientierung (BGH Urt. v. 29.02.2012 — VIII ZR 155/11).
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4. Unerhebliche Mängel mindern nicht (§ 536 Abs. 1 Satz 3 BGB).
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5. Kenntnis des Mieters bei Vertragsschluss schließt Minderung aus (§ 536b BGB).
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### BGH-Urteil VIII ZR 271/17 — Schimmel und Lüftungspflicht
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- **Urteil:** BGH, Urt. v. 05.12.2018, VIII ZR 271/17
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- **Leitsatz (vereinfacht):** Der Vermieter trägt die Darlegungs- und Beweislast für einen Lüftungsfehler des Mieters als Ursache des Schimmels, wenn der Mangel an einer strukturell problematischen Stelle auftritt (Außenwandecken, Wärmebrücken, ungedämmte Altbauaußenwände).
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- **Bedeutung für Tannenkamp-Akte:** Das SV-Gutachten Schollbach stellt eine Wärmebrücke fest und dokumentiert ein unauffälliges Lüftungsverhalten. Der Vermieter kann sich nicht allein auf den Einwand des Lüftungsfehlers stützen.
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- **Quelle:** www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2018/12/VIII_ZR_271_17.html
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### Weitere relevante BGH-Entscheidungen
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| Az. | Datum | Thema | Leitsatz (Kurzform) |
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|---|---|---|---|
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| BGH VIII ZR 271/17 | 05.12.2018 | Schimmel / Beweislast Lüftungsfehler | Vermieter trägt Beweislast bei Wärmebrücken |
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| BGH VIII ZR 155/11 | 29.02.2012 | Minderungsquoten allgemein | Tatrichterliche Schätzung; keine starren Tabellen |
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| BGH VIII ZR 103/14 | 17.06.2015 | Betriebskostenabrechnung Aufzug | Aufzugskosten nicht auf EG-Mieter umlegbar wenn kein Zugang |
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| BGH VIII ZR 281/03 | 16.02.2005 | Beheizbarkeit | Pflicht zur Beheizung auf mindestens 20 °C tagsüber |
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| BGH VIII ZR 100/15 | 18.11.2015 | Ankündigung Modernisierung | Formvoraussetzungen § 555c BGB streng zu prüfen |
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## Orientierungstabelle Minderungsquoten (Altbau, vergleichbare Entscheidungen)
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| Mangel | Minderungsquote | Gerichtsinstanz | Quelle / Nachweis |
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|---|---|---|---|
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| Schimmel im Bad (Wärmebrücke, strukturell) | 10–15 % | LG Berlin u.a. | LG Berlin 65 S 183/17; BGH VIII ZR 271/17 |
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| Schimmel im Schlafzimmer (großflächig) | 15–20 % | AG Frankfurt | AG Frankfurt 33 C 2981/18 |
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| Schimmel im Kinderzimmer (ca. 0,3 m²) | 5–10 % | AG München | AG München 411 C 12003/19 |
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| Unzureichende Beheizung unter 18 °C | 20–30 % | LG Hamburg | LG Hamburg 316 S 77/20 |
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| Defekte Balkonbrüstung (Sicherheitsmangel) | 5–10 % | AG Leipzig | AG Leipzig 164 C 2003/22 |
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| Undichtes Fenster (Zugluft) | 5–8 % | AG Köln | AG Köln 213 C 118/16 |
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| Ausfall Aufzug (Mieter abhängig) | 3–5 % | LG Berlin | LG Berlin 67 S 204/21 |
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| Kombination Schimmel Bad + Kinderzimmer | 12 % (kumuliert) | vorliegende Einschätzung | Gutachten Schollbach; BGH-Linie |
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## Berechnung Minderung Tannenkamp
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| Position | Wert |
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|---|---|
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| Nettokaltmiete | 698,65 EUR/Monat |
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| Minderungsquote | 12 % |
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| Monatliche Minderung | 83,84 EUR |
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| Zeitraum Rückforderung (ab 12.08.2025 bis 31.01.2026) | ca. 5,5 Monate |
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| Gesamtrückforderung | ca. 461,10 EUR |
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Für den Klagezeitraum (ab 01.02.2026 bis laufend) wird zusätzlich Feststellung der laufenden Minderung beantragt.
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## Hinweis zur Minderungserklärung
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Tannenkamp hat die Minderung erstmals mit anwaltlichem Schreiben vom 28.01.2026 formell erklärt und rückwirkend ab 12.08.2025 (Datum erster Mängelanzeige) geltend gemacht. Die Gegenseite (RA Boden-Kassau) hat dies mit Schreiben vom 11.02.2026 zurückgewiesen. Eine einvernehmliche Lösung ist nicht erzielt worden, daher Klageerhebung.
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# 05 — Modernisierungsankündigung Vermieter, Prüfung §§ 555b–d BGB
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**Kanzlei-AZ:** KP-2026-0387
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**Erstellt:** 17.01.2026
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**Gegenstand:** Schreiben Strassburger Immobilien GmbH vom 22.12.2025
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## Inhalt der Modernisierungsankündigung
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Das Schreiben vom 22.12.2025 (5 Seiten + 2 Anlagen) kündigt folgende Maßnahmen an:
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1. **Außenwanddämmung** — Aufbringung einer WDVS-Fassade (Wärmedämm-Verbundsystem) an der gesamten Straßen- und Hofseite; Dämmstärke 16 cm, Ug-Wert nach Maßnahme 0,24 W/(m²K). Geplante Maßnahme gemäß § 555b Nr. 1 BGB (Energieeinsparung).
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2. **Dacherneuerung** — Neueindeckung des Daches inkl. Aufdachdämmung; Verbesserung des U-Wertes. Ebenso § 555b Nr. 1 BGB.
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3. **Erneuerung Heizungsanlage** — Austausch der Gasheizung gegen Wärmepumpe + Solarthermie-Kollektoren auf dem Dach. § 555b Nr. 1 und Nr. 6 BGB (klimaschützende Maßnahme).
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4. **Fensteraustausch in ausgewählten Wohnungen** (Wohnungen EG, 1. OG und 3. OG; nicht 2. OG) — Kunststofffenster mit Dreifachverglasung, Uw-Wert 0,90 W/(m²K). § 555b Nr. 1 BGB.
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**Angekündigter Baubeginn:** 01.04.2026
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**Geplante Baudauer:** ca. 6 Monate (Fertigstellung Oktober 2026)
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**Ankündigungsfrist:** Das Schreiben wurde am 22.12.2025 versandt; Baubeginn soll 01.04.2026 sein — Abstand ca. 3 Monate und 10 Tage.
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## Angekündigte Mieterhöhung (separates Schreiben 05.01.2026)
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Mit Begleitschreiben vom 05.01.2026 kündigt der Vermieter nach Abschluss der Maßnahmen folgende Mieterhöhung an:
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- Bisherige Nettokaltmiete: 8,90 EUR/m² (698,65 EUR/Monat)
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- Geplante neue Nettokaltmiete: 13,40 EUR/m² (1.051,90 EUR/Monat)
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- Erhöhungsbetrag pro Monat: ca. 353,25 EUR
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- Erhöhung auf den Quadratmeter: 4,50 EUR/m²
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Der Vermieter beziffert die Modernisierungskosten auf insgesamt 1.285.000 EUR für das gesamte Gebäude. Auf die Wohnfläche entfallen nach Angabe des Vermieters 890.000 EUR. Die auf Tannenkamp entfallende anteilige Maßnahme wird mit 54.750 EUR angegeben. Der geltend gemachte Erhöhungsbetrag von 4,50 EUR/m² entspreche 8 % der Modernisierungskosten geteilt durch 12 Monate (§ 559 Abs. 1 BGB: 8 % der Jahreskosten auf den Monat).
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## Prüfung der Formvoraussetzungen (§ 555c BGB)
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### Checkliste
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| Kriterium | Anforderung | Ergebnis |
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|---|---|---|
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| Schriftform | § 555c Abs. 1 BGB: schriftlich | Erfüllt (Originalbrief per Post) |
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| Ankündigungsfrist | § 555c Abs. 2 BGB: mind. 3 Monate vor Beginn | Grenzwertig: 22.12.2025 → 01.04.2026 = 3 Monate 10 Tage; **knapp erfüllt** |
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| Art und Umfang der Maßnahme | § 555c Abs. 1 Nr. 1 BGB | Beschrieben; Detailtiefe ausreichend (mit Anlage Baubeschreibung) |
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| Voraussichtliche Dauer | § 555c Abs. 1 Nr. 2 BGB | Angegeben: ca. 6 Monate |
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| Voraussichtliche Mieterhöhung | § 555c Abs. 1 Nr. 3 BGB | Zahl nicht im Ankündigungsschreiben, nur im separaten Begleitschreiben vom 05.01.2026 |
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| Berechnung der Kosten | § 559b Abs. 1 BGB (für späteres MHV) | Angaben sehr pauschal; Aufteilung Erhaltungs-/Modernisierungsanteil fehlt |
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| Duldungsaufforderung | Empfohlen | Vorhanden |
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**Kernergebnis:** Das Ankündigungsschreiben enthält die voraussichtliche Mieterhöhungshöhe nicht unmittelbar (sie steht nur im separaten Schreiben vom 05.01.2026). Dies ist ein formeller Mangel, der allerdings von der Gegenseite als kurative Gesamtbetrachtung beider Schreiben verteidigt werden wird. Gewichtiger ist die fehlende Aufschlüsselung der Kosten nach Erhaltungs- und Modernisierungsanteil.
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## Inhaltliche Beanstandungen
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### 1. Fehlende Abgrenzung Instandhaltung vs. Modernisierung
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§ 559 Abs. 2 BGB schreibt vor, dass Aufwendungen, die der Vermieter ohne die Modernisierung als Instandhaltung hätte aufwenden müssen, vom Modernisierungsaufwand abzuziehen sind. Die Ankündigung enthält diesen Abzug nicht. Das Dach war nach eigenen Angaben von 2008 und hätte in absehbarer Zeit sowieso erneuert werden müssen. Mindestens 15 % der Dachkosten (ca. 42.000 EUR Gesamtdach, davon rd. 6.300 EUR Instandhaltungsanteil) sind abziehbar.
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### 2. Aufzug-Fenstermaßnahme als Erhaltung
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Der Zustand der Fenster in der Wohnung Tannenkamp ist nach seiner Aussage noch akzeptabel; er hat darüber keine Mängelanzeige gestellt. Es ist zu klären, ob die neuen Fenster wegen Verschleiß ohnehin fällig gewesen wären (dann Erhaltungsaufwand nach § 555a BGB, nicht umlegbar).
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### 3. Kein Drittmittel-Abzug
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Der Vermieter gibt an, für die Wärmepumpe und Solarthermie Fördermittel der BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) zu beantragen. § 559a BGB ordnet an, dass öffentliche Fördermittel den Modernisierungsaufwand reduzieren. Die Förderhöhe ist noch nicht angegeben.
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## Zwischenergebnis
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Die Ankündigung erfüllt zwar formal gerade so die Mindestvoraussetzungen des § 555c BGB, hat aber inhaltlich erhebliche Mängel. Insbesondere die fehlende Abgrenzung Erhaltung/Modernisierung und fehlende Fördermittelangaben können dazu führen, dass das spätere Mieterhöhungsverlangen nach § 559b BGB fehlerhaft oder überhöht ist. Tannenkamp ist zum Duldungseinwand (§ 555d Abs. 2 BGB: Härtefall) berechtigt; Einwandsfrist: bis spätestens einen Monat nach Zugang der Ankündigung (§ 555d Abs. 3 BGB). Einwandsschreiben wurde am 20.01.2026 gefertigt und versandt (s. Aktenstück 06).
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# 06 — Härteeinwand Tannenkamp, § 555d Abs. 2 BGB
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**Kanzlei-AZ:** KP-2026-0387
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**Erstellt:** 20.01.2026
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**Versandt:** 21.01.2026 (Einschreiben + E-Mail an RA Boden-Kassau)
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## Rechtsgrundlage
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§ 555d Abs. 2 BGB: Der Mieter kann die Duldung einer Modernisierungsmaßnahme verweigern, wenn diese für ihn, seine Familie oder einen anderen Angehörigen seines Haushalts eine Härte bedeuten würde, die auch unter Würdigung der berechtigten Interessen des Vermieters und anderer Mieter in dem Gebäude nicht zu rechtfertigen ist.
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§ 574 BGB: Entsprechender Härtemaßstab für die Frage der Zumutbarkeit einer Mieterhöhung.
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Einwandsfrist: Nach § 555d Abs. 3 Satz 1 BGB muss der Einwand spätestens bis zum Ablauf des Monats nach Zugang der Ankündigung erhoben werden. Ankündigung am 22.12.2025 zugegangen; Einwand bis 31.01.2026 (Montag) möglich. Vorliegendes Schreiben datiert vom 20.01.2026 — fristgerecht.
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## Sachverhalt zur finanziellen Situation
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| Position | Betrag monatlich (netto) |
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|---|---|
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| Gesetzliche Rente (Deutschen Rentenversicherung) | 1.418,00 EUR |
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| Versorgungsrente Architektenkammer Sachsen | 871,00 EUR |
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| Gesamteinkommen netto | 2.289,00 EUR |
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| Aktuelle Nettokaltmiete | 698,65 EUR |
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| Betriebskostenvorauszahlung | 120,00 EUR |
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| Aktuelle Gesamtmietbelastung | 818,65 EUR |
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| Aktuelle Mietquote (Warm/Netto) | 35,8 % |
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**Bei angekündigter Mieterhöhung:**
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| Position | Betrag monatlich (netto) |
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|---|---|
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| Neue Nettokaltmiete (angekündigt) | 1.051,90 EUR |
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| Betriebskostenvorauszahlung (unveränd.) | 120,00 EUR |
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| Neue Gesamtmietbelastung | 1.171,90 EUR |
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| Neue Mietquote (Warm/Netto) | 51,2 % |
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Eine Mietbelastungsquote von über 50 % des Nettoeinkommens übersteigt deutlich die allgemein anerkannte Belastungsgrenze von 30–35 % und begründet eine soziale Härte im Sinne des § 555d Abs. 2 BGB. Herr Tannenkamp verfügt über kein nennenswertes Vermögen; die Wohnung ist nicht im Eigentum. Lebenshaltungskosten (Lebensmittel, Medikamente, Krankenversicherung, Telekommunikation) betragen nach eigener Aufstellung ca. 880 EUR/Monat. Nach der angekündigten Mieterhöhung verblieben ihm lediglich ca. 237 EUR/Monat für alle übrigen Ausgaben.
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## Persönliche Umstände
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- **Alter:** 74 Jahre (geb. 12.04.1951) — hohes Lebensalter erhöht Schutzwürdigkeit
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- **Wohndauer:** seit 01.03.2014 — 12 Jahre Wohndauer begründen besondere Verwurzelung im sozialen Umfeld (§ 574 BGB)
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- **Gesundheitlicher Zustand:** Herr Tannenkamp leidet an einer leichten Herzinsuffizienz und einem Bluthochdruck; Wohnungssuche und Umzug wären mit erheblichem gesundheitlichem Risiko verbunden (ärztliches Attest Dr. med. Hanna Freiwald, FA Innere Medizin, Leipzig, vom 18.01.2026 liegt vor)
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- **Soziales Umfeld:** Tannenkamp ist seit dem Tod seiner Ehefrau auf Unterstützung durch das Nachbarschaftsnetzwerk in Plagwitz angewiesen; Aufzug und kurze Wege haben für ihn funktionale Bedeutung
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## Abwägung
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Die angekündigte Mieterhöhung von 8,90 EUR auf 13,40 EUR/m² entspricht einem Anstieg von 50,6 %. Selbst wenn die Maßnahme nach § 559 BGB an sich zulässig ist (was inhaltlich bezweifelt wird, s. Aktenstück 05), trifft die Erhöhung Tannenkamp in einem Maß, das ihm wirtschaftlich und sozial nicht zumutbar ist.
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### Gegeninteressen Vermieter
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Der Vermieter führt an, die Modernisierung sei zur Erfüllung gesetzlicher Energiesparvorgaben erforderlich. Dies ist ein legitimes Interesse. Allerdings sind im Rahmen der Abwägung auch die Interessen der übrigen 11 Mieter des Hauses zu berücksichtigen, von denen nach Angaben der Quartiers-Initiative mindestens 5 weitere Haushalte in vergleichbaren wirtschaftlichen Verhältnissen leben.
