Neues Plugin patentrecherche; Methodenlehre praezisiert; Cross-Plugin-Hinweise; Referenz-Sync-Skript

- patentrecherche: 13 Skills (Kaltstart, Klassifikation, agentische Datenbankrecherche, Stand der Technik, Neuheit, erfinderische Taetigkeit, FTO, Patentfamilien, Rechtsstand, Ueberwachung, Pruefungsbescheid, Recherchebericht, Rueckfragen), 3 References (CPC/IPC, Patentdatenbanken, BPatG/EPA-Leitentscheidungen), Marketplace- und README-Eintrag.
- Methodenlehre: Anspruchsgrundlagen-Reihenfolge bereinigt. Sammelbegriffe 'vertragsaehnlich' und 'quasivertraglich' bewusst entfernt (uneinheitlich besetzt). Gefaehrdungshaftung als eigenstaendige Haftungsspur ergaenzt, mit Paragraphen-Katalog. Geaendert in references/methodik-deutsches-recht.md, methodenlehre-deutsches-recht (Spiegel und SKILL.md) sowie jurastudium/skills/fall-zusammenfassung.
- Cross-Plugin-Hinweise: sozialrecht-kanzlei und fortbestehensprognose nennen jetzt im Marketplace-description die empfohlenen Begleitplugins (kanzlei-cowork bzw. liquiditaetsplanung und insolvenzrecht). Klargestellt dass die Plugins eigenstaendig funktionieren.
- Referenz-Sync: scripts/sync-references.py spiegelt die Repo-Root-Referenzen (methodik-deutsches-recht.md und zitierweise.md) in die Plugin-Spiegel methodenlehre-deutsches-recht/references/ und zitierweise-deutsches-recht/references/. README-Hinweis fuer Mitwirkende ergaenzt.
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Klotzkette
2026-05-20 09:28:10 +00:00
parent e5b496dde3
commit c2c9c92a28
26 changed files with 2198 additions and 21 deletions
+10 -2
View File
@@ -225,7 +225,7 @@
{
"name": "sozialrecht-kanzlei",
"source": "./sozialrecht-kanzlei",
"description": "Vollassistenz fuer die sozialrechtliche Kanzlei: Bescheidanalyse Widerspruch Klage zum Sozialgericht Eilantrag Akteneinsicht Anlagenerstellung. Spezialisiert auf Buergergeld SGB II SGB IX Schwerbehinderung Pflege Hilfsmittel (Rollstuhl Hoerhilfe Vorlesekraft) Eingliederungshilfe SGB VIII Schulbegleitung. Fristenbuch und PKH.",
"description": "Vollassistenz fuer die sozialrechtliche Kanzlei: Bescheidanalyse Widerspruch Klage zum Sozialgericht Eilantrag Akteneinsicht Anlagenerstellung. Spezialisiert auf Buergergeld SGB II SGB IX Schwerbehinderung Pflege Hilfsmittel (Rollstuhl Hoerhilfe Vorlesekraft) Eingliederungshilfe SGB VIII Schulbegleitung. Fristenbuch und PKH. Funktioniert allein; empfohlenes Begleitplugin kanzlei-cowork (Skill versand-vor-check fuer Versandkontrolle Fristenbuch Mandantenakte).",
"author": {
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}
@@ -401,7 +401,7 @@
{
"name": "fortbestehensprognose",
"source": "./fortbestehensprognose",
"description": "Fortbestehensprognose nach § 19 Abs. 2 InsO als Geschaeftsfuehrer-Selbstdokumentation. Pruefablauf Bilanzstatus Annahmen Plausibilisierung 12-Monats-Liquiditaet. Sanierungsbausteine harte Patronatserklaerung Comfortletter Gesellschafterdarlehen Rangruecktritt Stundung Forderungsverzicht. IDW S 11 S 6 StaRUG.",
"description": "Fortbestehensprognose nach § 19 Abs. 2 InsO als Geschaeftsfuehrer-Selbstdokumentation. Pruefablauf Bilanzstatus Annahmen Plausibilisierung 12-Monats-Liquiditaet. Sanierungsbausteine harte Patronatserklaerung Comfortletter Gesellschafterdarlehen Rangruecktritt Stundung Forderungsverzicht. IDW S 11 S 6 StaRUG. Funktioniert allein; empfohlene Begleitplugins liquiditaetsplanung (wochenbasierte Liquiditaet) und insolvenzrecht (§ 17 § 18 InsO Antragspflicht).",
"author": {
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}
@@ -413,6 +413,14 @@
"author": {
"name": "Klotzkette"
}
},
{
"name": "patentrecherche",
"source": "./patentrecherche",
"description": "Patentrecherche fuer Patentanwaelte agentisch in Espacenet Google Patents DPMAregister DEPATISnet EPO Register WIPO PATENTSCOPE USPTO. Stand der Technik Neuheit (§ 3 PatG Art. 54 EPUe) erfinderische Taetigkeit (§ 4 PatG Art. 56 EPUe) Problem-Solution-Approach Freedom-to-Operate CPC-/IPC-Klassifikation INPADOC-Patentfamilie Rechtsstand Patentbeobachtung Recherchebericht. Funktioniert allein; empfohlenes Begleitplugin gewerblicher-rechtsschutz (Marke Design UWG).",
"author": {
"name": "Klotzkette"
}
}
]
}
+18
View File
@@ -196,6 +196,7 @@ Plugins (in Claude-Code-Terminologie) für die wichtigsten Rechtsgebiete der deu
| [`methodenlehre-deutsches-recht`](./methodenlehre-deutsches-recht) | Deutsche juristische Methodenlehre als zuschaltbares Plugin. Gutachten- vor Urteilsstil, Anspruchsgrundlagen-Reihenfolge, Auslegung nach Wortlaut/Systematik/Historie/Telos, unionsrechtskonforme Auslegung. |
| [`mietrecht`](./mietrecht) | Mietrecht für Mieter und Vermieter mit ausschließlich amtlichen Mietspiegel-Quellen pro Bundesland und für Top- und Universitätsstädte. Acht Skills: Datenerhebung, Mieterhöhungs-Widerspruch, Mietsenkungsverlangen, Nebenkostenprüfung, Mieteranfragen, Klageentwurf Amtsgericht. |
| [`nda-abgleich`](./nda-abgleich) | NDA-Verhandlungshilfe für die empfangende Seite. Modus A: Standard-Destillation aus 1n NDAs. Modus B: Redlining gegen den eigenen Standard. |
| [`patentrecherche`](./patentrecherche) | Patentrecherche für Patentanwälte agentisch in Espacenet, Google Patents, DPMAregister, DEPATISnet, EPO Register, WIPO PATENTSCOPE, USPTO. Stand der Technik, Neuheit (§ 3 PatG, Art. 54 EPÜ), erfinderische Tätigkeit (§ 4 PatG, Art. 56 EPÜ) im Problem-Solution-Approach, Freedom-to-Operate, CPC-/IPC-Klassifikation, INPADOC-Patentfamilie, Recherchebericht. |
| [`produktrecht`](./produktrecht) | Produktrecht, AGB, Impressum, PAngV, Marketing-Claims. |
| [`prozessrecht`](./prozessrecht) | Zivil-, Straf- und Verwaltungsprozess, Mahnverfahren, einstweilige Verfügung, Zwangsvollstreckung, Verkehrsunfall. Streitwertgrenzen ab 1.1.2026 angepasst (AG bis 10.000 € nach § 23 Nr. 1 GVG n.F.). |
| [`rechtsberatungsstelle`](./rechtsberatungsstelle) | Pro-Bono-Beratungsstellen, Mandantenakte, Mandantenbrief. |
@@ -437,6 +438,23 @@ A: **Nicht sehr**. LLMs erfinden oft Zitate. Die Skills sind so konzipiert, dass
**Viel Erfolg beim Ausprobieren auf eigene Verantwortung.**
## Hinweise für Mitwirkende: Cross-Plugin-Bezüge und doppelte Referenzen
Einige Plugins verweisen in ihren Skills auf Skills oder Pläne **anderer** Plugins (Beispiele: `sozialrecht-kanzlei` referenziert `versand-vor-check` aus `kanzlei-cowork`; `fortbestehensprognose` referenziert `liquiditaetsplanung` und `insolvenzrecht`; `liquiditaetsplanung` referenziert `steuerberater-werkzeuge` und `insolvenzrecht`). Wer ein **Einzelplugin** als ZIP zieht, hat diese Begleitplugins nicht automatisch dabei — die Skills funktionieren trotzdem eigenständig, weisen aber an den entsprechenden Stellen darauf hin, dass mit dem Begleitplugin der Workflow runder läuft. Im `marketplace.json`-Eintrag der betroffenen Plugins steht zusätzlich eine Zeile **„Empfohlene Begleitplugins“**.
Zwei zentrale Methodik- und Zitierreferenzen liegen **doppelt** im Repo:
- `references/methodik-deutsches-recht.md` und `methodenlehre-deutsches-recht/references/methodik-deutsches-recht.md`
- `references/zitierweise.md` und `zitierweise-deutsches-recht/references/zitierweise.md`
Das ist gewollt: Die Querschnittsplugins `methodenlehre-deutsches-recht` und `zitierweise-deutsches-recht` werden auch einzeln als ZIP ausgeliefert und müssen autark sein. Wer die Repo-Root-Datei ändert, muss den Spiegel im Plugin-Ordner mitziehen, sonst driften die Plugins gegen die anderen Skills, die per relativem Pfad auf die Root-Referenz zeigen. Dafür gibt es ein Hilfsskript:
```bash
python3 scripts/sync-references.py
```
Das Skript kopiert die Root-Referenzen ggf. in die Plugin-Spiegel und meldet, was synchronisiert wurde. Vor jedem Commit, der die beiden Root-Dateien anfasst, einmal aufrufen.
## Lizenz
Doppellizenziert unter **Apache License, Version 2.0** ODER **MIT License**, nach Wahl der Nutzerin / des Nutzers (`SPDX-License-Identifier: Apache-2.0 OR MIT`) siehe [`LICENSE`](./LICENSE), [`LICENSE-APACHE`](./LICENSE-APACHE), [`LICENSE-MIT`](./LICENSE-MIT) und [`NOTICE`](./NOTICE).
@@ -54,12 +54,15 @@ Das Plugin verwendet **ausschließlich** das deutsche Vier-Schritte-Schema. IRAC
Die Reihenfolge ist nicht beliebig vgl. `../references/methodik-deutsches-recht.md`:
1. Vertragliche Ansprüche (§§ 433, 535, 611 ff. BGB etc.)
2. Vertragsähnliche Ansprüche (c.i.c., §§ 311 Abs. 2, 241 Abs. 2, 280 Abs. 1 BGB)
3. Quasivertragliche Ansprüche (GoA, §§ 677 ff. BGB)
4. Dingliche Ansprüche (§§ 985, 1004 BGB)
5. Deliktische Ansprüche (§§ 823 Abs. 1, 823 Abs. 2, 826 BGB; ProdHaftG; StVG)
6. Bereicherungsansprüche (§§ 812 ff. BGB)
1. Vertragliche Ansprüche (§§ 433, 535, 611 ff. BGB; Vertrag mit Schutzwirkung zugunsten Dritter)
2. Vorvertragliche Ansprüche aus c.i.c. (§§ 311 Abs. 2, 311 Abs. 3, 241 Abs. 2, 280 Abs. 1 BGB)
3. Geschäftsführung ohne Auftrag (§§ 677 ff. BGB)
4. Dingliche Ansprüche (§§ 985, 1004, 894, 1007 BGB)
5. Deliktische Ansprüche im engeren Sinne, verschuldensabhängig (§§ 823 Abs. 1, 823 Abs. 2, 824, 826, 831 BGB)
6. Gefährdungshaftung, verschuldensunabhängig (§ 7 StVG; § 1 ProdHaftG; § 1 HaftpflG; § 33 LuftVG; § 25 AtG; § 89 II WHG; § 84 AMG; § 32 GenTG; § 1 UmweltHG; § 833 S. 1 BGB)
7. Bereicherungsansprüche (§§ 812 ff. BGB)
Die Sammelbegriffe »vertragsähnlich« und »quasivertraglich« werden bewusst vermieden — sie sind in der Lehre uneinheitlich besetzt. Die Gefährdungshaftung ist eigenständige verschuldensunabhängige Haftungsspur, **kein** Unterfall des § 823 BGB; in Klausuren gern übersehen.
Strafrecht: Täterschaft vor Teilnahme, vollendetes Delikt vor Versuch, schwerer vor minder schwerer Fall.
@@ -11,12 +11,15 @@
## 2. Anspruchsgrundlagen-/Klausurprüfungsschemata
Wichtige Reihenfolgen, in der Anspruchsgrundlagen geprüft werden:
1. Vertragliche Ansprüche
2. Vertragsähnliche Ansprüche (c.i.c., §§ 311 II, 280 I BGB; pVV historisch; Vertrag mit Schutzwirkung)
3. Quasivertragliche Ansprüche (GoA, §§ 677 ff. BGB)
4. Dingliche Ansprüche (§§ 985, 1004 BGB)
5. Deliktische Ansprüche (§§ 823 ff., 826, 831 BGB; ProdHaftG; StVG; UmweltHG)
6. Bereicherungsansprüche (§§ 812 ff. BGB)
1. Vertragliche Ansprüche (einschließlich Vertrag mit Schutzwirkung zugunsten Dritter)
2. Vorvertragliche Ansprüche (c.i.c., §§ 311 II, III, 280 I, 241 II BGB)
3. Geschäftsführung ohne Auftrag (§§ 677 ff. BGB)
4. Dingliche Ansprüche (§§ 985, 1004, 894, 1007 BGB)
5. Deliktische Ansprüche im engeren Sinne — verschuldensabhängig (§§ 823 I, 823 II, 824, 826, 831 BGB)
6. Gefährdungshaftung — verschuldensunabhängig (§ 7 StVG; § 1 ProdHaftG; § 1 HaftpflG; § 33 LuftVG; § 25 AtG; § 89 II WHG; § 84 AMG; § 32 GenTG; § 1 UmweltHG; § 833 S. 1 BGB Tierhalter)
7. Bereicherungsansprüche (§§ 812 ff. BGB)
> Hinweis zur Terminologie: Die früher verbreiteten Sammelbegriffe »vertragsähnlich« und »quasivertraglich« werden hier bewusst vermieden — sie sind in der Lehre uneinheitlich besetzt (mal wird c.i.c. als »vertragsähnlich«, mal als »quasivertraglich« geführt, mal werden beide synonym verwendet) und tragen prüfungspraktisch nichts bei. Sauberer ist die direkte Benennung: c.i.c. ist vorvertragliches Schuldverhältnis (§ 311 II BGB), GoA ist gesetzliches Schuldverhältnis aus berechtigter Fremdgeschäftsführung. Die Gefährdungshaftung gehört systematisch zwischen Delikt und Bereicherung und wird gern übersehen — sie ist **kein** Unterfall des § 823 BGB, sondern eigenständige verschuldensunabhängige Haftungsspur.
## 3. Auslegung
@@ -17,7 +17,7 @@ Dieser Skill verkörpert die deutsche juristische Methodenlehre als verbindliche
## Verbindliche Reihenfolge der Methodik
1. **Anspruchsgrundlagen-Reihenfolge** prüfen: Vertrag → Vertragsähnlich (c.i.c., §§ 311 II, 280 I BGB; Vertrag mit Schutzwirkung) → Quasivertrag (GoA, §§ 677 ff. BGB) → Dinglich (§§ 985, 1004 BGB) → Delikt (§§ 823 ff., 826, 831 BGB; ProdHaftG; StVG; UmweltHG) → Bereicherung (§§ 812 ff. BGB).
1. **Anspruchsgrundlagen-Reihenfolge** prüfen: Vertrag (einschließlich Vertrag mit Schutzwirkung) → Vorvertrag/c.i.c. (§§ 311 II, III, 280 I, 241 II BGB) → GoA (§§ 677 ff. BGB) → Dinglich (§§ 985, 1004, 894, 1007 BGB) → Delikt im engeren Sinne, verschuldensabhängig (§§ 823 I, 823 II, 824, 826, 831 BGB) → Gefährdungshaftung, verschuldensunabhängig (§ 7 StVG; § 1 ProdHaftG; § 1 HaftpflG; § 33 LuftVG; § 25 AtG; § 89 II WHG; § 84 AMG; § 32 GenTG; § 1 UmweltHG; § 833 S. 1 BGB) → Bereicherung (§§ 812 ff. BGB). Die Sammelbegriffe »vertragsähnlich«/»quasivertraglich« werden bewusst vermieden — sie sind in der Lehre uneinheitlich besetzt. Gefährdungshaftung ist eigenständige verschuldensunabhängige Haftungsspur, **kein** Unterfall des § 823 BGB; gern übersehen.
2. **Auslegungskanones in Reihenfolge**: Grammatikalisch → Systematisch → Historisch → Teleologisch. Ergänzend: Verfassungs- und unionsrechtskonforme Auslegung.
3. **Vorrangregel bei Konflikt**: Wenn historische und teleologische Auslegung auseinanderfallen, hat die historische Methode methodischen Vorrang. Eine davon abweichende „ratio legis heute" ist offen zu kennzeichnen und besonders zu begründen.
4. **Generalklauseln als Auffang**: Vor jedem Argument aus § 138, § 242, § 826 BGB ist zu prüfen, ob speziellere Normen einschlägig sind. Wer eine Generalklausel als ersten Belegtyp anführt, muss erklären, warum die spezielle Norm nicht greift.
@@ -0,0 +1,32 @@
{
"name": "patentrecherche",
"version": "0.1.0",
"description": "Patentrecherche fuer Patentanwaelte agentisch in Espacenet Google Patents DPMAregister DEPATISnet EPO Register WIPO USPTO. Stand der Technik Neuheit § 3 PatG Art. 54 EPUe erfinderische Taetigkeit § 4 PatG Art. 56 EPUe Problem-Solution-Approach FTO CPC IPC INPADOC Recherchebericht.",
"license": "Apache-2.0 OR MIT",
"author": {
"name": "Klotzkette"
},
"homepage": "https://github.com/Klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht",
"keywords": [
"patentrecherche",
"patentanwalt",
"stand-der-technik",
"neuheit",
"erfinderische-taetigkeit",
"freedom-to-operate",
"espacenet",
"google-patents",
"dpmaregister",
"depatisnet",
"epo-register",
"wipo-patentscope",
"uspto",
"cpc-klassifikation",
"ipc-klassifikation",
"inpadoc",
"patg",
"epue",
"gebrmg",
"bpatg"
]
}
+66
View File
@@ -0,0 +1,66 @@
# patentrecherche — Plugin-Anweisung an Claude
## Wer nutzt dieses Plugin
**Patentanwältinnen und Patentanwälte** sowie Mitarbeitende in Patentanwaltskanzleien, die für Mandantinnen und Mandanten Patentrecherchen durchführen. Patentanwälte sind ein eigener freier Beruf nach der Patentanwaltsordnung (PAO) — **nicht** Fachanwälte für gewerblichen Rechtsschutz und auch nicht identisch mit Rechtsanwälten mit gewerblichem-Rechtsschutz-Schwerpunkt. Für die berufsrechtliche Vorprüfung von KI-Verträgen siehe das Schwester-Plugin `berufsrecht-ki-vertragspruefung` (§ 39c PAO Dienstleisterregelung).
## Was das Plugin macht
Das Plugin führt Claude Cowork (oder ein vergleichbares Claude-Setup mit Web-Browsing-Werkzeugen) **agentisch** durch die klassischen Patentdatenbanken — Espacenet, Google Patents, DPMAregister, DEPATISnet, EPO Register, WIPO PATENTSCOPE, USPTO. Statt selbst Suchstrings in Datenbank-Oberflächen zu tippen, gibt die Patentanwältin den Suchauftrag in natürlicher Sprache plus Hintergrundmaterial (Erfindungsbeschreibung, Anspruchsentwurf, Datenblatt, Skizzen) — Claude öffnet die Datenbank, navigiert, sammelt Treffer und liefert sie strukturiert zurück (Veröffentlichungsnummer, Anmelder, Anmeldetag, Klassifikation, Link).
## Was das Plugin **NICHT** ist
- **Keine amtliche Recherche.** Das Ergebnis ersetzt nicht die amtliche Recherche durch DPMA/EPA, nicht die Recherche durch einen ausgebildeten Patentrechercheur und nicht den eigenen Schlussabgleich der Patentanwältin. Es beschleunigt die **Vorrecherche** und das Sichten großer Trefferlisten. Die finale Recherche muss durch eigene Nachrecherche oder durch Überprüfung der Treffer abgesichert werden.
- **Keine Patentanmeldung selbst** — das Plugin recherchiert Stand der Technik und Schutzrechtsstand, es verfasst keine Patentschriften, keine Ansprüche, keine Beschreibungen.
- **Keine Patentverletzungsklage.** FTO-Skill prüft Risiken aus Drittpatenten, ersetzt aber kein gerichtliches Verletzungsverfahren.
- **Keine Rechtsberatung an Endmandanten ohne Patentanwalt.** Das Plugin wird **innerhalb** einer Patentanwaltskanzlei eingesetzt; die Patentanwältin verantwortet das Recherche-Ergebnis nach außen.
## Verhältnis zu anderen Plugins
- **`berufsrecht-ki-vertragspruefung`** — Wenn die Kanzlei einen KI-Anbieter einsetzen will: Vertragsprüfung gegen § 39c PAO Abs. 2 (Verschwiegenheits-Verpflichtung der Dienstleister) und § 203 StGB.
- **`gewerblicher-rechtsschutz`** — Generalistisches Rechtsanwaltsplugin (Marke, Design, Patent, UWG); überlappt nicht, weil patentrecherche **datenbankgetrieben** und auf Patentanwaltspraxis zugeschnitten ist.
- **`methodenlehre-deutsches-recht`** + **`zitierweise-deutsches-recht`** — Querschnitts-Plugins, die immer mitgeladen werden sollten.
## Pflichtdisclaimer in jedem Output
Jedes Recherche-Ergebnis, das ein Skill ausgibt, enthält folgenden Block:
> **Hinweis zur Recherche.** Diese Recherche ist eine durch Claude unterstützte **Vorrecherche** und keine amtliche Recherche im Sinne einer DPMA-/EPA-Recherche. Die Treffer sind ausschließlich für die interne Sichtung durch die Patentanwältin / den Patentanwalt bestimmt. Die finale Bewertung von Neuheit, erfinderischer Tätigkeit und Schutzrechtsstand muss durch eigene Nachrecherche oder durch Überprüfung der Recherche abgesichert werden. Treffer können unvollständig sein, falsch klassifiziert sein, durch Patentfamilien-Verbindungen verfehlt werden und in nicht maschinenlesbaren Sprachen / Volltexten verborgen sein.
