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|---|---|
| inso-ki-anfechtungsansprueche-schuldnerakten | KI-gestütztes Screening von Schuldnerakten auf mögliche Insolvenzanfechtungsansprüche nach §§ 129-147 InsO. Prüft Zahlungsdaten, Kontoauszüge, OPOS, Verträge, Sicherheiten, Gesellschafterdarlehen und Kommunikation; erzeugt Kandidatenmatrix mit Belegen, Unsicherheiten und Human-Review-Grenzen. Schwerpunkt: § 133-Wertungen, Dreiecksverhältnisse, Bargeschäft und § 135. |
KI-Screening Schuldnerakten — mögliche Anfechtungsansprüche
Aufgabe
Dieser Skill nutzt KI nicht als Ersatz für die anwaltliche oder insolvenzverwalterliche Prüfung, sondern als beleggebundenes Screening-Werkzeug. Er soll aus Schuldnerakten mögliche Anfechtungskandidaten erkennen, strukturieren, priorisieren und mit Quellenstellen versehen.
Die richtige Antwort kann in schwierigen Fällen auch lauten: Der Sachverhalt reicht für eine rechtliche Prüfung durch KI nicht aus. Das ist kein Fehler, sondern ein verwertbares Ergebnis.
Grundregel
KI darf:
- Massendaten vorsortieren.
- Zahlungen, Sicherheiten, Verzichtserklärungen, Aufrechnungen und Dreipersonenvorgänge erkennen.
- jede Transaktion einem möglichen Tatbestand zuordnen.
- Belege und Gegenbelege aus der Akte verlinken.
- Unsicherheiten, Lücken und menschliche Prüfentscheidungen markieren.
KI darf nicht:
- Gläubigerbenachteiligungsvorsatz nach § 133 InsO als bewiesen ausgeben, wenn nur Indizien vorliegen.
- Kenntnis des Anfechtungsgegners fingieren.
- aus fehlenden Unterlagen auf Tatsachen schließen.
- komplexe Dreiecksverhältnisse, Cash-Pooling, Treuhand, Konzernverrechnungen oder Globalzessionen ohne Human Review final bewerten.
- Fristen oder Normfassungen aus dem Gedächtnis verwenden.
Eingaben
Mindestens benötigt:
- Eröffnungsbeschluss, Insolvenzantrag und Datum der Verfahrenseröffnung.
- Kontoauszüge, Zahlungsjournal, OPOS-Listen, Debitoren/Kreditoren und Sachkonten.
- Rechnungen, Verträge, Sicherheitenunterlagen, Ratenzahlungsvereinbarungen.
- Mahnungen, Vollstreckungsschreiben, Rücklastschriften, Stundungen und E-Mail-Verkehr.
- Gesellschafterliste, Darlehensverträge, Bürgschaften, Patronatserklärungen.
- Unterlagen zur Zahlungsunfähigkeit: Liquiditätsstatus, BWA, SuSa, Zahlungsstockungen, nicht bediente fällige Verbindlichkeiten.
Workflow
1. Akteninventar und Quellenanker
Erstelle zuerst ein Quellenregister.
| Quelle | Zeitraum | Datenart | Vollständig? | Lücke |
|---|---|---|---|---|
| Kontoauszug Bank 1 | [...] | Zahlung | ja/nein | [...] |
| OPOS Kreditoren | [...] | Forderungen | ja/nein | [...] |
| E-Mails Mahnungen | [...] | Kenntnisindizien | ja/nein | [...] |
Ohne Quellenanker darf keine Tatsache in die Anfechtungsmatrix übernommen werden.
2. Transaktionsnormalisierung
Jede erkannte Bewegung bekommt eine eindeutige ID.
| ID | Datum | Betrag | Zahler | Empfänger | Vorgang | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|---|
| IA-001 | [...] | [...] EUR | Schuldner | Lieferant | Zahlung Rechnung | Kontoauszug S. [...] |
Bei Sammelzahlungen, Verrechnungen oder Drittzahlungen wird zusätzlich eine Beteiligten-Grafik in Textform erstellt.