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### Ergebnis
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Der Härteeinwand ist begründet. Beantragt wird:
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1. Begrenzung der Mieterhöhung nach § 559 Abs. 4 BGB (wirtschaftliche Unzumutbarkeit) auf einen Betrag, der eine Mietbelastungsquote von max. 35 % des Nettoeinkommens nicht übersteigt, d.h. Nettokaltmiete max. ca. 801 EUR/Monat (entspricht ca. 10,20 EUR/m²).
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2. Hilfsweise: Stufenweise Erhöhung über mehrere Jahre (§ 559 Abs. 5 BGB analog).
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3. Hilfsweise: Befreiung von der Duldungspflicht für die Fenstermaßnahme, sofern deren Notwendigkeit nicht nachgewiesen ist.
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## Beilagen zu diesem Schreiben
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- Rentenbescheid Deutsche Rentenversicherung (aktuell, anonymisiert)
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- Versorgungsrentenbescheid Architektenkammer Sachsen (aktuell)
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- Ärztliches Attest Dr. Freiwald, 18.01.2026
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- Einkommens- und Ausgabenaufstellung Tannenkamp (eigenhändig, bestätigt)
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# 07 — Prüfung Betriebskostenabrechnung 2024
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**Kanzlei-AZ:** KP-2026-0387
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**Erstellt:** 25.01.2026
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**Abrechnungszeitraum:** 01.01.2024 – 31.12.2024
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**Abrechnung zugegangen:** 28.11.2025 (innerhalb Jahresfrist § 556 Abs. 3 Satz 2 BGB)
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## Grundlagen
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Die Betriebskostenabrechnung für 2024 weist eine Nachzahlung von 284,70 EUR aus. Der Mandant hat die Abrechnung nach Lektüre durch den Mieterbund Leipzig der Kanzlei zur vertieften Prüfung übergeben. Verteilerschlüssel laut Mietvertrag: Wohnfläche (Wohnungen) als Primärschlüssel; bei bestimmten Positionen „nach Verbrauch" (Wasser/Abwasser).
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## Prüfungsergebnis — Position für Position
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### Unauffällige Positionen
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| Kostenart | Vermieter-Ansatz | Anteil Tannenkamp | Bewertung |
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|---|---|---|---|
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| Grundsteuer | 3.240,00 EUR | 187,60 EUR | Rechnerisch korrekt; Bescheid vorliegend |
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| Gebäudeversicherung | 2.880,00 EUR | 166,82 EUR | Plausibel für Altbau |
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| Wasser/Abwasser (Verbrauch) | 5.440,00 EUR | 261,12 EUR | Zählerbasiert; Verbrauchsnachweis liegt vor |
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| Müllabfuhr | 1.120,00 EUR | 64,86 EUR | Plausibel |
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| Hausmeister | 4.680,00 EUR | 271,06 EUR | Leistungsnachweis vorliegend |
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| Treppenhausreinigung | 1.560,00 EUR | 90,33 EUR | Unauffällig |
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| Gartenpflege / Hof | 620,00 EUR | 35,90 EUR | Unauffällig |
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### Beanstandete Position: Aufzugswartung und -betrieb
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| Kostenart | Vermieter-Ansatz | Anteil Tannenkamp (laut Abrechnung) | Bewertung |
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|---|---|---|---|
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| Aufzugsbetrieb und Wartung | 2.340,00 EUR | **135,50 EUR** | **BEANSTANDET** |
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**Beanstandung:** Der Vermieter verteilt die Aufzugskosten auf alle 12 Wohneinheiten nach Wohnfläche. Im Erdgeschoss befinden sich zwei Wohnungen (WE 1 und WE 2 = Erdgeschoss rechts und links). Die Mieter des Erdgeschosses haben zur Wohnung keinen Aufzugszugang (Aufzug startet im 1. OG, Erdgeschoss-Wohnungen werden direkt vom Erdgeschoss-Hausflur aus betreten, ohne Aufzugskabine nutzen zu können).
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**Rechtliche Grundlage:**
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- BetrKV § 2 Nr. 7: Aufzugskosten sind betriebskostenfähig, sofern der Aufzug auch für den betreffenden Mieter nutzbar ist.
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- BGH VIII ZR 103/14 (Urt. v. 17.06.2015): Aufzugskosten dürfen nicht auf Erdgeschossmieter umgelegt werden, wenn der Aufzug für sie nicht zugänglich ist.
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- Folge: Die Aufzugskosten sind aus dem Verteilerschlüssel die zwei EG-Wohnungen herauszurechnen. Verbleibende Einheiten: 10 Wohneinheiten (10 OG-Wohnungen). Der Tannenkamp-Anteil erhöht sich rechnerisch geringfügig (von 1/12 auf 1/10 der Gesamtfläche der OG-Wohnungen), der absolute Betrag bleibt aber deutlich niedriger als wenn EG-Mieter mitzahlen.
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- Korrekturbetrag: Die EG-Mieter haben insgesamt zu Unrecht 2.340 EUR × (2 EG-WE-Fläche / Gesamtwohnfläche) = ca. 340 EUR gezahlt. Diese Summe ist den EG-Mietern gutzuschreiben und aus dem Gesamtbudget herauszurechnen.
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**Rechnerische Korrektur für Tannenkamp:**
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- Ohne EG-Korrektur: Tannenkamp-Anteil = 135,50 EUR
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- Mit korrekter Verteilung (nur OG-Mieter): Tannenkamp-Anteil ≈ 146,30 EUR (leicht höher, da gleiche Kosten auf weniger Mieter)
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- Ergebnis für Tannenkamp: Kein direkter Vorteil bei dieser Position; Vorteil geht vollständig an die EG-Mieter. Tannenkamp hat jedoch Anlass, die Abrechnung insgesamt zu beanstanden, da die fehlerhafte Berechnung auf einen mangelhaften Umgang des Vermieters mit der BetrKV hinweist.
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### Beanstandete Position: Wartung Heizkörper
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| Kostenart | Vermieter-Ansatz | Bewertung |
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|---|---|---|
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| Wartung Thermostatventile (Heizkörper) | 780,00 EUR | Fraglich: § 2 Nr. 5 BetrKV erfasst Heizungsanlage, nicht Thermostatventile in Wohnungen; ggf. nicht umlagefähig |
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**Hinweis:** Dies ist noch zu verifizieren; Rüge vorsorglich erhoben.
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## Formelle Prüfung
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| Kriterium | Ergebnis |
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|---|---|
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| Jahresfrist (§ 556 Abs. 3 Satz 2 BGB) | Eingehalten (Zugang 28.11.2025 für 2024) |
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| Nachvollziehbarkeit der Abrechnung | Teils mangelhaft (Aufzug-Verteilerschlüssel nicht explizit erläutert) |
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| Belegrecht (§ 259 BGB) | Tannenkamp hat Einsicht in Belege angefordert (Schreiben 20.01.2026) |
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| Belegeinsicht gewährt | Noch nicht; Fristsetzung bis 10.02.2026 |
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## Rügeschreiben
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Mit anwaltlichem Schreiben vom 25.01.2026 wurde die Abrechnung formal beanstandet und Korrektur der Aufzugskosten-Verteilung sowie Belegeinsicht verlangt. Eine Nachzahlung wird bis zur Klärung einbehalten (§ 556 Abs. 3 Satz 6 BGB: Nachzahlung bei berechtigter Beanstandung nicht fällig, soweit Beanstandung begründet ist).
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# 08 — Mietspiegel Leipzig 2026 — Einordnung der Bestandsmiete
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**Kanzlei-AZ:** KP-2026-0387
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**Erstellt:** 28.01.2026
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**Quelle:** Mietspiegel Leipzig 2026, herausgegeben von der Stadtverwaltung Leipzig (Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung), Stand: 01.01.2026; qualifizierter Mietspiegel gemäß § 558d BGB
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## Einordnung der Wohnung Tannenkamp
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| Merkmal | Wert |
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|---|---|
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| Baujahr | 1908 |
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| Wohnlage | Plagwitz (mittlere Wohnlage laut Lagekarte 2026) |
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| Wohnfläche | 78,50 m² |
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| Ausstattung | Altbau-Standardausstattung (Bad mit Wanne, Zentralheizung, kein Aufzug in WE, ohne Einbauküche) |
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| Mietspiegel-Kategorie | Baujahr bis 1918, Wohnfläche 60–90 m², mittlere Lage |
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| Basisfeld | Feld C-3 Mietspiegel Leipzig 2026 |
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## Mietspiegel-Werte (Feld C-3, Altbau 1908, mittlere Lage, 60–90 m²)
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| Maßzahl | EUR/m² nettokalt |
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|---|---|
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| Unterer Wert | 7,80 |
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| Mittelwert | 9,20 |
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| Oberer Wert | 10,60 |
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Aktuelle Nettokaltmiete Tannenkamp: **8,90 EUR/m²**
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Die Bestandsmiete liegt damit innerhalb des Spiegelfeldes (zwischen Unterwert und Mittelwert). Eine Mieterhöhung auf die ortsübliche Vergleichsmiete gemäß § 558 BGB wäre grundsätzlich bis auf den Mittelwert (9,20 EUR/m²) oder den Oberwert (10,60 EUR/m²) möglich, je nach Ausstattungsmerkmalen und Wohnwert.
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## Wohnwertmerkmale (Zu- und Abschläge)
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Der Mietspiegel Leipzig 2026 sieht ein Merkmalssystem vor. Folgende Merkmale wurden für die Wohnung Tannenkamp bewertet:
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| Merkmal | Bewertung | Auswirkung |
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|---|---|---|
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| Sanitärausstattung | Einfach (Badewanne, ältere Armaturen, keine moderne Dusche) | Abzug |
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| Heizungsanlage | Gas-Zentralheizung (Baujahr 2005, noch funktionsfähig) | Neutral |
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| Fenster | Zweifachverglasung (Kunststoff, 2010) | Neutral |
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| Grundriss | Günstig (gute Raumnutzung, kein Durchgangszimmer) | Zuschlag |
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| Ausstattung Küche | Ohne Einbauküche | Kein Einfluss |
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| Bodenbelag | Originales Parkett (restauriert), teils Fliesen | Zuschlag |
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| Balkon | Vorhanden | Zuschlag |
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| Aufzug | Vorhanden (Gemeinschaftsnutzung) | Geringer Zuschlag |
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| Kellernutzung | Abstellraum vorhanden | Neutral |
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| Schimmelbelastung | Aktueller Mangel (Bad + Kinderzimmer) | Abzug (temporär) |
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Gesamtwertung: Die Wohnung liegt im unteren Mittelfeld; ein Wert zwischen 8,80 EUR/m² und 9,50 EUR/m² ist realistisch.
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## Bedeutung für das Mieterhöhungsverlangen (§ 558 BGB)
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Ein separates Mieterhöhungsverlangen auf Basis des Mietspiegels wäre grundsätzlich zulässig, sofern:
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- Die Kappungsgrenze eingehalten wird (§ 558 Abs. 3 BGB: in Leipzig max. 15 % in 3 Jahren, Kappungsgrenzen-VO Sachsen);
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- Die letzte Mieterhöhung mindestens 15 Monate zurückliegt (§ 558 Abs. 1 Satz 2 BGB; letzte Erhöhung 15.02.2021 → deutlich länger als 15 Monate);
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- Die Begründung nach § 558a BGB vollständig ist.
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Aktuelle Bestandsmiete: 698,65 EUR (8,90 EUR/m²)
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15-%-Kappung: max. 803,45 EUR (10,25 EUR/m²)
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Oberwert Mietspiegel: 10,60 EUR/m² — liegt über Kappungsgrenze, daher maximal erreichbar: **803,45 EUR (10,25 EUR/m²)**
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Die angekündigte Modernisierungsmieterhöhung auf 13,40 EUR/m² übersteigt sowohl den Mietspiegel-Oberwert als auch die Kappungsgrenze erheblich. Sie ist nur nach § 559 BGB (nicht § 558 BGB) begründbar — mit den dort geltenden Beschränkungen (insb. § 559 Abs. 4 BGB Härteeinwand).
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## Einordnung im regionalen Marktumfeld
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Plagwitz hat sich seit 2015 zu einem stark nachgefragten Stadtteil entwickelt. Die Angebotsmieten für Neuvermietungen liegen laut Immoscout-Auswertungen 2025 bei 11 bis 14 EUR/m² für Altbauwohnungen ohne Modernisierung, und bei bis zu 16 EUR/m² für kernsanierte Altbauten. Die Mietpreisbremse (§ 556d BGB) gilt in Leipzig seit 01.03.2020 und begrenzt Neumietmieten auf Mietspiegel + 10 % = max. ca. 10,12 EUR/m² (Mittelwert 9,20 EUR + 10 %). Für Bestandsmieten gilt § 558 BGB mit Kappungsgrenze, was die Steigerungsmöglichkeiten weiter einschränkt.
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# 09 — Mieterhöhungsverlangen — Prüfung § 558 BGB
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**Kanzlei-AZ:** KP-2026-0387
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**Erstellt:** 30.01.2026
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**Gegenstand:** Vorläufige Ankündigung Mieterhöhung im Schreiben Strassburger vom 05.01.2026
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## Abgrenzung: § 558 BGB vs. § 559 BGB
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Es sind im Sachverhalt zwei verschiedene Mieterhöhungsstränge zu unterscheiden:
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| Strang | Rechtsgrundlage | Begründung Vermieter | Status |
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|---|---|---|---|
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| Erhöhung auf ortsübliche Vergleichsmiete | § 558 BGB | Mietspiegel Leipzig | Derzeit kein formelles Verlangen; nur in Begleitschreiben erwähnt |
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| Modernisierungsmieterhöhung | § 559 BGB | Kosten Wärmedämmung etc. | Angekündigt im Schreiben 05.01.2026; formal noch nicht als Verlangen zugegangen |
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Das Schreiben vom 05.01.2026 ist kein förmliches Mieterhöhungsverlangen nach § 558a BGB oder § 559b BGB, sondern eine vorläufige Ankündigung. Ein formelles Verlangen ist erst nach Abschluss der Maßnahmen zu erwarten.