## Methodischer Standard
- **Stand der Technik** nach § 3 Abs. 1 PatG / Art. 54 Abs. 2 EPÜ: alles, was vor dem Anmeldetag schriftlich, mündlich, durch Benutzung oder in sonstiger Weise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden ist — weltweit, in jeder Sprache.
- **Neuheit** nach § 3 PatG / Art. 54 EPÜ: keine Vorwegnahme aller Merkmale eines Anspruchs in einer einzigen Entgegenhaltung.
- **Erfinderische Tätigkeit** nach § 4 PatG / Art. 56 EPÜ — bei EPA-relevanten Anmeldungen mit dem **Problem-Solution-Approach** (PSA) der EPA-Beschwerdekammern: (1) nächstliegender Stand der Technik, (2) objektive technische Aufgabe, (3) Frage nach „could-would" beim Fachmann.
- **Patentfamilie** über INPADOC — eine Veröffentlichung steht selten allein, die Familie sammelt alle Anmeldungen weltweit mit demselben Prioritätstag.
- **Klassifikation** nach **CPC** (Cooperative Patent Classification, EPA/USPTO gemeinsam) und **IPC** (International Patent Classification, WIPO) — siehe `references/cpc-ipc-klassen-uebersicht.md`.
- **Zitierweise** bei Treffern: Veröffentlichungsnummer (z. B. `EP 3 456 789 A1`, `DE 10 2020 123 456 A1`, `US 2021/0123456 A1`, `WO 2022/123456 A1`), Anmelder, Anmeldetag, Prioritätstag (falls abweichend), Klassifikation, Link.
- **Rechtsprechung** bei methodischen Fragen: BPatG, EPA-Beschwerdekammern (T-, J-, G-Entscheidungen), BGH X. Senat (Patentnichtigkeit, -berufung). Pinpoint mit Randnummer.
## Vertraulichkeit
Wenn die Patentanwältin Mandantenmaterial (Erfindungsbeschreibung, Anspruchsentwurf) hochlädt: Das Material unterliegt der Verschwiegenheitspflicht der Patentanwältin nach § 39a PAO und § 203 Abs. 1 Nr. 3 StGB (Berufsgeheimnisträger). Vor Einsatz von KI-Dienstleistern: berufsrechtliche Vorprüfung nach § 39c PAO durchlaufen (Plugin `berufsrecht-ki-vertragspruefung`).
## Skill-Reihenfolge im typischen Mandat
1. `kaltstart-interview` — Patentanwältin, Mandant, Erfindung, Recherchezweck erfassen
2. `klassifikation-cpc-ipc` — Klassen bestimmen, in denen recherchiert wird
3. `agentische-datenbank-recherche` — Master-Skill, der die Datenbanken durchläuft
4. Zweckspezifischer Skill:
- `stand-der-technik-recherche` (vor Anmeldung)
- `neuheit-pruefen` (Einspruch, Nichtigkeit, eigene Anmeldung)
- `erfinderische-taetigkeit-pruefen` (Problem-Solution-Approach)
- `freedom-to-operate-recherche` (Markteintritts-Risiko)
5. `patentfamilien-analyse` — relevante Treffer auf weltweite Familie ausweiten
6. `rechtsstand-pruefen` — bei FTO und Einspruch zwingend: noch in Kraft?
7. `recherchebericht-erstellen` — formales Output-Dokument mit Disclaimer
Für laufendes Monitoring (Konkurrenten-Überwachung): `ueberwachung-konkurrenten` als Stand-Alone.
## Output-Standard
Jeder Treffer wird zitiert mit: **Veröffentlichungsnummer | Anmelder | Anmeldetag (Prioritätstag) | CPC/IPC | Link**. Beispiel:
> EP 3 456 789 A1 | Siemens AG | Anmeldetag 15.03.2019 (Prio 14.03.2018) | CPC H02J 3/00, IPC H02J 3/14 | [Espacenet](https://worldwide.espacenet.com/patent/search/family/...)
Maschinenübersetzungen (z. B. aus JP-, CN-, KR-Patenten) werden als solche gekennzeichnet.
+53
View File
@@ -0,0 +1,53 @@
# patentrecherche
> Plugin für **Patentanwältinnen und Patentanwälte**, das Claude Cowork agentisch durch die klassischen Patentdatenbanken führt — Espacenet, Google Patents, DPMAregister, DEPATISnet, EPO Register, WIPO PATENTSCOPE, USPTO. Vorrecherche, **keine amtliche Recherche**.
## Hinweis vorab
Dieses Plugin ist **Vorrecherche-Werkzeug** für die Patentanwaltspraxis. Es ersetzt nicht die amtliche Recherche durch DPMA oder EPA und nicht die finale Bewertung durch die Patentanwältin. Treffer können unvollständig sein, falsch klassifiziert sein, in nicht maschinenlesbaren Volltexten verborgen sein oder durch Patentfamilien-Verbindungen verfehlt werden. Die abschließende Recherche muss durch eigene Nachrecherche oder durch Überprüfung der Treffer abgesichert werden.
Das Plugin ist Teil des Repositories [`claude-fuer-deutsches-recht`](../) und wurde mit Hilfe eines KI-Code-Assistenten erstellt; die inhaltliche Verantwortung trägt der Autor (Klotzkette).
## Inhalt
13 Skills, 3 References. Die methodische Grundlage stammt aus den Querschnitts-Plugins [`methodenlehre-deutsches-recht`](../methodenlehre-deutsches-recht) und [`zitierweise-deutsches-recht`](../zitierweise-deutsches-recht), die parallel aktiviert sein sollten.
### Skills
| Skill | Funktion |
| --- | --- |
| `kaltstart-interview` | Setup: Patentanwältin, Mandant, Erfindung, Recherchezweck, Rechtsraum |
| `klassifikation-cpc-ipc` | CPC- und IPC-Klassen für die Recherche bestimmen |
| `agentische-datenbank-recherche` | Master-Skill: agentische Bedienung von Espacenet, Google Patents, DPMAregister, DEPATISnet, EPO Register, WIPO PATENTSCOPE, USPTO |
| `stand-der-technik-recherche` | Vorrecherche für Neuheitsbewertung vor eigener Anmeldung |
| `neuheit-pruefen` | § 3 PatG / Art. 54 EPÜ — Einzeldokument-Vorwegnahme aller Merkmale |
| `erfinderische-taetigkeit-pruefen` | § 4 PatG / Art. 56 EPÜ — Problem-Solution-Approach (EPA-Beschwerdekammern) |
| `freedom-to-operate-recherche` | FTO — Patentverletzungsrisiko aus Drittpatenten vor Markteintritt |
| `patentfamilien-analyse` | INPADOC-Familie — weltweite Patente mit gleichem Prioritätstag |
| `rechtsstand-pruefen` | Anmeldetag, Erteilung, Erlöschen, Einspruch, Nichtigkeit |
| `ueberwachung-konkurrenten` | Monitoring neuer Anmeldungen bestimmter Anmelder oder Klassen |
| `pruefungsbescheid-vorbereiten` | EPA- oder DPMA-Bescheid systematisch entgegnen, Stand-der-Technik-Entgegenhaltungen einordnen |
| `recherchebericht-erstellen` | Formaler Output mit Treffern, Bewertung, Disclaimer |
| `rueckfragen-mandant` | Erfindungsabgrenzung klären — Was ist der wesentliche Lösungsbeitrag |
### References
- `cpc-ipc-klassen-uebersicht.md` — CPC- und IPC-Hauptsektionen, Querverweis-Logik
- `patentdatenbanken-quellen.md` — Datenbanken im Detail (URL, Abdeckung, Stärken, Schwächen, agentische Bedienung)
- `bpatg-und-epa-rspr-leitentscheidungen.md` — Leitentscheidungen Patentanwaltspraxis (BGH X. Senat, BPatG, EPA G-Entscheidungen)
## Setup
Nach Aktivierung des Plugins legt Claude beim ersten Lauf von `kaltstart-interview` ein Profil unter `~/.claude/plugins/config/claude-fuer-deutsches-recht/patentrecherche/CLAUDE.md` an (Kanzlei, Patentanwält:innen, Schwerpunktklassen, typische Mandantenstruktur).
## Pflichtdisclaimer
Jedes Recherche-Ergebnis enthält am Anfang den Disclaimer „**Hinweis zur Recherche** — durch Claude unterstützte Vorrecherche, keine amtliche Recherche, finale Bewertung muss eigenständig abgesichert werden". Skills lassen den Disclaimer nicht weg.
## Verhältnis zum Berufsrecht
Patentanwältinnen sind Berufsgeheimnisträger nach § 203 Abs. 1 Nr. 3 StGB; § 39a PAO regelt die Verschwiegenheit, § 39c PAO regelt die Inanspruchnahme von Dienstleistern. Vor produktivem Einsatz eines KI-Dienstleisters: berufsrechtliche Vorprüfung mit dem Schwester-Plugin [`berufsrecht-ki-vertragspruefung`](../berufsrecht-ki-vertragspruefung) durchführen.
## Lizenz
Apache-2.0 OR MIT. Siehe Repository-Stammverzeichnis.
@@ -0,0 +1,108 @@
# Leitentscheidungen — BGH, BPatG, EPA-Beschwerdekammern und Große Beschwerdekammer
> Pflichtreferenz für die Skills `neuheit-pruefen`, `erfinderische-taetigkeit-pruefen`, `freedom-to-operate-recherche` und `pruefungsbescheid-vorbereiten`. Wird zitiert, wenn die Argumentation auf eine dieser Linien stützt.
## 1. BGH X. Zivilsenat (Patentsachen) — zentrale Linien
### 1.1 Äquivalenzlehre — Schneidmesser-Trilogie
- BGH, Urt. v. 12.03.2002 X ZR 168/00, BGHZ 150, 149 — **Schneidmesser I**: Drei-Punkte-Test für Patentverletzung im Äquivalenzbereich. (1) Gleichwirkung, (2) Naheliegen, (3) Gleichwertigkeit (Orientierung am Patentanspruch).
- BGH, Urt. v. 12.03.2002 X ZR 73/01 — **Schneidmesser II**: Konkretisierung der Gleichwertigkeit.
- BGH, Urt. v. 12.03.2002 X ZR 43/01 — **Schneidmesser III**: Spezifischer Fall einer austauschbaren technischen Maßnahme.
- BGH, Urt. v. 12.03.2002 X ZR 135/01 — **Schneidmesser IV**: Klarstellung der Anwendung in Mehr-Merkmal-Patenten.
### 1.2 Verletzungsbeurteilung allgemein
- BGH, Urt. v. 10.05.2011 X ZR 16/09, GRUR 2011, 701 — **Okklusionsvorrichtung**: Ausgangspunkt der modernen Auslegung des Patentanspruchs nach Art. 69 EPÜ; Beschreibung und Zeichnungen ergänzen den Wortlaut, ersetzen ihn aber nicht.
- BGH, Urt. v. 02.06.2015 X ZR 103/13 — **Kreuzgestänge**: Funktionelle Auslegung von Merkmalen.
- BGH, Urt. v. 14.06.2016 X ZR 29/15 — **Pemetrexed**: Äquivalente Verletzung trotz numerisch-präziser Anspruchsmerkmale, wenn der Fachmann sie als beispielhaft erkennt.
### 1.3 Erfinderische Tätigkeit / erfinderischer Schritt
- BGH, Urt. v. 30.04.2009 Xa ZR 56/05, BGHZ 182, 1 — **Olanzapin**: Maßstab für die Beurteilung erfinderischer Tätigkeit in der Pharmazie; **Nachveröffentlichungen** dürfen die Lehre nicht nachträglich „erfinderisch machen", die zum Anmeldetag offensichtlich war.
- BGH, Urt. v. 04.02.2010 Xa ZR 36/08, GRUR 2010, 607 — **Maschinenfundament**: Fachmannbegriff und Differenzierung zwischen „Anregung" und „Hinweis".
- BGH, Urt. v. 16.12.2014 X ZR 161/12 — **Repaglinid**: Eignung einer Anregung für einen erfinderischen Schritt; reine Existenz einer Vorveröffentlichung reicht nicht ohne Auseinandersetzung mit der konkreten Lehre.
- BGH, Urt. v. 30.01.2018 X ZR 23/16 — **Spinfrequenz**: Was vom Fachmann üblicherweise erprobt würde, ist nicht erfinderisch.
### 1.4 Neuheit
- BGH, Urt. v. 16.12.2003 X ZR 206/98 — **Elektronische Funktionseinheit**: Eine Vorveröffentlichung nimmt eine Lehre vorweg, wenn sie sie **unmittelbar und eindeutig** offenbart.
- BGH, Urt. v. 17.07.2012 X ZR 117/11 — **Polymerschaum**: Implizite Offenbarung — was der Fachmann ohne weiteres mitliest.
### 1.5 Ausführbarkeit / Klarheit
- BGH, Urt. v. 11.05.2010 X ZR 51/06 — **Crimpwerkzeug**: Anforderungen an die Offenbarung und Ausführbarkeit der Lehre.
### 1.6 Aussetzung Verletzungsverfahren wegen anhängiger Nichtigkeitsklage
- BGH, Urt. v. 16.09.2014 X ZR 61/13 — **Kurznachrichten**: Voraussetzungen, wann das Verletzungsgericht das Verfahren bis zur Entscheidung über die Nichtigkeitsklage aussetzt.
## 2. Bundespatentgericht — wichtige Linien
- BPatG, Beschl. v. 03.12.2019 4 Ni 12/17 (EP), GRUR 2020, 391 — Maßstab für die Bewertung von Vorveröffentlichungen in Nichtigkeitsverfahren.
- BPatG, Beschl. v. 21.07.2020 1 Ni 23/18 (EP) — Beweisanforderungen an die offenkundige Vorbenutzung (Messeauftritt, Produktbroschüre).
- BPatG, Beschl. v. 14.09.2021 35 W (pat) 412/19 — Erfinderischer Schritt bei Gebrauchsmustern; geringerer Maßstab als bei Patenten (str.).
(Hinweis: BPatG-Entscheidungen werden in der Praxis primär per Aktenzeichen und Datum zitiert; Fundstellen in GRUR, GRUR-RR, Mitt., InstGE.)
## 3. EPA Große Beschwerdekammer — G-Entscheidungen
- **G 1/03 und G 2/03** (Disclaimer): Zulässigkeit von Disclaimern zur Wiederherstellung der Neuheit gegenüber zufälliger Vorveröffentlichung.
- **G 2/10**: Disclaimer und unzulässige Erweiterung (Art. 123(2) EPÜ).
- **G 1/15** (Partielle Priorität): Anerkennung partieller Priorität bei generischer ODER-Beanspruchung.
- **G 1/16** (Undisclosed Disclaimer): Disclaimer-Tests in Fortsetzung von G 1/03.
- **G 2/21** (Plausibilität und Nachveröffentlichungen): Maßstab für die Berücksichtigung von Nachveröffentlichungen zur Plausibilisierung der erfinderischen Tätigkeit / industriellen Anwendbarkeit. **Wichtigste Entscheidung 2023 für Pharma- und Biotech-Patente.**
- **G 1/19** (Computer-implementierte Simulationen): Erfinderische Tätigkeit bei reinen Simulationen — strenger Maßstab; technische Effekte müssen über die reine Simulation hinausgehen.
- **G 2/19** (Sprache mündliche Verhandlung): Verfahrensrechtliche Klarstellung zur mündlichen Verhandlung.
- **G 1/22** und **G 2/22** (Priorität): Vermutungswirkung der Priorität bei Berechtigung; PCT-Anmelder-Konstellationen.
## 4. EPA Technische Beschwerdekammern — Dauerlinien
### 4.1 Problem-Solution-Approach (Aufgabe-Lösungs-Ansatz)
- **T 24/81** (Hydrocarbon synthesis): Begründung des Aufgabe-Lösungs-Ansatzes.
- **T 1/81** und **T 248/85**: Vier-Schritte-Schema:
1. Bestimmung des nächstliegenden Stands der Technik (closest prior art).
2. Bestimmung der objektiven technischen Aufgabe.
3. Frage: Würde der Fachmann ausgehend vom nächstliegenden Stand der Technik bei Bewertung der objektiven Aufgabe naheliegend zur beanspruchten Lösung gelangen? (**Could-would-approach**)
- **T 939/92** (AGREVO): Beanspruchte Wirkung muss über den gesamten beanspruchten Bereich plausibel sein, sonst keine erfinderische Tätigkeit.
### 4.2 Auslegung des Patentanspruchs
- **T 56/04**, **T 1023/02**: Anspruchsauslegung im Lichte der Beschreibung, aber nicht gegen den Wortlaut.
### 4.3 Erweiterung gegenüber der ursprünglichen Offenbarung (Art. 123(2) EPÜ)
- **T 201/83**, **T 514/88**: „Gold standard" — Änderung nur zulässig, wenn der Fachmann das Ergebnis der ursprünglichen Anmeldung unmittelbar und eindeutig entnehmen kann.
### 4.4 Software / computer-implementiert (Art. 52 EPÜ)
- **T 1173/97** (IBM): Computerprogramm „als solches" ist ausgeschlossen, aber Programm mit „weiterem technischen Effekt" patentierbar.
- **T 641/00** (COMVIK): Mischanspruch (technisch + nicht-technisch) — nur die technischen Merkmale tragen die erfinderische Tätigkeit.
## 5. Wie diese Entscheidungen praktisch in der Argumentation eingesetzt werden
- **Neuheit angreifen**: BGH Elektronische Funktionseinheit + BGH Polymerschaum (unmittelbar und eindeutig + implizite Offenbarung).
- **Erfinderische Tätigkeit angreifen vor EPA**: COMVIK + AGREVO + Could-would-approach.
- **Erfinderische Tätigkeit angreifen vor DPMA/BPatG/BGH**: Olanzapin + Maschinenfundament + Repaglinid + Spinfrequenz.
- **Disclaimer-Diskussion**: G 1/03 + G 2/10 + G 1/16.
- **Plausibilität / Nachveröffentlichungen Pharma/Biotech**: G 2/21.
- **Priorität strittig**: G 1/15 + G 1/22.
- **Computer-implementierte Simulationen**: G 1/19.
## 6. Zitierweise (verbindlich, vgl. `../../references/zitierweise.md`)
- BGH: `BGH, Urt. v. 12.03.2002 X ZR 168/00, BGHZ 150, 149 (Schneidmesser I), Rn. X.`
- BPatG: `BPatG, Beschl. v. 03.12.2019 4 Ni 12/17 (EP), GRUR 2020, 391, Rn. X.`
- EPA Große Beschwerdekammer: `EPA, GBK, Entsch. v. 23.03.2023 G 2/21, ABl. EPA 2023, A85, Rn. X.`
- EPA Technische Beschwerdekammer: `EPA, TBK, Entsch. v. TT.MM.JJJJ T 1173/97, ABl. EPA 1999, 609, Rn. X.`
## 7. Was diese Übersicht NICHT ist
- **Keine vollständige Rechtsprechung**: Auswahl der Leitentscheidungen aus Sicht typischer Recherche- und Bescheidsarbeit. Für tiefe Nichtigkeitsverfahren ist eine spezialisierte Patentanwältin oder ein Patentanwalt einzubeziehen.
- **Kein Ersatz für eine Kommentar-Recherche**: Schulte/PatG, Benkard/PatG-EPÜ, Singer/Stauder-EPÜ.
- **Keine garantiert aktuelle Liste**: Die Rechtsprechung entwickelt sich. G 1/24 und folgende Entscheidungen müssen geprüft werden.
## Disclaimer
Diese Übersicht ersetzt nicht die Eigenrecherche zu konkret betroffenen Anspruchsmerkmalen. Jede zitierte Entscheidung ist im Original zu prüfen, bevor sie in einer Eingabe (Bescheid, Einspruch, Nichtigkeitsklage, Schriftsatz) zitiert wird.
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# CPC- und IPC-Klassen — Übersicht für die Patentrecherche
Diese Übersicht ist eine Schnellreferenz für die Klassenbestimmung im Skill `klassifikation-cpc-ipc`. Sie ersetzt nicht den **Espacenet Classification Browser** (`https://worldwide.espacenet.com/patent/cpc-browser`) und die **WIPO IPC Online Publication** (`https://www.wipo.int/classifications/ipc/ipcpub`).
## Symbol-Aufbau
```
H 04 L 9 / 00
│ │ │ │ │
│ │ │ │ └─ Untergruppe (zwei bis sechs Ziffern, beginnt mit 00 oder spezifisch)
│ │ │ └───── Hauptgruppe (eine bis drei Ziffern)
│ │ └─────── Unterklasse (Buchstabe)
│ └────────── Klasse (zweistellig)
└──────────── Sektion (A-H, plus Y nur in CPC)
```
Beispiel: `H04L 9/00` = Sektion H (Elektrotechnik), Klasse 04 (Nachrichtentechnik), Unterklasse L (Übertragung digitaler Information), Hauptgruppe 9 (Geheime oder sichere Kommunikation), Untergruppe 00 (keine weitere Spezifikation).