3. Tatbestandsrouting
| Konstellation | Erstprüfung |
|---|---|
| geschuldete Zahlung an Insolvenzgläubiger | § 130 InsO |
| nicht geschuldete, nicht so geschuldete oder vorzeitige Deckung | § 131 InsO |
| unmittelbar nachteiliger Vertrag ohne Deckungscharakter | § 132 InsO |
| Vorsatzindizien, Kenntnis, lange Rückschau | § 133 InsO |
| Schenkung oder objektiv unentgeltlicher Teil | § 134 InsO |
| Gesellschafterdarlehen, Drittdarlehen mit Gesellschaftersicherheit | § 135 InsO |
| gleichwertiger unmittelbarer Austausch | § 142 InsO als Verteidigung prüfen |
| Rückgewähr, Gegenleistung, Verjährung | §§ 143-147 InsO |
4. § 133 InsO nur als Indizienmatrix
Bei § 133 InsO wird kein finales Ergebnis ohne Human Review ausgegeben. Die KI erstellt nur eine Indizienmatrix.
| Indiz | Beleg | Gegenbeleg | Bewertung |
|---|---|---|---|
| erkannte Zahlungsunfähigkeit | [...] | [...] | stark/mittel/schwach |
| Ratenzahlungsbitte | [...] | [...] | stark/mittel/schwach |
| Vollstreckungsdruck | [...] | [...] | stark/mittel/schwach |
| Sanierungsversuch | [...] | [...] | entlastend/offen/belastend |
| Information des Empfängers | [...] | [...] | stark/mittel/schwach |
Wertungssatz: Die KI benennt Indizien. Die rechtliche Gesamtwürdigung zu Benachteiligungsvorsatz und Kenntnis bleibt menschlicher Prüfpunkt.
5. Dreiecksverhältnisse und komplexe Strukturen
Bei folgenden Mustern wird zwingend auf Human Review geschaltet:
- Zahlung durch Dritte oder an Dritte.
- Factoring, Zentralregulierung, Konzern-Cash-Pool.
- Sicherheitenbestellung für fremde Forderungen.
- Gesellschafternahes Drittdarlehen.
- Treuhandkonten, Anderkonten, Absonderungsrechte.
- Aufrechnung, Verrechnung, Kontokorrent, Globalzession.
Ausgabe: Beteiligtenrollen, Forderungswege, Vermögensabfluss, mögliche Normen, offene Fragen.
6. Kandidatenmatrix
| ID | Empfänger | Vorgang | Normkandidat | Betrag | Frist | Belege | Gegenargument | Review |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| IA-001 | [...] | Zahlung | § 130 InsO | [...] EUR | offen/kritisch | [...] | § 142 möglich | Anwalt prüfen |
| IA-002 | [...] | Sicherheit | § 135 InsO | [...] EUR | offen/kritisch | [...] | kein Gesellschafter? | Anwalt prüfen |
Qualitätsgate
Vor jeder Ausgabe prüfen:
- Hat jede Tatsache mindestens einen Quellenanker?
- Sind Antragsdatum, Eröffnungsdatum und Rechtshandlungsdatum getrennt?
- Ist § 140 InsO als Zeitpunkt der Vornahme mitgedacht?
- Sind Fristen und Verjährung getrennt?
- Ist § 142 InsO nicht als Freibrief, sondern als enges Verteidigungsthema behandelt?
- Ist bei § 133 InsO der Unterschied zwischen Indiz und bewiesener innerer Tatsache sichtbar?
- Sind Dreiecksverhältnisse als solche markiert?
Output-Template
KI-Screening Insolvenzanfechtung
Aktenstand: [...]
| Kennzahl | Ergebnis |
|---|---|
| geprüfte Transaktionen | [...] |
| rote Kandidaten | [...] |
| gelbe Kandidaten | [...] |
| zwingender Human Review | [...] |
| nicht prüfbar wegen Aktenlücke | [...] |
Wichtigste Kandidaten
| Rang | ID | Norm | Betrag | Warum auffällig | Nächster Schritt |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | [...] | [...] | [...] EUR | [...] | [...] |
Nicht leistbar durch KI
Die folgenden Punkte können ohne menschliche Bewertung nicht abgeschlossen werden:
- [...]
Hinweis: Keine Rechtsberatung. Dieses Screening erzeugt Kandidaten und Belegketten, keine belastbare Anspruchsdurchsetzung ohne fachliche Endprüfung.
Qualitäts-Hardening
- Arbeite aktennah: Tatsachen, Belege, Fristen, Zuständigkeit und gewünschtes Arbeitsprodukt zuerst klären.
- Keine Rechtsprechung aus Modellwissen zitieren. Jede Entscheidung vor Ausgabe mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und frei oder amtlich prüfbarer Quelle absichern.
- Keine BeckRS-, juris-, Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatz-Blindzitate. Literatur nur verwenden, wenn der Nutzer sie bereitstellt oder ein lizenzierter Live-Zugriff im konkreten Arbeitsschritt dokumentiert ist.
- Wenn eine Quelle, Randnummer, Behördenpraxis oder Frist nicht sicher geprüft ist, sichtbar als Prüfpunkt markieren und keine Scheinpräzision erzeugen.
- Ergebnisse so liefern, dass sie sofort weiterverwendbar sind: Kurzbild, Prüfpfad, Risikoampel, Lückenliste und konkrete nächste Schritte.