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## Prüfung potenzielles § 558-Verlangen
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### Formelle Voraussetzungen (Checkliste)
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| Kriterium | § 558a BGB | Ergebnis (für künftiges Verlangen) |
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|---|---|---|
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| Textform | § 558a Abs. 1 BGB | Erforderlich |
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| Begründung | § 558a Abs. 2 BGB | Mietspiegel, Gutachten oder Vergleichswohnungen |
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| 15-Monats-Sperrfrist | § 558 Abs. 1 S. 2 BGB | Letzte Erhöhung 02.2021 → Frist längst abgelaufen |
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| Kappungsgrenze | § 558 Abs. 3 BGB i.V.m. KappungsgrenzenVO Sachsen | 15 % in 36 Monaten; Berechnungsbasis: Miete vor 36 Monaten |
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| Begründungsqualität | § 558a Abs. 3 BGB | Mietspiegel-Tabelle muss korrekt zitiert werden |
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### Kappungsgrenzen-Berechnung
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- Aktuelle Miete: 698,65 EUR (8,90 EUR/m²)
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- Miete vor 36 Monaten (Januar 2023): 698,65 EUR (keine Erhöhung zwischen 2021 und 2026)
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- 15%-Grenze: 698,65 EUR × 1,15 = 803,45 EUR (10,25 EUR/m²)
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- Mietspiegel-Oberwert: 10,60 EUR/m² — **Kappungsgrenze wirkt limitierend**
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- Maximal erreichbare Miete nach § 558 BGB: **803,45 EUR/Monat (10,25 EUR/m²)**
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## Prüfung angekündigtes § 559-Verlangen
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### Formelle Voraussetzungen (§ 559b BGB)
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| Kriterium | Anforderung | Prüfung |
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|---|---|---|
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| Schriftform | § 559b Abs. 1 S. 1 BGB | Erforderlich |
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| Erläuterung der Berechnung | § 559b Abs. 1 S. 2 BGB | Muss Kosten, Fördermittel, Instandhaltungsanteil aufzeigen |
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| Abgrenzung Instandhaltung | § 559 Abs. 2 BGB | Pflicht zur Darlegung und Abzug |
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| Fördermittelabzug | § 559a BGB | BAFA-Förderung muss abgezogen werden |
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| Wirksamkeit des Härteeinwands | § 559 Abs. 4 BGB | Wenn Härteeinwand greift, begrenzt er den Erhöhungsbetrag |
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### Berechnungsprüfung (vorläufig)
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| Position | Vermieter-Ansatz | Kritik |
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|---|---|---|
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| Modernisierungskosten gesamt | 1.285.000 EUR | Keine Einzelaufstellung bisher |
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| Davon Wohnfläche (anteilig) | 890.000 EUR | Aufteilung Wohn-/Gewerbe nicht belegt |
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| Anteil Tannenkamp | 54.750 EUR | Schlüssel unklar (Wohnfläche?) |
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| 8 % von 54.750 EUR p.a. | 4.380 EUR | Ergibt 365 EUR/Monat |
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| Pro m² | 4,65 EUR/m² | Vermieter nennt 4,50 EUR/m² — kleine Differenz |
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| Abzug Instandhaltung | 0 EUR | **Nicht abgezogen — Fehler** |
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| Abzug BAFA-Förderung | 0 EUR | **Nicht angegeben — Fehler** |
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Der geltend gemachte Erhöhungsbetrag von 4,50 EUR/m² (353,25 EUR/Monat) ist ohne die Abzüge für Instandhaltung und Fördermittel überhöht. Schätzung:
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- Instandhaltungsabzug Dach: ca. 6 % der Dachkosten → geschätzt ca. 25.000 EUR gesamtes Gebäude; Tannenkamp-Anteil ca. 1.550 EUR
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- BAFA-Förderung Wärmepumpe (Schätzung 35 % der Wärmepumpenkosten, ca. 85.000 EUR gesamt; Tannenkamp-Anteil ca. 5.250 EUR)
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- Bereinigter Anteil Tannenkamp: ca. 47.950 EUR
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- Bereinigte Mieterhöhung: 47.950 × 8 % / 12 = 319,67 EUR/Monat = 4,07 EUR/m²
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- Neue Miete bei korrekter Berechnung: 8,90 + 4,07 = **12,97 EUR/m²** statt 13,40 EUR/m²
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## Gesamtbewertung
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Der Vermieter kann nach § 559 BGB eine Mieterhöhung geltend machen, sofern die Modernisierung ordnungsgemäß durchgeführt wird. Allerdings ist:
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1. die angekündigte Mieterhöhung ohne Instandhaltungs- und Fördermittelabzug überhöht;
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2. die Härteeinwand nach § 555d Abs. 2 BGB / § 559 Abs. 4 BGB begrenzt die zulässige Erhöhung für Tannenkamp weiter;
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3. ein formelles Verlangen nach § 559b BGB muss die korrekten Abzüge enthalten.
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Empfehlung: Vollständige Unterlagen anfordern; förmliches Verlangen abwarten; dann Widerspruch vorbereiten.
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# 10 — Eigenbedarfskündigung (vorbeugend angedroht) — § 573 BGB
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**Kanzlei-AZ:** KP-2026-0387
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**Erstellt:** 03.02.2026
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## Sachverhalt
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Im Rahmen eines Telefonats am 12.01.2026 zwischen Herrn Tannenkamp und dem Geschäftsführer Strassburger-Pellbach äußerte Letzterer — laut Mandant —, falls die Modernisierungsmaßnahmen auf Widerstand stoßen sollten, könne „es auch sein, dass unsere Tochter Pelina da einziehen muss". Tannenkamp hat das Gespräch unmittelbar danach in einer handschriftlichen Notiz dokumentiert; die Notiz liegt zur Akte.
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Mit anwaltlichem Schreiben vom 24.01.2026 (RA Boden-Kassau) wurde diese Äußerung zunächst als „missverständlich" bezeichnet und klargestellt, dass „derzeit keine Eigenbedarfskündigung geplant" sei. Die Androhung wurde damit de facto zurückgenommen, ohne sie förmlich zu widerrufen.
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## Rechtliche Einordnung
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### Voraussetzungen Eigenbedarfskündigung (§ 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB)
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Der Vermieter kann nach § 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB kündigen, wenn er die Räume als Wohnung für sich, seine Familienangehörigen oder Angehörige seines Haushalts benötigt. Tochter Pelina Strassburger-Pellbach (geb. 1997) ist Familienangehörige im Sinne dieser Vorschrift.
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Voraussetzungen für einen wirksamen Eigenbedarf:
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1. Der Bedarf muss ernsthaft, konkret und vernünftig sein.
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2. Er muss im Zeitpunkt der Kündigung vorliegen.
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3. Der Vermieter muss die Tochter tatsächlich einziehen lassen wollen (kein vorgeschobener Eigenbedarf).
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4. Das Interesse des Mieters an der Fortsetzung des Mietverhältnisses ist abzuwägen.
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### Vorbeugender Widerspruch / Härteklausel (§ 574 BGB)
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Selbst wenn eine Kündigung ausgesprochen würde, stünde Tannenkamp das Widerspruchsrecht nach § 574 BGB zu. Die Härtegründe (Alter 74, gesundheitliche Einschränkungen, 12 Jahre Wohndauer, Verwurzelung im Kiez) überwiegen das Interesse der Tochter erheblich, insbesondere wenn Pelina Strassburger-Pellbach — wie es naheliegt — alternativ auf dem freien Markt eine Wohnung finden könnte.
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### Rechtsmissbrauch (§ 242 BGB)
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Die zeitliche Koinzidenz zwischen der Meinungsverschiedenheit über die Modernisierung und der Eigenbedarfsandrohung ist auffällig. Sollte eine Kündigung ausgesprochen werden, ist zu prüfen, ob es sich um eine taktische Druckkündigung handelt (sog. „Verdrängungskündigung"), die nach § 242 BGB i.V.m. § 573 BGB rechtsmissbräuchlich und unwirksam wäre. Relevant wäre, ob Pelina Strassburger-Pellbach tatsächlich Bedarf hat (Wohnsituation, Einkommen, Familienstand untersuchen).
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## Recherche zu Pelina Strassburger-Pellbach
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Stand der Erkenntnisse (über Mieterbund und öffentlich zugängliche Quellen):
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- Laut Handelsregistereintrag ist Pelina Strassburger-Pellbach Gesellschafterin der Strassburger Immobilien GmbH zu 25 %.
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- Sie ist nach Auskunft des Mieterbunds in einer eigenen Wohnung in Leipzig-Gohlis gemeldet (Mietspiegel-Abfrage mit ihrer Anschrift, abgeglichen mit Einwohnermeldeamt nicht möglich ohne Behördenermächtigung; nur öffentlich Zugängliches ausgewertet).
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- Öffentlich zugängliche Social-Media-Profile deuten auf Wohnort in Leipzig-Gohlis hin (Stand 01.2026).
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## Maßnahmen
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1. Sachverhalt dokumentiert und zur Akte genommen.
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2. Keine förmliche Kündigung bisher zugegangen — kein sofortiger Handlungsbedarf.
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3. Sollte eine Kündigung ausgesprochen werden, wird binnen der Widerspruchsfrist (§ 574b BGB: bis zum Ablauf des zweiten Monats nach Zugang der Kündigung) förmlicher Widerspruch erhoben.
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4. Bei Verdacht auf vorgeschobenen Eigenbedarf: Beweissicherung (Wohnverhältnisse Pelina, Schadensersatz nach § 574a BGB bei Täuschung).
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5. Quartiers-Initiative informiert; politische Öffentlichkeit als ergänzender Schutz.
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## Aktueller Stand
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Die Eigenbedarfsandrohung wurde vom Vermieter zurückgenommen. Sie wird weiterhin beobachtet. Ein formelles Mietverhältnisende ist nicht absehbar. Das Mandat konzentriert sich weiterhin auf Mietminderung und Modernisierungsmieterhöhung.
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# 11 — Schimmelgutachten und rechtliche Position
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**Kanzlei-AZ:** KP-2026-0387
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**Erstellt:** 05.02.2026
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**Gutachter:** Dipl.-Ing. Rainer Schollbach, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Baukonstruktion und Baustoffe, Leipzig
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**Gutachtenauftrag:** 19.01.2026
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**Gutachtenabgabe:** 28.01.2026 (Kurzgutachten; Vollgutachten angekündigt bis 28.02.2026)
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## Zusammenfassung Gutachten Schollbach
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### Befund
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SV Schollbach hat die Wohnung am 23.01.2026 persönlich besichtigt. Er hat folgende Messmethoden eingesetzt:
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- Thermografische Aufnahmen der Außenwände (Wärmebildkamera FLIR E75)
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- Oberflächenfeuchtemessung (Kapazitives Messgerät Testo 616)
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- Luftfeuchtemessprotokoll (Tannenkamp-Eigenprotokoll 14 Tage, Nov.–Dez. 2025 ausgewertet)
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- Abstrich Schimmelbefall zur mykologischen Analyse (Labor Umwelthygiene Leipzig GmbH)
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**Befunde:**
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| Raum | Befundstelle | Wärmebrücken-U-Wert | rel. Luftfeuchte Oberfläche | Schimmelart |
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|---|---|---|---|---|
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| Badezimmer | Außenwandecke NW, Fensterlaibung | 0,58 W/(m²K) | bis 98 % | Cladosporium sphaerospermum |
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| Arbeitszimmer | Außenwandecke NW | 0,61 W/(m²K) | bis 95 % | Aspergillus niger |
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### Ursachenbewertung
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SV Schollbach kommt zu folgendem Schluss: Die Schimmelbildung ist auf eine baustrukturell bedingte Wärmebrücke zurückzuführen. Die ungedämmte Außenwand aus Vollziegelmauerwerk (ca. 38 cm, Baujahr 1908) weist an den Außenwandecken einen U-Wert auf, der unter winterlichen Außentemperaturen regelmäßig zu Tauwasserausfall auf der Raumseitenoberfläche führt. Die im Eigenprotokoll Tannenkamp dokumentierte Innenluftfeuchte von durchschnittlich 52 % ist normal und gibt keinen Anhalt für Lüftungsfehler.
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**Zitat Gutachten (S. 7):** „Unter den gemessenen thermischen Bedingungen würde eine Raumluftfeuchte von mindestens 67 % erforderlich sein, um die festgestellten Kondensatmengen zu vermeiden. Eine solche Feuchte liegt erkennbar nicht vor. Die Schadensursache liegt daher ausschließlich in der baustrukturellen Wärmebrücke."
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## Rechtliche Würdigung
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### § 536 BGB — Mietminderung
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Der Schimmelbefund begründet einen Sachmangel der Mietsache, der die Gebrauchstauglichkeit erheblich mindert (§ 536 Abs. 1 Satz 1 BGB). Die Minderung tritt kraft Gesetzes ein. Nach dem Gutachten liegt die Ursache nicht im Verhalten des Mieters (kein Lüftungsfehler), sondern im Zustand des Gebäudes.
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### BGH VIII ZR 271/17
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Das Gutachten ist konsistent mit der BGH-Rechtsprechung (VIII ZR 271/17, Urt. v. 05.12.2018): Die Darlegungs- und Beweislast für einen Lüftungsfehler liegt beim Vermieter. Das Gutachten schließt diesen aus. Damit ist die Minderungsberechtigung des Mandanten vollständig belegt.
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### § 536a BGB — Schadensersatz
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Darüber hinaus können Schadensersatzansprüche nach § 536a BGB bestehen, da der Vermieter den Mangel trotz Kenntnis (Mängelanzeigen August und September 2025) nicht beseitigt hat. Als Schaden kommen in Betracht:
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- Kosten der eigenen Feuchtemessung (Bautrocknung Lehmann GmbH, November 2025): 380,00 EUR
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- Kosten des Sachverständigengutachtens (Schollbach, vorläufig): 1.240,00 EUR (netto)
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- Kosten der Raumreinigung und Schimmelentfernung (soweit Mandant vorgeht): noch nicht bezifferbar
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- Immaterielle Beeinträchtigungen: in der Wohnung nicht isoliert geltend zu machen; aber bei Gesundheitsschäden (Aspergillus niger hat Krankheitspotenzial) möglich
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### § 543 Abs. 2 Nr. 1 BGB — Außerordentliche Kündigung
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Die Voraussetzungen einer außerordentlichen Kündigung wegen eines erheblichen Mangels liegen theoretisch vor, werden aber nicht angestrebt (Tannenkamp möchte die Wohnung behalten).
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## Prozessualer Einsatz des Gutachtens
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Das Gutachten wird als Anlage zur Klageschrift (AG Leipzig 1 C 417/26) eingereicht. SV Schollbach ist als sachverständiger Zeuge für eine eventuelle Beweisaufnahme benannt. Das Vollgutachten (geplant 28.02.2026) wird die Thermografiebilder und Laborergebnisse vollständig enthalten.
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## Reaktion Vermieter auf Gutachten
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RA Boden-Kassau hat mit Schreiben vom 14.02.2026 das Gutachten Schollbach als „nicht schlüssig" bezeichnet und angekündigt, einen eigenen Gegensachverständigen zu beauftragen. Das Gegengutachten ist bisher nicht vorgelegt worden. Die Klageschrift wurde am 03.03.2026 trotzdem eingereicht, da das Vollgutachten Schollbach überzeugend und das Gegengutachten nicht termingerecht angekündigt war.
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# 12 — Anhörung Vermieter / Antwort Strassburger
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**Kanzlei-AZ:** KP-2026-0387
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**Erstellt:** 15.02.2026
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**Gegenstand:** Anwaltliches Forderungsschreiben vom 28.01.2026; Antwort RA Boden-Kassau vom 14.02.2026
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## Anwaltliches Forderungsschreiben (28.01.2026)
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Mit Schreiben vom 28.01.2026 hat RAin Dr. Kupfer-Pfaff im Namen von Herrn Tannenkamp folgende Ansprüche geltend gemacht:
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1. **Mietminderung 12 % rückwirkend ab 12.08.2025** — Geltendmachung rückständiger Miete von 461,10 EUR (5,5 Monate × 83,84 EUR/Monat); fortlaufende Minderung erklärt.
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2. **Mangelbeseitigung Schimmel** — Fristsetzung bis 28.02.2026 zur Durchführung fachgerechter Schimmelsanierung einschließlich Ursachenbeseitigung (Wärmebrücke).
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3. **Herausgabe der Betriebskosten-Belege 2024** — Fristsetzung bis 10.02.2026; Belegeinsicht am Sitz der Verwaltung zu ermöglichen.
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4. **Beanstandung Aufzugskosten** — Anerkennung der fehlerhaften Umlage auf EG-Mieter; Korrektur der Abrechnung.
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5. **Gegendarstellung zur Eigenbedarfsandrohung** — Dokumentation, dass die mündliche Äußerung vom 12.01.2026 keine Rechtsgrundlage hat.
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6. **Nachweis BAFA-Fördermittel** — Vorlage der Fördermittelanträge im Zusammenhang mit der Modernisierungsmaßnahme.
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## Antwort RA Boden-Kassau (14.02.2026)
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RA Dr. Ferdinand Boden-Kassau, Boden-Kassau Rechtsanwälte, Peterssteinweg 12, 04107 Leipzig, antwortete mit Schreiben vom 14.02.2026. Inhalt (zusammengefasst):
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### Zu Mietminderung und Schimmel
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> „Unser Mandant bestreitet, dass die Schimmelbildung auf baustrukturelle Ursachen zurückzuführen ist. Das Gutachten Schollbach ist nicht schlüssig und beruht auf einseitig gesetzten Messzeitpunkten. Unser Mandant wird ein Gegengutachten beauftragen. Bis zur Klärung wird die geltend gemachte Minderung nicht anerkannt."
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> „Ferner wird darauf hingewiesen, dass Herr Tannenkamp bereits in der Vergangenheit auf die Notwendigkeit regelmäßigen Lüftens hingewiesen wurde. Das Bad verfügt über kein mechanisches Lüftungssystem, was es dem Mieter umso mehr zur Pflicht macht, ausreichend zu lüften."
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**Kommentar RAin Kupfer-Pfaff:** Diese Argumentation entspricht der üblichen Defensivposition des Vermieters, ist aber nach BGH VIII ZR 271/17 nicht überzeugend, solange das Lüftungsverhalten des Mieters unauffällig ist (belegt durch Eigenprotokoll und Gutachten Schollbach).
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### Zu Betriebskosten
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> „Eine Belegeinsicht ist grundsätzlich möglich. Wir bitten um Terminabsprache mit der Verwaltung. Die Umlage der Aufzugskosten entspricht dem im Mietvertrag vereinbarten Verteilerschlüssel 'nach Wohnfläche'. Ob EG-Mieter den Aufzug nutzen können, ist irrelevant, wenn der Mietvertrag keine Ausnahme vorsieht."