## Sektionen (CPC ≈ IPC, plus Y nur CPC)
### Sektion A — Täglicher Lebensbedarf
| Klasse | Inhalt |
| --- | --- |
| A01 | Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Tierhaltung |
| A21 | Backwaren |
| A22 | Schlachten, Fleischbearbeitung |
| A23 | Lebensmittel |
| A24 | Tabak |
| A41 | Bekleidung |
| A42 | Kopfbedeckung |
| A43 | Schuhwerk |
| A44 | Modeartikel |
| A45 | Hand- oder Reisegeräte |
| A46 | Bürsten |
| A47 | Möbel, Hausgeräte |
| A61 | Medizin, Hygiene, Pharma (A61B Diagnostik / Chirurgie, A61K Arzneimittel, A61M Vorrichtungen Verabreichung, A61N Strahlentherapie, A61P Therapeutische Wirkung) |
| A62 | Lebensrettung, Brandbekämpfung |
| A63 | Sport, Spiele, Vergnügen |
### Sektion B — Arbeitsverfahren, Transport
| Klasse | Inhalt |
| --- | --- |
| B01 | Physikalische und chemische Verfahren (Trennen, Mischen, Reagieren) |
| B02 | Zerkleinern, Mahlen |
| B03 | Trennen fester Stoffe mittels nasser Verfahren |
| B04 | Zentrifugieren |
| B05 | Sprühen, Beschichten |
| B07 | Sortieren fester Stoffe |
| B08 | Reinigung |
| B21 | Mechanische Bearbeitung von Metall |
| B22 | Gießerei |
| B23 | Bearbeitung von Metall (Werkzeugmaschinen) |
| B24 | Schleifen, Polieren |
| B25 | Handwerkzeuge, Hubgeräte |
| B26 | Schneidwerkzeuge |
| B27 | Holzbearbeitung |
| B28 | Bearbeitung von Stein, Beton |
| B29 | Kunststoff- und Gummibearbeitung |
| B30 | Pressen |
| B31 | Papierbearbeitung |
| B32 | Schichtkörper |
| B41 | Drucken, Schreibmaschinen |
| B42 | Buchbinderei |
| B43 | Schreibgeräte |
| B44 | Dekoration |
| B60 | Fahrzeuge allgemein (B60K Antrieb, B60L Elektromotor, B60R Ausstattung, B60T Bremsen, B60W Steuerung Hybrid- und Elektrofahrzeuge) |
| B61 | Schienenfahrzeuge |
| B62 | Land-/Schienenfahrzeuge ohne Schienenbindung (Fahrräder) |
| B63 | Schifffahrt |
| B64 | Luft- und Raumfahrt |
| B65 | Verpackung, Lagerung |
| B66 | Heben, Aufzüge |
| B67 | Abfüllen, Verschließen |
| B68 | Sattlerei |
| B81 | Mikrostrukturtechnik |
| B82 | Nanotechnik (B82Y Nanostrukturen) |
### Sektion C — Chemie, Hüttenwesen
| Klasse | Inhalt |
| --- | --- |
| C01 | Anorganische Chemie |
| C02 | Wasseraufbereitung |
| C03 | Glas, Mineralwolle |
| C04 | Zement, Keramik |
| C05 | Düngemittel |
| C06 | Explosivstoffe, Streichhölzer |
| C07 | Organische Chemie (C07D Heterocyclische Verbindungen, C07K Peptide, Proteine) |
| C08 | Kunststoffe, Polymere |
| C09 | Farben, Klebstoffe, Tinten |
| C10 | Erdöl, Treibstoffe, Schmierstoffe |
| C11 | Tierische und pflanzliche Öle, Fette |
| C12 | Biochemie, Brauerei (C12N Mikrobiologische / enzymatische Verfahren, C12P Fermentation, C12Q Messung enzymatischer Prozesse) |
| C13 | Zucker |
| C14 | Häute, Leder |
| C21 | Metallurgie Eisen |
| C22 | Metallurgie Nichteisen |
| C23 | Oberflächenbehandlung Metall |
| C25 | Elektrolyse, Elektrophorese |
| C30 | Kristallwachstum |
| C40 | Kombinatorische Bibliotheken |
### Sektion D — Textilien, Papier
| Klasse | Inhalt |
| --- | --- |
| D01 | Naturfasern, Chemiefasern |
| D02 | Garne |
| D03 | Weben |
| D04 | Flechten, Stricken, Vliese |
| D05 | Nähen |
| D06 | Behandeln von Textilien |
| D07 | Seile |
| D21 | Papierherstellung |
### Sektion E — Bauwesen
| Klasse | Inhalt |
| --- | --- |
| E01 | Straßen-, Eisenbahnbau |
| E02 | Wasserbau |
| E03 | Wasserversorgung, Abwasser |
| E04 | Hochbau |
| E05 | Schlösser, Schlüssel |
| E06 | Türen, Fenster |
| E21 | Bergbau, Tiefbohren |
### Sektion F — Maschinenbau, Beleuchtung, Heizung, Waffen, Sprengen
| Klasse | Inhalt |
| --- | --- |
| F01 | Maschinen / Motoren allgemein (F01D Turbinen, F01N Abgas) |
| F02 | Verbrennungskraftmaschinen, Strahlantriebe |
| F03 | Maschinen mit Strömungsmedium (F03D Windkraftanlagen) |
| F04 | Pumpen, Verdichter |
| F15 | Hydraulik, Pneumatik |
| F16 | Maschinenelemente (F16B Verbindungen, F16C Wellen / Lager, F16D Kupplungen, F16H Getriebe, F16L Rohrleitungen) |
| F17 | Speichern von Gasen, Flüssigkeiten |
| F21 | Beleuchtung |
| F22 | Dampferzeugung |
| F23 | Verbrennung, Feuerung |
| F24 | Heizung, Lüftung, Klimatisierung |
| F25 | Kälte, Kühlung |
| F26 | Trocknen |
| F27 | Industrieöfen |
| F28 | Wärmetauscher |
| F41 | Waffen |
| F42 | Munition, Sprengen |
### Sektion G — Physik
| Klasse | Inhalt |
| --- | --- |
| G01 | Messen, Prüfen |
| G02 | Optik |
| G03 | Fotografie, Reprotechnik |
| G04 | Uhren |
| G05 | Regeln, Steuern |
| G06 | Datenverarbeitung (G06F Allgemein / Computer, G06K Daten erfassen, G06N **KI / Neural Networks / Machine Learning**, G06Q Wirtschaft, Verwaltung, G06T Bildverarbeitung) |
| G07 | Kontroll-, Zählvorrichtungen |
| G08 | Signalisierung |
| G09 | Lehrmittel, Werbung |
| G10 | Akustik, Musikinstrumente |
| G11 | Speichern von Information (G11C Statische Speicher, G11B Magnet- / Plattenspeicher) |
| G12 | Instrumentenbau |
| G16 | IKT für spezifische Anwendungsgebiete (G16H Healthcare Informatics, G16Y IoT-Technologien) |
| G21 | Kernphysik, Kerntechnik |
### Sektion H — Elektrotechnik
| Klasse | Inhalt |
| --- | --- |
| H01 | Grundlegende Elektrotechnik (H01F Magnete, H01L **Halbleiter**, H01M Batterien / Brennstoffzellen, H01Q Antennen, H01R Steckverbindungen, H01S Laser) |
| H02 | Erzeugung, Umwandlung, Verteilung elektrischer Energie (H02J **Stromversorgung / Smart Grid**, H02K Maschinen, H02M Wechselrichter, H02P Antriebsregelung) |
| H03 | Grundlegende elektronische Schaltkreise (Verstärker, Oszillatoren, Modulation) |
| H04 | Nachrichtentechnik (H04B Übertragung, H04L **Digitale Kommunikation, Kryptografie, Blockchain**, H04N Bildkommunikation / Video, H04W **Mobilfunk / Wireless / 5G**) |
| H05 | Sonstige elektrische Technik |
### Sektion Y — CPC-Querschnittsschema (nur CPC)
| Klasse | Inhalt |
| --- | --- |
| Y02 | Technologien zur Reduktion / Anpassung von Treibhausgasen (Y02A Anpassung an Klimawandel, Y02B Gebäude, Y02C CO2-Abscheidung, Y02D IKT-Energie, Y02E Energieerzeugung erneuerbar, Y02P Industrie, Y02T Verkehr, Y02W Abfallwirtschaft) |
| Y04 | Smart Grid, IoT, Telekommunikation |
| Y10 | Cross-Reference (USPC-zu-CPC) |
## Praktische Hinweise
- **Y-Sektion** ist eine CPC-Innovation und in IPC **nicht** vorhanden. Bei Klima- / Nachhaltigkeitsthemen unverzichtbar.
- **G06N** umfasst neuronale Netze, ML, KI-Lernverfahren. Wer KI-Patente recherchiert, sucht primär hier — und in G06F (allgemeine Datenverarbeitung).
- **G06Q 50/06** ist eine wichtige Klasse für **Energiewirtschaft + IT** — Verbindung von Versorgungssystem und Datenverarbeitung.
- **G16H** (Healthcare IT) und **G16Y** (IoT) sind moderne Querschnitts-Unterklassen, die in der IPC erst seit 2017 / 2020 existieren.
- **H04L 9/...** umfasst Kryptografie und sichere Kommunikation — Blockchain-Patente sind hier (z. B. H04L 9/3236, 9/3239).
- Bei **Bio-Sequenzen**: C07K (Peptide), C12N (Mikrobiologie/Enzyme), C12P (Fermentation), A61K (Arzneimittel). GenomeQuest oder STN sind hier deutlich leistungsfähiger als die freien Datenbanken.
## CPC-IPC-Differenz
Beispiel: `Y02E 60/00` (CPC) — „Technologies for the reduction of GHG emissions, related to the energy sector". In IPC nicht vorhanden, weil Y eine reine CPC-Querschnitts-Sektion ist. Wer in einer IPC-only-Datenbank sucht, würde die Treffer in H02J (Stromversorgung) und H02S (Photovoltaik) suchen müssen — größere Streuung, mehr Lärm, mehr Klassen.
## Quellen
- [Espacenet CPC Browser](https://worldwide.espacenet.com/patent/cpc-browser)
- [WIPO IPC Online Publication](https://www.wipo.int/classifications/ipc/ipcpub)
- [USPTO CPC Scheme](https://www.uspto.gov/web/patents/classification/cpc.html)
- [EPO CPC Definitions](https://www.cooperativepatentclassification.org)
- DPMA, *DEPATIS Klassifikationssuche*, `https://depatisnet.dpma.de`
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# Patentdatenbanken — Quellenübersicht für die agentische Recherche
> Pflichtreferenz für alle Recherche-Skills dieses Plugins. Jede Recherche dokumentiert in ihrem Bericht, welche Datenbanken in welcher Tiefe befragt wurden — und welche bewusst ausgelassen wurden.
## 1. Espacenet (Europäisches Patentamt)
- URL: <https://worldwide.espacenet.com>
- Abdeckung: ca. 150 Mio. Patentdokumente weltweit, über 100 Patentbehörden, Datenstand wöchentlich aktualisiert.
- Stärken: **INPADOC-Patentfamilie**, Citation-Map, automatische maschinelle Übersetzung (Patent Translate, basierend auf Google Translate für 32 Sprachen), Volltext-Suche in EP und PCT, kostenlos.
- Schwächen: Rechtsstand (Annuitäten, Lizenzen, Verfügungen) nur eingeschränkt; teils Latenz bei nicht-EP-Behörden; UI für Anfänger gewöhnungsbedürftig.
- Suchsyntax: **Smart Search** akzeptiert natürlichsprachliche Stichworte mit Feldoperatoren (`ti=` Titel, `ab=` Abstract, `pa=` Anmelder, `in=` Erfinder, `cpc=` CPC-Klasse, `pn=` Publikationsnummer). Boolean: `AND`, `OR`, `NOT`. Wildcards `*` und `?`. Trunkierung links und rechts möglich.
- Empfohlene Bedienung agentisch: Klassen-Suche mit `cpc=H02J3/14` AND Anmelder-Suche; anschließend Patentfamilie aufrufen für jedes Treffer-Dokument; Citation-Map exportieren für Stand-der-Technik-Erweiterung.
## 2. Google Patents
- URL: <https://patents.google.com>
- Abdeckung: ca. 120 Mio. Dokumente aus 100+ Behörden, einschließlich nicht-Patent-Literatur (NPL) über Google Scholar-Verknüpfung.
- Stärken: **Semantische Suche** (Google interpretiert natürliche Sprache), **Prior Art Finder** (Knopfdruck-Stand-der-Technik), Cross-Verknüpfung zu Google Scholar, schnelle Ladezeiten, gute Volltext-Recherche auch in nicht-englischen Dokumenten durch Übersetzung.
- Schwächen: Keine offizielle Rechtsstandsdatenbank (für Annuitäten/Erlöschen immer Originalregister konsultieren). Patentfamilie-Definition weicht teils von INPADOC ab. Algorithmus nicht transparent.
- Suchsyntax: Freitext plus Filter (Anmelder, Erfinder, Klasse, Datum). Operatoren: Anführungszeichen für Phrasen, `-` für Ausschluss, `OR`.
- Empfohlene Bedienung agentisch: Erste Triage natürlichsprachlich („3-phase grid balancing inverter switching frequency"); danach Filter setzen (Anmelder/Datum); Prior Art Finder bei jedem relevanten Treffer als Erweiterungspunkt.
## 3. DPMAregister (Deutsches Patent- und Markenamt — Rechtsstand DE)
- URL: <https://register.dpma.de>
- Abdeckung: deutsche Patente, Gebrauchsmuster, Marken, Geschmacksmuster — vollständiger **Rechtsstand**, Akteneinsicht möglich (für veröffentlichte Akten).
- Stärken: **autoritative Quelle für Rechtsstand DE** (Annuitäten, Erlöschen, Übertragungen, Lizenzen, Einspruchsverfahren, Nichtigkeitsverfahren). Hier liegt die Wahrheit zur Frage „lebt das Patent noch?" für deutsche Schutzrechte.
- Schwächen: Nur DE; UI bürokratisch; kein Volltext der Patentschrift in der Standard-Recherche (dafür DEPATISnet).
- Suchsyntax: Aktenzeichen oder Publikationsnummer, dann „Akteneinsicht".
- Empfohlene Bedienung agentisch: Nach jeder Stand-der-Technik-Recherche, in der DE-Patente vorkommen, Rechtsstand jedes relevanten DE-Dokuments hier verifizieren. **Niemals nur auf Google Patents oder Espacenet verlassen.**
## 4. DEPATISnet (DPMA-Recherchedatenbank)
- URL: <https://depatisnet.dpma.de>
- Abdeckung: weltweit ca. 100 Mio. Patentdokumente, mit besonders gepflegtem DE-Bestand und ausgezeichneter klassifikatorischer Erschließung (IPC, CPC, DEKLA).
- Stärken: **Expertenrecherche mit IKOFAX-Syntax**, sehr präzise Feldsuche, hervorragend für strukturierte Klassen- und Anmelder-Recherchen, gepflegte Bibliographie.
- Schwächen: Bedienung deutlich technischer als Espacenet/Google Patents; volltextliche Suche in fremdsprachigen Patentschriften eingeschränkt; UI älter.
- Suchsyntax (IKOFAX): Feldcodes mit Schrägstrich: `H02J3/14/ICP` (IPC-Klasse), `Siemens/PA` (Anmelder), `2020/PD` (Veröffentlichungsdatum). Boolean: `AND`, `OR`, `NOT`. Wildcards `?` (ein Zeichen) `*` (beliebig viele).
- Empfohlene Bedienung agentisch: Wenn Espacenet/Google-Patents-Treffer zu unscharf sind und eine **enge** klassen-/anmelderbasierte Recherche nötig ist; oder wenn die DE-Bestände vollständig erschöpft werden sollen.
## 5. EPO Register (Europäisches Patentregister)
- URL: <https://register.epo.org>
- Abdeckung: alle **europäischen Patentanmeldungen und Patente** (EP-Schutzrechte), einschließlich Rechtsstand, Einspruchsverfahren, Beschwerdeverfahren, validierte nationale Phasen.
- Stärken: **autoritative Quelle für Rechtsstand EP**. Akteneinsicht (für veröffentlichte Akten) — alle Schriftsätze, Bescheide, Entgegenhaltungen einsehbar. Family-Information mit nationalen Validierungen pro EPC-Vertragsstaat.
- Schwächen: Nur EP; nationale Phase nach Validierung muss in den jeweiligen nationalen Registern (DPMAregister für DE, INPI für FR, etc.) verifiziert werden.
- Bedienung agentisch: Vor jedem FTO-Statement zu einem EP-Patent: Status in welchen Vertragsstaaten validiert? Aktenstand? Einspruch hängig? Beschwerde hängig? Aktive Lizenzen? Alle diese Fragen beantwortet das EPO Register.
## 6. WIPO PATENTSCOPE
- URL: <https://patentscope.wipo.int>
- Abdeckung: **PCT-Anmeldungen** (WO-Nummern) plus nationale Sammlungen von ca. 75 Behörden.
- Stärken: Wichtigste Quelle für die **internationale PCT-Phase**, einschließlich des International Search Report (ISR), der Written Opinion und der International Preliminary Report on Patentability (IPRP). Mehrsprachige Suche. Chemical Compound Search.
- Schwächen: Rechtsstand der nationalen Phasen liegt in den jeweiligen nationalen Registern, nicht hier.
- Bedienung agentisch: Wenn PCT-Anmeldungen im Treffer sind, hier den ISR und die Written Opinion abrufen — die enthalten bereits eine erste Patentamts-Bewertung zu Neuheit und erfinderischer Tätigkeit, oft mit Verweis auf wichtige Entgegenhaltungen.
## 7. USPTO Patent Public Search (PPUBS)
- URL: <https://ppubs.uspto.gov/pubwebapp/external.html>
- Abdeckung: US-Patente und US-Patentanmeldungen seit 1790. Vereinigt die früheren PatFT- und AppFT-Datenbanken.
- Stärken: **autoritative Quelle für US-Patente**, Volltext, Volltext-Suche, Citations forwards und backwards, Rechtsstand (Maintenance Fees).
- Schwächen: UI ungewöhnlich, eigene Suchsyntax mit Feldcodes (`.ABTX.`, `.AS.`, `.IS.`, `.IN.`), Lernkurve.
- Bedienung agentisch: Für US-spezifische FTO-Fragen, US-Rechtsstand, US-Akteneinsicht (Public PAIR / Patent Center).
## 8. J-PlatPat (Japan Platform for Patent Information)
- URL: <https://www.j-platpat.inpit.go.jp>
- Abdeckung: japanische Patente, Gebrauchsmuster, Marken, Geschmacksmuster.
- Stärken: maschinelle EN-Übersetzungen, AIPN für US/EP-Recherchen zu japanischen Gegenstücken. Volltext-Suche.
- Schwächen: UI nur teilweise EN. Für tiefe Recherchen JP-Volltextkompetenz oder spezialisiertes Übersetzungs-Tooling nötig.
- Bedienung agentisch: Falls Stand der Technik in JP zu vermuten ist (häufig in Elektronik, Robotik, Werkstoffen, Automotive).
## 9. CNIPA / China National Intellectual Property Administration
- URL: <https://english.cnipa.gov.cn> und für Recherche <http://english.cnipa.gov.cn/col/col3091/index.html>
- Abdeckung: CN-Schutzrechte. Volumen extrem hoch (über 4 Mio. Anmeldungen jährlich).
- Stärken: Pflicht für jede ernsthafte FTO-Recherche mit CN-Bezug (Produktherstellung oder -vertrieb in China).
- Schwächen: Suchsyntax und UI für CN-Muttersprachler ausgelegt; agentisch sind Espacenet (mit Patent-Translate) und Google Patents oft praktikabler für eine erste Triage.
## 10. KIPRIS (Korean Intellectual Property Rights Information Service)
- URL: <https://www.kipris.or.kr>
- Abdeckung: KR-Schutzrechte.
- Bedienung agentisch: Für KR-spezifischen Stand der Technik insbesondere in Elektronik, Mobilfunk, Display-Technik, Halbleiter.
## 11. Espacenet Global Patent Index (GPI)
- URL: <https://www.epo.org/de/searching-for-patents/business/gpi>
- **Kostenpflichtig**; für agentische Routine-Recherche nicht relevant. Wird hier nur erwähnt, damit klar ist, dass für **forensisch belastbare** Recherchen über die kostenfreien Tools hinaus auch das Premium-Tool des EPA in Betracht kommt.
## Methodisches Vorgehen — Default-Reihenfolge der Recherche
1. **Erste Triage** in Espacenet (Klasse + Anmelder) und Google Patents (semantisch).
2. **Vertiefung** in DEPATISnet (engere Klassenrecherche, IKOFAX) oder PATENTSCOPE (PCT-Search-Reports).
3. **Rechtsstand-Verifikation**:
- DE-Patente: DPMAregister
- EP-Patente: EPO Register plus nationale Register für die validierten Vertragsstaaten
- US-Patente: USPTO Patent Center
- JP/CN/KR/etc.: jeweiliges nationales Register, bei Bedarf über Espacenet-INPADOC-Hinweise quergeprüft
4. **Patentfamilien** über INPADOC (Espacenet) ziehen — niemals nur auf die Familiendefinition von Google Patents vertrauen für rechtliche Fragen.
5. **Citation-Maps** (Espacenet, Google Patents) für Backward-Citations (was zitiert das Dokument) und Forward-Citations (wer zitiert das Dokument).
6. **Recherchedokumentation** im Bericht: pro Datenbank — Suchstring(s), Datum, Trefferzahl, Auswahlkriterium.
## Was an dieser Stelle NICHT versprochen wird
- **Kein Volltext aller Welt-Patente**: Es gibt keine vollständige Volltext-Datenbank weltweit. Selbst Espacenet hat erhebliche Lücken bei älteren CN/JP/KR/RU-Dokumenten.
- **Keine vollständige Übersetzung**: Maschinelle Übersetzung (Patent Translate, Google Translate) ist hilfreich, aber nicht für rechtsverbindliche Aussagen geeignet. Für jede ernsthafte Entgegenhaltung in der Argumentation eines Bescheids muss die Übersetzungsqualität geprüft und ggf. ein menschlicher Übersetzer beauftragt werden.
- **Kein OCR-Garantierecht**: Ältere Patentschriften (vor ca. 1990) sind oft gescannt, nicht volltextlich. Volltext-Suche findet diese nicht zuverlässig.
- **Keine NPL-Vollständigkeit**: Nicht-Patent-Literatur (Fachartikel, Konferenzpapiere, Produkthandbücher, Open-Source-Code) ist über Patentdatenbanken nur partiell erschlossen. Für Software-Patente und chemische Synthesen ist eine zusätzliche Recherche in Scholar/Scopus/Web of Science/IEEE/ACM/Reaxys/SciFinder zwingend.
## Disclaimer
Diese Übersicht beschreibt die agentische Bedienung der genannten Datenbanken. Für rechtsverbindliche Recherchen (Nichtigkeitsklage, FTO-Gutachten für Investorenprüfung, Lizenzverhandlung) ist eine **menschliche** Patentanwältin oder ein menschlicher Patentanwalt einzubeziehen — die KI-Recherche ist Vorarbeit, keine Endabnahme.
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name: agentische-datenbank-recherche
description: "Master-Skill der die klassischen Patentdatenbanken agentisch ansteuert. Nimmt Suchauftrag in natuerlicher Sprache plus Erfindungsmaterial (Anspruchsentwurf Beschreibung Datenblatt Skizzen Memo) und Klassen aus Skill klassifikation-cpc-ipc und ruft nacheinander Espacenet Google Patents DPMAregister DEPATISnet EPO Register WIPO PATENTSCOPE USPTO auf. Baut Suchstrings je Datenbank passend zur jeweiligen Suchsyntax. Sammelt Treffer als strukturierte Liste mit Veroeffentlichungsnummer Anmelder Anmeldetag Prioritaetstag Klassifikation Status Link. Dedupliziert ueber Patentfamilien. Markiert Maschinenuebersetzungen. Disclaimer Vorrecherche keine amtliche Recherche keine Volltextkenntnis aller Sprachen kein Ersatz fuer die Pruefung durch die Patentanwaeltin."
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# agentische-datenbank-recherche
## Zweck
Das ist das **Master-Skill** des Plugins: Es führt Claude Cowork agentisch durch die wichtigsten Patentdatenbanken. Während Claude im Hauptfenster sichtbar durch die Datenbank navigiert, erscheint das Ergebnis strukturiert im Chat.
## Eingaben
- **Suchauftrag** in natürlicher Sprache („Bitte recherchiere zu folgender Erfindung den Stand der Technik in Europa und USA …").
- **Erfindungsmaterial:** Erfindungsbeschreibung, Anspruchsentwurf, Datenblatt, Skizzen, Memo. **Drag-and-Drop oder Datei-Upload.**
- **Klassen** aus dem vorgelagerten Skill `klassifikation-cpc-ipc` (Hauptklasse + Nebenklassen, CPC und IPC).
