- Neues didaktisches Plugin hausarbeitenmacher v0.2.0 mit 22 Skills, fuehrt Jura-Studierende sokratisch durch Hausarbeit und Seminararbeit. - Phase 0 Adressaten-Klaerung: Fangfrage zur Lehrkraft, Adressaten-Strategie ohne Schleimerei. - Seminararbeit-Modus mit eigener Forschungsfrage und Vortrags-/Disputations-Vorbereitung. - Behutsam-frech-wertschaetzender Dialog-Stil als Stil-Anleitung. - Bereinigung von 5 Selbst-ZIPs in Testakten (~1,2 MB Binaer-Bloat), .gitignore-Erweiterung.
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| professor-erkennen-und-strategie | Fangfrage zu Beginn welcher Professor welche Professorin die Hausarbeit gestellt hat. Kurze Recherche zur Lehrmeinung. Komplizenhafte Frage ob nach dem Munde reden oder mit guten Argumenten ueberzeugen auch bei Widerspruch. Default ist sauberes eigenstaendiges Loesen. Beruecksichtigt Korrekturassistenten bei Hausarbeit und persoenliche Lekture bei Seminararbeit. Fuehrt zu strategischer Klarheit ohne Schleimerei. |
Professor erkennen und Strategie wählen
Zweck
Bevor Du Dich in die Subsumtion stürzt, lohnt sich eine kurze, ehrliche Frage: Von wem stammt die Aufgabe? Daraus folgt eine strategische Entscheidung — nicht zur Schleimerei, sondern zur klugen Adressaten-Orientierung Deiner Argumentation.
Schritt 1 — Die Fangfrage
Das Plugin stellt Dir freundlich eine Frage, die viele Studierende erst hinterher ernst nehmen:
„Eine kleine, scheinbar harmlose Frage zum Anfang: Von welchem Lehrstuhl stammt die Hausarbeit? Wer hat die Aufgabe gestellt — welche Professorin, welcher Professor? Und ist es eine Hausarbeit (wird vermutlich der Korrekturassistent lesen) oder eine Seminararbeit (wird die Lehrkraft sehr wahrscheinlich selbst lesen)?"
Warum diese Frage zählt
- Jeder Lehrstuhl hat Schwerpunkte, Steckenpferde und Lieblings-Streit-Stände.
- Wer aus dem Lehrstuhl Schäfer schreibt, findet andere Akzente als bei Larenz-Schülern.
- Manche Lehrstühle haben eigene Auffassungen zu bestimmten Fragen — wer sie kennt, weiß, wo das Eis dünn wird.
- Das ist keine Mauschelei, sondern wissenschaftliche Adressaten-Orientierung.
Schritt 2 — Kurz-Recherche zur Lehrmeinung
Wenn Du den Namen genannt hast, schlägt das Plugin folgende Recherche-Schritte vor:
a) Publikations-Liste der Lehrkraft
- Website des Lehrstuhls (meist über Uni-Webseite verlinkt)
- Aufsatz-Verzeichnis in JuS, JZ, NJW
- Kommentar-Bearbeitungen (Palandt/Grüneberg, MüKo, Staudinger, Beck-OK)
- Monographien und Lehrbücher
b) Habilitations- oder Dissertations-Thema
Häufig die methodische oder dogmatische Grundüberzeugung der Person. Wer über „Vertragsauslegung im Kapitalmarktrecht" habilitiert hat, sieht das BGB anders als jemand, der über „Strafverfolgungsverzicht" geschrieben hat.
c) Aktuelle Stellungnahmen
- Beck-Blog
- Verfassungsblog
- LTO-Gastbeiträge
- JuWissBlog
- Twitter/Mastodon-Profile (manche sind aktiv, manche nicht)
d) Lehrmaterial (wenn Du an der Uni bist)
- Vorlesungs-Skript
- Klausur-Sammlungen mit Musterlösung
- Tutorien-Aufgaben
Das Plugin formuliert höflich
„Schau Dich kurz um. Welche Bearbeitungen findest Du? Welche Steckenpferde lassen sich erkennen? Gibt es zur konkreten Streit-Frage Deiner Hausarbeit eine eigene Position der Lehrkraft?"
Schritt 3 — Die ketzerische Komplizen-Frage
Hier kommt der ehrliche Moment. Das Plugin fragt Dich — augenzwinkernd, aber inhaltlich ernst:
„Wir kennen jetzt den oder die Aufgabensteller. Frage rein theoretisch: Wollen wir die Hausarbeit so schreiben, dass wir dem Lehrstuhl nach dem Munde reden? Also: Lieblings-Stellungnahme der Lehrkraft als h.M. präsentieren, Gegen-Position höflich, aber kurz abhandeln, am Ende eigene Stellungnahme = Lehrstuhl-Position?"
Du darfst hier ehrlich antworten. „Ja" ist nicht verboten. Aber das Plugin antwortet darauf so:
Wenn Du „Ja, schreiben wir nach dem Munde" sagst
„Verstanden. Das ist menschlich, und manche schaffen es so durch. Aber: Eine Schleim-Hausarbeit ist erkennbar. Lehrkräfte lesen so etwas seit Jahrzehnten. Sie merken, wenn jemand nur reproduziert, was sie selbst geschrieben haben, ohne die Argumente eigenständig durchdacht zu haben. Die Note wird selten besser als „befriedigend"."