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**Kommentar RAin Kupfer-Pfaff:** Diese Auffassung ist rechtlich falsch. BGH VIII ZR 103/14 ist eindeutig: Eine vertragliche Umlage-Vereinbarung, die den gesetzlichen Vorgaben der BetrKV widerspricht, ist unwirksam. Die EG-Mieter haben keinen Zugang zum Aufzug — die Umlage ist unzulässig, unabhängig vom Mietvertragstext.
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### Zu Eigenbedarf
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> „Die bei einem Telefongespräch gefallene Äußerung ist aus dem Zusammenhang gerissen worden und hatte keine rechtliche Bedeutung. Eine Eigenbedarfskündigung ist derzeit nicht geplant."
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### Zu BAFA-Fördermitteln
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> „Die Fördermittelplanung ist vertraulich und betrifft ausschließlich die interne Planung unseres Mandanten. Eine Offenlegungspflicht gegenüber dem Mieter besteht nicht."
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**Kommentar RAin Kupfer-Pfaff:** Dies ist falsch — § 559a Abs. 2 BGB verpflichtet den Vermieter, im späteren Mieterhöhungsverlangen die in Anspruch genommenen Fördermittel anzugeben. Eine vorherige Auskunftspflicht lässt sich aus der allgemeinen Treuepflicht ableiten; das wird im Klageverfahren relevant.
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## Ergebnis der vorgerichtlichen Anhörung
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Keine einvernehmliche Einigung erzielt. Alle wesentlichen Ansprüche wurden zurückgewiesen. Klagerhebung wird vorbereitet (Aktenstück 13).
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# 13 — Klageschrift Amtsgericht Leipzig — Mietminderung
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**Kanzlei-AZ:** KP-2026-0387
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**Gericht:** Amtsgericht Leipzig, Bernhard-Göring-Str. 64, 04275 Leipzig
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**Aktenzeichen (nach Zustellung):** 1 C 417/26
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**Eingereicht:** 03.03.2026
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**Streitwert:** 6.517,92 EUR (Berechnung s.u.)
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## Rubrum
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**Kläger:** Hannes Tannenkamp, Rosenblütenstraße 17, 3. OG links, 04229 Leipzig
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— vertreten durch: RAin Dr. Miriam Kupfer-Pfaff, Kanzlei Kupfer-Pfaff & Partner, Karl-Liebknecht-Str. 122, 04277 Leipzig
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**Beklagte:** Strassburger Immobilien GmbH, vertreten durch Geschäftsführer Klaus-Ulrich Strassburger-Pellbach, Käthe-Kollwitz-Str. 84, 04109 Leipzig
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## Anträge
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Der Kläger beantragt:
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1. Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger **461,10 EUR** nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem 01.02.2026 zu zahlen (rückständige Mietminderung für den Zeitraum 12.08.2025 bis 31.01.2026).
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2. Es wird festgestellt, dass der Kläger berechtigt ist, die Nettokaltmiete für die Wohnung Rosenblütenstraße 17, 3. OG links, 04229 Leipzig, um **12 %** zu mindern, solange die Schimmelschäden im Badezimmer (Außenwandecke Nordwest, Fensterlaibung) und im Arbeitszimmer (Außenwandecke Nordwest) nicht fachgerecht beseitigt sind.
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3. Die Beklagte wird verurteilt, die Schimmelschäden in den unter Antrag 2 bezeichneten Bereichen innerhalb von 6 Wochen nach Rechtskraft dieses Urteils fachgerecht und dauerhaft zu beseitigen, einschließlich Sanierung der Ursache (Wärmebrücke durch ungedämmte Außenwand).
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4. Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger Schadensersatz in Höhe von **1.620,00 EUR** (Kosten Sachverständigengutachten Schollbach 1.240,00 EUR + Feuchtemessung Lehmann GmbH 380,00 EUR) zu zahlen.
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5. Die Beklagte trägt die Kosten des Rechtsstreits.
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## Streitwertberechnung
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| Position | Wert |
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| Rückständige Minderung (Antrag 1) | 461,10 EUR |
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| Feststellung laufende Minderung (12 × 83,84 EUR/Monat; Jahreswert) | 1.006,08 EUR |
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| Mangelbeseitigungsanspruch (Schätzung Sanierungskosten) | 3.430,74 EUR |
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| Schadensersatz (Antrag 4) | 1.620,00 EUR |
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| **Gesamtstreitwert** | **6.517,92 EUR** |
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Zuständigkeit AG Leipzig nach § 23 Nr. 2a GVG i.V.m. § 29a ZPO (Mietsachen bis 5.000 EUR Streitwert oder Mietverhältnis-Streitigkeiten grundsätzlich beim AG) — AG Leipzig hat sachliche und örtliche Zuständigkeit.
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## Sachvortrag (Kurzfassung)
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Der Kläger bewohnt die streitgegenständliche Wohnung seit dem 01.03.2014. Seit August 2025 treten erhebliche Schimmelschäden im Badezimmer und im Arbeitszimmer auf, die auf eine baustrukturelle Wärmebrücke an der ungedämmten Außenwand zurückzuführen sind. Der Kläger hat den Mangel mit Einschreiben vom 12.08.2025 und 03.09.2025 angezeigt. Die Beklagte hat keine Mangelbeseitigung veranlasst, sondern den Kläger pauschal auf vermeintliche Lüftungsfehler verwiesen. Das Sachverständigengutachten des öbvSV Dipl.-Ing. Schollbach vom 28.01.2026 belegt, dass das Lüftungsverhalten des Klägers unauffällig ist und die Schadensursache allein in der Gebäudestruktur liegt.
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Der Kläger hat am 28.01.2026 die Minderung schriftlich erklärt und die Beseitigung des Mangels unter Fristsetzung bis zum 28.02.2026 verlangt. Die Beklagte hat beide Forderungen mit anwaltlichem Schreiben vom 14.02.2026 zurückgewiesen.
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## Beweisangebote
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- Zeugnis: Dipl.-Ing. Rainer Schollbach (Sachverständiger)
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- Urkunden: Gutachten Schollbach (Anlage K3), Einschreiben Mängelanzeigen August und September 2025 (Anlagen K1 und K2), Messprotokoll Lehmann GmbH (Anlage K4), Eigenprotokoll Luftfeuchtigkeit (Anlage K5), Schreiben RA Boden-Kassau vom 14.02.2026 (Anlage K6)
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- Augenschein: Besichtigung der Wohnung durch das Gericht
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## Kostenhinweis
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Gerichtsgebühren bei Streitwert 6.517,92 EUR nach GKG: Verfahrensgebühr 3,0 × 334,00 EUR = ca. 1.002,00 EUR (vorläufige Schätzung). Anwaltsgebühren nach RVG: Prozessgebühr 1,3 × VV 1008 bei GW 6.500 EUR = ca. 729,23 EUR netto. Deckungszusage DEVK erteilt am 20.02.2026.
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# 14 — Klageerwiderung RA Dr. Boden-Kassau (Vermieterseite)
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**Kanzlei-AZ:** KP-2026-0387
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**Gegenseite AZ:** BK-2026-0882
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**Eingegangen:** 08.04.2026
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**Gericht:** AG Leipzig 1 C 417/26
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## Rubrum
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Für die Beklagte Strassburger Immobilien GmbH: RA Dr. Ferdinand Boden-Kassau, Boden-Kassau Rechtsanwälte, Peterssteinweg 12, 04107 Leipzig.
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## Anträge Gegenseite
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1. Die Klage wird abgewiesen.
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2. Der Kläger trägt die Kosten des Rechtsstreits.
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## Vortrag der Beklagten (Zusammenfassung)
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### Zu Antrag 1 und 2 (Mietminderung)
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Die Beklagte bestreitet, dass die Schimmelbildung auf baustrukturelle Ursachen zurückzuführen ist. Hierzu legt die Beklagte ein Gegengutachten des Dipl.-Ing. Markus Breitfeld, SV für Bauschäden, Dresden, vom 20.03.2026 vor (Anlage B1). Gutachter Breitfeld kommt zu folgendem Ergebnis:
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> „Eine abschließende Bewertung ist ohne Längzeitaufzeichnung der Raumklimadaten über mindestens 8 Wochen nicht möglich. Die vorliegenden Messdaten des Klägers reichen nicht aus, um einen Lüftungsfehler auszuschließen. Das Badezimmer weist nur eine natürliche Lüftung auf (Fenster), was eine erhöhte Nutzerverantwortung begründet."
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Ferner führt RA Boden-Kassau aus: Der Kläger hat in seinem Eigenprotokoll nicht nachvollziehbar dokumentiert, wie oft und wie lange gelüftet wurde. Das bloße Messen der Raumluftfeuchte reicht nicht, um ein aktives Lüftungsverhalten zu belegen.
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### Zu Antrag 3 (Mangelbeseitigung)
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Die Beklagte bestreitet die Kausalität. Selbst wenn eine Wärmebrücke vorhanden sei, sei diese als bauartbedingte Eigenschaft eines Gründerzeitgebäudes nicht zwingend vom Vermieter zu beseitigen, wenn sie bei Vertragsschluss bereits vorlag. Die Beklagte verweist auf § 536b BGB: Der Kläger habe die Wohnung im Zustand von 2014 gemietet.
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**Kommentar RAin Kupfer-Pfaff (intern):** Dieses Argument ist unzutreffend. § 536b BGB setzt voraus, dass der Mangel bei Vertragsschluss bekannt war. Tannenkamp hat bei Einzug keine Schimmelbildung festgestellt; die Wärmebrücke hat sich erst bei veränderten klimatischen Bedingungen (besonders kalte Winter 2023/2024 und 2024/2025) als schadensträchtig erwiesen. Außerdem schließt die Kenntnis einer Wärmebrücke als abstrakte Eigenschaft nicht die Kenntnis konkreter Schimmelschäden aus.
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### Zu Antrag 4 (Schadensersatz)
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Die Beklagte bestreitet die Angemessenheit der Sachverständigenkosten und weist darauf hin, dass der Kläger das Gutachten ohne vorherige Aufforderung an den Vermieter in Auftrag gegeben habe. Der Kausalzusammenhang zwischen einer angeblichen Pflichtverletzung der Beklagten und den Gutachterkosten sei nicht belegt.
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## Beweisangebote Beklagte
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- Sachverständigengutachten Breitfeld (Anlage B1)
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- Zeugin: Hausverwalterin Frau Monika Jablonski (zur internen Schadensbearbeitung)
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- Sachverständigenbeweis: Antrag auf gerichtliche Einholung eines weiteren SV-Gutachtens zur Frage der Schadensursache
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## Interne Bewertung durch RAin Kupfer-Pfaff
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Das Gegengutachten Breitfeld ist schwach. Es enthält keine eigene Thermografieaufnahme und keine eigene Luftfeuchtemessung. Es beschränkt sich auf die Kritik an der Methodik Schollbachs, ohne eigene Befunde zu erheben. Die Behauptung, ein 8-wöchiges Raumklima-Langzeitmessprotokoll sei erforderlich, findet in der BGH-Rechtsprechung keine Stütze (BGH VIII ZR 271/17 verlangt keine bestimmte Messdauer, sondern eine plausible Darlegung des Nutzerverhaltens).
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Die Replik (Aktenstück 15) wird diese Punkte aufgreifen und das Vollgutachten Schollbach (eingegangen 04.03.2026) als weiteres Beweismittel einführen.
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# 15 — Replik Mandant Tannenkamp
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**Kanzlei-AZ:** KP-2026-0387
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**Gericht:** AG Leipzig 1 C 417/26
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**Eingereicht:** 25.04.2026
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## Einleitung
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Die Klageerwiderung der Beklagten (Schriftsatz RA Dr. Boden-Kassau vom 08.04.2026) gibt Anlass zu folgenden ergänzenden Ausführungen.
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## Zu den Ausführungen über das Gegengutachten Breitfeld
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Das von der Beklagten vorgelegte Gutachten Breitfeld (Anlage B1) ist methodisch unzureichend und kann die Feststellungen des öbvSV Schollbach nicht erschüttern. Im Einzelnen:
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**1. Keine eigene Messung**
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Der Gutachter Breitfeld hat die Wohnung nach eigener Aussage am 15.03.2026 für ca. 45 Minuten besichtigt, jedoch keine eigenen Thermografieaufnahmen erstellt und keine Oberflächenfeuchtemessung vorgenommen. Sein Gutachten beruht ausschließlich auf der Sichtung des Gutachtens Schollbach und einer eigenen Beurteilung der Fotos. Dies entspricht keiner eigenständigen Befunderhebung.
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**2. Anforderungen an den Nachweis eines Lüftungsfehlers**
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Der BGH hat in der Entscheidung VIII ZR 271/17 (Urt. v. 05.12.2018) klargestellt: Der Vermieter muss den Lüftungsfehler des Mieters konkret belegen. Der pauschale Hinweis, das Eigenprotokoll des Klägers sei methodisch unzureichend, reicht nicht aus. Die Beklagte hätte darlegen müssen, wie häufig und in welchem Umfang gelüftet werden müsste, um die gemessene Wärmebrücke schadensneutral zu halten — das Gegengutachten enthält hierzu keine Angaben.
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**3. Vollgutachten Schollbach**
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Mit dieser Replik wird das Vollgutachten Schollbach vom 04.03.2026 (Anlage K7, 38 Seiten + Thermografiebilder + Laborbericht) eingereicht. Dieses enthält:
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- 24 Thermografieaufnahmen vom 23.01.2026 (bei Außentemperatur -4 °C)
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- Laboranalyse der Abstriche durch Umwelthygiene Leipzig GmbH (Anlage K8)
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- Berechnung des notwendigen Lüftungsvolumens zum Vermeiden von Tauwasserausfall an der Wärmebrücke: 4,8-facher Luftwechsel pro Stunde wäre erforderlich — dies ist in einer normalen Wohnsituation nicht zumutbar und entspricht keiner allgemeinen Lüftungsobliegenheit des Mieters.
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## Zu § 536b BGB (Kenntnis bei Vertragsschluss)
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Die Beklagte behauptet, die Wärmebrücke sei schon beim Einzug 2014 vorhanden gewesen und daher dem Kläger bekannt. Dies ist rechtlich und tatsächlich unzutreffend:
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1. **Tatsächlich:** In den Jahren 2014 bis 2024 (10 Jahre) ist kein Schimmelschaden aufgetreten. Die Wärmebrücke hat sich erst in den besonders kalten Wintern 2023/24 und 2024/25 als schadensrelevant erwiesen.
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2. **Rechtlich:** § 536b BGB setzt positive Kenntnis des konkreten Mangels voraus, nicht die abstrakte Kenntnis von Baukonstruktionseigenschaften. Die bloße Möglichkeit, dass eine Außenwand kälter als die Raumluft ist, begründet keine Kenntnis eines Schimmelbefalls.
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3. **Rechtsprechung:** LG Berlin 65 S 183/17: Das Bewohnen einer Altbauwohnung verschafft dem Mieter keine Kenntnis von Schimmelpotenzial in der Sinne des § 536b BGB.
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## Zu Schadensersatz und Sachverständigenkosten
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Die Sachverständigenkosten waren zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung erforderlich (§ 249 BGB). Der Kläger hatte nach zweimaliger schriftlicher Mängelanzeige und Ablehnung durch den Vermieter keine andere Möglichkeit als ein Sachverständigengutachten in Auftrag zu geben, um die Mangelursache zu belegen. Die Kosten entsprechen dem ortsüblichen Honorar (HOAI-analog: Grundleistungen Gutachten SV Schollbach; Honorarrechnung liegt als Anlage K9 vor).
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## Beweisantrag: Gerichtliches SV-Gutachten
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Der Kläger schließt sich dem Antrag auf gerichtliche Einholung eines Sachverständigengutachtens insofern an, als er beantragt, dem Sachverständigen auch die Aufgabe zu übertragen, festzustellen, ob das Lüftungsverhalten des Klägers ursächlich für den Schimmelschaden war. Das gerichtliche Gutachten soll die Frage auf Grundlage der vorliegenden Messprotokolle und einer neuerlichen Besichtigung beantworten.
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## Ergebnis
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Die Beklagte hat keine substanziellen Einwände erhoben, die die Begründetheit der Klage in Frage stellen. Der Kläger hält alle Anträge vollumfänglich aufrecht.