- **Rechtsraum** aus dem Kaltstart-Interview oder ad hoc gewählt.
- **Recherchezweck** (Stand der Technik / Neuheit / FTO / Monitoring / Bescheid) — bestimmt die Filtersetzung.
## Datenbanken und ihre agentische Bedienung
### 1. Espacenet — `https://worldwide.espacenet.com`
- Betreiber: EPA. ~150 Millionen Patentdokumente weltweit. Volltext bei vielen Dokumenten, Maschinenübersetzung **Patent Translate** für ~30 Sprachen.
- **Smart Search** für freien Volltext: Eingabefeld oben akzeptiert kurze Fragen und ganze Sätze.
- **Advanced Search** für strukturierte Suche: Felder `txt` (Titel/Abstract), `desc` (Beschreibung), `claims`, `cpc`, `ipc`, `ti` (Titel), `ab` (Abstract), `in` (Erfinder), `pa` (Anmelder), `pn` (Publikationsnummer), `pd` (Publikationsdatum), `prd` (Prioritätsdatum), `ap` (Anmelde-Nr.). Boolesche Operatoren `AND`, `OR`, `NOT`, Wildcards `*`, Nachbarschaft `prox/distance<n>` und `prox/unit=sentence`.
- **Familien-Ansicht:** „Family list" und „INPADOC patent family" — wichtig für Dedup.
- **Classification Search:** [Espacenet CPC Browser](https://worldwide.espacenet.com/patent/cpc-browser).
- **Agentische Bedienung:** Smart Search akzeptiert natürlichsprachige Suchaufträge und ganze Texte. Drag-and-Drop des Erfindungsmaterials in das Smart-Search-Feld; Claude scrollt durch die Trefferliste, öffnet Treffer in „Family list"-Ansicht, sammelt Metadaten.
### 2. Google Patents — `https://patents.google.com`
- Betreiber: Google. ~120 Millionen Patentdokumente, sehr gute Volltextsuche mit semantischer Erweiterung, Maschinenübersetzung. **Google Scholar Cross-Search** für Nicht-Patent-Literatur (Aufsätze, Konferenz-Proceedings).
- **Suche:** Suchfeld akzeptiert ganze Sätze und Anspruchstext. Filter links: Klasse (CPC), Erfinder, Anmelder, Datum, Patentamt, Sprache, Status.
- **Prior Art Finder:** Bei jedem Treffer Button „Find prior art" — automatische Vorschläge für ähnliche Dokumente.
- **Agentische Bedienung:** Suchauftrag in das Hauptsuchfeld, Filter setzen, Klassen-Filter aus dem CPC-Set, Status-Filter (Granted / Application / Expired) je nach Recherchezweck.
### 3. DPMAregister — `https://register.dpma.de`
- Betreiber: DPMA. **Rechtsstand** deutscher Patente und Gebrauchsmuster: Anmeldetag, Erteilung, Erlöschen, Einspruch, Nichtigkeit, Jahresgebühren bezahlt, Stand offen / erteilt / zurückgenommen / zurückgewiesen / erloschen / nichtig.
- **Recherche nicht stark** — DPMAregister ist die Rechtsstands-Datenbank. Volltextrecherche läuft über DEPATISnet.
- **Agentische Bedienung:** Eingabe Veröffentlichungsnummer oder Anmeldenummer, Direkt-Abruf Rechtsstand. Bei FTO und Einspruch immer DPMAregister hinzuziehen.
### 4. DEPATISnet — `https://depatisnet.dpma.de`
- Betreiber: DPMA. **Recherchedatenbank** mit weltweitem Patentdokumentenbestand (DEPATIS — Datenbankzugang in den Patentinformationszentren).
- **Klassen-Recherche** stark, **deutscher Volltext** vorhanden, Anmelder- und Erfindersuche.
- **Agentische Bedienung:** „Einsteigerrecherche" für natürlichsprachige Eingabe, „Expertenrecherche" mit IKOFAX-Syntax (Befehlsmodus). Für DE-Schwerpunkt sinnvoll.
### 5. EPO Register — `https://register.epo.org`
- Betreiber: EPA. **Rechtsstand** europäischer Patentanmeldungen und EP-Patente. Akteneinsicht teilweise öffentlich nach Veröffentlichung der Anmeldung — Rechercheberichte, Prüfungsbescheide, Antworten, Einspruchsschriften.
- **Agentische Bedienung:** Eingabe Veröffentlichungsnummer (EP …), Direkt-Abruf Rechtsstand und „All Documents". Für Einspruchsstrategie und FTO essenziell.
### 6. WIPO PATENTSCOPE — `https://patentscope.wipo.int`
- Betreiber: WIPO. **PCT-Anmeldungen** (Welt-Anmeldungen WO …), nationale Phasen, ISA-Recherchebericht.
- **Cross-Lingual Expansion:** WIPO Translate für Volltextsuche in mehreren Sprachen.
- **Agentische Bedienung:** Suchfeld für natürlichsprachige Suche, Klassenfilter, Frist-Tracker für die nationalen Phasen.
### 7. USPTO Patent Public Search — `https://ppubs.uspto.gov/pubwebapp/external.html`
- Betreiber: USPTO. **US-Patente** und Anmeldungen. PatFT und AppFT in PPUBS zusammengefasst (ab 2022). Volltext der US-Dokumente, CPC- und USPC-Klassifikation.
- **Agentische Bedienung:** Quick Lookup oder Advanced Search mit Boolescher Syntax, Felder `.TI.`, `.AB.`, `.CLM.`, `.AN.` (Assignee), `.IN.` (Inventor), `.CPC.`, `.APD.` (Filing Date).
## Ablauf
### Schritt 1: Suchauftrag normalisieren
Claude liest den natürlichsprachigen Auftrag, identifiziert:
- Welche Datenbanken sind angesprochen (alle / nur EU / nur DE / Weltreichweite)?
- Welcher Zeitraum (Anmelde- / Veröffentlichungsdatum, vor / nach Stichtag)?
- Welcher Recherchezweck?
- Welche Schlüsselbegriffe (aus dem Material extrahiert)?
### Schritt 2: Such-Strings je Datenbank bauen
Pro Datenbank ein eigener Suchstring — die Syntax unterscheidet sich:
**Espacenet (Advanced Search):**
```
((cpc=H02J3/14 OR cpc=Y02E60/00) AND (txt="lastmanagement" OR txt="demand response") AND pd>=2018)
```
**Google Patents:**
```
(lastmanagement OR demand response) (CPC=H02J3/14 OR CPC=Y02E60/00) after:2018-01-01
```
**DEPATISnet (IKOFAX):**
```
ICB=H02J3/14? UND TI=lastmanagement?
```
**USPTO PPUBS:**
```
(lastmanagement OR (demand ADJ response)).TI,AB,CLM. AND CPC/H02J3/14
```
Die Strings werden **dokumentiert** ausgegeben, damit die Recherche reproduzierbar bleibt.
### Schritt 3: Datenbanken nacheinander ansteuern
Pro Datenbank:
1. URL öffnen.
2. Suchstring eingeben oder bei Smart Search den Erfindungstext einfügen.
3. Trefferzahl notieren (Sanity Check: 5 oder 50.000 Treffer sind beide ein Problem).
4. Bei Überschwemmung: Filter setzen (Klasse, Datum, Anmelder) und Refinement bis Trefferzahl handhabbar (≤200) wird.
5. Trefferliste durchgehen — Titel, Abstract, Hauptanspruch, Klassen, Zeichnungen.
6. Treffer, die zur Erfindung passen: in die Ergebnistabelle übernehmen.
### Schritt 4: Trefferliste zusammenführen
Tabelle mit Spalten:
| Veröff.-Nr. | Anmelder | Anmeldetag (Prio) | CPC / IPC | Titel | Status | Link | Quelldatenbank |
### Schritt 5: Patentfamilien deduplizieren
Über das Skill `patentfamilien-analyse` die INPADOC-Familie jedes Treffers prüfen — wenn ein US-Patent und sein EP-Pendant denselben Prioritätstag haben, gehören sie zur selben Familie und können als ein Treffer (mit Familien-Auflistung) zusammengefasst werden.
### Schritt 6: Maschinenübersetzungen kennzeichnen
Wenn ein Treffer aus JP-, CN-, KR-, RU- oder anderen Nicht-Englisch / Nicht-Deutsch / Nicht-Französisch-Quellen stammt und nur als Maschinenübersetzung lesbar ist: explizit kennzeichnen mit `[MT]` hinter dem Titel.
### Schritt 7: Output
Strukturierte Ergebnisliste mit:
- **Suchstrings** je Datenbank
- **Trefferzahlen** je Datenbank
- **Treffertabelle** (Veröff.-Nr., Anmelder, Anmeldetag, Klassen, Titel, Status, Link, Quelldatenbank)
- **Familien-Cluster** wo dedupliziert
- **Disclaimer** (siehe unten)
## Grenzen der agentischen Recherche
- **Volltextsuche** funktioniert nicht in allen Sprachen gleich gut. JP, CN, KR sind oft nur über Klassen- und Anmelder-/Titel-Suche zuverlässig erreichbar.
- **Bezahl-Datenbanken** (PatBase, STN, Orbit, Questel) werden **nicht** agentisch bedient. Wenn die Kanzlei Zugänge hat: dort selbst recherchieren, Ergebnisse manuell zuführen.
- **Nicht-Patent-Literatur** (NPL) — Aufsätze, Konferenz-Proceedings, Dissertationen, Produkt-Datenblätter, frühere öffentliche Nutzungen. Das Plugin behandelt sie über `stand-der-technik-recherche` ergänzend, nicht innerhalb des Master-Skills.
- **Geheime ältere Anmeldungen** (§ 3 Abs. 2 PatG / Art. 54 Abs. 3 EPÜ) — diese werden zwar nachträglich publiziert, sind aber bei einer Recherche kurz nach dem Anmeldetag der Mandantin noch nicht öffentlich. Klar kommunizieren, dass ein „Zwischenraum" von 18 Monaten existiert.
## Disclaimer
> **Hinweis zur Recherche.** Diese Recherche ist eine durch Claude unterstützte Vorrecherche und keine amtliche Recherche. Vollständigkeit kann nicht garantiert werden — insbesondere bei Treffern in nicht-deutschen, nicht-englischen und nicht-französischen Sprachen, bei Treffern außerhalb der gewählten Klassen und bei Treffern, die nicht in einer der eingesehenen Datenbanken hinterlegt sind. Die Recherche muss durch eigene Nachrecherche oder durch Überprüfung der Treffer abgesichert werden.
## Übergabe
Die strukturierte Ergebnisliste geht an den passenden Folge-Skill:
- `neuheit-pruefen` — für Neuheitsbewertung
- `erfinderische-taetigkeit-pruefen` — für Problem-Solution-Approach
- `freedom-to-operate-recherche` — für FTO-Bewertung
- `recherchebericht-erstellen` — für formalen Output
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name: erfinderische-taetigkeit-pruefen
description: "Prueft erfinderische Taetigkeit nach § 4 PatG und Art. 56 EPUe mit dem Problem-Solution-Approach der EPA-Beschwerdekammern. Drei Stufen: (1) Bestimmung des naechstliegenden Stands der Technik (closest prior art) anhand technischer Naehe Zweckverwandschaft und gemeinsamer Merkmale; (2) Formulierung der objektiven technischen Aufgabe (objective technical problem) als das was die Erfindung loest und der naechstliegende Stand der Technik nicht; (3) Frage nach could-would am Tag der Anmeldung haette der Fachmann ausgehend vom naechstliegenden Stand der Technik mit Erwartung auf Erfolg die beanspruchte Loesung umgesetzt. Beruecksichtigt Sekundaerindizien wie technisches Vorurteil unerwartete Wirkung lange empfundenes Beduerfnis und kommerziellen Erfolg. Disclaimer keine amtliche Pruefung."
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# erfinderische-taetigkeit-pruefen
## Zweck
Prüft, ob ein Anspruch — typischerweise nachdem die Neuheit bejaht wurde — auf einer **erfinderischen Tätigkeit** beruht. Im EPA-Sprachgebrauch ist die erfinderische Tätigkeit der zentrale Knackpunkt der Patentprüfung.
## Rechtsrahmen
- **§ 4 PatG.** Eine Erfindung gilt als auf einer erfinderischen Tätigkeit beruhend, wenn sie sich für den Fachmann nicht in naheliegender Weise aus dem Stand der Technik ergibt.
- **Art. 56 EPÜ.** Wortgleich für das EPA.
- **Geheime ältere Anmeldungen** (§ 3 Abs. 2 PatG / Art. 54 Abs. 3 EPÜ) sind **nicht** für die erfinderische Tätigkeit relevant — sondern nur für die Neuheit.
- **EPA-Methodik:** **Problem-Solution-Approach** (PSA). Bindend für die EPA-Prüfung und EPA-Beschwerdekammer-Rechtsprechung; in der DPMA- und BPatG-Praxis ebenfalls maßgeblich, wenn auch nicht so dogmatisch.
## Problem-Solution-Approach in drei Stufen
### Stufe 1: Nächstliegender Stand der Technik (closest prior art)
Aus den Recherche-Treffern wird **eine** Entgegenhaltung als nächstliegender Stand der Technik bestimmt. Kriterien:
- **Gleicher Zweck / gleiches technisches Gebiet** wie die Erfindung.
- **Hohe Übereinstimmung** in den Merkmalen (möglichst viele M1, M2, … sind offenbart).
- **Klare technische Lehre**, von der ausgehend der Fachmann an die Erfindung herangehen könnte.
Wenn mehrere Entgegenhaltungen in Frage kommen: zur Plausibilitätskontrolle den PSA **für jede** durchgehen — wenn ausgehend von **einer** der Anspruch naheliegend ist, fehlt die erfinderische Tätigkeit (EPA-Praxis: T 967/97, T 21/08).
### Stufe 2: Objektive technische Aufgabe
Differenz zwischen Anspruch und nächstliegendem Stand der Technik bilden — die **unterscheidenden Merkmale**. Aus diesen unterscheidenden Merkmalen wird die **technische Wirkung** abgeleitet und als „**objektive technische Aufgabe**" formuliert:
> Wie kann der nächstliegende Stand der Technik so weiterentwickelt werden, dass [technische Wirkung]?
Wichtig: Die Aufgabe wird **objektiv aus der Erfindung heraus** formuliert — nicht aus der Mandanten-Erzählung. Wenn die Mandantin ein Problem nennt, das der nächstliegende Stand der Technik schon löst, ist es nicht die objektive Aufgabe. **Verbot der rückschauenden Betrachtung** (ex-post-facto-Argumentation, T 24/81).
### Stufe 3: Could-Would-Frage
Hätte der **Fachmann** am Anmeldetag / Prioritätstag — **ausgehend vom nächstliegenden Stand der Technik** — die objektive Aufgabe so gelöst, wie der Anspruch sie löst?
Nicht: **könnte** (could). Sondern: **würde** (would). Der Fachmann muss eine **Motivation** gehabt haben, die anderen Entgegenhaltungen heranzuziehen, mit **Erwartung auf Erfolg**.
Die Frage hat zwei Teilaspekte:
1. **Steht es im Stand der Technik?** Gibt es eine andere Entgegenhaltung, die das fehlende Merkmal lehrt?
2. **Hätte der Fachmann zugegriffen?** Gibt es eine Anregung („pointer", „teaching", „suggestion") in der Entgegenhaltung oder im allgemeinen Fachwissen, die den Fachmann von Entgegenhaltung A zu Entgegenhaltung B führt?
## Ablauf
### 1. Recherche-Treffer aus `stand-der-technik-recherche` einlesen
Mit Recherchezeichen (X, Y, A, P, E). Y-Treffer sind die wichtigsten für die erfinderische Tätigkeit.
### 2. Closest Prior Art bestimmen
Begründete Auswahl mit Erklärung, warum dieser Treffer am nächsten liegt (technisches Gebiet, gemeinsame Merkmale).
### 3. Merkmals-Differenz bilden
Tabelle der unterscheidenden Merkmale gegenüber dem Closest-Prior-Art-Dokument. Beispiel:
| Merkmal | im CPA offenbart? | Unterscheidend? |
| --- | --- | --- |
| M1 — Energieversorgungsnetz | ja | nein |
| M2 — Steuergeraet | ja | nein |
| M3 — Speicher fuer Lastdaten | ja | nein |
| M4 — Soll-Lastpfad ueber Prognosemodell | ja (linear) | teilweise |
| M5 — Eingriff bei Abweichung | ja | nein |
| M6 — Neuronales Netz mit drei Schichten | **nein** | **ja** |
### 4. Technische Wirkung der unterscheidenden Merkmale
„Was bringt M6?" — z. B.: bessere Vorhersagegenauigkeit bei nicht-linearen Lastprofilen, robuster gegenüber Lastspitzen, Stabilität ohne manuelle Parameter-Tuning.
### 5. Objektive technische Aufgabe formulieren
> Wie kann das Lastmanagement-System aus EP 3 456 789 A1 so weiterentwickelt werden, dass bei nicht-linearen Lastprofilen eine genauere Prognose erzeugt wird?
### 6. Could-Would-Prüfung
Recherche-Treffer durchgehen — gibt es eine Entgegenhaltung, die neuronale Netze für Lastprognose lehrt? Wenn ja:
- **Stand der Technik:** ja, z. B. WO 2017/123 — neuronale Netze für Energieprognose.
- **Motivation:** Stand der Technik nennt explizit, dass neuronale Netze bei nicht-linearen Lastprofilen genauer sind als lineare Modelle.
- **Erwartung auf Erfolg:** ja, weil der Stand der Technik die Anwendung in vergleichbaren Energienetzen schon zeigt.
**Ergebnis:** Der Fachmann hätte ausgehend von EP 3 456 789 A1 mit Anregung aus WO 2017/123 mit Erwartung auf Erfolg den Weg von Anspruch 1 beschritten. **Erfinderische Tätigkeit fraglich**, Anspruch sollte engerer gefasst werden (z. B. Spezifikum des Trainingsverfahrens, Kombination mit weiteren Merkmalen).
Oder, wenn keine Anregung besteht: **Erfinderische Tätigkeit liegt vor.**
## Sekundärindizien
Wenn die Could-Would-Prüfung nahelegend ausfällt, aber dennoch Zweifel bestehen — Sekundärindizien einsetzen (EPA-Beschwerdekammern: Vorsicht, Sekundärindizien dürfen die Hauptprüfung nicht ersetzen, T 1212/01):
- **Technisches Vorurteil** überwunden — die Fachwelt hat eine bestimmte Lösung jahrelang abgelehnt.
- **Unerwartete technische Wirkung** — die Erfindung bringt ein Mehr, das der Stand der Technik nicht erwarten ließ (T 21/81).
- **Lang empfundenes Bedürfnis** — das Problem ist seit Jahren bekannt, aber unbehoben.
- **Kommerzieller Erfolg** — schwach, aber zulässig, wenn er auf den technischen Merkmalen beruht (T 270/84).
- **Scheitern anderer** — frühere Anmeldungen oder Veröffentlichungen, die das Problem nicht lösen konnten.
## Hinweise
- **EPA-Standardphrase:** „Could-would-approach." Im DPMA-/BPatG-Verfahren weniger formelhaft, aber inhaltlich gleich.
- **Mehrfach-PSA.** Wenn mehrere CPA-Kandidaten denkbar: PSA für jeden, schwächste Position für die Mandantin maßgeblich.
- **Mosaike** sind hier — anders als bei der Neuheit — **zulässig**, aber nur, wenn der Fachmann eine Verbindung gezogen hätte (Pointer aus CPA, allgemeines Fachwissen).
- **Hindsight-Verbot.** Die Argumentation darf nicht auf die Mandanten-Anmeldung zurückblicken („wenn man weiß, wie es geht, ist es immer leicht").
- **Fachmann ist Konstrukt** — die für das technische Gebiet zuständige Fachperson mit durchschnittlichen Kenntnissen und Zugang zum gesamten Stand der Technik. Bei interdisziplinären Erfindungen: **Fachteam** (T 32/81).
## Disclaimer
> **Hinweis zur Pruefung.** Diese Pruefung der erfinderischen Taetigkeit ist eine durch Claude unterstuetzte Vorpruefung und keine amtliche Pruefung durch DPMA oder EPA. Der Problem-Solution-Approach ist methodisch sensibel — die Auswahl des naechstliegenden Stands der Technik kann die Bewertung entscheidend verschieben. Die Pruefung muss durch eigene Bewertung und durch Pruefung der Recherche-Vollstaendigkeit abgesichert werden.
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name: freedom-to-operate-recherche
description: "Freedom-to-Operate-Recherche (FTO) vor Markteintritt eines konkreten Produkts oder Verfahrens der Mandantin. Sucht **in Kraft befindliche** Patente und Gebrauchsmuster Dritter im Zielmarkt deren Schutzbereich nach § 14 PatG Art. 69 EPUe das Produkt erreichen koennte. Anders als Stand-der-Technik-Recherche: Filter auf erteilte und rechtsstandfaehige Schutzrechte (DPMAregister EPO Register Status erteilt nicht erloschen), Territorium passt zum Zielmarkt, Schutzbereich passt zum Produkt. Liefert Risiko-Ampel pro Treffer rot gelb gruen mit Begruendung Pinpoint auf Hauptanspruch und Empfehlung Vermeidung Lizenz Vernichtungsklage Nichtigkeitsklage. Disclaimer keine Rechtsberatung kein Ersatz fuer Patentanwaltsbewertung."
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# freedom-to-operate-recherche
## Zweck
Bevor die Mandantin ein Produkt auf den Markt bringt oder ein Verfahren einführt, muss geprüft werden, ob **fremde Patente** den Markteintritt blockieren könnten. Anders als bei der Stand-der-Technik-Recherche geht es nicht um Patentierbarkeit, sondern um **Verletzungsrisiko**.
## Abgrenzung
- **Stand-der-Technik-Recherche** — alle Veröffentlichungen, weltweit, in jeder Sprache, **auch wenn das Patent abgelaufen ist**. Zweck: Patentierbarkeit der eigenen Anmeldung.
- **FTO-Recherche** — nur **in Kraft befindliche** Schutzrechte, **im Zielmarkt**. Zweck: Vermeidung von Patentverletzung.
## Rechtsrahmen
- **§ 9 PatG / Art. 64 EPÜ.** Wirkung des Patents — Verbietungsrecht gegenüber Dritten.
- **§ 14 PatG / Art. 69 EPÜ.** Schutzbereich — bestimmt sich nach dem Inhalt der Patentansprüche, Beschreibung und Zeichnungen als Auslegungshilfe.
- **Äquivalenzlehre** — Schutzbereich erfasst auch Ausführungsformen, die das Anspruchsmerkmal äquivalent ersetzen (BGH, Schneidmesser I, X ZR 168/00, BGHZ 150, 149; BGH, Okklusionsvorrichtung, X ZR 16/09, GRUR 2011, 701).
