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Akte Common-Law-Kompass: Crossborder Supply & License Agreement

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Akte über die Verhandlung eines grenzüberschreitenden Liefer- und Lizenzvertrags zwischen einem deutschen Mittelständler (RheinMain Sensors GmbH, Hamburg) und einem US/UK-Konzern (Blue Harbor Systems Inc. / Blue Harbor (UK) Ltd.). Der Fall zeigt die typischen Rechtsprobleme, Terminologiefallen und Verhandlungstaktiken im deutsch-amerikanisch-britischen Vertragsrecht.


Sachverhalt

Die RheinMain Sensors GmbH (nachfolgend: "RS") mit Sitz in Hamburg entwickelt und produziert hochpräzise Industriesensoren für maritime und petrochemische Anwendungen. Seit September 2022 angebahnt auf der Offshore Europe-Messe in Aberdeen verhandelt RS mit der Blue Harbor Systems Inc. (Wilmington, Delaware) und deren englischer Tochtergesellschaft Blue Harbor (UK) Ltd. (London, EC3A) über einen fünfjährigen Liefer- und Lizenzvertrag.

Gegenstand des Vertrags sind:

  • Lieferung von 2.0004.000 Einheiten des Sensormodells RS-900X (ATEX-zertifiziert, CE-gekennzeichnet) pro Jahr;
  • Einräumung einer nicht-exklusiven Lizenz an der Kalibrierungssoftware RMS-Calibrate 4.2;
  • Begleitende Ingenieur-Serviceleistungen (Installation, Kalibrierung, Ersatzteilversorgung).

Das Gesamtvolumen beläuft sich auf voraussichtlich EUR 18,5 Mio. über fünf Jahre. Unmittelbare Vertragspartnerin soll die UK-Tochtergesellschaft sein; die US-Muttergesellschaft soll als Garantiegeber (Parent Guarantee) eintreten.

Die Verhandlungen sind durch fundamentale Meinungsverschiedenheiten über das anwendbare Recht geprägt: Die Gegenseite (vertreten durch Carver, Whitmore & Finch LLP, New York / London) besteht auf New York Law für Zahlungen, Delaware Law für Corporate Authority und LCIA-Schiedsverfahren in London. RheinMain Sensors (vertreten durch Kanzlei Brandt & Wessel, Hamburg) besteht auf deutschem Recht, hilfsweise English Law, und auf DIS-Schiedsverfahren Hamburg. Stand April 2024: Einigung auf English Law als Kompromissstatut und DIS Hamburg als Schiedsinstitution zeichnet sich ab; Haftungs- und Indemnity-Klauseln noch offen.


Eckdaten

Merkmal Wert
Aktenzeichen Kanzlei CLC-2024-HH-007
Mandantin RheinMain Sensors GmbH, Baumwall 7, 20459 Hamburg
Geschäftsführerin Dr. Anke Förster
Gegenseite Käufer Blue Harbor (UK) Ltd., 30 St Mary Axe, London EC3A 8EP
Garantiegeberin Blue Harbor Systems Inc., Wilmington, Delaware (US)
Gegenseitige Anwälte Carver, Whitmore & Finch LLP (Michael T. Johnson, NY; Amanda Clarke, London)
Vertragsvolumen (gesamt) EUR 18.500.000 über 5 Jahre
Streitwert (Mandat) EUR 18.500.000
Vertragsgegenstand Lieferung RS-900X-Sensoren + Lizenz RMS-Calibrate 4.2
Laufzeit 5 Jahre ab Signing
Erster Kontakt September 2022 (Aberdeen, Offshore Europe)
Letter of Intent 15. Dezember 2022
Erster Vertragsentwurf (Gegenseite) Oktober 2023 (v1.0, New York Law, LCIA)
Aktueller Stand April 2024 Konsolidierter Entwurf v2.3 in Verhandlung
Geplante Signing-Sitzung 22. April 2024, London
Bearbeitender Anwalt RA Thomas Brandt, LL.M. (London), Kanzlei Brandt & Wessel
Honorar EUR 420/Std. zzgl. MwSt.

Dateien in dieser Akte

Datei Format Inhalt
01_mandantenbriefing.md Markdown Ausführliches Mandantenbriefing: Sachverhalt, Mandantenziele, Hintergrund Geschäftsbeziehung, rechtliche Risikohinweise, Auftrag (ca. 1.700 Wörter)
02_bilingual_draft_excerpt.md Markdown Bilingualer Vertragsauszug: 5 ausformulierte Klauseln (Governing Law, Dispute Resolution, Indemnification, Limitation of Liability, Force Majeure) DE | EN nebeneinander in Tabellen
02_bilingual_draft_excerpt.docx DOCX Druckversion des bilinguale Vertragsauszugs als Word-Dokument
03_term_sheet_delaware_english_law.md Markdown Vergleichsmatrix 20 Punkte: Delaware/NY Law vs. English Law vs. Deutsches Recht tabellarisch mit Bewertung
03_term_sheet_delaware_english_law.docx DOCX Druckversion Term Sheet als Word-Dokument
04_false_friends_notes.md Markdown 25 False Friends DE/EN erklärt mit Rechtsvergleich und Praxisbeispielen; Zusammenfassungstabelle
05_email_opposing_counsel.md Markdown 3 Verhandlungs-E-Mails (Englisch) mit deutschen Begleitnotizen: Erster Kommentar Gegenseite → Antwort Brandt → Einigung Schiedsklausel

Prüffokus

Diese Akte eignet sich für das Training und die Evaluation von KI-Assistenten im Bereich des grenzüberschreitenden Vertragsrechts (Cross-Border Commercial Law). Sie deckt folgende Kompetenzfelder ab:

  1. Rechtswahl und Kollisionsrecht: Umgang mit Art. 3 Rom I-VO, Dépeçage-Risiken, zwingendes Recht (ProdHaftG, DSGVO), Verhältnis New York Law / English Law / Deutsches Recht.

  2. Schiedsrecht: Vergleich DIS-SchO 2021, LCIA, ICC; Sitztheorie; New York Convention; Notfallschiedsrichter; einstweiliger Rechtsschutz.

  3. Terminologie / False Friends: 25 Begriffspaare mit rechtlichen Unterschieden (Indemnity vs. Schadensersatz, Warranty vs. Gewährleistung, Consideration, Penalty, Rescission etc.).

  4. Bilingualer Vertragsdraft: Auseinanderfallen von deutschem und englischem Vertragsrecht in denselben Klauseln; Kommentierung offener Punkte.

  5. Verhandlungsführung: Strategische E-Mail-Kommunikation mit Gegenseite, Positionsdarlegung und Kompromissfindung.

  6. Produkthaftung / AGB-Recht: Grenzen der Haftungsbeschränkung in AGB (§ 309 Nr. 7 BGB), Kardinalpflichten, ProdHaftG als zwingendes Recht.

  7. Export- und Datenschutzrecht: ATEX-Zertifizierung, EU-Dual-Use-VO, DSGVO Art. 28 AVV.

Geeignete Testfragen für KI-Assistenten:

  • "Erkläre den Unterschied zwischen Indemnity und Schadensersatz nach deutschem Recht."
  • "Ist ein vollständiger Waiver of Consequential Damages in einem deutschen AGB-Vertrag wirksam?"
  • "Welche Schiedsklausel ist für eine Hamburger GmbH sinnvoller: DIS oder LCIA?"
  • "Was bedeutet Consideration und brauche ich das in einem deutschen Vertrag?"
  • "Überprüfe die Haftungsklausel auf Vereinbarkeit mit § 307, 309 BGB."

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