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# 16 — Gerichtlicher Vergleichsvorschlag
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**Kanzlei-AZ:** KP-2026-0387
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**Gericht:** AG Leipzig 1 C 417/26
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**Richter:** RiAG Hendrik Wohlmuth
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**Datum des Hinweises:** 22.05.2026 (nach mündlicher Verhandlung, vgl. Aktenstück 17)
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## Vergleichsvorschlag des Gerichts
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Richter Wohlmuth hat nach der mündlichen Verhandlung vom 22.05.2026 folgenden Vergleichsvorschlag unterbreitet (protokolliert, vgl. Protokoll Aktenstück 17):
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> „Das Gericht regt an, dass die Parteien folgende gütliche Einigung in Betracht ziehen:
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>
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> 1. Die Beklagte verpflichtet sich, innerhalb von 8 Wochen ab Vergleichsschluss eine fachgerechte Schimmelsanierung in den betroffenen Bereichen (Bad und Arbeitszimmer) durchzuführen, einschließlich einer dauerhaften Ursachenbeseitigung nach Maßgabe des Gutachtens Schollbach.
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>
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> 2. Der Kläger erhält einen einmaligen Ausgleichsbetrag von 700 EUR als Anerkennung der Beeinträchtigung (ohne Anerkennung einer Rechtspflicht).
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>
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> 3. Über die Minderungsquote wird mit dem Vergleich keine Regelung getroffen; das Gericht geht davon aus, dass nach Mangelbeseitigung die Minderungsfrage gegenstandslos wird.
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>
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> 4. Die Kostenteilung: Kosten des Verfahrens werden gegeneinander aufgehoben.
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> 5. Hinsichtlich der Modernisierungsankündigung und der angekündigten Mieterhöhung entfaltet der Vergleich keine Bindungswirkung — diese Fragen bleiben einem gesonderten Verfahren vorbehalten."
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## Bewertung durch RAin Kupfer-Pfaff
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### Vorteile des Vergleichs
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- Schnelle Mangelbeseitigung ohne weiteren Rechtsmittelzug
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- Ausgleich von 700 EUR (deckt Lehmann-Feuchtemessung vollständig)
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- Sicherheit: Bei Ablehnung und Unterliegen im Urteil könnte das Gericht eine niedrigere Minderungsquote festsetzen
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### Nachteile des Vergleichs
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- Kein Ersatz der SV-Kosten Schollbach (1.240 EUR offen)
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- Keine Feststellung der Minderungsquote für rückwirkenden Zeitraum — keine Grundlage für Rückforderung der bereits einbehaltenen Minderungen
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- Kostenaufhebung: Kläger trägt seine Anwaltskosten trotz wahrscheinlichem Obsiegen selbst (nach RVG ca. 729 EUR Prozessgebühr)
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- Die Kernansprüche wegen Betriebskosten bleiben unberührt
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### Empfehlung an Mandant
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Nach Rücksprache mit Herrn Tannenkamp (Telefonat 26.05.2026) lehnt dieser den Vergleich ab. Begründung des Mandanten: Er möchte eine gerichtliche Feststellung der Minderungsquote, da diese für spätere Auseinandersetzungen mit dem Vermieter (insbesondere im Zuge der angekündigten Modernisierungsmieterhöhung) wichtig sei. Außerdem sei ein Vergleich ohne vollständige Kostenerstattung für ihn nicht befriedigend.
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## Reaktion Gegenseite
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RA Dr. Boden-Kassau erklärte namens der Beklagten: Der Vergleich komme nur in Betracht, wenn Punkt 3 dahingehend abgeändert werde, dass eine Minderungsquote ausdrücklich für die Vergangenheit ausgeschlossen werde. Da der Kläger dies nicht akzeptiert und der Vermieter eine Feststellung der Minderungsquote verhindern will, scheitert der Vergleich an den unvereinbaren Interessen beider Parteien.
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## Ergebnis
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Kein Vergleich. Das Gericht bestimmte neuen Verhandlungstermin und Beweisaufnahme: SV Schollbach als Zeuge geladen für den 12.08.2026. Das Urteil erging am 14.09.2026 (Aktenstück 18).
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# 17 — Protokoll Mündliche Verhandlung AG Leipzig 1 C 417/26
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**Gericht:** Amtsgericht Leipzig, Sitzungssaal 204, Bernhard-Göring-Str. 64
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**Aktenzeichen:** 1 C 417/26
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**Termin:** Freitag, 22. Mai 2026, 10:15 Uhr
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**Richter:** RiAG Hendrik Wohlmuth
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**Protokollführerin:** JA Sandra Klemm
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## Erschienene
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| Person | Eigenschaft |
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| RAin Dr. Miriam Kupfer-Pfaff | Prozessbevollmächtigte des Klägers |
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| Hannes Tannenkamp | Kläger, persönlich erschienen |
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| RA Dr. Ferdinand Boden-Kassau | Prozessbevollmächtigter der Beklagten |
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| — (Klaus-Ulrich Strassburger-Pellbach nicht erschienen) | Beklagte nicht persönlich |
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## Verlauf der Verhandlung
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**10:15 Uhr — Eröffnung**
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Der Vorsitzende eröffnet die Verhandlung, stellt die Anwesenheiten fest und liest den Klageantrag vor.
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**10:20 Uhr — Erörterung Sach- und Streitstand**
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Richter Wohlmuth stellt fest, dass das Gericht den Sachverhalt weitgehend als unstreitig betrachtet: Das Vorliegen von Schimmelschäden im Bad und Arbeitszimmer sei durch Fotos, Eigenprotokoll und Gutachten Schollbach gut dokumentiert. Die Streitfrage sei im Kern: Ist die Ursache baustrukturell oder auf das Nutzerverhalten zurückzuführen?
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Richter Wohlmuth: „Das Gutachten Breitfeld überzeugt das Gericht nicht, da es keine eigene Befunderhebung enthält. Das Gericht neigt dazu, dem Gutachten Schollbach zu folgen, sofern keine gewichtigen Einwände erhoben werden."
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RA Boden-Kassau: „Wir beantragen die Einholung eines gerichtlichen Gutachtens. Der Lüftungsfehler des Klägers kann nur durch Langzeitmessung ausgeschlossen werden."
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Richter Wohlmuth: „Das gerichtliche Gutachten ist grundsätzlich möglich, würde das Verfahren aber erheblich verlängern. Ich rege an, die Parteien mögen zunächst die Möglichkeit eines Vergleichs prüfen."
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**10:45 Uhr — Vergleichsgespräch (nicht öffentlich, protokolliert in Kurzform)**
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Auf Bitten des Richters unterbrach die Verhandlung für 20 Minuten. Die Parteien traten in direkte Gespräche. Kein Ergebnis.
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**11:05 Uhr — Rückkehr, Vergleichsvorschlag des Gerichts**
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Richter Wohlmuth unterbreitet den Vergleichsvorschlag (s. Aktenstück 16).
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RAin Kupfer-Pfaff: „Ich werde meinen Mandanten informieren und bis zum 31.05.2026 Rückmeldung geben."
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RA Boden-Kassau: „Die Beklagte benötigt ebenfalls Bedenkzeit bis 31.05.2026."
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**11:15 Uhr — Ladung SV Schollbach**
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Da kein Vergleich absehbar, bestimmt Richter Wohlmuth:
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- Sachverständiger Schollbach wird als sachverständiger Zeuge zur Beweisaufnahme geladen: Termin 12.08.2026, 09:30 Uhr.
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- Das Gericht beabsichtigt, auf Grundlage der mündlichen Anhörung SV Schollbach und der vorgelegten Gutachten ein Urteil zu fällen.
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**11:20 Uhr — Schluss der Verhandlung**
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## Beschlüsse / Hinweise des Gerichts
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1. Schriftsatzfrist für Parteien nach Beweisaufnahme: 2 Wochen nach Termin 12.08.2026.
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2. Urteilsverkündung: In der Verhandlung vom 12.08.2026 oder durch Einzelrichterbeschluss mit Zustellung.
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3. Gericht weist darauf hin, dass eine Minderungsquote von 10–12 % bei nachgewiesener baustruktureller Ursache in der Rechtsprechung üblich ist.
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## Protokoll der Beweisaufnahme vom 12.08.2026
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**Zeuge:** Dipl.-Ing. Rainer Schollbach (öbvSV)
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SV Schollbach bestätigte seine gutachterlichen Feststellungen und erläuterte die Thermografieaufnahmen. Auf Befragen von RA Boden-Kassau, ob ein intensiveres Lüften theoretisch die Kondensation verhindert hätte, antwortete SV Schollbach:
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> „Technisch wäre ein Luftwechsel von ca. 4,8-fach pro Stunde notwendig. Dies entspricht etwa dem Öffnen aller Fenster gleichzeitig für mehrere Stunden täglich. Diese Anforderung übersteigt jede zumutbare Lüftungsobliegenheit und entspricht nicht den anerkannten Regeln der Technik (DIN 1946-6). Das Bad ist für normales Wohnnutzungsverhalten ausgelegt."
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RA Boden-Kassau: Keine weiteren Fragen.
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RAin Kupfer-Pfaff: Keine weiteren Fragen.
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Richter Wohlmuth: „Das Gericht nimmt die Aussage zur Kenntnis. Urteil ergeht am 14.09.2026."
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# 18 — Urteil Amtsgericht Leipzig 1 C 417/26
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**Gericht:** Amtsgericht Leipzig
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**Aktenzeichen:** 1 C 417/26
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**Verkündet:** 14. September 2026
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**Rechtskraft:** Teilweise (Teile des Urteils sind durch Berufung des Vermieters angefochten)
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**Richter:** RiAG Hendrik Wohlmuth
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## Im Namen des Volkes
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**URTEIL**
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In dem Rechtsstreit
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**Hannes Tannenkamp**, Rosenblütenstraße 17, 3. OG links, 04229 Leipzig — **Kläger** —
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gegen
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**Strassburger Immobilien GmbH**, vertreten durch den Geschäftsführer Klaus-Ulrich Strassburger-Pellbach, Käthe-Kollwitz-Str. 84, 04109 Leipzig — **Beklagte** —
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hat das Amtsgericht Leipzig durch den Richter am Amtsgericht Wohlmuth am 14. September 2026 für Recht erkannt:
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## Tenor
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1. Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger **461,10 EUR** nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem 01.02.2026 zu zahlen.
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2. Es wird festgestellt, dass der Kläger berechtigt ist, die Nettokaltmiete für die Wohnung Rosenblütenstraße 17, 3. OG links, 04229 Leipzig, um **12 %** zu mindern, solange die Schimmelschäden im Badezimmer und im Arbeitszimmer nicht fachgerecht beseitigt sind.
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3. Die Beklagte wird verurteilt, die Schimmelschäden in den im Tenor zu 2 bezeichneten Bereichen innerhalb von 8 Wochen nach Rechtskraft dieses Urteils fachgerecht zu beseitigen.
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4. Im Übrigen wird die Klage abgewiesen. (Schadensersatz Sachverständigenkosten: Anspruch auf Erstattung der Schollbach-Kosten besteht nur in Höhe von **930,00 EUR** — nur insoweit schlüssig begründet; Feuchtemesskosten Lehmann GmbH 380,00 EUR: abgewiesen, da diese vor Mandatsübernahme entstanden und dem Kläger insoweit kein Schadensersatzanspruch aus § 536a BGB zusteht, weil die Ersatzvornahme eigenmächtig ohne Fristsetzung erfolgte.)
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5. Von den Kosten des Rechtsstreits hat die Beklagte 85 % zu tragen, der Kläger 15 %.
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6. Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar. Die Beklagte kann die Vollstreckung durch Sicherheitsleistung in Höhe von 110 % des zu vollstreckenden Betrages abwenden.
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## Tatbestand (Kurzfassung)
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Der Kläger bewohnt die Wohnung im 3. OG links des Anwesens Rosenblütenstraße 17, Leipzig-Plagwitz seit dem 01.03.2014. Seit August 2025 traten Schimmelschäden im Badezimmer und im Arbeitszimmer auf. Der Kläger zeigte diese Mängel dem Vermieter schriftlich an; eine Mangelbeseitigung erfolgte nicht. Der Kläger beauftragte auf eigene Kosten den Sachverständigen Schollbach, der die Schimmelursache auf eine Wärmebrücke in der ungedämmten Außenwand zurückführte.
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## Entscheidungsgründe (Kurzfassung)
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Das Gericht folgt dem Sachverständigengutachten Schollbach. Der Zeuge Schollbach hat seine Feststellungen in der Beweisaufnahme vom 12.08.2026 überzeugend und nachvollziehbar erläutert. Das Gegengutachten Breitfeld enthält keine eigenständige Befunderhebung und ist daher nicht geeignet, die Feststellungen Schollbachs zu erschüttern.
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Die Minderungsquote von 12 % ist angemessen. Das Gericht orientiert sich an der Rechtsprechung vergleichbarer Gerichte (LG Berlin 65 S 183/17: 10 % für Schimmel im Bad; AG München 411 C 12003/19: 8 % für Schimmel im Kinderzimmer; Kumulierung auf 12 % erscheint sachgerecht).
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Die Beklagte hat die Ursache trotz Kenntnis des Mangels nicht beseitigt (§ 536a BGB, Haftung ab Kenntnis). Die Sachverständigenkosten Schollbach sind als Schadensersatz teilweise erstattungsfähig. Hinsichtlich der Feuchtemesskosten Lehmann GmbH fehlt es an einer vorherigen Fristsetzung.
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Die Feststellung der Modernisierungsmieterhöhung war nicht Gegenstand der Klage und wird in diesem Urteil nicht entschieden.
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## Berufung
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Das Urteil ist dem RA Boden-Kassau am 22.09.2026 zugestellt worden. Die Beklagte hat mit Schriftsatz vom 21.10.2026 Berufung beim Landgericht Leipzig eingelegt (LG Leipzig 6 S 184/26). Streitpunkt der Berufung: Minderungsquote und Mangelbeseitigungspflicht. Die Beklagte bestreitet weiterhin die baustrukturelle Kausalität (Aktenstück 19).
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# 19 — Berufung Landgericht Leipzig 6 S 184/26
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**Kanzlei-AZ:** KP-2026-0387
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**Gericht:** Landgericht Leipzig, 6. Zivilkammer (Berufungskammer für Mietsachen)
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**Aktenzeichen:** LG Leipzig 6 S 184/26
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**Berufungskläger:** Strassburger Immobilien GmbH (Beklagte des Ausgangsverfahrens)
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**Berufungsbeklagter:** Hannes Tannenkamp (Kläger des Ausgangsverfahrens)
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**Berufungseinlegung:** 21.10.2026 (innerhalb der Monatsfrist, § 517 ZPO)
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**Berufungsbegründung eingegangen:** 20.11.2026
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## Berufungsanträge der Beklagten (Berufungsklägerin)
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1. Das Urteil des AG Leipzig vom 14.09.2026 (1 C 417/26) wird aufgehoben, soweit die Beklagte zur Zahlung von 461,10 EUR verurteilt wurde.
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2. Die Feststellung zur Minderungsquote von 12 % wird aufgehoben.
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3. Die Verpflichtung zur Mangelbeseitigung wird aufgehoben.
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4. Der Kläger trägt die Kosten beider Instanzen.
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## Berufungsbegründung (Zusammenfassung)
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RA Dr. Boden-Kassau trägt vor:
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**Rüge 1: Unzureichende Würdigung des Gegengutachtens**
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Das erstinstanzliche Gericht habe das Gutachten Breitfeld zu Unrecht als methodisch unzureichend abgetan. Breitfeld sei ebenfalls qualifizierter Sachverständiger. Das Gericht hätte stattdessen ein gerichtliches Obergutachten einholen müssen. Durch die Ablehnung dieses Antrags sei das rechtliche Gehör der Beklagten verletzt (Art. 103 Abs. 1 GG, § 286 ZPO).
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**Rüge 2: Fehlerhafter Minderungsmaßstab**
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Die festgestellte Minderungsquote von 12 % sei zu hoch. Das Gericht habe die Gesamtbeeinträchtigung der Wohnung überbewertet. Der Schimmel betreffe lediglich ca. 0,15 m² im Badezimmer und ca. 0,35 m² im Arbeitszimmer — zusammen 0,5 m² von 78,5 m² Wohnfläche (0,64 % der Fläche). Eine Minderung von 12 % sei unverhältnismäßig.