„Außerdem: Selbst wenn die Lehrkraft die eigene Position wiederfindet — sie freut sich mehr über eine Bearbeitung, die ihr eigenes Argument mit eigenständigem Denken stützt. Oder, noch besser: die ihre Position respektvoll, aber mit guten Argumenten abweicht."
Wenn Du sagst „Nein, ich will sauber lösen"
„Genau das ist die bessere Strategie. Wir lösen den Fall richtig — nach allgemeinen Auslegungs-Regeln, mit voller Argumentations-Kette, mit eigener begründeter Stellungnahme. Wenn die Lehrkraft am Ende eine andere Position vertritt: kein Problem. Eine begründete eigene Auffassung mit Quellen-Stütze ist immer wertvoller als eine reine Wiedergabe."
Schritt 4 — Strategie für die Stellungnahme
Variante I — Du teilst die Auffassung der Lehrkraft
- Folge ihr mit eigener Begründung.
- Niemals: „So Schäfer, in: …, daher überzeugt diese Auffassung."
- Stattdessen: „Diese Auffassung überzeugt aus den folgenden drei Gründen: 1. Wortlaut … 2. Systematik … 3. Telos … (so im Ergebnis auch Schäfer, in: …)."
- Belege bleiben, aber das Argument trägt, nicht der Belege.
Variante II — Du teilst die Auffassung der Lehrkraft nicht
- Lehne respektvoll und mit Argumenten ab.
- Niemals: „Die Auffassung Schäfers überzeugt nicht."
- Stattdessen: „Eine andere Auffassung, vertreten unter anderem von Schäfer, in: …, geht von … aus. Diese Auffassung hat das Verdienst, … Allerdings überzeugt sie aus folgenden Gründen nicht …"
- Wichtig: Argumente, nicht Autorität. Du widersprichst der Sache, nicht der Person.
Variante III — Es gibt keine erkennbare Lehrkraft-Auffassung
- Auch häufig. Dann normaler Streit-Stand.
- Eigene begründete Stellungnahme nach den allgemeinen Kriterien.
Schritt 5 — Hausarbeit vs. Seminararbeit
Bei Hausarbeit
- Es liest mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Korrekturassistent oder eine Korrekturassistentin.
- Diese Personen sind oft Doktoranden am Lehrstuhl oder Wissenschaftliche Mitarbeitende.
- Sie kennen die Auffassung des Lehrstuhls in der Regel.
- Sie sind häufig kritischer als die Lehrkraft selbst, weil sie ihre eigene Position beweisen wollen.
- Empfehlung: Sauber arbeiten, alle Streit-Stände korrekt darstellen, eigenständige Begründung.
Bei Seminararbeit
- Die Lehrkraft liest mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit selbst.
- Manchmal liest sie auch Co-Lehrkräfte oder Habilitanden.
- Du wirst die Arbeit häufig mündlich vortragen und mit Diskussion verteidigen.
- Ein eigenständig durchdachtes Argument ist hier noch wertvoller.
- Du musst Deine eigene Position im Vortrag verteidigen können — Dauer-Schleim ist also noch riskanter, weil Du in der Diskussion einbrichst.
Schritt 6 — Falls Du die Lehrkraft nicht kennst
Wenn Du den Namen nicht angeben kannst (z.B. anonyme Aufgabe), ist das auch in Ordnung. Dann arbeitet das Plugin mit allgemeinen Heuristiken:
- Welche Universität / welches Bundesland? (Manche Unis haben methodische Traditionen.)
- Welches Studien-Semester / Übung? (Anfänger: rezeptiv vs. Fortgeschrittene: streitfreudig.)
- Klausurschwerpunkt (im Sachverhalt erkennbar) gibt oft schon den Hinweis auf das Lehrgebiet.
Bei anonymer Aufgabe gilt: Saubere Lösung nach allgemeinen Regeln. Dann liegst Du nie falsch.
Schritt 7 — Praktische Hinweise
Was Du nicht tun solltest
- Nicht den Namen der Lehrkraft direkt in die Hausarbeit schreiben. ("Wie auch Professor Müller in der Vorlesung gezeigt hat..." ist ein schwerer Stilbruch.)
- Nicht Vorlesungs-Skripte zitieren. Die sind nicht publiziert und nicht zitierfähig.
- Nicht „nach dem Munde reden" mit billigen Mitteln (alle Streit-Stände nur kurz, eigene Stellungnahme = h.M. = Lehrkraft).
Was Du tun solltest
- Lehrkraft-Auffassung kennen und berücksichtigen.
- Bei Übereinstimmung: eigene Begründung dafür liefern.
- Bei Abweichung: respektvoll und mit Argumenten.
- Immer: Streit-Stände vollständig und fair darstellen.
Schritt 8 — Eine kleine Erinnerung
Das Schönste, was Du als Studierende oder Studierender machen kannst, ist:
Eine Arbeit schreiben, die die Lehrkraft am Ende beeindruckt, gerade weil Du gegen sie argumentiert hast — aber mit so guten Argumenten, dass sie es Dir nicht übel nimmt, sondern respektiert.
Das ist die Königsklasse. Und sie ist erlernbar.
Hilfsfragen für Deine Reflexion
- Habe ich die Lehrkraft identifiziert (oder bewusst „unbekannt" markiert)?
- Habe ich eine kurze Recherche zur Lehrkraft-Auffassung gemacht?
- Habe ich entschieden, ob ich folge oder widerspreche?
- Habe ich verstanden, dass meine Argumente tragen müssen, nicht der Adressaten-Bezug?
- Bei Seminararbeit: Bin ich bereit, mündlich zu verteidigen, was ich schreibe?
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