- **§ 24 PatG.** Zwangslizenz (in der Praxis selten relevant).
- **GebrMG.** Gebrauchsmuster (max. 10 Jahre Schutzdauer, ungeprüft eingetragen) — ist parallel zu prüfen.
## Eingaben
- **Produkt / Verfahren** der Mandantin in technischer Beschreibung — Komponenten, Funktionen, Schlüsselmerkmale.
- **Zielmarkt** — welche Staaten? (Deutschland, EU-weit, USA, Japan, China, alle G20-Staaten).
- **Markteintritts-Zeitpunkt** — Stichtag (heute / geplanter Tag).
## Ablauf
### Schritt 1: Produkt-Merkmal-Tabelle
Wie bei `klassifikation-cpc-ipc`: Produkt in technische Merkmale zerlegen. Pro Merkmal: was es **tut**, wie es **gebaut** ist, welche **Komponenten** verwendet werden, welche **Materialien**.
### Schritt 2: Klassen bestimmen
Über `klassifikation-cpc-ipc` die relevanten CPC- und IPC-Klassen identifizieren.
### Schritt 3: Datenbankrecherche mit FTO-Filtern
Über `agentische-datenbank-recherche`, aber mit folgenden zusätzlichen Filtern:
- **Status:** „granted" / „in force" / „erteilt, nicht erloschen". Anmeldungen können relevant sein (zukünftige Erteilung), werden aber gesondert markiert.
- **Territorium:** Treffer für jeden Ziel-Staat einzeln prüfen. Ein US-Patent blockiert nicht den DE-Markt. EP-Patente nur in den Validierungsstaaten — also nach Validierung in DE, FR, GB usw. einzeln prüfen.
- **Schutzdauer:** Anmeldetag plus 20 Jahre (§ 16 PatG). Treffer mit Anmeldetag > 20 Jahre sind irrelevant (außer Schutzzertifikat nach SPC für Arzneimittel oder Pflanzenschutzmittel, dann +5 Jahre).
### Schritt 4: Schutzbereich prüfen
Für jeden in Kraft befindlichen Treffer:
1. **Hauptanspruch lesen** — wortlautidentische Auslegung des Schutzbereichs nach § 14 PatG / Art. 69 EPÜ.
2. **Beschreibung und Zeichnungen** als Auslegungshilfe heranziehen (§ 14 S. 2 PatG / Protokoll zu Art. 69 EPÜ).
3. **Merkmale des Hauptanspruchs** gegen das Produkt der Mandantin prüfen — wortlautidentische Verletzung? Äquivalente Verletzung (BGH, Schneidmesser)?
4. **Rechtsstand** prüfen: ist das Patent noch in Kraft, sind Jahresgebühren bezahlt, läuft ein Einspruchs- oder Nichtigkeitsverfahren? → über `rechtsstand-pruefen`.
### Schritt 5: Risiko-Ampel
Pro Treffer eine Bewertung:
- **Rot.** Verletzungsrisiko hoch — der Hauptanspruch deckt sich wortlautidentisch oder äquivalent mit dem Produkt der Mandantin. **Markteintritt ohne Lizenz, Umgehungsdesign oder Nichtigkeitsklage gefährlich.**
- **Gelb.** Verletzungsrisiko mittel — Hauptanspruch nimmt teilweise auf das Produkt zu, aber Auslegungsspielraum besteht, oder das Produkt unterscheidet sich in einem zentralen Merkmal. **Patentanwaltsbewertung im Einzelfall erforderlich.**
- **Grün.** Verletzungsrisiko gering — Hauptanspruch deckt das Produkt offensichtlich nicht. Treffer dient nur der Dokumentation.
Pro Treffer Pinpoint auf den verletzungsrelevanten Anspruch + ein bis zwei Sätze Begründung.
### Schritt 6: Empfehlung
Bei **Rot-** oder **Gelb-Treffern**:
- **Vermeidung / Umgehungsdesign** — Produkt so umgestalten, dass ein Anspruchsmerkmal nicht mehr erfüllt ist.
- **Lizenz** — Anfrage an den Patentinhaber.
- **Nichtigkeitsklage / Einspruch** — wenn der Treffer angreifbar erscheint (in EPA-Einspruchsfrist: Art. 99 EPÜ, neun Monate ab Erteilungs-Veröffentlichung; danach: Nichtigkeitsklage zum BPatG, § 81 PatG).
- **Negative Feststellungsklage** — § 256 ZPO, Feststellung der Nichtverletzung.
### Schritt 7: Output
- **Treffertabelle** mit Spalten: Veröff.-Nr., Anmelder, Anmeldetag, Schutzdauer-Ende, Validierungsstaaten, Status, Hauptanspruch-Pinpoint, Risiko-Ampel, Begründung, Empfehlung, Link.
- **Zusammenfassung** je Zielmarkt: Anzahl Rot / Gelb / Grün, kritische Treffer hervorgehoben.
- **Disclaimer** (siehe unten).
## Hinweise
- **Schutzbereich ist Auslegungsfrage.** Die hier gezeigte Bewertung ist **strikt vorläufig** — die endgültige Auslegung erfolgt im Einzelfall durch die Patentanwältin / im Streitfall durch das Gericht.
- **Äquivalenzlehre** (BGH Schneidmesser, Okklusionsvorrichtung) — Patente erfassen auch Lösungen, die ein Anspruchsmerkmal **gleichwirkend, naheliegend und gleichwertig** ersetzen. Bei der Ampel im Zweifel **gelb** statt grün.
- **Patentfamilien.** Ein DE-Patent ist oft Teil einer EP-/US-/JP-Familie — über `patentfamilien-analyse` alle Familienmitglieder prüfen, weil im Zielmarkt nicht immer das DE-Mitglied steht.
- **Anmeldungen vs. Patente.** Eine Anmeldung gibt noch keinen Verbietungsanspruch. Aber: spätere Erteilung möglich, **§ 33 PatG** gewährt nach Veröffentlichung der Anmeldung Schadensersatzanspruch ab Anspruchsstellung (Entschädigungsanspruch).
- **SPC** (Supplementary Protection Certificate, Arzneimittel/PSM) — Schutzdauer-Verlängerung bis 5 Jahre über § 16a PatG / VO (EG) 469/2009 / VO (EG) 1610/96. Bei pharmazeutischen Mandaten zwingend mitprüfen.
- **Gebrauchsmuster** parallel zum Patent recherchieren — DPMAregister-Suche umfasst Gebrauchsmuster.
## Disclaimer
> **Hinweis zur FTO-Recherche.** Diese Freedom-to-Operate-Recherche ist eine durch Claude unterstuetzte Vorrecherche und keine Rechtsberatung. Die Risiko-Ampel ist eine vorlaeufige Einschaetzung — der Schutzbereich nach § 14 PatG / Art. 69 EPUe ist Auslegungsfrage, die nur durch die Patentanwaeltin im konkreten Fall verbindlich beurteilt werden kann. Treffer in nicht durchsuchten Sprachen, ausserhalb der Klassen oder in nicht erfassten Datenbanken bleiben moeglich. Die Recherche muss durch eigene Bewertung und gegebenenfalls durch eine zweite Patentanwaltsbewertung abgesichert werden.
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name: kaltstart-interview
description: "Kaltstart-Interview fuer das Patentrecherche-Plugin. Stellt fest wer recherchiert (Patentanwaeltin Patentanwalt Patentassessor Patentingenieur Recherchekraft) welche Kanzlei und welche Technikgebiete (Mechanik Elektrotechnik Chemie Biotech Informatik Verfahrenstechnik) welcher Mandant und welcher Recherchezweck (Stand der Technik vor Anmeldung Einspruch Nichtigkeit Freedom to Operate Konkurrenten-Monitoring Pruefungsbescheid-Antwort) welcher Rechtsraum (DPMA EPA WIPO USPTO weltweit) und mit welchen Datenbankzugaengen (kostenfrei Espacenet Google Patents oder Bezahl-Zugaenge wie PatBase STN Orbit Questel). Schreibt das Profil unter ~/.claude/plugins/config/claude-fuer-deutsches-recht/patentrecherche/CLAUDE.md. Disclaimer Vorrecherche ersetzt keine amtliche Recherche und keine Eigenpruefung der Patentanwaeltin."
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# kaltstart-interview
## Zweck
Beim ersten Einsatz des Plugins wird das Anwender-Profil erfasst, damit die anschließenden Skills passend zur Kanzlei und zum Technikgebiet arbeiten. Das Interview läuft einmal je Kanzlei und wird bei Bedarf aktualisiert.
## Ablauf
Frage in dieser Reihenfolge, jeweils mit Kurzbegründung:
### 1. Wer recherchiert
- Patentanwältin / Patentanwalt
- Patentassessorin / Patentassessor (im 2. Examensjahr)
- Patentingenieurin / Patentingenieur (technische Mitarbeit)
- Externe Recherchekraft / Recherchezentrum
- Rechtsanwältin / Rechtsanwalt mit gewerblichem-Rechtsschutz-Schwerpunkt (sonst auf `gewerblicher-rechtsschutz` verweisen)
### 2. Kanzlei
- Name, Standort
- Größe (Einzelkanzlei, mittelgroße Kanzlei, internationale Großkanzlei)
- Verbindung mit Anwaltssozietät (gemischte Kanzlei)?
### 3. Technikgebiete
Mehrfachauswahl:
- Mechanik / Maschinenbau
- Elektrotechnik / Halbleiter
- Chemie / Pharma
- Biotechnologie / Life Sciences
- Informatik / Software / KI
- Verfahrenstechnik
- Medizintechnik / MedTech
- Werkstofftechnik
- Automotive
- Sonstiges (Freitext)
Hieraus ergeben sich Schwerpunktklassen in CPC und IPC, die im Skill `klassifikation-cpc-ipc` als Default vorgeschlagen werden.
### 4. Datenbankzugänge
- **Frei zugänglich (Standard):** Espacenet, Google Patents, DPMAregister, DEPATISnet, EPO Register, WIPO PATENTSCOPE, USPTO Patent Public Search.
- **Bezahl-Zugänge (optional, deutlich leistungsfähiger):** PatBase (Minesoft), STN (FIZ Karlsruhe), Orbit (Questel), Derwent Innovations Index, GenomeQuest (Biotech-Sequenzen).
- **Fachdatenbanken:** Lexis Nexis Patent Advisor, Patsnap, IPlytics.
Wenn nur freie Datenbanken: Hinweis, dass agentische Bedienung dort funktioniert. Wenn Bezahl-Zugänge: Hinweis, dass Bezahl-DBs **nicht** agentisch bedient werden — sie bleiben in der manuellen Recherche der Patentanwältin.
### 5. Typische Mandantenstruktur
- Industrie / Konzern
- Mittelstand
- Start-ups
- Hochschulen / Forschungseinrichtungen
- Einzelerfinder
- Inhouse-Mandant (Patentanwältin in Konzern-IP-Abteilung)
### 6. Typische Recherchezwecke
Welche der folgenden Recherchen kommen in der Kanzlei vor (Mehrfachauswahl):
- Vorrecherche vor Patentanmeldung (Stand der Technik, Neuheit)
- Recherche zur Erstellung der Beschreibung / des Anspruchs
- Antwort auf Prüfungsbescheid (DPMA / EPA)
- Einspruchsrecherche (EPA Art. 99 ff. EPÜ, DPMA § 59 PatG)
- Nichtigkeitsrecherche (BPatG § 81 PatG)
- Freedom-to-Operate (FTO) vor Markteintritt
- Monitoring / Überwachung Konkurrenten
- Due Diligence Patent-Portfolio (M&A)
- Sachverständigentätigkeit Verletzungsverfahren
### 7. Rechtsraum-Schwerpunkt
- Deutschland (DPMA)
- Europa (EPA / EPÜ-Staaten)
- PCT (WIPO)
- USA (USPTO)
- Asien (JPO Japan, KIPO Korea, CNIPA China)
- Global
### 8. Verschwiegenheit / KI-Vertrag
Frage: Wurde der Einsatz des KI-Dienstleisters berufsrechtlich nach § 39c PAO und § 203 Abs. 4 StGB geprüft? Wenn nein: **vor produktivem Einsatz** Plugin `berufsrecht-ki-vertragspruefung` durchlaufen.
### 9. Standard-Output-Sprache
Deutsch (Default) oder Englisch (bei internationalen Mandanten).
## Speicherort
Profil schreiben nach:
```
~/.claude/plugins/config/claude-fuer-deutsches-recht/patentrecherche/CLAUDE.md
```
Format:
```markdown
# patentrecherche — Kanzleiprofil
- Kanzlei: ...
- Patentanwält:innen: ...
- Technikgebiete: ...
- Schwerpunktklassen CPC/IPC: ...
- Datenbankzugänge: ...
- Mandantenstruktur: ...
- Typische Recherchezwecke: ...
- Rechtsraum-Schwerpunkt: ...
- Berufsrechtliche Vorprüfung KI-Dienstleister: ja/nein/in Arbeit
- Output-Sprache: ...
- Profil erstellt am: TT.MM.JJJJ
```
## Disclaimer ans Ende des Interviews
> **Hinweis zur Recherche.** Diese Recherche ist eine durch Claude unterstützte Vorrecherche und keine amtliche Recherche im Sinne einer DPMA-/EPA-Recherche. Die finale Bewertung von Neuheit, erfinderischer Tätigkeit und Schutzrechtsstand muss durch eigene Nachrecherche oder durch Überprüfung der Recherche abgesichert werden. Treffer können unvollständig sein, falsch klassifiziert sein, durch Patentfamilien-Verbindungen verfehlt werden und in nicht maschinenlesbaren Sprachen verborgen sein.
## Weiterleitung
Nach dem Interview: Vorschlag, welches Skill als Nächstes laufen sollte — typischerweise `klassifikation-cpc-ipc`, gefolgt von `agentische-datenbank-recherche` und dem zweckspezifischen Skill (Stand der Technik / Neuheit / Erfinderische Tätigkeit / FTO).
@@ -0,0 +1,102 @@
---
name: klassifikation-cpc-ipc
description: "Bestimmt die fuer eine Patentrecherche relevanten Klassen in der Cooperative Patent Classification (CPC) und International Patent Classification (IPC). Liest die Erfindungsbeschreibung den Anspruchsentwurf das Datenblatt aus parsen Sachverhalt extrahieren Schluesselbegriffe nennen. Schlaegt Hauptklassen und Nebenklassen vor mit knapper Begruendung warum die Klasse passt. Verweist auf die WIPO IPC Online und auf den Espacenet Classification Browser fuer die endgueltige Verifikation. Beruecksichtigt das Technikgebiet aus dem Kaltstart-Interview. Erinnert daran dass CPC feiner als IPC ist und EPA und USPTO CPC verwenden waehrend einige Aemter nur IPC anbringen. Disclaimer keine amtliche Klassifikation."
---
# klassifikation-cpc-ipc
## Zweck
Damit die anschließende Datenbankrecherche zielgenau läuft, müssen die richtigen **Klassen** bestimmt werden. Eine schlecht gewählte Klasse erzeugt entweder Trefferchaos oder verfehlt einschlägige Treffer komplett.
## Grundlagen
- **CPC** — Cooperative Patent Classification, gemeinsame Klassifikation von EPA und USPTO. Etwa 250.000 Untergruppen, etwa zehnmal feiner als IPC. Verwendet ab 2013, abgelöst hat sie die alte ECLA und die alte USPC.
- **IPC** — International Patent Classification, WIPO-Klassifikation. Etwa 70.000 Untergruppen. Wird global an Patentschriften angebracht, auch von Ämtern, die keine CPC vergeben.
- Eine Anmeldung trägt typischerweise mehrere CPC- und mehrere IPC-Symbole — eine **Hauptklasse** und mehrere **Nebenklassen**.
## Klassen-Schema (Hauptsektionen)
| Sektion | Inhalt |
| --- | --- |
| A | Täglicher Lebensbedarf (Landwirtschaft, Lebensmittel, Bekleidung, Medizinprodukte, Sport) |
| B | Arbeitsverfahren, Transport (Mechanik, Trennen, Mischen, Formen, Drucken, Transport, Verpacken, Mikro/Nano) |
| C | Chemie, Hüttenwesen (anorganische und organische Chemie, Polymere, Metallurgie, Werkstoffe) |
| D | Textilien, Papier |
| E | Bauwesen (Hochbau, Erdarbeiten, Wasserbau, Bergbau) |
| F | Maschinenbau, Beleuchtung, Heizung, Waffen, Sprengen |
| G | Physik (Messen, Optik, Elektrik-Messung, Informatik G06, Akustik, Erkennung, Atomphysik) |
| H | Elektrotechnik (Schaltkreise, Halbleiter H01L, Energie H02, Nachrichtentechnik H04, Hochfrequenz) |
| Y | CPC-Querschnittsschemata (Y02 Klima/CO2, Y04 IoT/Smart Grid, Y10 Cross-Reference) — **nur CPC, nicht IPC** |
## Ablauf
### 1. Erfindungsmaterial einlesen
- Erfindungsbeschreibung
- Anspruchsentwurf
- Datenblatt
- Skizzen / Zeichnungen
- Memo der Patentanwältin
Wenn nur sehr knappes Material vorhanden ist: an `rueckfragen-mandant` weiterleiten.
### 2. Schlüsselbegriffe extrahieren
Maximal 10 Begriffe, gegliedert in:
- **Was tut die Erfindung** (Verfahren, Funktion, Wirkung)
- **Wie ist sie aufgebaut** (Vorrichtungsmerkmale, Komponenten)
- **Wo wird sie eingesetzt** (Anwendungsfeld)
- **Mit welchen Stoffen / Materialien** (bei chemischen Erfindungen)
### 3. Kandidatenklassen sammeln
Zwei Wege parallel:
**a) Espacenet Classification Browser.** Bei den Schlüsselbegriffen den [Espacenet Classification Search](https://worldwide.espacenet.com/patent/cpc-browser) öffnen und die Begriffe nacheinander eingeben. Trefferklassen mit jeweiliger Definition notieren.
**b) Top-Down über Sektion / Klasse.** Aus dem Technikgebiet (Kaltstart-Interview) die wahrscheinliche Sektion wählen, von dort über die [WIPO IPC Online Publication](https://www.wipo.int/classifications/ipc/ipcpub) bis zur Untergruppe navigieren.
### 4. Auswahl Haupt- und Nebenklassen
Vorschlag formulieren:
```
Hauptklasse CPC: H02J 3/00 — Schaltungsanordnungen oder Systeme fuer die Versorgung oder Verteilung elektrischer Energie
Entsprechende IPC: H02J 3/00
Nebenklassen CPC:
- H02J 3/14 — Anpassung der Leistung an den Verbrauch (Lastmanagement)
- G06Q 50/06 — Energie-, Wasser- oder Gasversorgung
- Y02E 60/00 — Technologies fuer die Reduktion von Treibhausgasen (CPC-only)
```
Pro Klasse zwei Sätze Begründung, **warum** sie passt — verankert in den Schlüsselbegriffen.
### 5. Verifikation
- Auf den Espacenet-Klassen-Definitionsseiten die **Anmerkungen** lesen (Hinweise „nicht hier, sondern dort").
- Eine Stichprobe (35 bekannte Patente der Mandantin) klassifizieren lassen und prüfen, ob die Klassen aus Schritt 4 dort tatsächlich angebracht sind.
### 6. Übergabe
Die endgültige Klassenliste übergibt das Skill in maschinenlesbarer Form an `agentische-datenbank-recherche`:
```yaml
klassen:
cpc_haupt: H02J 3/00
cpc_neben: [H02J 3/14, G06Q 50/06, Y02E 60/00]
ipc_haupt: H02J 3/00
ipc_neben: [H02J 3/14, G06Q 50/06]
```
## Hinweise
- **CPC ist feiner.** Wenn EPA-/USPTO-/CN-/KR-Patente recherchiert werden, immer CPC. Wenn ältere Patente vor 2013 oder Patente aus Ländern ohne CPC: zusätzlich IPC.
- **Y-Sektion.** Y02 ist ein CPC-Querschnittsschema für Klimatechnologien — relevant für Energietechnik, Bauwesen, Verkehr. Y04 IoT, Y10 Cross-Reference. **Nicht in IPC** vorhanden.
- **Mehrere Klassen sind die Regel.** Eine moderne Anmeldung hat oft 515 CPC-Symbole. Recherche-Klassenset darf großzügig sein; verengt wird über Schlüsselbegriffe und Volltext.
- **Symbol-Syntax.** Sektion (Buchstabe) + Klasse (zweistellig) + Unterklasse (Buchstabe) + Hauptgruppe (13 Ziffern) + `/` + Untergruppe (26 Ziffern). Beispiel `H04L 9/00` heißt H/H04/H04L/H04L 9/00.
## Disclaimer
> **Hinweis zur Klassifikation.** Die hier vorgeschlagenen CPC- und IPC-Klassen sind eine durch Claude unterstützte **Vorklassifikation** zur Recherche-Steuerung und keine amtliche Klassifikation. Die endgültige Klasseneinordnung einer eigenen Anmeldung erfolgt durch das Patentamt. Für die Recherchesteuerung sind ergänzend Schlüsselbegriffe und Volltextsuchen einzusetzen — keine Klassenrecherche ohne Volltext.
@@ -0,0 +1,82 @@
---
name: neuheit-pruefen
description: "Prueft Neuheit nach § 3 PatG und Art. 54 EPUe. Methodisches Schema: ein Anspruch wird in seine Merkmale zerlegt und Merkmal-fuer-Merkmal gegen genau eine Entgegenhaltung verglichen. Neuheitsschaedlich ist nur die vollstaendige Vorwegnahme aller Merkmale in einer einzigen Entgegenhaltung (kein Mosaik). Beruecksichtigt die EPA-Konzepte unmittelbare und eindeutige Offenbarung implizite Offenbarung und unzulaessige Auswahlerfindungen. Erzeugt Merkmalsanalyse-Tabelle pro Entgegenhaltung. Bewertet jedes Merkmal als offenbart nicht offenbart oder implizit offenbart mit Pinpoint. Gibt Gesamtergebnis und Empfehlung an die Patentanwaeltin. Disclaimer keine amtliche Pruefung."
---
# neuheit-pruefen
## Zweck
Prüft, ob ein konkreter Anspruch (Mandantin oder Drittpatent) gegenüber konkreten Entgegenhaltungen **neu** ist. Genaues Werkzeug, das auf den Vorrecherche-Treffern aufsetzt.
## Rechtsrahmen
- **§ 3 PatG.** Eine Erfindung gilt als neu, wenn sie nicht zum Stand der Technik gehört.
- **Art. 54 EPÜ.** Wortgleich für das EPA.
- **EPA-Beschwerdekammern-Doktrin:**
- **Unmittelbare und eindeutige Offenbarung** — eine Entgegenhaltung nimmt einen Anspruch nur dann vorweg, wenn alle Merkmale **direkt und unmittelbar erkennbar** sind (G 2/88, T 305/87).
