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2026-05-24 11:32:17 -07:00

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IDW S 6 Kernelemente eines Sanierungskonzepts (Strukturmatrix)

Auszug, angepasst für die Anwendung im Skill stb-liquiditaetsvorschau-3-6-12-monate. Maßgeblich ist der aktuelle Wortlaut der IDW-Verlautbarung. Zitierweise: „IDW S 6, Tz. ..."

1. Auftrag und Auftragsdurchführung

  • Auftragsgegenstand, Auftraggeber, Stichtag, Berichtsadressaten.
  • Abgrenzung zu IDW S 11 (Insolvenzeröffnungsgründe) und IDW S 9 (Bescheinigung StaRUG).

2. Basisinformationen

  • Rechtsverhältnisse (Gesellschaft, Gesellschafter, Konzern, Anstellungs- und Pensionsverhältnisse).
  • Wirtschaftliches Umfeld (Branche, Markt, Wettbewerb).
  • Interne Organisation (Strategie, Strukturen, Prozesse).
  • Vergangenheitsbezogene wirtschaftliche Lage (3 Jahre + aktuelles Jahr).

3. Krisenstadium und Krisenursachen

  • Krisenstadien (Hauschka-Krisenmodell, IDW S 6 Tz. 5 ff.):
    1. Stakeholderkrise
    2. Strategiekrise
    3. Produkt- und Absatzkrise
    4. Erfolgskrise
    5. Liquiditätskrise
    6. Insolvenzreife
  • Krisenursachen intern (Management, Strukturen, Produkte) und extern (Markt, Konjunktur, Lieferketten).

4. Leitbild des sanierten Unternehmens

  • Geschäftsmodell post-Sanierung.
  • Marktpositionierung, Differenzierung.
  • Branchenübliche Ertragskraft, Wettbewerbsfähigkeit.
  • Belastbarkeit der Renditeerwartungen.

5. Maßnahmen zur Krisenbewältigung

  • Leistungswirtschaftlich: Produkt-Portfolio, Vertrieb, Beschaffung, Produktion, Personal, Organisation.
  • Finanzwirtschaftlich: Innenfinanzierung (Working-Capital, Asset-Deals), Außenfinanzierung (Eigenkapital, Mezzanine, Fremdkapital, Stundungen, Forderungsverzichte, Debt-to-Equity-Swap, Rangrücktritte).
  • Zeitlich gestaffelt: kurzfristige Liquiditätssicherung (03 Monate), mittelfristige Maßnahmen (412 Monate), nachhaltige Maßnahmen (1224 Monate).

6. Integrierte Unternehmensplanung

  • Erfolgsplanung (G+V) min. 24 Monate.
  • Bilanzplanung zum 31.12. des Plan-/Folgejahres.
  • Liquiditätsplanung Wochenraster 13 Wochen, Monatsraster bis 24 Monate (Übergabe vom Skill).
  • Verzahnung: keine Doppelannahmen.
  • Sensitivitätsanalysen (Best/Base/Worst).
  • Schlüssige Annahmen mit Quellenangabe.

7. Aussage zur Sanierungsfähigkeit

  • Eintritt nachhaltige Sanierungsfähigkeit = überwiegend wahrscheinlich, dass am Ende des Planungszeitraums branchenübliche Ertragskraft und angemessene Eigenkapitalausstattung erreicht werden.
  • Davon zu trennen: positive Fortführungsprognose nach § 19 Abs. 2 InsO Maßstab ist überwiegende Wahrscheinlichkeit der Zahlungsfähigkeit in den nächsten 12 Monaten (BGH NJW 2020, 1809 Rn. 18). Eine positive Fortführungsprognose IDW-S-11-mäßig ist ein notwendiges, aber nicht hinreichendes Element der Sanierungsfähigkeit IDW-S-6-mäßig.

8. Zusammenfassung und Empfehlungen

  • Klare Aussage: positive oder negative Sanierungsfähigkeit; positive oder negative Fortführungsprognose.
  • Bedingungen, unter denen die positive Aussage steht (Maßnahmenpaket, Finanzierungszusagen, Gesellschafterbeiträge).

Querverweise

  • IDW S 11 (Insolvenzeröffnungsgründe) für Liquiditätsstatus und Überschuldungsstatus.
  • IDW S 9 (Bescheinigung StaRUG) wenn StaRUG-Restrukturierungsverfahren in Betracht kommt.
  • BGH BGHZ 163, 134 (§ 17 InsO).
  • BGH NJW 2020, 1809 (§ 19 InsO Fortbestehensprognose).
  • BGH BGHZ 195, 42 (insolvenzrechtliche vs. handelsbilanzielle Überschuldung).