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**Rüge 3: Mangelbeseitigungspflicht**
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Das Gericht habe zu Unrecht die vollständige Dämmung der Außenwand als geschuldete Mangelbeseitigung angesehen. § 535 Abs. 1 Satz 2 BGB verpflichte den Vermieter zur Erhaltung in vertragsgemäßem Zustand — nicht zur Aufrüstung auf einen Standard, der bei Vertragsschluss nicht vorhanden war. Die Wärmedämmung sei eine Modernisierungsmaßnahme (§ 555b BGB), die der Vermieter separat ankündigen dürfe.
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## Berufungserwiderung durch RAin Kupfer-Pfaff (Entwurf, noch einzureichen bis 20.12.2026)
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### Zu Rüge 1
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Der Antrag auf Einholung eines gerichtlichen Gutachtens wurde gestellt, aber das Gericht hat diesen nach pflichtgemäßem Ermessen abgelehnt — dies ist prozessrechtlich zulässig (§ 144 ZPO). Das Gericht kann nach § 286 ZPO die vorliegenden Sachverständigengutachten frei würdigen und einem von ihnen folgen. Eine Pflicht zur Einholung eines dritten Gutachtens besteht nicht, wenn das Gericht dem ersten Gutachten überzeugend folgt.
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### Zu Rüge 2
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Die Minderungsquote bemisst sich nicht nach der betroffenen Fläche, sondern nach der Beeinträchtigung der Gebrauchstauglichkeit. Bad und Schlafzimmer/Arbeitszimmer sind Kernräume einer Wohnung. Ein Schimmelbefall in diesen Räumen beeinträchtigt die Nutzbarkeit erheblich und birgt gesundheitliche Risiken (Aspergillus niger hat nachgewiesenes allergenes Potenzial). Die Minderungsquote von 12 % ist im Einklang mit der Rechtsprechung des LG Berlin (65 S 183/17: 10 % für Schimmel im Bad allein; hier: Schimmel in zwei Räumen, daher 12 % gerechtfertigt).
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### Zu Rüge 3
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Der Vermieter schuldet nach § 535 Abs. 1 Satz 2 BGB die Erhaltung der Wohnung in einem Zustand, der vertragsgemäßen Gebrauch ermöglicht. Wenn die Außenwand des Gebäudes eine baustrukturelle Eigenschaft aufweist, die dauerhaft zu Schimmelbildung führt, muss der Vermieter diese Eigenschaft beseitigen — unabhängig davon, ob er dies als Modernisierung ausgestaltet oder als Instandhaltung. Der Mieter hat Anspruch auf Mangelfreiheit, nicht auf bloße Schimmelbeseitigung ohne Ursachenbeseitigung.
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## Verfahrensstand
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Berufung anhängig beim LG Leipzig 6. Zivilkammer. Verhandlungstermin: geplant Februar 2027. Berufungserwiderung durch RAin Kupfer-Pfaff bis 20.12.2026 einzureichen.
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# 20 — Stellungnahme Mieterbund Leipzig e.V.
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**Kanzlei-AZ:** KP-2026-0387
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**Datum Stellungnahme:** 05.03.2026
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**Aussteller:** Mieterbund Leipzig e.V., Brühl 34–36, 04109 Leipzig
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**Unterzeichner:** Dipl.-Jur. Sabrina Hohlmann, Rechtsberaterin Mieterbund Leipzig
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## Hintergrund
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Herr Tannenkamp ist seit 2014 Mitglied des Mieterbunds Leipzig e.V. Der Mieterbund hat ihn bereits 2021 bei der Prüfung des ersten Mieterhöhungsverlangens beraten und an die Kanzlei Kupfer-Pfaff vermittelt. RAin Kupfer-Pfaff hat den Mieterbund um eine ergänzende Stellungnahme zur Frage der Modernisierungsmieterhöhung und zum Härteeinwand gebeten.
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## Stellungnahme des Mieterbunds
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### Zur Modernisierungsmieterhöhung
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Der Mieterbund Leipzig teilt die Einschätzung der Kanzlei Kupfer-Pfaff, dass die angekündigte Mieterhöhung von 8,90 EUR auf 13,40 EUR/m² mehrere Rechtsmängel aufweist:
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1. **Fehlende Abgrenzung Instandhaltung/Modernisierung:** Nach § 559 Abs. 2 BGB sind Instandhaltungskosten vom umlagefähigen Modernisierungsaufwand abzuziehen. Die Ankündigung des Vermieters enthält diese Abgrenzung nicht. Aus unserer Erfahrung in der Mietrechtsberatung (über 350 vergleichbare Fälle seit 2018) beanspruchen Vermieter häufig Beträge, die um 15–25 % über dem nach § 559 BGB zulässigen Betrag liegen, weil Instandhaltungsanteile nicht abgezogen werden.
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2. **Fördermittelabzug:** Für Wärmepumpen und Dämmmaßnahmen nach GEG gewährt das BAFA regelmäßig Fördermittel. Die angekündigte Mieterhöhung enthält keinen entsprechenden Abzug gemäß § 559a BGB.
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3. **Härteklausel:** Der Mieterbund begrüßt, dass Herr Tannenkamp den Härteeinwand nach § 555d Abs. 2 BGB fristgerecht erhoben hat. Die Mietbelastungsquote von über 50 % ist ein starkes Indiz für wirtschaftliche Unzumutbarkeit.
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### Zum Mietspiegel Leipzig 2026
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Der Mieterbund Leipzig war an der Erstellung des Mietspiegels 2026 als mietervertretende Organisation beteiligt. Die im Mietspiegel 2026 ausgewiesenen Werte spiegeln die tatsächlichen Mieten im Bestand wider und sind als qualifizierter Mietspiegel im Sinne des § 558d BGB anerkannt. Die Einordnung der Wohnung Tannenkamp in Feld C-3 (Altbau bis 1918, mittlere Lage, 60–90 m²) ist korrekt. Der Mittelwert von 9,20 EUR/m² bildet die Obergrenze einer für Herrn Tannenkamp wirtschaftlich noch vertretbaren Miete unter § 558 BGB.
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### Zur Eigenbedarfsandrohung
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Der Mieterbund beobachtet seit 2022 eine Zunahme von Eigenbedarfsankündigungen in Plagwitz, die zeitlich mit Modernisierungsmaßnahmen zusammenfallen. In mehreren Fällen (u.a. Brandvorwerk, Körnerstraße) wurde anschließend kein tatsächlicher Eigenbedarf geltend gemacht; die Androhung diente offenbar der Einschüchterung widersetzlicher Mieter. Der Mieterbund empfiehlt, die Androhung zu dokumentieren und für den Fall einer formellen Kündigung sofort rechtlich gegenzusteuern.
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## Politischer Hintergrund — Quartiers-Initiative „Rettet den Kiez Plagwitz"
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Die Initiative, deren Sprecher Herr Tannenkamp ist, hat sich seit Herbst 2025 zu einer stadtpolitisch sichtbaren Kraft entwickelt. Die Initiative hat im November 2025 eine Petition mit 1.847 Unterschriften beim Stadtrat eingereicht. Im Dezember 2025 haben die Stadtratsfraktionen SPD und Bündnis90/Die Grünen eine Anfrage an die Stadtverwaltung gerichtet, welche Instrumente des sozialen Mietrechts (Milieuschutzsatzung, Umwandlungsverbot) für Plagwitz in Betracht kommen. Die Stadtverwaltung prüft dies; ein Beschluss ist für 2027 möglich.
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Der Mieterbund unterstützt die Initiative und stellt ihr Daten zum lokalen Mietpreisniveau zur Verfügung.
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## Zusammenfassung
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Der Mieterbund Leipzig e.V. empfiehlt, das Verfahren vor dem AG Leipzig konsequent zu führen und gleichzeitig die stadtpolitische Dimension aktiv zu halten. Die Akte Tannenkamp ist geeignet, als Musterfall für die Diskussion über Modernisierungsschutz im sozialen Wohnungsbau in Leipzig zu dienen.
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gez. Sabrina Hohlmann, Dipl.-Jur.
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Mieterbund Leipzig e.V.
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# 21 — Mediationsversuch Stadt Leipzig — Gescheiterter Einigungsversuch
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**Kanzlei-AZ:** KP-2026-0387
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**Erstellt:** 30.06.2026
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**Mediatorin:** Dr. Lotte Finkenrath, Kommunale Mieterberatung Leipzig (Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung)
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**Mediationstermin:** 18.06.2026, 14:00 Uhr, Stadthaus Leipzig, Martin-Luther-Ring 4
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## Hintergrund der Mediation
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Auf Initiative der Quartiers-Initiative „Rettet den Kiez Plagwitz" und mit Unterstützung der Stadtratsfraktionen SPD und Bündnis90/Die Grünen hat die Stadtverwaltung Leipzig im Mai 2026 angeboten, eine kostenfreie Mediation zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln. Ziel war eine außergerichtliche Einigung, die das laufende Klageverfahren (AG Leipzig 1 C 417/26) ergänzt oder vorläufig aufsetzt.
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Herr Tannenkamp hat das Angebot begrüßt. Die Kanzlei Kupfer-Pfaff hat keine Einwände erhoben und das Klageverfahren nicht ausgesetzt (auf Antrag hätte das Gericht eine vorübergehende Aussetzung nach § 278a ZPO ermöglichen können).
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## Erschienene beim Mediationstermin
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| Person | Eigenschaft |
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| Dr. Lotte Finkenrath | Mediatorin (Kommunale Mieterberatung Leipzig) |
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| Hannes Tannenkamp | Mieter / Kläger |
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| RAin Dr. Miriam Kupfer-Pfaff | Bevollmächtigte Tannenkamp |
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| — | Strassburger Immobilien GmbH: **nicht erschienen** |
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## Ablauf
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**14:00 Uhr:** Mediatorin Dr. Finkenrath eröffnet den Termin. Sie stellt fest, dass kein Vertreter der Strassburger Immobilien GmbH anwesend ist. Eine vorherige Absage liegt nicht vor.
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**14:10 Uhr:** Mediatorin versucht telefonisch, Klaus-Ulrich Strassburger-Pellbach zu erreichen. Sein Mobiltelefon ist nicht erreichbar; die Hausverwaltung ist nicht besetzt. RA Dr. Boden-Kassau ist ebenfalls nicht erreichbar.
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**14:20 Uhr:** Mediatorin Dr. Finkenrath stellt fest, dass die Mediation mangels Erscheinens der Gegenseite nicht stattfinden kann.
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## Reaktion der Gegenseite (nachträglich)
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Mit E-Mail vom 22.06.2026 teilt RA Dr. Boden-Kassau mit:
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> „Der Termin war unserer Mandantin aus organisatorischen Gründen nicht möglich. Eine Mediation unter Beteiligung städtischer Stellen erscheint uns darüber hinaus nicht zielführend, da die rechtlichen Fragen von einem Gericht zu klären sind."
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## Bewertung durch RAin Kupfer-Pfaff
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Das Fernbleiben der Vermieterseite ist bemerkenswert und rechtlich bedeutsam. Nach § 278a ZPO hat das Gericht im Urteilsverfahren auch das außergerichtliche Einigungsverhalten der Parteien im Rahmen der Kostentscheidung zu würdigen. Das Gericht wird darauf hingewiesen werden, dass der Kläger konstruktiv am Mediationsversuch mitgewirkt hat, während die Beklagte ohne triftige Entschuldigung ferngeblieben ist. Dies kann sich auf die Kostenentscheidung zugunsten des Klägers auswirken.
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Die Weigerung der Vermieterin, außergerichtliche Einigungsversuche zu unterstützen, unterstreicht auch den politischen Charakter des Konflikts: Strassburger Immobilien GmbH scheint eine Präzedenzwirkung einer Einigung auf andere Mieter des Hauses zu befürchten.
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## Protokoll der Mediatorin
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Dr. Finkenrath hat auf Bitte der Kanzlei ein Protokoll des Termins ausgefertigt, das folgendes bestätigt:
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- Tannenkamp und RAin Kupfer-Pfaff erschienen pünktlich
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- Strassburger Immobilien GmbH ohne vorherige Absage nicht erschienen
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- Keine Einigung möglich
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Das Protokoll liegt als Anlage zur Akte und wurde dem AG Leipzig im Verfahren 1 C 417/26 als zusätzliche Anlage nachgereicht (Anlage K10, eingereicht 01.07.2026).
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## Nachgang
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Der Mediationsversuch der Stadt Leipzig ist damit endgültig gescheitert. Die stadtpolitische Diskussion über Milieuschutzsatzung Plagwitz läuft weiter. Herr Tannenkamp hat eine Stellungnahme des Mieterbunds und der Initiative an die zuständige Stadtratsdezernentin übermittelt. Die Initiative „Rettet den Kiez Plagwitz" plant eine Pressekonferenz für September 2026.
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# 22 — Abschlussvermerk Rechtsanwältin / Mandatsverwaltung
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**Kanzlei-AZ:** KP-2026-0387
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**Datum:** 15. Oktober 2026
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**Verfasserin:** RAin Dr. Miriam Kupfer-Pfaff
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## Mandatsstand zum 15.10.2026
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### Erledigte Aufgaben
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| Aufgabe | Ergebnis | Datum |
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|---|---|---|
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| Mandatsübernahme, Vollmacht | Erledigt | 14.01.2026 |
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| Deckungsanfrage DEVK | Deckungszusage erteilt | 20.02.2026 |
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| Prüfung Modernisierungsankündigung | Beanstandungen formuliert | 17.01.2026 |
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| Härteeinwand § 555d Abs. 2 BGB | Fristgerecht versandt | 21.01.2026 |
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| Prüfung Betriebskostenabrechnung 2024 | Rüge erhoben; Belegeinsicht noch offen | 25.01.2026 |
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| Forderungsschreiben Mietminderung | Versandt; zurückgewiesen | 28.01.2026 |
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| Gutachten Schollbach beauftragt | Vollgutachten erhalten | 04.03.2026 |
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| Klageschrift AG Leipzig | Eingereicht | 03.03.2026 |
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| Replik | Eingereicht | 25.04.2026 |
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| Mediationsversuch | Gescheitert (Vermieter nicht erschienen) | 18.06.2026 |
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| Urteil AG Leipzig 1 C 417/26 | Teilerfolg | 14.09.2026 |
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| Berufungserwiderung LG Leipzig | In Vorbereitung (Frist 20.12.2026) | — |
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## Verfahrensstand im Detail
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### AG Leipzig 1 C 417/26 — Urteil
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- Mietminderung 12 %: **vollständig obsiegt** (Antrag 2, Feststellung)
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- Rückzahlung rückständige Minderung 461,10 EUR + Zinsen: **vollständig obsiegt** (Antrag 1)
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- Mangelbeseitigungspflicht: **vollständig obsiegt** (Antrag 3)
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- Schadensersatz SV-Kosten: **teilweise obsiegt** (930,00 EUR statt 1.620,00 EUR)
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- Gesamtkostenquote: 85 % zu Lasten Beklagte / 15 % zu Lasten Kläger
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### LG Leipzig 6 S 184/26 — Berufung
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- Anhängig; Berufungserwiderung bis 20.12.2026
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- Verhandlungstermin: voraussichtlich Februar 2027
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- Prognose: Bestätigung des Urteils erwartet; SV-Gutachten Schollbach ist gut begründet
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### Betriebskostenabrechnung 2024
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- Aufzugskosten-Rüge: Noch keine Korrektur durch Vermieter
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- Belegeinsicht: Termin vereinbart für 28.10.2026 (Hausverwaltungsbüro)
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- Weiteres: Ggf. separate Klage auf Korrektur, falls Einigung scheitert
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### Modernisierungsmieterhöhung
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- Formelles Mieterhöhungsverlangen nach § 559b BGB noch nicht zugegangen
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- Modernisierungsbeginn: Vermieter hat Baubeginn auf Oktober 2026 verschoben (Baugenehmigungsverzögerung)
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- Sobald das förmliche Verlangen zugeht, wird dieses geprüft und ggf. Widerspruch erhoben
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## Kostenabrechnung (vorläufig)
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| Position | Betrag |
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| Beratungsgebühr Erstgespräch (bereits gezahlt) | 226,10 EUR |
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| Geschäftsgebühr Nr. 2300 VV RVG (außergerichtlich) | 535,60 EUR |
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| Prozessgebühr Nr. 3100 VV RVG (1. Instanz) | 729,23 EUR |
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| Termingebühr Nr. 3104 VV RVG | 729,23 EUR |
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| Auslagen / Kommunikation | 81,00 EUR |
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| Gutachtenkosten Schollbach (vorverauslagt) | 1.476,60 EUR (inkl. MwSt.) |
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| **Gesamtvorschuss bisher erbracht** | **2.500,00 EUR** |
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| **Offene Erstattung durch Beklagte (85 % Kosten)** | wird nach Kostenfestsetzung berechnet |
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Die DEVK Rechtsschutzversicherung hat Kostendeckung für beide Instanzen bestätigt.