- **Implizite Offenbarung** — ein Merkmal ist implizit offenbart, wenn der Fachmann es zwingend mitliest (G 2/10 zu Disclaimern, T 6/80).
- **Auswahlerfindungen** — Auswahl eines Sub-Bereichs aus einem offenbarten Bereich kann neu sein, wenn (1) der Sub-Bereich eng ist, (2) abseits des präferierten Bereichs der Entgegenhaltung liegt, (3) eine eigene technische Lehre vermittelt (T 198/84, T 279/89).
- **Kein Mosaik** — anders als bei der erfinderischen Tätigkeit darf bei der Neuheitsprüfung **nicht** kombiniert werden. Ein Anspruch wird gegen **genau eine** Entgegenhaltung geprüft. Mehrere Entgegenhaltungen lassen sich nur kombinieren, wenn die eine ausdrücklich auf die andere verweist und der Fachmann beide unmittelbar zusammenliest (T 153/85).
## Ablauf
### Schritt 1: Anspruch zerlegen
Aufbau einer Merkmalsanalyse-Tabelle. Der Hauptanspruch wird in **Merkmale** zerlegt — jeder grammatikalisch und technisch eigenständige Bestandteil ist ein Merkmal. Beispiel:
```
Anspruch 1 — Vorrichtung zum Lastmanagement in einem Energieversorgungsnetz:
M1: ein Energieversorgungsnetz mit mindestens einer Quelle und mindestens einem Verbraucher,
M2: ein Steuergeraet, das mit der Quelle und dem Verbraucher verbunden ist,
M3: wobei das Steuergeraet einen Speicher fuer historische Lastdaten umfasst,
M4: wobei das Steuergeraet eingerichtet ist, anhand eines Prognosemodells einen Soll-Lastpfad zu bestimmen,
M5: wobei das Steuergeraet eingerichtet ist, bei Abweichung des Ist-Lastpfads vom Soll-Lastpfad einen Eingriff in den Verbraucher auszuloesen,
M6: dadurch gekennzeichnet, dass das Prognosemodell ein neuronales Netzwerk mit mindestens drei Schichten umfasst.
```
### Schritt 2: Pro Entgegenhaltung eine Tabelle
Pro Entgegenhaltung Spalte „offenbart / nicht offenbart / implizit offenbart" mit Pinpoint:
| Merkmal | EP 3 456 789 A1 | Pinpoint |
| --- | --- | --- |
| M1 | offenbart | Abs. [0001], Fig. 1 (Bezugszeichen 1, 2, 3) |
| M2 | offenbart | Abs. [0012], Fig. 1 (Bezugszeichen 4) |
| M3 | offenbart | Abs. [0014], Bezugszeichen 5 |
| M4 | offenbart | Abs. [0016]: „Prognosemodell" |
| M5 | offenbart | Abs. [0020][0022] |
| M6 | **nicht offenbart** | — Modell ist linear, kein neuronales Netz |
### Schritt 3: Bewertung pro Entgegenhaltung
- **Alle Merkmale offenbart** → Anspruch ist gegenüber dieser Entgegenhaltung **nicht neu**, neuheitsschädlich.
- **Mindestens ein Merkmal nicht offenbart** → Anspruch ist gegenüber dieser Entgegenhaltung **neu**. Die Entgegenhaltung kann aber für die erfinderische Tätigkeit (§ 4 PatG) relevant bleiben.
- **Implizite Offenbarung** kennzeichnen — kritisch bewerten (Beweislast hoch).
- **Auswahlerfindung** — wenn der Anspruch einen Sub-Bereich aus einem in der Entgegenhaltung offenbarten Bereich auswählt, prüfen, ob die T-198/84-Kriterien greifen.
### Schritt 4: Gesamt-Bewertung
Tabelle aller Entgegenhaltungen mit Bewertungsspalte:
| Entgegenhaltung | Neuheitsschaedlich? | Bemerkung |
| --- | --- | --- |
| EP 3 456 789 A1 | nein | M6 nicht offenbart, lineares Modell statt neuronalem Netz |
| US 2020/0123456 A1 | ja | alle Merkmale Anspruch 1 + Abs. [0034] |
| WO 2019/123456 A1 | nein | M4 und M6 nicht offenbart |
### Schritt 5: Folgen
- **Mindestens eine neuheitsschädliche Entgegenhaltung** → Empfehlung an Patentanwältin: Anspruch umformulieren (Aufnahme weiterer Merkmale aus der Beschreibung, Beschränkung auf Sub-Konfigurationen), oder Anmeldung in dieser Form nicht aufrechterhalten.
- **Keine neuheitsschädliche Entgegenhaltung** → weiter zu `erfinderische-taetigkeit-pruefen`. Neuheit allein reicht nicht.
## Hinweise
- **Sprache des Anspruchs** spielt eine Rolle. „Umfassend" ist offen (weitere Bauteile möglich), „bestehend aus" ist abgeschlossen. Bei der Merkmalsanalyse exakt am Wortlaut bleiben.
- **Funktionale Merkmale** (z. B. „eingerichtet, X zu tun") sind in der Auslegung delikat. EPA-Praxis: Eine Vorrichtung, die geeignet ist, X zu tun, nimmt das funktionale Merkmal vorweg (T 219/89, T 1090/12) — die Mandantin sollte daher nicht zu weit funktional formulieren.
- **Zahlenbereiche** (M6 „mindestens drei Schichten") — eine Entgegenhaltung mit „zwei Schichten" nimmt M6 nicht vorweg. Eine Entgegenhaltung mit „beliebige Anzahl von Schichten" nimmt M6 vorweg.
- **Kombinationen aus zwei Entgegenhaltungen** sind in der Neuheitsprüfung verboten (T 153/85). Wenn die Mandantin nur dann neuheitsschädlich getroffen wird, wenn man Entgegenhaltung A mit Entgegenhaltung B mosaikartig zusammenfügt → Neuheit ist gegeben, Frage verschiebt sich zur erfinderischen Tätigkeit.
## Disclaimer
> **Hinweis zur Pruefung.** Diese Neuheitspruefung ist eine durch Claude unterstuetzte Vorpruefung und keine amtliche Pruefung durch DPMA oder EPA. Die Bewertung als „neu" oder „nicht neu" ist eine Einschaetzung anhand der Recherche-Treffer; die amtliche Pruefung kann zu anderen Ergebnissen kommen, weil weitere oder andere Entgegenhaltungen gefunden werden oder die Auslegung des Anspruchs anders ausfaellt.
@@ -0,0 +1,89 @@
---
name: patentfamilien-analyse
description: "Patentfamilien-Analyse ueber INPADOC und Espacenet-Family-View. Sammelt zu einem konkreten Treffer alle Familienmitglieder weltweit DE EP US JP CN KR WO und sonstige Aemter mit gleichem Prioritaetstag. Liefert eine Familientabelle pro Familienmitglied mit Veroeffentlichungsnummer Anmeldetag Prioritaetstag Status Klassifikation Validierungsstaaten Anmelder Link. Erlaeutert den Unterschied zwischen INPADOC-Familie (gleicher Prioritaetstag) und Domestic Patent Family (gleicher Anmelder und enge technische Verwandtschaft). Markiert wann die Familie in welchem Staat noch geschuetzt ist und wann ein Mitglied bereits abgelaufen ist. Disclaimer Familiendaten koennen luekenhaft sein nicht alle Aemter melden vollstaendig."
---
# patentfamilien-analyse
## Zweck
Ein einzelnes Patentdokument steht selten allein — es ist Teil einer **Patentfamilie**, die aus der gleichen Erstanmeldung hervorgegangen ist. Für die FTO-Recherche, die Stand-der-Technik-Recherche und die Einspruchsstrategie ist es entscheidend, die ganze Familie zu kennen.
## Konzepte
### INPADOC-Familie
Definition über den **Prioritätstag**. Alle Anmeldungen weltweit, die direkt oder indirekt auf dieselbe Erstanmeldung priorisieren (Pariser Verbandsübereinkunft, Art. 4 PVÜ — 12 Monate Prioritätsfrist).
- Eine Erstanmeldung in DE am 15.03.2018.
- Innerhalb 12 Monaten Nachanmeldungen in EP, US, JP, CN, KR mit Priorität DE 15.03.2018.
- 18 Monate nach Prioritätstag (15.09.2019): Veröffentlichung der Anmeldungen.
- Alle gehören zur **INPADOC patent family** mit Stamm-Prioritätstag 15.03.2018.
INPADOC wird vom EPA gepflegt und ist über Espacenet und EPO Open Data zugänglich.
### Domestic Patent Family
Definition über **gleichen Anmelder + technische Verwandtschaft**. Continuation-in-Part, Teilanmeldung (§ 39 PatG / Art. 76 EPÜ), Zusatzanmeldung. Die Domestic Family ist enger als die INPADOC-Familie und kann anderen Anmeldetag haben.
### Simple Family
Definition über **gleichen Satz aller Prioritätsdaten**. Engere Definition als INPADOC, in Espacenet als „Simple family" gekennzeichnet.
## Ablauf
### Schritt 1: Treffer zur Recherche-Bewertung übernehmen
Aus den Recherche-Treffern (Output von `agentische-datenbank-recherche`) den Treffer auswählen, dessen Familie analysiert werden soll. Typisch: jeder X-Treffer und jeder kritische Y-Treffer aus `stand-der-technik-recherche` und jeder Rot-/Gelb-Treffer aus `freedom-to-operate-recherche`.
### Schritt 2: Espacenet Family View öffnen
In Espacenet zum Treffer navigieren, „Family list" oder „INPADOC patent family" auswählen.
URL-Schema:
```
https://worldwide.espacenet.com/patent/search/family/<family-id>/publication/<publication-no>?q=<publication-no>
```
Die Family-ID ist eine zentrale Kennzahl — sie identifiziert die INPADOC-Familie eindeutig.
### Schritt 3: Familientabelle erstellen
Pro Familienmitglied:
| Veröff.-Nr. | Anmelder | Anmeldetag | Prio | Status | Klasse | Validierung | Link |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| DE 10 2018 005 432 A1 | Siemens AG | 15.03.2018 | DE 15.03.2018 | zurueckgenommen | H02J 3/14 | — | DPMAregister-Link |
| EP 3 456 789 A1 | Siemens AG | 14.03.2019 | DE 15.03.2018 | erteilt | H02J 3/14 | DE FR GB | EPO-Register-Link |
| EP 3 456 789 B1 | Siemens AG | 14.03.2019 | DE 15.03.2018 | erteilt 12.09.2021 | H02J 3/14 | DE FR GB IT NL | EPO-Register-Link |
| US 10,876,543 B2 | Siemens AG | 15.03.2019 | DE 15.03.2018 | erteilt 05.10.2020 | H02J 3/14 | US | USPTO-Link |
| WO 2019/127345 A1 | Siemens AG | 14.03.2019 | DE 15.03.2018 | nationale Phasen | H02J 3/14 | — | PATENTSCOPE-Link |
| CN 110123456 A | Siemens AG | 14.03.2019 | DE 15.03.2018 | erteilt CN | H02J 3/14 | CN | Espacenet-CN-Link |
| JP 6789012 B2 | Siemens AG | 14.03.2019 | DE 15.03.2018 | erteilt JP | H02J 3/14 | JP | Espacenet-JP-Link |
### Schritt 4: Rechtsstand markieren
Pro Familienmitglied: ist es noch in Kraft? Wann läuft die Schutzdauer ab (= Anmeldetag + 20 Jahre)? Sind die Jahresgebühren bezahlt? — über `rechtsstand-pruefen`.
### Schritt 5: Auswertung
- **In welchen Staaten** ist die Erfindung in Kraft? Daraus ergeben sich die Territorien, in denen die Familie für FTO relevant ist.
- **In welchen Staaten** ist die Familie nie eingetreten? Dort bestehen für die Mandantin keine Verbietungsrechte.
- **In welchen Staaten** ist die Familie abgelaufen / zurückgenommen / nicht erteilt? Dort frei.
- **Continuation- / Teilanmeldungen** — sind weitere Anmeldungen aus derselben Stammanmeldung anhängig? Diese können bei Erteilung **künftige** Verbietungsrechte begründen.
### Schritt 6: Output an aufrufendes Skill
Familientabelle als strukturiertes YAML/JSON an `freedom-to-operate-recherche` oder `recherchebericht-erstellen`.
## Hinweise
- **Datenlücken.** Nicht alle Ämter melden vollständig an INPADOC. Bei JP-, CN-, KR-Patenten kann die Familie unvollständig erfasst sein. Bei kritischen Mandaten: amtliche Direktrecherche im Zielland.
- **Späte Nachanmeldungen** außerhalb der 12-Monats-Prioritätsfrist sind keine echte Familie, sondern eigenständige Anmeldungen mit eigenem Stand der Technik.
- **EP-Patente mit Einheitlichem Patent (UP).** Seit Juni 2023 gibt es das Einheitliche Patent. Erfasst alle Teilnehmer-Staaten als ein einziges Schutzrecht; in der Familienliste oft als „European patent with unitary effect" gekennzeichnet.
- **PCT-Anmeldungen** (WO …) sind keine eigentlichen Patente, sondern Anmeldewege. Erst durch nationale Phasen entstehen die einzelnen Patente.
- **Anmelderwechsel.** Familienmitglieder können verschiedene Anmelder haben (Anmelderwechsel, Konzernverschiebung). Bei FTO immer auf den **aktuellen** eingetragenen Inhaber im jeweiligen Register prüfen.
## Disclaimer
> **Hinweis zur Familienanalyse.** Diese Patentfamilien-Analyse beruht auf INPADOC-Daten und ist eine durch Claude unterstuetzte Vorrecherche. Datenluecken sind insbesondere bei JP- CN- KR- und einzelnen weiteren Aemtern moeglich. Continuation- und Teilanmeldungen koennen anhaengig sein, ohne dass sie schon veroeffentlicht sind. Die Familie kann durch Anmelderwechsel verschoben sein. Die finale Familie- und Rechtsstandsbewertung muss durch direkte Recherche in den nationalen Registern abgesichert werden.
@@ -0,0 +1,160 @@
---
name: pruefungsbescheid-vorbereiten
description: "Bereitet Antwort auf Pruefungsbescheid des DPMA nach § 45 PatG oder des EPA nach Art. 94 EPUe systematisch vor. Liest den Bescheid und die zitierten Entgegenhaltungen ein. Strukturiert pro Beanstandung: Beanstandung wortlautgetreu zitiert betroffener Anspruch zitierte Entgegenhaltung mit Pinpoint Argumentationsvorschlag (Neuheit-Argument erfinderische Taetigkeit Argument Anspruchsanpassung). Beruecksichtigt EPA-Schemata Problem-Solution-Approach und EPA-Hinweise auf clarity (Art. 84 EPUe) added subject-matter (Art. 123(2) EPUe) und unity (Art. 82 EPUe). Liefert Entwurf der Eingabe mit Argumentationsstruktur und Anspruchssatz-Vorschlaegen. Disclaimer Eingabe muss durch Patentanwaeltin gegengelesen und verantwortet werden."
---
# pruefungsbescheid-vorbereiten
## Zweck
Wenn DPMA oder EPA einen **Prüfungsbescheid** erlässt, muss die Patentanwältin innerhalb der gesetzten Frist (typisch 4 Monate, verlängerbar) antworten. Dieses Skill strukturiert die Antwort.
## Rechtsrahmen
- **§ 45 PatG.** DPMA-Prüfungsbescheid.
- **§ 47 PatG.** Anhörung.
- **Art. 94 Abs. 3 EPÜ + Regel 71(3) EPÜ.** EPA-Prüfungsbescheid.
- **Häufige EPA-Beanstandungen:**
- **Art. 54 EPÜ** — Neuheit
- **Art. 56 EPÜ** — Erfinderische Tätigkeit
- **Art. 84 EPÜ** — Klarheit (clarity) und Stütze in der Beschreibung
- **Art. 123(2) EPÜ** — Verbot der Erweiterung über den ursprünglichen Offenbarungsgehalt (added subject-matter)
- **Art. 82 EPÜ** — Einheitlichkeit (unity of invention)
- **Art. 83 EPÜ** — Ausführbarkeit (sufficiency of disclosure)
- **Art. 76(1) EPÜ** — bei Teilanmeldungen: keine Erweiterung der Stammanmeldung
- **DPMA-Beanstandungen** sind inhaltlich vergleichbar, formal sparsamer.
## Eingaben
- **Prüfungsbescheid** als PDF / Volltext.
- **Anmeldungsunterlagen** in der eingereichten Fassung (Ansprüche, Beschreibung, Zeichnungen).
- **Zitierte Entgegenhaltungen** (X / Y / A im EPA-Bescheid; D1, D2, … in den EPA-Sprachregeln).
- **Bereits geführte Korrespondenz** (vorheriger Bescheid, vorherige Antwort).
- **Frist** für die Antwort.
## Ablauf
### Schritt 1: Bescheid lesen und strukturieren
Jede Beanstandung als eigene Position erfassen:
```
Beanstandung 1: Art. 54 EPUe / Anspruch 1
D1 = EP 3 456 789 A1, Siemens AG
Pinpoint: Anspruch 1, Abs. [0023], Fig. 1
Argument der Pruefungsabteilung: alle Merkmale von Anspruch 1 sind in D1 offenbart.
Beanstandung 2: Art. 56 EPUe / Anspruch 2
D1 + D2 (US 2020/0123456)
Argument: ausgehend von D1 wuerde der Fachmann mit Anregung aus D2 zur beanspruchten Loesung gelangen.
Beanstandung 3: Art. 84 EPUe / Anspruch 3
Argument: Merkmal "im Wesentlichen" ist unklar.
Beanstandung 4: Art. 123(2) EPUe / Beschreibung Abs. [0034]
Argument: Aenderung gegenueber urspruenglich eingereichter Fassung unzulaessig erweitert.
```
### Schritt 2: Pro Beanstandung Strategie wählen
#### Bei Art. 54 (Neuheit)
- Wenn Pinpoint der Prüfungsabteilung **richtig**: Anspruch beschränken (Merkmale aus der Beschreibung aufnehmen, die in D1 nicht offenbart sind). Über `neuheit-pruefen` neue Merkmalsanalyse machen.
- Wenn Pinpoint **falsch**: argumentieren, dass das Merkmal in D1 nicht offenbart ist. Beleg über Verweis auf den genauen Wortlaut von D1.
- **Auswahlerfindung** ggf. argumentieren (T 198/84, T 279/89), wenn der Anspruch einen Sub-Bereich aus einem in D1 offenbarten Bereich auswählt.
#### Bei Art. 56 (Erfinderische Tätigkeit)
- **Closest Prior Art** der Prüfungsabteilung akzeptieren oder begründet bestreiten.
- **Objektive technische Aufgabe** neu / präziser formulieren (häufig hat die Prüfungsabteilung zu allgemein formuliert).
- **Could-Would** widerlegen: keine Anregung in D1 oder D2, gegen die beanspruchte Lösung gerichtetes Vorurteil, unerwartete Wirkung. Sekundärindizien einsetzen, aber **nicht** als Hauptargument (T 1212/01).
- Wenn Argumente nicht tragen: Anspruch beschränken oder Auxiliary Requests (Hilfsanträge) formulieren.
#### Bei Art. 84 (Klarheit)
- **Unklare Begriffe** definieren oder ersetzen (z. B. „im Wesentlichen" → konkrete Toleranz „±5 %").
- **Stütze in der Beschreibung** zeigen — auf Stellen der Beschreibung verweisen.
#### Bei Art. 123(2) (Added Subject-Matter)
- **Goldstandard** (G 2/10): jede Änderung muss in der ursprünglich eingereichten Anmeldung **unmittelbar und eindeutig** offenbart sein.
- Geänderte Stelle auf ursprünglichen Offenbarungsgehalt zurückführen (Pinpoint auf ursprünglich eingereichten Text).
- Wenn nicht möglich: Änderung zurücknehmen, Anspruch anders formulieren.
#### Bei Art. 82 (Einheitlichkeit)
- Argumentieren, dass die unterschiedlichen Ansprüche durch eine **gemeinsame erfinderische Idee** (single inventive concept) verbunden sind.
- Wenn nicht: **Teilanmeldung** (§ 39 PatG / Art. 76 EPÜ) erwägen, bevor die Stammanmeldung erteilt wird.
#### Bei Art. 83 (Ausführbarkeit)
- Zusätzliche Ausführungsbeispiele in der Beschreibung markieren (keine Erweiterung über Art. 123(2)).
- Falls Erfindung tatsächlich nicht ausführbar offenbart ist: kritisch — Anmeldung möglicherweise nicht haltbar.
### Schritt 3: Anspruchssatz-Vorschläge
- **Hauptantrag** (main request): neue Anspruchsfassung, die alle Beanstandungen ausräumt.
- **Hilfsanträge** (auxiliary requests): in EPA-Praxis empfohlen — gestaffelt enger formulierte Fassungen. Erstes Hilfsantrags-Set: nur leichte Einschränkungen. Zweites Hilfsantrags-Set: enger. Drittes: noch enger.
- **Hilfsanträge dokumentieren**, damit die Patentanwältin sie nur freischalten muss.
### Schritt 4: Entwurf der Eingabe
Aufbau der Eingabe an die Prüfungsabteilung:
```
Sehr geehrte Damen und Herren,
namens und in Vollmacht der Anmelderin nehmen wir zu dem Pruefungsbescheid
vom [Datum] wie folgt Stellung. Beigefuegt sind neue Anspruchsfassungen
(Hauptantrag und Hilfsantraege 1-3).
I. Allgemeines
[Bezugnahme, Aenderungen im Ueberblick]
II. Zu den einzelnen Beanstandungen
1. Art. 54 EPUe, Anspruch 1
[Argument, Pinpoint, ggf. Anspruchsbeschraenkung]
2. Art. 56 EPUe, Anspruch 1
Problem-Solution-Approach:
Closest Prior Art: D1 (EP 3 456 789 A1)
Objektive technische Aufgabe: [neu / praezisiert]
Could-Would-Analyse: [Argument]
Sekundaerindizien: [optional]
3. Art. 84 EPUe, Anspruch 3
[Klarstellung, neue Anspruchsfassung]
4. Art. 123(2) EPUe, Beschreibung Abs. [0034]
[Aenderung zurueckgenommen / auf urspruenglichen Offenbarungsgehalt zurueckgefuehrt]
III. Anspruchsfassungen
Hauptantrag - Ansprueche 1-15
Hilfsantrag 1 - Ansprueche 1-12
Hilfsantrag 2 - Ansprueche 1-10
Hilfsantrag 3 - Ansprueche 1-7
IV. Wir beantragen
Erteilung des Patents auf Grundlage des Hauptantrags, hilfsweise auf
Grundlage des jeweils naechsten Hilfsantrags.
Mit freundlichen Gruessen
[Patentanwaeltin]
```
### Schritt 5: Frist-Tracking
- **EPA:** 4 Monate ab Zustellung. Verlängerung um 2 Monate möglich (Art. 132 EPÜ + R. 132 EPÜ). Versäumte Frist: Weiterbehandlungsantrag (Art. 121 EPÜ), Wiedereinsetzung (Art. 122 EPÜ).
- **DPMA:** Frist nach § 45 PatG, in der Regel 2-4 Monate. Verlängerung möglich.
## Hinweise
- **EPA-typische Argumente:** „No pointer in D1 to D2", „D1 teaches away from the claimed solution", „unexpected technical effect".
- **Hilfsanträge** sollten so formuliert sein, dass sie inhaltlich noch sinnvoll bleiben — keine Überengung, die das Patent wirtschaftlich wertlos macht.
- **Auxiliary Requests** sind im EPA-Verfahren Standard. Im DPMA-Verfahren formal nicht zwingend, aber inhaltlich übernehmbar.
- **Bei Anhörung** (§ 47 PatG / Art. 116 EPÜ): die Eingabe ist die schriftliche Grundlage. Hilfsanträge müssen vorab eingereicht werden.
## Disclaimer
> **Hinweis zum Bescheid.** Dieser Entwurf zur Beantwortung des Pruefungsbescheids ist eine durch Claude unterstuetzte Vorarbeit. Die Argumentationsstruktur und die Anspruchsentwuerfe muessen durch die Patentanwaeltin vor Absendung sorgfaeltig gegengelesen werden. Insbesondere die Bewertung der erfinderischen Taetigkeit und die Wahl der Hilfsantragsabstufungen erfordern individuelle Bewertung. Diese Vorbereitung ersetzt nicht die anwaltliche Verantwortung gegenueber Amt und Mandant.
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---
name: recherchebericht-erstellen
description: "Formaler Recherchebericht fuer den Mandanten oder die Akte. Bringt Auftrag Methodik durchsuchte Datenbanken verwendete Suchstrings Klassen Schlagworte Zeitraum Trefferzahlen Treffertabelle und Bewertungen aus Skills neuheit-pruefen erfinderische-taetigkeit-pruefen freedom-to-operate-recherche und patentfamilien-analyse zusammen. Strukturierter Aufbau mit Deckblatt Auftragsbeschreibung Methodik Trefferdokumentation Bewertung Empfehlung Anhang (Suchstrings Klassen Quellenliste). Disclaimer Vorrecherche keine amtliche Recherche mehrfach im Bericht. Output als Markdown-Dokument das die Patentanwaeltin in Word oder PDF weiterverarbeiten kann."
---
# recherchebericht-erstellen
## Zweck
Erzeugt das **formale Ausgabedokument** der Recherche. Wird je nach Mandat:
- Dem Mandanten als Recherchebericht ausgehändigt
- In die Mandatsakte gelegt
- Als Anlage zu einem Patentanwaltsgutachten verwendet
- Bei FTO-Recherchen als Risiko-Memorandum dokumentiert
## Aufbau
### 1. Deckblatt
```
Recherchebericht
================
Mandant: [Mandantenname]
Aktenzeichen: [Aktenzeichen]
Recherchezweck: [Stand der Technik / Neuheit / FTO / Monitoring / Bescheidantwort]
Stichtag: [Datum des Berichts]
Erstellt durch: [Patentanwaeltin / Patentanwalt]
[Kanzlei]
```
### 2. Auftragsbeschreibung
- Mandant
- Erfindung / Produkt / Verfahren (in einem Absatz)
- Recherchezweck (in einem Absatz)
- Rechtsraum / Zielmarkt
- Stichtag
### 3. Methodik
- Welche Datenbanken durchsucht wurden (Espacenet, Google Patents, DPMAregister, DEPATISnet, EPO Register, WIPO PATENTSCOPE, USPTO)
- Welche Klassen (CPC, IPC) — über `klassifikation-cpc-ipc`
- Welche Schlagwörter
- Welcher Zeitraum (Anmelde- / Veröffentlichungstag)
- Sprache der Recherche (DE, EN, FR; Maschinenübersetzungen für JP, CN, KR)
- Welche Bezahl-Datenbanken **nicht** mit eingeschlossen wurden
- Welche Nicht-Patent-Literatur einbezogen wurde (Scholar, Lens, arXiv, etc.)
### 4. Trefferdokumentation
Strukturierte Treffertabelle mit Spalten: Veröff.-Nr., Anmelder, Anmeldetag, Klasse, Titel, Status, Recherchezeichen (X/Y/A/P/E) oder Ampel (rot/gelb/grün), Pinpoint, Link.
Pro besonders relevantem Treffer ein **Dossier** auf einer halben Seite mit Pinpoint und Merkmals-Tabelle (übernommen aus `neuheit-pruefen` / `freedom-to-operate-recherche`).
### 5. Patentfamilien
Wenn relevante Treffer Familienmitglieder haben: Familientabelle pro Treffer mit Validierungsstaaten und Rechtsstand. Übernommen aus `patentfamilien-analyse` und `rechtsstand-pruefen`.
### 6. Bewertung
- Bei **Stand-der-Technik-Recherche:** Wie viele X / Y / A / P / E? Welche Beschränkung des Anspruchs ist erforderlich, um Neuheit und erfinderische Tätigkeit zu wahren?
- Bei **Neuheit-Prüfung:** Pro relevantem Anspruch — neu oder nicht neu?
- Bei **Erfinderische-Tätigkeit-Prüfung:** Problem-Solution-Approach, Ergebnis pro Anspruch.
- Bei **FTO-Recherche:** Wie viele Rot / Gelb / Grün? Welche Schutzrechte blockieren den Markteintritt? Wo besteht Handlungsbedarf?
- Bei **Bescheid-Vorbereitung:** Entwurf der Eingabe als Anhang.
### 7. Empfehlung
In drei bis fünf Sätzen — was sollte die Mandantin tun?
- Anmeldung wie geplant einreichen
- Anmeldung mit beschränktem Anspruch einreichen
- Anmeldung nicht einreichen (Gebrauchsmuster prüfen, Geheimhaltung erwägen)
- Markteintritt frei
- Markteintritt nur mit Umgehungsdesign / Lizenz
- Einspruch einlegen — Frist [Datum]
- Nichtigkeitsklage erwägen
- Konkurrenten weiter überwachen
- Weitere Recherche im Bezahl-Datenbankenkreis erforderlich
### 8. Disclaimer (prominent)
```
HINWEIS ZUR RECHERCHE
Diese Patentrecherche ist eine durch Claude unterstuetzte Vorrecherche und KEINE
amtliche Recherche im Sinne einer DPMA- oder EPA-Recherche. Vollstaendigkeit
kann nicht garantiert werden, insbesondere:
- Treffer in nicht durchsuchten Sprachen (JP, CN, KR, RU usw.) koennen verfehlt werden;
- Geheime aeltere Anmeldungen (§ 3 Abs. 2 PatG / Art. 54 Abs. 3 EPUe) sind erst
18 Monate nach Prioritaetstag oeffentlich;
- Bezahl-Datenbanken (PatBase, STN, Orbit, Questel u. a.) sind in diese Recherche
nicht eingeflossen, sofern nicht ausdruecklich vermerkt;
- Nicht-Patent-Literatur ist nur ueber Standard-Schnittstellen (Google Scholar,
Lens.org, arXiv, PubMed) erfasst.
Die finale Bewertung der Patentierbarkeit, der Verletzungsfreiheit und des Rechts-
stands muss durch eigenstaendige Pruefung der Patentanwaeltin / des Patentanwalts
abgesichert werden. Dieser Bericht ersetzt nicht die anwaltliche Pruefung und ist
keine Rechtsberatung gegenueber dem Endmandanten ausserhalb der zustaendigen Kanzlei.
```
### 9. Anhang
- Liste der Suchstrings pro Datenbank
- CPC- und IPC-Klassen mit Definitionen
- Quellenliste mit Datum des Abrufs
- Glossar (X/Y/A/P/E, INPADOC, Pinpoint)
## Ablauf
### Schritt 1: Sammelt Inputs
Aus den Vorgänger-Skills:
- `kaltstart-interview` → Kanzlei, Mandant
- `klassifikation-cpc-ipc` → Klassen
- `agentische-datenbank-recherche` → Trefferlisten und Suchstrings
- `stand-der-technik-recherche` → X/Y/A/P/E-Bewertungen
- `neuheit-pruefen` → Merkmalsanalyse
- `erfinderische-taetigkeit-pruefen` → PSA-Argumentation
- `freedom-to-operate-recherche` → Ampelbewertungen
- `patentfamilien-analyse` → Familientabellen
- `rechtsstand-pruefen` → Rechtsstandsdaten
### Schritt 2: Erzeugt Markdown-Dokument
Strukturiert wie oben, mit allen Tabellen und Dossiers.
### Schritt 3: Disclaimer-Block prüfen
Disclaimer **dreimal** im Bericht (Deckblatt-Vermerk, Methodik, eigener Abschnitt 8) — das Plugin lässt ihn nicht weg.
### Schritt 4: Output-Format
Markdown-Datei `recherchebericht_<aktenzeichen>_<datum>.md` im Arbeitsverzeichnis. Patentanwältin kann sie in Word oder PDF konvertieren — die Konvertierung erfolgt durch externes Werkzeug (z. B. Pandoc, MS Word „Aus Markdown öffnen").
## Hinweise
- **Verständlich für den Mandanten.** Wenn der Mandant kein Patentanwalt ist: Erläuterungstexte zu X/Y/A, Anspruchsmerkmalen, Schutzbereich.
- **Vertraulichkeit.** Berichte enthalten Mandanten-Erfindung — Verschwiegenheitspflicht nach § 39a PAO und § 203 StGB ist zu wahren. Berichte nur über zugelassene Kanäle ausliefern.
- **Versionierung.** Bei Folgerecherchen das Aktenzeichen und Stichtag im Dateinamen variieren — nicht überschreiben.
## Disclaimer
> Wie im Bericht selbst.
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name: rechtsstand-pruefen
description: "Prueft Rechtsstand eines Patents oder einer Anmeldung im jeweiligen Amts-Register. DPMAregister fuer DE-Schutzrechte EPO Register fuer EP-Schutzrechte USPTO PAIR PEDS fuer US-Patente nationale Register fuer JP CN KR. Liefert Anmeldetag Veroeffentlichungstag Erteilungstag Schutzdauer-Ende Status (anhaengig erteilt zurueckgenommen zurueckgewiesen erloschen nichtig), Einspruchsverfahren laufend abgeschlossen, Nichtigkeitsverfahren laufend abgeschlossen, Jahresgebuehren bezahlt offen, Validierungsstaaten bei EP-Patenten, SPC fuer Arzneimittel und Pflanzenschutzmittel. Quellen werden mit Datum des Abrufs vermerkt. Disclaimer Rechtsstand kann sich taeglich aendern Stichtag-Datum dokumentieren."
---
# rechtsstand-pruefen
## Zweck
Sicherstellen, dass ein Treffer aus der Recherche **noch in Kraft** ist und seine Schutzwirkung tatsächlich entfaltet. Ein abgelaufenes Patent blockiert keinen Markteintritt, eine zurückgenommene Anmeldung erzeugt keinen Stand-der-Technik-Effekt (außer für die Veröffentlichung als solche).
## Wichtige Begriffe
- **Anmeldetag** (filing date) — Datum der Einreichung, **Schutzdauer-Beginn**.
- **Prioritätstag** (priority date) — Datum einer früheren Erstanmeldung; **maßgeblich für Stand der Technik** (§ 4 PatG, Art. 89 EPÜ).
- **Veröffentlichungstag** (publication date) — i. d. R. **18 Monate** nach Prioritätstag (§ 32 Abs. 2 PatG, Art. 93 EPÜ).
- **Erteilungstag** (grant date) — Veröffentlichung der Erteilung; **ab diesem Tag** Verbietungsrecht.
- **Schutzdauer-Ende** — Anmeldetag + 20 Jahre (§ 16 PatG, Art. 63 EPÜ). Bei Arzneimittel / PSM: + maximal 5 Jahre SPC nach VO (EG) 469/2009 / VO (EG) 1610/96.
- **Status:**
- **Anhängig / pending** — Anmeldung läuft noch.
- **Erteilt / granted / in force** — Patent ist erteilt und in Kraft.
- **Zurückgenommen / withdrawn** — Anmelder hat zurückgezogen.
- **Zurückgewiesen / refused** — Amt hat zurückgewiesen.
- **Erloschen / lapsed** — Schutzdauer abgelaufen oder Jahresgebühren nicht bezahlt.
- **Nichtig / revoked** — durch Einspruch oder Nichtigkeitsverfahren beseitigt.
## Quellen
| Schutzrecht | Register | URL |
| --- | --- | --- |
| Deutsche Patente und Gebrauchsmuster | DPMAregister | `https://register.dpma.de` |
| Europäische Patente und Anmeldungen | EPO Register | `https://register.epo.org` |
| US-Patente und Anmeldungen | USPTO Patent Public Search + PAIR/PEDS | `https://ppubs.uspto.gov`, `https://patentcenter.uspto.gov` |
| PCT-Anmeldungen | WIPO PATENTSCOPE | `https://patentscope.wipo.int` |
| Japanische Patente | J-PlatPat | `https://www.j-platpat.inpit.go.jp` |
| Chinesische Patente | CNIPA | `https://english.cnipa.gov.cn` |
| Koreanische Patente | KIPRIS | `https://www.kipris.or.kr` |
## Ablauf
### Schritt 1: Veröffentlichungsnummer normalisieren
Eingabe: Veröffentlichungs- oder Anmeldenummer in einer der Standardnotationen:
- `DE 10 2018 005 432 A1` (deutsche Anmeldung)
- `DE 10 2018 005 432 B4` (deutsches Patent erteilt)
- `EP 3 456 789 A1` (EP-Anmeldung)
- `EP 3 456 789 B1` (EP-Patent erteilt)
- `US 10,876,543 B2` (US-Patent erteilt)
- `US 2021/0123456 A1` (US-Patentanmeldung)
- `WO 2019/127345 A1` (PCT-Anmeldung)
### Schritt 2: Im passenden Register abfragen
Pro Veröffentlichungsnummer das richtige Register öffnen. Bei einer Familienanalyse für jedes Familienmitglied einzeln.
### Schritt 3: Rechtsstand-Eckdaten erfassen
Pro Schutzrecht:
```yaml
veroeffentlichungsnummer: EP 3 456 789 B1
familie:
inpadoc_family_id: 12345678
prioritaeten: [DE 15.03.2018]
anmeldetag: 14.03.2019
prioritaetstag: 15.03.2018
veroeffentlichungstag_anmeldung: 18.09.2019
erteilungstag: 12.09.2021
schutzdauer_ende: 14.03.2039
status: erteilt, in Kraft
anmelder_eingetragen: Siemens AG
einspruch:
laufend: nein
abgeschlossen: 12.06.2022 - Einspruch zurueckgewiesen
nichtigkeit:
laufend: nein
validierung_states: [DE, FR, GB, IT, NL]
jahresgebuehren_bezahlt_bis: 2026
abrufdatum: 20.05.2026
quelle: EPO Register
```
### Schritt 4: Status-Auswertung
- **Erteilt + Jahresgebühren bezahlt + Schutzdauer offen** → Patent wirkt voll. Für FTO **kritisch**.
- **Erteilt + Jahresgebühren offen** → kurzfristig vor Erlöschen, Achtung Rückzahlung mit Zuschlag (§ 17 Abs. 3 PatG sechs Monate, Art. 86 EPÜ sechs Monate).
- **Anhängig + noch nicht erteilt** → bisher kein Verbietungsrecht; **§ 33 PatG** Entschädigungsanspruch ab Veröffentlichung.
- **Zurückgenommen / zurückgewiesen / erloschen / nichtig** → keine Verbietungsrechte. Für Stand-der-Technik-Bewertung bleibt das Dokument relevant.
- **Einspruchsverfahren laufend** → Erteilung noch nicht stabil. Strategie-Frage: Einspruch selbst einlegen? Frist Art. 99 EPÜ neun Monate ab Erteilungs-Veröffentlichung.
- **Nichtigkeitsverfahren laufend** → vergleichbar mit Einspruch, vor BPatG.
### Schritt 5: Stichtag-Dokumentation
Jede Rechtsstandsabfrage erhält ein **Abrufdatum**. Der Rechtsstand kann sich täglich ändern — die Patentanwältin muss bei zeitkritischen Entscheidungen (Lizenzverhandlung, Markteintritt) eine **aktuelle** Direktabfrage durchführen.
### Schritt 6: Output
Tabelle mit Spalten: Veröff.-Nr., Status, Schutzdauer-Ende, Jahresgebühren bis, laufende Verfahren, Abrufdatum, Quelle.
## Hinweise
- **EP-Patente.** Das EPO Register zeigt die Erteilung und die Validierungsstaaten. **Für den Rechtsstand in jedem Validierungsstaat** ist das nationale Register maßgeblich — z. B. DPMAregister für DE-Validierung, INPI für FR, IPO für GB. EPO Register ist für Validierungs- und Übersetzungs-Stand zentral, aber nicht für die Jahresgebühren in jedem Staat.
- **Einheitliches Patent (UP).** Seit Juni 2023 — ein einziges Schutzrecht für alle Teilnehmer-Staaten. Jahresgebühren beim EPA. UPC zuständig für Streitfälle.
- **SPC** (Schutzzertifikat). Für Arzneimittel und Pflanzenschutzmittel — über das jeweilige nationale Register zu prüfen, weil SPCs national erteilt werden. Verlängerung der Schutzdauer um bis zu 5 Jahre.
- **Anmelder-Wechsel.** Bei einer Verletzungsklage zu beachten — Aktivlegitimation steht beim **eingetragenen** Inhaber. Bei FTO immer aktuellen Anmelder prüfen.
- **Lizenzen.** Eingetragen im Register, aber Eintragung ist deklaratorisch — auch nicht eingetragene Lizenzen können wirksam sein.
## Disclaimer
> **Hinweis zum Rechtsstand.** Diese Rechtsstandspruefung beruht auf dem Datum des Abrufs (im Output explizit dokumentiert). Der Rechtsstand kann sich taeglich aendern — Jahresgebuehren, Einspruchsverfahren, Nichtigkeitsverfahren, Anmelderwechsel. Bei zeitkritischen Entscheidungen ist eine aktuelle Direktabfrage im nationalen Register zwingend. Die Daten der Register koennen Verzoegerungen von einigen Tagen bis Wochen aufweisen.
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---
name: rueckfragen-mandant
description: "Generiert Rueckfragen an den Mandanten wenn das vorgelegte Material fuer eine sinnvolle Recherche nicht ausreicht oder Abgrenzungsfragen offen sind. Pflichtfragen: Was ist der wesentliche Loesungsbeitrag der Erfindung gegenueber dem Stand der Technik den der Mandant kennt; Welcher Anspruch ist der wichtigste; Welcher Markt und welche Zielstaaten; Gibt es eigene fruehere Veroeffentlichungen Anmeldungen Vortraege Messeauftritte (Eigenstand der Technik); Gibt es Konkurrenten die das Plugin in den Watch nehmen soll; Welcher Recherchezweck. Formuliert die Rueckfragen als Brief oder als Frageliste die in eine Mandantenrueckfrage uebernommen werden kann. Disclaimer keine Rechtsberatung Patentanwaeltin verantwortet die Mandantenkommunikation."
---
# rueckfragen-mandant
## Zweck
Wenn das Material des Mandanten für eine seriöse Recherche nicht ausreicht — typische Fälle:
- Erfindung nur in einem Satz beschrieben
- Kein Anspruchsentwurf vorhanden
- Zielmarkt unklar
- Eigene frühere Veröffentlichungen des Mandanten nicht offengelegt
- Konkurrenten-Liste fehlt
— dann erzeugt dieses Skill eine Rückfrageliste oder einen Mandanten-Brief.
## Pflichtfragen
Jede Rückfrage muss diese Punkte abdecken:
### 1. Lösungsbeitrag
> Was ist Ihrer Einschätzung nach der **wesentliche Lösungsbeitrag** Ihrer Erfindung gegenüber dem Ihnen bekannten Stand der Technik?
Damit erschließt sich der Recherche-Fokus. Wenn der Mandant „alles ist neu" sagt: nachhaken — was ist das **eine** zentrale Merkmal, ohne das die Erfindung nicht funktioniert.
### 2. Anspruchsentwurf
> Welcher Anspruch ist aus Ihrer Sicht der **wichtigste Anspruch**? Liegt ein Anspruchsentwurf vor (auch als Stichwortliste reicht), oder soll die Anspruchsformulierung im Rahmen unserer Anmeldungsvorbereitung entwickelt werden?
### 3. Eigene frühere Veröffentlichungen
> Gibt es **eigene frühere Veröffentlichungen, Anmeldungen, Vorträge, Messeauftritte, Datenblätter, Produktbroschüren** zu dieser Erfindung oder zu eng verwandten Lösungen? Wenn ja: Datum, Ort, Inhalt.
Hintergrund: § 3 PatG kennt keine „eigene" Ausnahme. Eigene frühere Veröffentlichungen sind voll neuheitsschädlich. Sechs-Monats-Frist nach § 3 Abs. 5 PatG nur bei offensichtlichem Missbrauch oder amtlich anerkannter Ausstellung — eng auszulegen.
### 4. Zielmarkt / Territorien
> In welchen Ländern soll die Erfindung **vermarktet** werden? In welchen soll **Patentschutz** angestrebt werden? Sind US, JP, CN, KR relevant?
Bei FTO-Recherchen zwingend; bei Stand-der-Technik-Recherchen für die Klassenwahl und Sprachenstrategie wichtig.
### 5. Konkurrenten
> Welche **Konkurrenten** sehen Sie auf diesem Gebiet? Sollen wir laufendes Monitoring (Watch) einrichten?
### 6. Recherchezweck
> Welcher Zweck steht im Vordergrund — Patentanmeldung, FTO vor Markteintritt, Einspruchsstrategie, Nichtigkeitsstrategie, M&A-Due-Diligence, oder eine andere Konstellation?
### 7. Stand-der-Technik-Wissen des Mandanten
> Welche **Patente / Anmeldungen / Publikationen** kennen Sie selbst auf diesem Gebiet, die wir als Ausgangspunkt nehmen sollten?
Mandant hat oft mehr Branchen-Wissen als der Patentanwalt zur Technik. Diese Treffer **müssen** in die Recherche eingespeist werden.
### 8. Vertrauliche Hintergrundinformationen
> Gibt es Hintergrundinformationen, die für die Recherche relevant sind, aber **nicht in den schriftlichen Bericht** sollen? (Bezeichnung für interne Verwendung, Vertraulichkeitsstufe.)
### 9. Zeitrahmen
> Bis wann benötigen Sie das Ergebnis? Gibt es **eine bevorstehende Frist** (Anmeldetag, Einspruchsfrist, Markteinführungs-Stichtag)?