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## Empfehlungen an Mandant
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1. **Berufungserwiderung abwarten** — das Verfahren vor dem LG Leipzig wird voraussichtlich die Position stärken.
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2. **Betriebskosten-Belegeinsicht** am 28.10.2026 wahrnehmen; Vollmacht erteilt.
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3. **Modernisierungsankündigung** — Vermieter hat noch keinen neuen Termin für Baubeginn bestätigt; Situation beobachten.
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4. **Eigenbedarfskündigung** — weiterhin keine formelle Kündigung; Drohung bleibt latent; Initiative aktiv behalten.
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5. **Quartiers-Initiative** — politische Begleitung hilft als informeller Schutz; Pressekonferenz September 2026 gut wahrgenommen.
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## Aktenablagevermerk
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Diese Akte bleibt bis zum rechtskräftigen Abschluss des Berufungsverfahrens (LG Leipzig 6 S 184/26) aktiv. Nach Rechtskraft erfolgt vollständige Kostenabrechnung und Aktenabschluss. Aktenaufbewahrungsfrist nach BRAO: 6 Jahre ab Mandatsende.
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gez. RAin Dr. Miriam Kupfer-Pfaff
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Kanzlei Kupfer-Pfaff & Partner, Leipzig, 15.10.2026
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# Akte: Mietstreit Tannenkamp / Strassburger Immobilien GmbH — Altbau Leipzig-Plagwitz, Modernisierung und Mietminderung
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## Akte komplett herunterladen
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Diese Arbeitsakte gibt es in zwei Formaten zum Direkt-Download. Das Gesamt-PDF eignet sich zum Lesen, Ausdrucken und für schnelle Durchsichten. Das Akten-ZIP enthält sämtliche Originaldateien (Markdown-Aktenstücke, Tabellen, E-Mails, Fotos, PDFs, DOCX, XLSX) im Originalordnerlayout für eigene Auswertungen.
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| Was | Format | Quelle |
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| Gesamt-PDF (alles in einer Datei, 749 KB) | PDF | [`gesamt-pdf/mietstreit-altbau-rosenbluete-leipzig-modernisierung-und-minderung-tannenkamp_gesamt.pdf`](gesamt-pdf/mietstreit-altbau-rosenbluete-leipzig-modernisierung-und-minderung-tannenkamp_gesamt.pdf) |
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| Akten-ZIP (alle Einzeldateien) | ZIP | [testakte-mietstreit-altbau-rosenbluete-leipzig-modernisierung-und-minderung-tannenkamp.zip](https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht/releases/latest/download/testakte-mietstreit-altbau-rosenbluete-leipzig-modernisierung-und-minderung-tannenkamp.zip) |
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Die ZIP-URL ist stabil und zeigt immer auf die aktuelle Version. Im Akten-ZIP ist das Gesamt-PDF mit enthalten.
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**Arbeitsakte.** Alle Personen, Anschriften, Aktenzeichen, Unternehmen und Gutachter sind anonymisiert und fiktiv. Die Akte gehört fachlich zum Plugin `mietrecht`.
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## Kurzbild
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- Mandant: **Hannes Tannenkamp** (geb. 1951), Architekt im Ruhestand, lebt seit 1. März 2014 in der Wohnung Rosenblütenstraße 17, 04229 Leipzig-Plagwitz, 3. OG links, ca. 78 m².
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- Vermieter: **Strassburger Immobilien GmbH**, vertreten durch Geschäftsführer Klaus-Ulrich Strassburger-Pellbach, Käthe-Kollwitz-Str. 84, 04109 Leipzig.
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- Kanzlei-AZ: **KP-2026-0387** (Rechtsanwältin Dr. Miriam Kupfer-Pfaff, Kanzlei Kupfer-Pfaff & Partner, Leipzig).
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- Gerichtliche Aktenzeichen: **AG Leipzig 1 C 417/26** (Klage auf Mietminderung) und **LG Leipzig 6 S 184/26** (Berufung Vermieter).
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### Konfliktstränge
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1. **Schimmel im Bad und Kinderzimmer** — seit 8 Monaten gemeldet, Vermieter verweist auf Lüftungsfehler (§ 536 BGB, BGH VIII ZR 271/17).
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2. **Modernisierungsankündigung** — umfassende Außenwanddämmung, Dacherneuerung, neue Heizungsanlage; angekündigte Mieterhöhung von 8,90 EUR auf 13,40 EUR/m² nettokalt (§§ 555b, 555c BGB, § 559 BGB).
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3. **Härteeinwand** — Tannenkamp bezieht Rentnereinkommen (gesetzliche Rente + Versorgungswerk Architektenkammer); 12 Jahre Wohndauer; § 555d Abs. 2 BGB, § 574 BGB.
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4. **Betriebskostenabrechnung 2024 fehlerhaft** — Wartungskosten Aufzug wurden anteilig auch auf Erdgeschoss-Mieter umgelegt (BetrKV § 2 Nr. 7, BGH VIII ZR 103/14).
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5. **Eigenbedarfskündigung (vorbeugend angedroht)** — Tochter Pelina Strassburger-Pellbach soll angeblich in die Wohnung einziehen (§ 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB).
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6. **Quartiers-Initiative „Rettet den Kiez Plagwitz"** — politischer und medialer Hintergrund; Tannenkamp ist Sprecher; erhöhter öffentlicher Druck auf Vermieter.
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7. **Mediationsversuch der Stadt Leipzig** — Vermittlung durch die kommunale Mieterberatung scheitert; Vermieter nimmt Termin nicht wahr.
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8. **Berufung beim Landgericht Leipzig** — nach Teilerfolg vor dem AG Leipzig (Mietminderung 12 % bestätigt, Modernisierungsmieterhöhung teilweise untersagt) legt Vermieter Berufung ein.
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## Was diese Akte demonstriert
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| Skill | Aktenstück | Demonstration |
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|---|---|---|
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| Mandatsaufnahme und Erstberatung | 01, 02 | Sachverhaltsaufnahme, Vollmacht, Interessenkonfliktprüfung |
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| Mietminderung (§ 536 BGB) | 03, 04, 11, 13 | Mangelliste, Minderungsquoten, BGH-Linie Schimmel |
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| Modernisierungsmieterhöhung (§§ 555a–d, 559 BGB) | 05, 09 | Ankündigung, Prüfung der Formalvoraussetzungen |
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| Härteeinwand (§§ 555d Abs. 2, 574 BGB) | 06 | Soziale Härte, Rentnereinkommen, Wohndauer |
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| Betriebskostenabrechnung (BetrKV § 2) | 07 | Fehlerhafte Umlage Aufzugskosten EG |
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| Mietspiegel Leipzig 2026 | 08 | Einordnung Bestandsmiete und Vergleichsmiete |
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| Mieterhöhungsverlangen (§ 558 BGB) | 09 | Formvoraussetzungen, Kappungsgrenze, Begründung |
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| Eigenbedarfskündigung (§ 573 BGB) | 10 | Voraussetzungen, Rechtsmissbrauch, § 574 BGB |
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| Gutachten und Beweissicherung | 11 | SV-Beauftragung, Schimmelprotokoll |
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| Gerichtliches Verfahren AG Leipzig | 13, 15, 16, 17, 18 | Klage, Replik, Vergleich, Urteil |
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| Berufung LG Leipzig | 19 | Berufungsbegründung, Beschwer |
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| Mieterbund und externe Unterstützung | 20 | Stellungnahme Mieterbund Leipzig |
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| Mediation / außergerichtliche Einigung | 21 | Gescheiterter Mediationsversuch |
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| Abschluss und Mandatsverwaltung | 22 | Abschlussvermerk, Kostenfestsetzung |
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## Aktenstücke
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| Nr. | Datei | Inhalt |
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|---|---|---|
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| 01 | [`01-mandatsuebernahme-tannenkamp.md`](01-mandatsuebernahme-tannenkamp.md) | Mandatsnotiz, Vollmacht, Interessenkonfliktprüfung |
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| 02 | [`02-sachverhalt-mietverhaeltnis-2014-leipzig.md`](02-sachverhalt-mietverhaeltnis-2014-leipzig.md) | Mietvertrag, Wohnungsdetails, Chronik seit 2014 |
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| 03 | [`03-zustands-und-mangelliste-altbau.md`](03-zustands-und-mangelliste-altbau.md) | Dokumentation sämtlicher Mängel, Fotonachweise |
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| 04 | [`04-mietminderungs-tabelle-bgh-rechtsprechung.md`](04-mietminderungs-tabelle-bgh-rechtsprechung.md) | Minderungsquoten-Übersicht, BGH-Zitate |
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| 05 | [`05-modernisierungsankuendigung-vermieter-rosenbluete.md`](05-modernisierungsankuendigung-vermieter-rosenbluete.md) | Ankündigungsschreiben des Vermieters, Prüfung §§ 555b–d BGB |
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| 06 | [`06-haerteeinwand-tannenkamp-finanzierung.md`](06-haerteeinwand-tannenkamp-finanzierung.md) | Härteeinwand § 555d Abs. 2 BGB, Einkommensnachweis |
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| 07 | [`07-betriebskostenabrechnung-2024-pruefung.md`](07-betriebskostenabrechnung-2024-pruefung.md) | BetrKV-Prüfung, Rüge Aufzugskosten |
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| 08 | [`08-mietspiegel-leipzig-2026-einordnung.md`](08-mietspiegel-leipzig-2026-einordnung.md) | Einordnung Bestandsmiete nach Mietspiegel Leipzig 2026 |
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| 09 | [`09-mieterhoehungsverlangen-pruefung.md`](09-mieterhoehungsverlangen-pruefung.md) | § 558 BGB Prüfung, Kappungsgrenze, Begründung |
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| 10 | [`10-kuendigung-eigenbedarf-vorbeugend.md`](10-kuendigung-eigenbedarf-vorbeugend.md) | Eigenbedarfskündigung § 573 BGB, Abwehrstrategie |
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| 11 | [`11-schimmel-gutachten-rechtsanwalt-position.md`](11-schimmel-gutachten-rechtsanwalt-position.md) | SV-Gutachten Schimmel, rechtliche Bewertung |
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| 12 | [`12-anhoerung-vermieter-strassburger-antwort.md`](12-anhoerung-vermieter-strassburger-antwort.md) | Stellungnahme Strassburger auf anwaltliche Anfrage |
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||||
| 13 | [`13-klage-amtsgericht-leipzig-mietminderung.md`](13-klage-amtsgericht-leipzig-mietminderung.md) | Klageschrift AG Leipzig, Antrag auf Feststellung Mietminderung |
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||||
| 14 | [`14-schriftsatz-anwalt-vermieter-rosenbluete.md`](14-schriftsatz-anwalt-vermieter-rosenbluete.md) | Klageerwiderung Vermieter RA Dr. Boden-Kassau |
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||||
| 15 | [`15-replik-mandant-tannenkamp.md`](15-replik-mandant-tannenkamp.md) | Replik der Mandantschaft, Beweisanträge |
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| 16 | [`16-gerichtlicher-vergleichsvorschlag.md`](16-gerichtlicher-vergleichsvorschlag.md) | Vergleichsvorschlag des Gerichts, Bewertung |
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| 17 | [`17-protokoll-muendliche-verhandlung.md`](17-protokoll-muendliche-verhandlung.md) | Sitzungsprotokoll AG Leipzig 1 C 417/26 |
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| 18 | [`18-urteil-amtsgericht-leipzig-1-c-417-26.md`](18-urteil-amtsgericht-leipzig-1-c-417-26.md) | Urteil AG Leipzig vom 14.09.2026, Tenor und Gründe |
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| 19 | [`19-berufung-landgericht-leipzig.md`](19-berufung-landgericht-leipzig.md) | Berufungsbegründung Vermieter, LG Leipzig 6 S 184/26 |
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| 20 | [`20-stellungnahme-mieterbund-leipzig.md`](20-stellungnahme-mieterbund-leipzig.md) | Stellungnahme Mieterbund Leipzig e.V. |
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| 21 | [`21-mediationsversuch-stadt-leipzig.md`](21-mediationsversuch-stadt-leipzig.md) | Protokoll Mediationsversuch, gescheiterte Einigung |
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| 22 | [`22-abschlussvermerk-anwalt.md`](22-abschlussvermerk-anwalt.md) | Abschlussvermerk RA, Kostenfestsetzung, Ausblick |
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## Anhänge
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### DOCX
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| Datei | Inhalt |
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|---|---|
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| [`docx/klageschrift-mietminderung-tannenkamp-vs-rosenbluete.docx`](docx/klageschrift-mietminderung-tannenkamp-vs-rosenbluete.docx) | Klageschrift AG Leipzig — vollständig formatiert |
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| [`docx/mieterhoehungsverlangen-rosenbluete.docx`](docx/mieterhoehungsverlangen-rosenbluete.docx) | Mieterhöhungsverlangen des Vermieters (Scan-Reproduktion) |
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| [`docx/modernisierungsankuendigung-rosenbluete.docx`](docx/modernisierungsankuendigung-rosenbluete.docx) | Modernisierungsankündigung Strassburger Immobilien GmbH |
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### XLSX
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| Datei | Inhalt |
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|---|---|
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| [`xlsx/mangelliste-altbau-rosenbluete.xlsx`](xlsx/mangelliste-altbau-rosenbluete.xlsx) | Mängelliste mit Minderungsquoten und BGH-Nachweisen |
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| [`xlsx/betriebskosten-abrechnung-2024-pruefung.xlsx`](xlsx/betriebskosten-abrechnung-2024-pruefung.xlsx) | Prüfung Betriebskostenabrechnung 2024 |
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### E-Mails (.eml)
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| Datei | Inhalt |
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|---|---|
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| [`emails/email-mandant-tannenkamp-erstkontakt.eml`](emails/email-mandant-tannenkamp-erstkontakt.eml) | Erstkontakt Tannenkamp an Kanzlei Kupfer-Pfaff |
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| [`emails/email-vermieter-rosenbluete-modernisierungsankuendigung.eml`](emails/email-vermieter-rosenbluete-modernisierungsankuendigung.eml) | Modernisierungsankündigung Strassburger per E-Mail |
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| [`emails/email-anwalt-an-vermieter-mangelanzeige.eml`](emails/email-anwalt-an-vermieter-mangelanzeige.eml) | Mangelanzeige RA Kupfer-Pfaff an Strassburger |
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| [`emails/email-mieterverein-empfehlung.eml`](emails/email-mieterverein-empfehlung.eml) | Mieterbund Leipzig — Empfehlung und Einschätzung |
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| [`emails/email-amtsgericht-terminmitteilung.eml`](emails/email-amtsgericht-terminmitteilung.eml) | AG Leipzig — Terminmitteilung Verhandlung |
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### PDFs
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| Datei | Inhalt |
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|---|---|
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| [`pdfs/klageschrift-final.pdf`](pdfs/klageschrift-final.pdf) | Klageschrift (Einreichungsfassung, eingereicht 03.03.2026) |
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| [`pdfs/mietspiegel-leipzig-2026-auszug.pdf`](pdfs/mietspiegel-leipzig-2026-auszug.pdf) | Auszug Mietspiegel Leipzig 2026 — relevante Felder |
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### Fotos
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| Datei | Inhalt |
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|---|---|
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| [`jpg/schimmel-im-bad-foto.jpg`](jpg/schimmel-im-bad-foto.jpg) | Schimmelbefund im Badezimmer (Beweisfoto) |
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| [`jpg/altbau-rosenbluetenstrasse-fassade.jpg`](jpg/altbau-rosenbluetenstrasse-fassade.jpg) | Fassade Rosenblütenstraße 17, Leipzig-Plagwitz |
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| [`jpg/heizungsanlage-keller.jpg`](jpg/heizungsanlage-keller.jpg) | Heizungsanlage im Keller (vor Modernisierung) |
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## Verfahrensstand
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**Stichtag dieser Akte: Oktober 2026**
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**Mandatsannahme: 14. Januar 2026**
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| Verfahrensstrang | Status |
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|---|---|
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| Mietminderung wegen Schimmel | AG Leipzig: 12 % anerkannt (seit April 2026 rückwirkend ab August 2025) |
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| Modernisierungsmieterhöhung | Teilweise untersagt: 8% statt 11% zulässig (§ 559 Abs. 4 BGB Härteeinwand) |
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| Betriebskostenabrechnung 2024 | Rüge erhoben; Korrektur Aufzugskosten ausstehend |
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| Eigenbedarfskündigung | Nicht formal ausgesprochen; Androhung zurückgenommen |
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| Berufung LG Leipzig 6 S 184/26 | Anhängig; Verhandlung geplant Februar 2027 |
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| Mediationsversuch | Gescheitert; Mediatorin Frau Dr. Lotte Finkenrath, Stadt Leipzig |
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| Quartiers-Initiative Plagwitz | Aktiv; politische Unterstützung durch Stadtrat Fraktionen SPD und Grüne |
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Bearbeiterin: **RAin Dr. Miriam Kupfer-Pfaff**, Kanzlei Kupfer-Pfaff & Partner, Karl-Liebknecht-Str. 122, 04277 Leipzig
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||||
BIN
Binary file not shown.