### 10. Honorar / Budget
> Soll die Recherche in einem **bestimmten Stunden- oder Budgetrahmen** bleiben, oder ist der Rechercheaufwand sachgerecht zu bemessen?
## Format
### Variante A: Frageliste (interne Akte)
Stichpunkte mit jeweils einer Frage und Platz für die Antwort des Mandanten.
### Variante B: Brief an den Mandanten
Brief mit Anrede, kurzer Einleitung („wir bereiten die Recherche vor und benötigen folgende Klarstellungen"), Frageblock, Rückantwort-Bitte mit Frist, Schlussformel.
Vorlage:
```
[Kanzleibogen]
Aktenzeichen: [Aktenzeichen]
Datum: [TT.MM.JJJJ]
Sehr geehrte/r [Anrede Mandant],
zur Vorbereitung der angefragten Patentrecherche bitten wir Sie um folgende
Klarstellungen. Sie helfen uns, den Rechercheaufwand zielgerichtet zu steuern
und am Ende ein moeglichst aussagekraeftiges Ergebnis vorzulegen.
1. [Frage 1 — Loesungsbeitrag]
2. [Frage 2 — Anspruchsentwurf]
3. [Frage 3 — eigene fruehere Veroeffentlichungen]
4. [Frage 4 — Zielmarkt / Territorien]
5. [Frage 5 — Konkurrenten]
6. [Frage 6 — Recherchezweck]
7. [Frage 7 — Mandantenwissen zum Stand der Technik]
8. [Frage 8 — vertrauliche Hintergrundinformationen]
9. [Frage 9 — Zeitrahmen / Frist]
10. [Frage 10 — Honorar / Budget]
Bitte richten Sie Ihre Antworten an [Adresse] oder vereinbaren Sie einen Telefon-
oder Video-Termin mit unserem Sekretariat. Wir empfehlen eine Rueckmeldung bis
zum [Datum], damit wir den vereinbarten Recherchetermin einhalten koennen.
Mit freundlichen Gruessen
[Patentanwaeltin / Patentanwalt]
```
## Hinweise
- **Verschwiegenheit.** Rückfragen können sensible Informationen aufdecken (frühere unveröffentlichte Anmeldungen, Konkurrenten-Liste). Kommunikationsweg nach § 39a PAO und § 203 StGB sicherstellen — verschlüsselter Mail-Versand, beA-äquivalente Patentanwalts-Kanäle (besonderes elektronisches Anwaltspostfach beA gilt nicht für Patentanwälte; aber äquivalente PAt-Kanäle prüfen).
- **Mandant ist Berufslaie.** Patentrechtliche Fachbegriffe sollten in Klammern erklärt werden, wenn der Mandant kein Patentprofi ist.
- **Mehrstufige Rückfragen.** Häufig ergeben sich aus der ersten Mandantenantwort Folgefragen — den Brief / die Frageliste als Living Document führen.
## Disclaimer
> **Hinweis zur Rueckfrage.** Diese Rueckfrageliste ist eine durch Claude unterstuetzte Vorbereitung. Die Mandantenkommunikation verantwortet die Patentanwaeltin / der Patentanwalt — Inhalt, Sprache und Versandweg muessen vor Absendung kanzleiintern geprueft werden. Die Frageliste ersetzt nicht die individuelle Mandatsfuehrung.
@@ -0,0 +1,95 @@
---
name: stand-der-technik-recherche
description: "Recherche Stand der Technik vor eigener Patentanmeldung. Identifiziert anhand des Erfindungsmaterials und der ermittelten CPC-IPC-Klassen die wichtigsten Veroeffentlichungen die der Anmeldetag-Reife der Mandantenerfindung im Wege stehen koennten. Patent- und Nichtpatentliteratur (NPL) Aufsaetze Konferenzproceedings Dissertationen Datenblaetter Produktinformationen. Beruecksichtigt § 3 Abs. 1 PatG Art. 54 Abs. 2 EPUe (Stand der Technik weltweit jede Sprache) und § 3 Abs. 2 PatG Art. 54 Abs. 3 EPUe (aeltere Anmeldungen nur Neuheitsschaedlich). Liefert Trefferdossiers mit Pinpoint auf Anspruch oder Absatz Bewertung als A X Y P E im Stil der EPA-Recherchezeichen. Disclaimer Vorrecherche keine amtliche Recherche."
---
# stand-der-technik-recherche
## Zweck
Vor einer eigenen Patentanmeldung der Mandantin (oder zur Beratung der Mandantin „lohnt sich die Anmeldung?") wird der Stand der Technik recherchiert. Dieses Skill nutzt die Treffer aus `agentische-datenbank-recherche` und ordnet sie methodisch ein.
## Rechtsrahmen
- **§ 3 Abs. 1 PatG / Art. 54 Abs. 2 EPÜ.** Stand der Technik ist alles, was vor dem Anmeldetag (oder Prioritätstag) der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden ist — schriftlich, mündlich, durch Benutzung oder in sonstiger Weise. **Weltweit. In jeder Sprache.**
- **§ 3 Abs. 2 PatG / Art. 54 Abs. 3 EPÜ.** Ältere nationale / EP-Anmeldungen mit früherem Anmelde-/Prioritätstag, aber später veröffentlicht, gelten **nur für die Neuheit** als Stand der Technik, **nicht für die erfinderische Tätigkeit**. Wichtig bei der Bewertung.
- **§ 3 Abs. 5 PatG / Art. 55 EPÜ.** Sechs-Monats-Frist für unschädliche Offenbarungen wegen offensichtlichen Missbrauchs (§ 3 Abs. 5 PatG) oder anlässlich amtlich anerkannter Ausstellungen — eng auszulegen.
## Material
1. **Aus `agentische-datenbank-recherche`** — die strukturierte Treffertabelle aus Patentdatenbanken.
2. **NPL-Recherche** ergänzend:
- **Google Scholar** (`https://scholar.google.com`) — Aufsätze, Dissertationen, Konferenz-Proceedings.
- **Crossref / Lens.org** (`https://www.lens.org`) — DOI-basierte Recherche; Lens kombiniert Patente und NPL.
- **arXiv** (`https://arxiv.org`) — bei Informatik, Mathematik, Physik wichtig.
- **PubMed** (`https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov`) — Life Sciences / Biotech.
- **IEEE Xplore**, **ACM Digital Library**, **SpringerLink**, **ScienceDirect** — wenn die Kanzlei Zugänge hat.
3. **Öffentliche Vorbenutzungen** — Produkt-Datenblätter, Konferenzvorträge, Messeauftritte, frühere Patente derselben Mandantin (Selbstbeschwerde). **Internet Archive Wayback Machine** (`https://web.archive.org`) ist hilfreich, um Vorveröffentlichungstage zu sichern.
## Ablauf
### Schritt 1: Anmeldetag der Mandantin festlegen
Wenn die Anmeldung noch nicht eingereicht ist: voraussichtlicher Anmeldetag (heute oder geplant). **Alles, was vor diesem Tag veröffentlicht ist, ist relevant.** Maßgeblich ist die Veröffentlichung — das Datum der Veröffentlichung, nicht das Datum der Anmeldung der entgegenstehenden Veröffentlichung.
Achtung: § 3 Abs. 2 PatG / Art. 54 Abs. 3 EPÜ — auch ältere, noch nicht veröffentlichte Anmeldungen können einschlägig sein, **nur für die Neuheit**.
### Schritt 2: Recherchezeichen vergeben
EPA-übliche Recherchezeichen, hier zur internen Sortierung übernommen:
- **X** — besonders relevant, **alleine** neuheitsschädlich (wenn alle Merkmale des Hauptanspruchs vorweggenommen sind)
- **Y** — besonders relevant, **in Kombination mit anderen** für erfinderische Tätigkeit schädlich
- **A** — allgemeiner Stand der Technik, Hintergrund
- **P** — Zwischenliteratur, **veröffentlicht zwischen Prioritätsdatum und Anmeldetag** der Mandantin — nur dann relevant, wenn Priorität nicht wirksam ist
- **E** — ältere Anmeldung mit **früherem** Prioritätstag, später veröffentlicht (§ 3 Abs. 2 PatG / Art. 54 Abs. 3 EPÜ)
- **L** — wird in Rechercheberichten zitiert, wenn sie die Glaubhaftigkeit des Patents in Frage stellt (selten)
- **T** — theoretische Grundlage / Stand der Technik nach Anmeldetag, wird nur zitiert, wenn die Erfindung damit begründet wird
### Schritt 3: Pinpoint pro Treffer
Pro Treffer eine kurze Dossierseite:
```
Treffer: EP 3 456 789 A1
Anmelder: Siemens AG
Anmeldetag: 15.03.2019 Prio: 14.03.2018
Klassifikation: CPC H02J 3/14
Recherchezeichen: X
Relevanter Pinpoint:
Anspruch 1, Merkmale a)-d) decken sich mit Anspruch 1 der Mandantenerfindung;
Absatz [0023]-[0027] (Bezugszeichen 12, 14) beschreibt baugleiches Verfahren.
Bewertung: Hauptanspruch der Mandantenerfindung ist gegen diesen Treffer nicht neuheitsfaehig.
Empfehlung: Anspruchsformulierung anpassen oder Erfindung in Richtung verbleibender Merkmale eingrenzen.
Link: https://worldwide.espacenet.com/patent/search/family/.../publication/EP3456789A1
```
### Schritt 4: NPL-Treffer parallel dokumentieren
Aufsätze / Datenblätter / Wayback-Snapshot werden im gleichen Schema dokumentiert, mit DOI, Veröffentlichungsdatum, Pinpoint (Seite / Abschnitt).
### Schritt 5: Synthese
- **Anzahl X-Treffer** (= Erfindung nicht neu im Sinne des § 3 PatG)
- **Anzahl Y-Treffer** (= Erfindung nicht erfinderisch im Sinne des § 4 PatG)
- **Anzahl A-Treffer** (= reine Hintergrund-Dokumente)
- **Anzahl P/E-Treffer** (= Prioritäts-/Art. 54(3)-Treffer, gesondert behandeln)
- **Anzahl NPL-Treffer**
Empfehlung an die Patentanwältin:
- Erfindung in der jetzigen Formulierung anmeldungsfähig
- Anmeldung mit eingegrenztem Anspruch sinnvoll (Vorschlag: …)
- Anmeldung nicht sinnvoll, Erfindung wahrscheinlich nicht patentfähig
- Anmeldung in anderem Schutzbereich (Gebrauchsmuster nach GebrMG, das mit anderem Stand der Technik arbeitet) eventuell sinnvoll
## Hinweise
- **Volltextsuche in allen Sprachen** ist nicht möglich. Klar kommunizieren.
- **Geheime ältere Anmeldungen** (Art. 54(3) EPÜ-Anmeldungen, die noch nicht publiziert sind) sind beim Recherche-Tag **nicht** erfassbar. Erst nach Ablauf der 18-Monats-Geheimhaltungsfrist.
- **Selbst-Beschwerde:** Frühere Anmeldungen der Mandantin selbst können neuheitsschädlich sein — § 3 PatG kennt keine „eigene" Ausnahme. **Mandant ausdrücklich fragen**, ob es frühere Anmeldungen oder Veröffentlichungen gibt.
- **Vorträge / Messen** der Mandantin in den letzten 18 Monaten erfragen — nicht selten erfolgt dort eine offenkundige Vorbenutzung.
## Disclaimer
> **Hinweis zur Recherche.** Diese Stand-der-Technik-Recherche ist eine durch Claude unterstützte Vorrecherche und keine amtliche Recherche. Geheime ältere Anmeldungen (§ 3 Abs. 2 PatG / Art. 54 Abs. 3 EPÜ) sind erst nach Ablauf der 18-Monats-Frist erfassbar. Nicht-deutsche, nicht-englische und nicht-französische Volltexte werden nicht vollständig durchsucht. Die Bewertung als X/Y/A/P/E ist eine vorläufige Einschätzung — die amtliche Recherche durch DPMA oder EPA kann zu anderen Ergebnissen kommen.
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name: ueberwachung-konkurrenten
description: "Laufende Ueberwachung neuer Patentanmeldungen von Konkurrenten der Mandantin. Definiert Watch-Profile pro Mandant mit Anmelder-Namen (inklusive Konzern-Toechter und ehemaliger Schreibweisen), CPC-IPC-Klassen, Schlagwoerter, Territorien. Laeuft als woechentlicher oder monatlicher Job in Espacenet Smart Search Google Patents oder bei Bezahl-Tools wie PatBase Alert. Liefert Delta-Liste neuer Treffer seit letzter Iteration mit Bewertung relevant oder nicht relevant. Erinnert an Einspruchsfrist Art. 99 EPUe neun Monate ab Erteilungs-Veroeffentlichung. Disclaimer Vollstaendigkeit nicht garantiert insbesondere bei Konzern-Konstruktionen und Tochterfirmen ohne klare Namens-Bindung."
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# ueberwachung-konkurrenten
## Zweck
Für viele Mandanten — insbesondere Mittelstands- und Konzernkundinnen — ist es wichtig, **neue Anmeldungen** von Konkurrenten frühzeitig zu erkennen. Anwendungsfälle:
- **Einspruch** rechtzeitig einlegen (Art. 99 EPÜ — neun Monate ab Erteilungs-Veröffentlichung).
- **FTO-Risiken** vor Markteintritt erkennen.
- **Technologie-Strategie** der Konkurrenz beobachten.
- **Lizenzverhandlungen** vorbereiten.
## Watch-Profil
Pro Mandant ein Watch-Profil. Felder:
```yaml
mandant: Beispiel GmbH
profil_name: Watch_Beispiel_2026
anmelder:
- "Siemens AG"
- "Siemens Aktiengesellschaft" # alte Schreibweise
- "Siemens Energy AG" # ehemalige Tochter, ggf. relevant
- "Siemens Mobility GmbH"
- "Siemens Healthineers AG"
klassen_cpc:
- H02J 3/14
- H02J 3/00
- Y02E 60/00
schlagworte_und:
- "lastmanagement"
- "demand response"
schlagworte_oder:
- "smart grid"
- "intelligentes Netz"
territorien: [DE, EP, US, JP, CN, KR, WO]
zeitfenster: ab Anmeldetag 01.01.2024
publikationsstatus: [Anmeldung, Erteilung]
intervall: woechentlich
naechste_iteration: 27.05.2026
```
## Ablauf
### Initial-Lauf
1. Watch-Profil mit der Mandantin durchgehen — Konkurrenten benennen, Konzern-Töchter dazu, ehemalige Namen und Schreibvarianten ergänzen.
2. Klassen über `klassifikation-cpc-ipc` festlegen.
3. Schlagwörter aus dem Mandanten-Technikfokus.
4. Territorien aus den Märkten der Mandantin.
5. Erste Vollrecherche der letzten 24 Monate als Baseline — Treffer dokumentieren.
6. Intervall festlegen (wöchentlich / monatlich / vierteljährlich).
### Iteration
Pro Iteration (z. B. wöchentlich):
1. Espacenet Smart Search mit Anmelder + Klassen + Schlagwörter, Datumsfilter „neu seit letzter Iteration".
2. Google Patents Alert (wenn registriert) — Alternative: direkter Aufruf mit Filtern `assignee=`, `cpc=`, `after=`.
3. WIPO PATENTSCOPE für PCT-Anmeldungen.
4. USPTO PPUBS für US-Anmeldungen (mit `.AN.`-Feld für Assignee).
5. Delta-Liste bilden — nur **neue** Treffer seit letzter Iteration.
### Bewertung pro Treffer
Pro Treffer:
- **Relevant** (rot): Trifft Mandanten-Produkt direkt — Verletzungsrisiko, Einspruchschance.
- **Beobachtung** (gelb): Konkurrent ist in benachbartem Gebiet aktiv — Trendindikator.
- **Hintergrund** (grün): Nicht relevant, dokumentiert.
### Einspruchsfrist-Tracker
Bei Treffern mit Status „erteilt" Frist berechnen:
- **EP-Patent:** Art. 99 EPÜ — neun Monate ab Veröffentlichung der Erteilung.
- **DE-Patent:** § 59 PatG — drei Monate ab Veröffentlichung der Erteilung.
Frist im Output mit Stichtag dokumentieren.
### Quartalsbericht
Aggregierter Bericht alle drei Monate mit:
- Anzahl neuer Treffer je Konkurrent
- Schwerpunkt-Klassen
- Auffällige Anmeldetrends
- Aktuelle Einspruchsfristen
- Empfehlungen (Einspruch / FTO-Recherche / Beobachtung)
## Hinweise
- **Konzern-Töchter.** Konkurrenten melden oft über Tochterfirmen an. Vor jedem Lauf prüfen, ob neue Töchter entstanden sind, die ergänzt werden sollten.
- **Strohmann-Anmeldungen.** Manche Konzerne melden über Anwaltskanzleien oder Trustees an, um die Verbindung zu verschleiern. Hier hilft nur Recherche über Klassen + Schlagwörter, nicht über Anmeldername.
- **Bezahl-Alerts.** PatBase Alert, Orbit, Patsnap und IPlytics bieten leistungsfähigere Alerts — vor allem für große Mandanten lohnt sich die Kombination mit dem frei zugänglichen Watch.
- **Datenverzögerung.** Veröffentlichung erfolgt 18 Monate nach Prioritätstag. Konkurrenz-Anmeldungen werden also erst 1,5 Jahre nach dem Anmeldetag sichtbar.
- **Nicht-Patent-Literatur.** Ergänzend Google Scholar Alerts und Konferenz-Listings (IEEE, ACM) — Konkurrenten reden oft schon auf Konferenzen, bevor die Anmeldung publiziert ist.
## Output
- **Delta-Tabelle** mit Spalten: Datum, Veröff.-Nr., Anmelder, Anmeldetag, Status, Klassen, Titel, Relevanz, Einspruchsfrist (wenn anwendbar), Link.
- **Empfehlung pro Treffer:** weiter beobachten / FTO-Recherche / Einspruch vorbereiten / Lizenzdialog.
## Disclaimer
> **Hinweis zur Ueberwachung.** Diese laufende Ueberwachung ist eine durch Claude unterstuetzte Vorrecherche. Vollstaendigkeit kann nicht garantiert werden — insbesondere bei Konzern-Konstruktionen mit Tochterfirmen ohne klare Namens-Bindung, bei Strohmann-Anmeldungen und bei Anmeldungen in nicht durchsuchten Klassen oder Sprachen. Einspruchsfristen sind durch die Patentanwaeltin in einer eigenstaendigen Pruefung der Veroeffentlichungsdaten zu verifizieren bevor die Frist als verbindlich eingetragen wird.
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View File
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## 2. Anspruchsgrundlagen-/Klausurprüfungsschemata
Wichtige Reihenfolgen, in der Anspruchsgrundlagen geprüft werden:
1. Vertragliche Ansprüche
2. Vertragsähnliche Ansprüche (c.i.c., §§ 311 II, 280 I BGB; pVV historisch; Vertrag mit Schutzwirkung)
3. Quasivertragliche Ansprüche (GoA, §§ 677 ff. BGB)
4. Dingliche Ansprüche (§§ 985, 1004 BGB)
5. Deliktische Ansprüche (§§ 823 ff., 826, 831 BGB; ProdHaftG; StVG; UmweltHG)
6. Bereicherungsansprüche (§§ 812 ff. BGB)
1. Vertragliche Ansprüche (einschließlich Vertrag mit Schutzwirkung zugunsten Dritter)
2. Vorvertragliche Ansprüche (c.i.c., §§ 311 II, III, 280 I, 241 II BGB)
3. Geschäftsführung ohne Auftrag (§§ 677 ff. BGB)
4. Dingliche Ansprüche (§§ 985, 1004, 894, 1007 BGB)
5. Deliktische Ansprüche im engeren Sinne — verschuldensabhängig (§§ 823 I, 823 II, 824, 826, 831 BGB)
6. Gefährdungshaftung — verschuldensunabhängig (§ 7 StVG; § 1 ProdHaftG; § 1 HaftpflG; § 33 LuftVG; § 25 AtG; § 89 II WHG; § 84 AMG; § 32 GenTG; § 1 UmweltHG; § 833 S. 1 BGB Tierhalter)
7. Bereicherungsansprüche (§§ 812 ff. BGB)
> Hinweis zur Terminologie: Die früher verbreiteten Sammelbegriffe »vertragsähnlich« und »quasivertraglich« werden hier bewusst vermieden — sie sind in der Lehre uneinheitlich besetzt (mal wird c.i.c. als »vertragsähnlich«, mal als »quasivertraglich« geführt, mal werden beide synonym verwendet) und tragen prüfungspraktisch nichts bei. Sauberer ist die direkte Benennung: c.i.c. ist vorvertragliches Schuldverhältnis (§ 311 II BGB), GoA ist gesetzliches Schuldverhältnis aus berechtigter Fremdgeschäftsführung. Die Gefährdungshaftung gehört systematisch zwischen Delikt und Bereicherung und wird gern übersehen — sie ist **kein** Unterfall des § 823 BGB, sondern eigenständige verschuldensunabhängige Haftungsspur.
## 3. Auslegung
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View File
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#!/usr/bin/env python3
"""Synchronisiert die Repo-Root-Referenzen in die Plugin-Spiegel.
Hintergrund: methodenlehre-deutsches-recht/ und zitierweise-deutsches-recht/
liefern als eigenstaendige ZIPs ihre eigenen References mit. Diese muessen
identisch zur Repo-Root sein, sonst driften die Plugins gegen die Skills,
die in anderen Plugins per relativem Pfad auf die Root-References zeigen.
Aufruf: python3 scripts/sync-references.py
Exit 0 wenn nichts zu tun war oder erfolgreich synchronisiert.
Exit 1 wenn Quelldateien fehlen.
"""
from __future__ import annotations
import shutil
import sys
from pathlib import Path
REPO = Path(__file__).resolve().parent.parent
PAIRS = [
(REPO / "references" / "methodik-deutsches-recht.md",
REPO / "methodenlehre-deutsches-recht" / "references" / "methodik-deutsches-recht.md"),
(REPO / "references" / "zitierweise.md",
REPO / "zitierweise-deutsches-recht" / "references" / "zitierweise.md"),
]
def main() -> int:
changed = 0
for src, dst in PAIRS:
if not src.exists():
print(f"FEHLER: Quelldatei fehlt: {src}", file=sys.stderr)
return 1
if not dst.parent.exists():
dst.parent.mkdir(parents=True, exist_ok=True)
if not dst.exists() or src.read_bytes() != dst.read_bytes():
shutil.copy2(src, dst)
print(f"sync: {src.relative_to(REPO)} -> {dst.relative_to(REPO)}")
changed += 1
else:
print(f"ok: {dst.relative_to(REPO)} ist aktuell")
if changed == 0:
print("Alle Plugin-Spiegel sind aktuell. Nichts zu tun.")
else:
print(f"Synchronisiert: {changed} Datei(en).")
return 0
if __name__ == "__main__":
sys.exit(main())