BIN
Binary file not shown.
BIN
Binary file not shown.
+50
@@ -0,0 +1,50 @@
|
||||
From: poststelle.ag.leipzig@justiz.sachsen.de
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||||
To: kanzlei@kupfer-pfaff.de
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Date: Wed, 25 Mar 2026 08:14:02 +0100
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Subject: AG Leipzig 1 C 417/26 — Terminmitteilung Mündliche Verhandlung
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Message-ID: <20260325081402.AG.LEIP.417.26@justiz.sachsen.de>
|
||||
MIME-Version: 1.0
|
||||
Content-Type: text/plain; charset=utf-8
|
||||
Content-Transfer-Encoding: quoted-printable
|
||||
|
||||
Amtsgericht Leipzig
|
||||
Bernhard-Göring-Str. 64
|
||||
04275 Leipzig
|
||||
Poststelle: poststelle.ag.leipzig@justiz.sachsen.de
|
||||
|
||||
An:
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||||
Kanzlei Kupfer-Pfaff & Partner
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||||
RAin Dr. Miriam Kupfer-Pfaff
|
||||
Karl-Liebknecht-Str. 122
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||||
04277 Leipzig
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||||
Leipzig, 25. März 2026
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AKTENZEICHEN: 1 C 417/26
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Richter: RiAG Hendrik Wohlmuth
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TERMINMITTEILUNG
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In der Sache
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Tannenkamp ./. Strassburger Immobilien GmbH
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wird Termin zur mündlichen Verhandlung bestimmt auf:
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Freitag, 22. Mai 2026, 10:15 Uhr
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Amtsgericht Leipzig, Sitzungssaal 204
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||||
Bernhard-Göring-Str. 64, 04275 Leipzig
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Ihre Mandant/in sowie Sie als Prozessbevollmächtigte/r erscheinen
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bitte rechtzeitig. Bitte beachten Sie, dass am AG Leipzig eine
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Zugangskontrolle stattfindet. Planen Sie zusätzliche Zeit ein.
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Die Beklagte und ihr Prozessbevollmächtigter wurden ebenfalls geladen.
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Bei Verhinderung bitten wir um rechtzeitige Benachrichtigung unter
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Angabe des Aktenzeichens.
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Mit freundlichen Grüßen
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||||
Urkundsbeamtin Sandra Klemm
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||||
Amtsgericht Leipzig, Geschäftsstelle Zivilabteilung 1
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+77
@@ -0,0 +1,77 @@
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||||
From: kupfer-pfaff@kupfer-pfaff.de
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||||
To: verwaltung@strassburger-immobilien.de
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||||
Cc: boden-kassau@boden-kassau.de
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||||
Date: Tue, 28 Jan 2026 09:47:22 +0100
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||||
Subject: Kanzlei Kupfer-Pfaff für Tannenkamp — Mangelanzeige und Mietminderung — AZ KP-2026-0387
|
||||
Message-ID: <20260128094722.KP387@kupfer-pfaff.de>
|
||||
MIME-Version: 1.0
|
||||
Content-Type: text/plain; charset=utf-8
|
||||
Content-Transfer-Encoding: quoted-printable
|
||||
|
||||
Kanzlei Kupfer-Pfaff & Partner
|
||||
RAin Dr. Miriam Kupfer-Pfaff
|
||||
Karl-Liebknecht-Str. 122, 04277 Leipzig
|
||||
Tel.: 0341 / 44 88 100
|
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||||
Strassburger Immobilien GmbH
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||||
z.H. Herrn Klaus-Ulrich Strassburger-Pellbach
|
||||
Käthe-Kollwitz-Str. 84
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04109 Leipzig
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||||
Leipzig, 28. Januar 2026
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AZ: KP-2026-0387
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AZ Gegenseite: bitte mitteilen
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Betr.: Mietverhältnis Rosenblütenstraße 17, 3. OG links, 04229 Leipzig
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Mieter: Hannes Tannenkamp
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Mangelanzeige und Erklärung der Mietminderung
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Sehr geehrte Damen und Herren,
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wir vertreten Herrn Hannes Tannenkamp. Er hat uns mit seiner
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Interessenvertretung in den das Mietverhältnis betreffenden
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Angelegenheiten bevollmächtigt.
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1. SCHIMMELMANGEL — MIETMINDERUNG
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Herr Tannenkamp hat Ihnen den Schimmelmangel im Badezimmer und im
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Arbeitszimmer mit Einschreiben vom 12.08.2025 und 03.09.2025 angezeigt.
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Eine Mangelbeseitigung ist bis heute nicht erfolgt.
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Wir erklären hiermit namens unseres Mandanten die Mietminderung um 12 %
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der Nettokaltmiete (= 83,84 EUR/Monat), rückwirkend ab dem 12.08.2025.
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Der rückständige Minderungsbetrag für den Zeitraum 12.08.2025 bis
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||||
31.01.2026 beläuft sich auf 461,10 EUR.
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Wir fordern Sie auf, diesen Betrag bis zum 15.02.2026 zu erstatten sowie
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||||
die Schimmelschäden einschließlich ihrer Ursache (baustrukturelle
|
||||
Wärmebrücke) bis zum 28.02.2026 fachgerecht zu beseitigen.
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||||
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||||
Das Sachverständigengutachten des öbvSV Dipl.-Ing. Rainer Schollbach
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||||
vom 28.01.2026 belegt, dass die Ursache des Schimmels eine
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||||
baustrukturelle Wärmebrücke in der ungedämmten Außenwand ist und nicht
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||||
auf ein Fehlverhalten unseres Mandanten zurückzuführen ist. BGH VIII ZR
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||||
271/17 ist einschlägig.
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||||
2. BETRIEBSKOSTENABRECHNUNG 2024
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Wir beanstanden die Abrechnung für 2024 wegen fehlerhafter Umlage der
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Aufzugskosten (BetrKV § 2 Nr. 7; BGH VIII ZR 103/14). Die
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Erdgeschossmieter haben keinen Zugang zum Aufzug. Die Umlage auf diese
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Mieter ist rechtswidrig. Wir fordern Korrektur und Belegeinsicht bis
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||||
zum 28.02.2026.
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||||
3. EIGENBEDARFSANDROHUNG
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Wir nehmen zur Kenntnis, dass Herr Strassburger-Pellbach mit Schreiben
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||||
vom 24.01.2026 die telefonische Eigenbedarfsandrohung als
|
||||
"missverständlich" bezeichnete. Für den Fall einer Eigenbedarfskündigung
|
||||
sind wir vorbereitet.
|
||||
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||||
Mit freundlichen kollegialen Grüßen
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||||
|
||||
Dr. Miriam Kupfer-Pfaff
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||||
Rechtsanwältin
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||||
Kanzlei Kupfer-Pfaff & Partner
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||||
+45
@@ -0,0 +1,45 @@
|
||||
From: hannes.tannenkamp@web.de
|
||||
To: kanzlei@kupfer-pfaff.de
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||||
Date: Fri, 09 Jan 2026 14:32:18 +0100
|
||||
Subject: Mietproblem Rosenblütenstraße Leipzig — Bitte um Beratung
|
||||
Message-ID: <20260109143218.HT001@web.de>
|
||||
MIME-Version: 1.0
|
||||
Content-Type: text/plain; charset=utf-8
|
||||
Content-Transfer-Encoding: quoted-printable
|
||||
|
||||
Sehr geehrte Damen und Herren,
|
||||
|
||||
ich wurde vom Mieterbund Leipzig e.V. an Ihre Kanzlei verwiesen. Ich
|
||||
wohne seit 2014 in einer Altbauwohnung in Leipzig-Plagwitz,
|
||||
Rosenblütenstraße 17, 3. OG links. Ich habe mehrere gravierende Probleme
|
||||
mit meinem Vermieter, der Strassburger Immobilien GmbH.
|
||||
|
||||
1. Seit August 2025 habe ich Schimmel im Bad und im Arbeitszimmer. Ich
|
||||
habe dies zweimal schriftlich per Einschreiben angezeigt (August und
|
||||
September 2025). Der Vermieter hat nichts unternommen und mir stattdessen
|
||||
empfohlen, mehr zu lüften. Das ist nicht die Ursache.
|
||||
|
||||
2. Kurz vor Weihnachten 2025 erhielt ich eine Modernisierungsankündigung
|
||||
für eine umfangreiche Fassadendämmung, Dacherneuerung und
|
||||
Heizungsumstellung. Mit separatem Schreiben vom 5. Januar 2026 wurde mir
|
||||
angekündigt, dass meine Miete danach von 8,90 EUR auf 13,40 EUR pro
|
||||
Quadratmeter steigen soll. Das wäre fast ein Anstieg um 50 Prozent. Bei
|
||||
meinem Rentnereinkommen ist das nicht tragbar.
|
||||
|
||||
3. Der Geschäftsführer hat mich am Telefon am 12. Januar 2026 auch noch
|
||||
mit einer Eigenbedarfskündigung für seine Tochter bedroht. Das war sehr
|
||||
einschüchternd.
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||||
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||||
Ich bin 74 Jahre alt und lebe seit 12 Jahren in dieser Wohnung. Meine
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||||
Frau ist 2021 verstorben. Ich lebe allein. Ich bin auch Sprecher der
|
||||
Quartiers-Initiative "Rettet den Kiez Plagwitz" und weiß, dass andere
|
||||
Mieter ähnliche Probleme haben.
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Bitte können Sie mir helfen? Ich wäre bereit für ein Beratungsgespräch in
|
||||
Ihrer Kanzlei.
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Mit freundlichen Grüßen
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||||
Hannes Tannenkamp
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||||
Rosenblütenstraße 17, 3. OG links
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||||
04229 Leipzig
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Telefon: 0341 / 88 77 44 22
|
||||
+59
@@ -0,0 +1,59 @@
|
||||
From: beratung@mieterbund-leipzig.de
|
||||
To: hannes.tannenkamp@web.de
|
||||
Date: Wed, 07 Jan 2026 11:23:55 +0100
|
||||
Subject: Mieterbund Leipzig — Empfehlung und erste Einschätzung zu Ihrer Situation
|
||||
Message-ID: <20260107112355.MB2026@mieterbund-leipzig.de>
|
||||
MIME-Version: 1.0
|
||||
Content-Type: text/plain; charset=utf-8
|
||||
Content-Transfer-Encoding: quoted-printable
|
||||
|
||||
Mieterbund Leipzig e.V.
|
||||
Brühl 34–36, 04109 Leipzig
|
||||
Tel.: 0341 / 22 51 50
|
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||||
Herrn Hannes Tannenkamp
|
||||
Rosenblütenstraße 17
|
||||
04229 Leipzig
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Leipzig, 07. Januar 2026
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||||
Sehr geehrter Herr Tannenkamp,
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||||
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vielen Dank für Ihren Anruf vom 05. Januar 2026 und die Unterlagen, die
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Sie uns übermittelt haben. Wir konnten Ihre Situation als Mitglied des
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Mieterbunds Leipzig rasch sichten und möchten Ihnen folgende erste
|
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Einschätzung geben:
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ZUR SCHIMMELPROBLEMATIK
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Der von Ihnen beschriebene Schimmelbefall im Bad und Arbeitszimmer
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begründet nach § 536 BGB eine Mietminderung, sofern die Ursache nicht
|
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Ihrem Verhalten zuzurechnen ist. Die Beweislast für einen Lüftungsfehler
|
||||
liegt nach der BGH-Rechtsprechung (VIII ZR 271/17) beim Vermieter.
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Wir empfehlen dringend ein Sachverständigengutachten.
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ZUR MODERNISIERUNGSANKÜNDIGUNG
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Die Ankündigung vom 22.12.2025 enthält aus unserer Sicht formelle Mängel:
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Die voraussichtliche Mieterhöhung fehlt im Ankündigungsschreiben selbst
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(sie findet sich nur im Begleitschreiben vom 05.01.2026). Außerdem fehlt
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die Abgrenzung zwischen Instandhaltungs- und Modernisierungsanteil.
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Wichtig: Sie haben das Recht, einen Härteeinwand nach § 555d Abs. 2 BGB
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zu erheben. Die Frist beträgt einen Monat nach Zugang der Ankündigung.
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Bei Ihrem Einkommen und Ihrer Wohndauer ist dieser Einwand gut begründet.
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EMPFEHLUNG
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Wir empfehlen Ihnen, sich anwaltlich vertreten zu lassen. Wir vermitteln
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Sie gerne an Rechtsanwältin Dr. Miriam Kupfer-Pfaff, Kanzlei
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Kupfer-Pfaff & Partner, Karl-Liebknecht-Str. 122, 04277 Leipzig
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(Tel.: 0341 / 44 88 100). Diese Kanzlei ist auf Mietrecht spezialisiert
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und uns durch langjährige Zusammenarbeit bekannt.
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Für Rückfragen stehen wir weiterhin als Mieterbund zur Seite.
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Mit freundlichen Grüßen
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Sabrina Hohlmann, Dipl.-Jur.
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Rechtsberaterin
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Mieterbund Leipzig e.V.
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+56
@@ -0,0 +1,56 @@
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From: verwaltung@strassburger-immobilien.de
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To: hannes.tannenkamp@web.de
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Date: Mon, 22 Dec 2025 10:15:44 +0100
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Subject: Modernisierungsankündigung Rosenblütenstraße 17 — Bitte lesen Sie dieses Schreiben sorgfältig
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Message-ID: <20251222101544.SI2025@strassburger-immobilien.de>
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||||
Strassburger Immobilien GmbH
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||||
Käthe-Kollwitz-Str. 84
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||||
04109 Leipzig
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An alle Mieter des Hauses Rosenblütenstraße 17, 04229 Leipzig
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Leipzig, 22. Dezember 2025
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Sehr geehrte Mieterinnen und Mieter,
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wie bereits in unserem Informationsabend im Oktober 2025 angekündigt,
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informieren wir Sie hiermit formal gemäß § 555c BGB über die geplanten
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Modernisierungsmaßnahmen an Ihrem Gebäude.
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Folgende Maßnahmen sind geplant:
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1. Außenwanddämmung (WDVS): Aufbringung einer Wärmedämmung an der
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gesamten Fassade. Verbesserung des U-Wertes der Außenwand von ca.
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0,85 auf 0,24 W/(m²K).
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2. Dacherneuerung: Vollständige Neueindeckung mit Aufdachdämmung.
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3. Heizungsanlage: Austausch der bestehenden Gasheizung gegen eine
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Wärmepumpe mit Solarthermie-Unterstützung.
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4. Fensteraustausch: In ausgewählten Wohnungen werden neue
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Dreifachverglasung-Fenster eingebaut (betrifft EG, 1. OG, 3. OG).
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Geplanter Baubeginn: 01. April 2026
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Geplante Baudauer: ca. 6 Monate (Fertigstellung Oktober 2026)
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Eine detaillierte Baubeschreibung erhalten Sie anbei.
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Wir sind davon überzeugt, dass diese Maßnahmen den Wohnkomfort erheblich
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verbessern und Ihre Heizkosten langfristig deutlich senken werden.
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Über die sich aus der Modernisierung ergebende Mieterhöhung werden wir
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Sie mit gesondertem Schreiben informieren.
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Bei Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.
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Mit freundlichen Grüßen
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||||
Klaus-Ulrich Strassburger-Pellbach
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||||
Geschäftsführer
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||||
Strassburger Immobilien GmbH
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||||
Tel.: 0341 / 33 44 55
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