* feat(steuer): neues Plugin steuerrecht-anwalt-und-berater angelegt * feat(steuer): 18 Skills migriert mit Praefixschema (anw-/fa-/stb-) * refactor(steuer): alte Plugins entfernt + marketplace.json + Cross-Verweise updated * fix(steuer): Codex-Findings P2+P3 \u2014 Triage-Routing-Slugs + ASSET_INDEX-Dubletten * fix(steuer): Codex-P2 \u2014 stb-Sister-Skill-Verweise mit stb-Praefix versehen * fix(steuer): ELSTER/ERiC statt beA an Finanzamt (\u00a7 87a Abs. 1 S. 2 AO n.F., JStG 2024)
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| stb-liquiditaetsvorschau-3wochen | Kurzfristige Drei-Wochen-Liquiditätsvorschau für GmbH/UG zur wöchentlichen Krisenfrüherkennung nach § 1 StaRUG und Vorprüfung der Zahlungsunfähigkeit nach § 17 InsO. Wendet das BGH-Schema (BGHZ 163 Rn 134 Rn. 12 ff.) an — 10-%-Lücke und 3-Wochen-Schließbarkeit. Übergibt bei roter Ampel an das insolvenzrechtliche Schwester-Plugin und löst die Hinweispflicht des Steuerberaters nach § 102 StaRUG aus. |
Drei-Wochen-Liquiditätsvorschau (§ 17 InsO Vorprüfung, § 1 StaRUG)
Powerplugin-Hinweis
Die vollständige, fachlich autarke Version dieses Skills lebt im Plugin Liquiditätsplanung (liquiditaetsplanung) (Power-Plugin Liquiditätsvorschau) — mit BGH-Schema Passiva II (BGHZ 217, 129), Volumeneffekt der Quote, titulierten Forderungen mit Nennwert (BGH IX ZR 229/22), objektiver Beurteilung (BGH II ZR 139/23), Excel-Vorlage, optionalem HTML-Padlet oder Markdown-Artefakt und Banking-Wahl. Wenn liquiditaetsplanung installiert ist, dorthin übergeben.
Wenn nicht installiert, hier nach dem Steuerberater-spezifischen Schema arbeiten und am Ende ausdrücklich die Hinweispflicht nach § 102 StaRUG dokumentieren.
Zweck
Dieser Skill erstellt für eine GmbH/UG/AG eine kurzfristige Drei-Wochen-Liquiditätsvorschau — die kleinste sinnvolle Einheit der laufenden Krisenfrüherkennung nach § 1 StaRUG und die direkte Ableitung des BGH-Schemas zur Zahlungsunfähigkeit (§ 17 InsO).
Er ist als wöchentliche Routine gedacht: jeden Montag mit aktualisierten Banksalden und Fälligkeitsdaten in fünf bis zehn Minuten durchlaufen, Ampel ablesen, dokumentieren. Für die vollständige rollierende Planung über 13/26/52 Wochen siehe den Schwester-Skill stb-liquiditaetsvorschau-3-6-12-monate (gleiches Plugin) bzw. das Plugin Liquiditätsplanung (liquiditaetsplanung).
Anwendungsfälle:
- Wöchentliche Geschäftsführer-Sitzung in einer KMU-GmbH mit angespannter Liquidität.
- Dauermandat des Steuerberaters mit Krisenfrüherkennungsauftrag.
- Vorprüfung vor dem Bankgespräch oder vor einer StaRUG-Anzeige.
- Erstindikation, ob ein Antragspflicht-Check nach § 15a InsO ausgelöst werden muss.
Eingaben
Minimum (für die Schnellrunde):
- Eröffnungsbestand liquider Mittel zum Stichtag (Mo): Bank, Kasse, ungenutzte zugesagte Kreditlinien (nicht ausgeschöpfte und nicht gekündigte!).
- Fällige Verbindlichkeiten der nächsten 3 Kalenderwochen, getrennt nach: Lohn/Gehalt + AG-Anteil SV, Lohnsteuer, Umsatzsteuer-Vorauszahlung, Sozialversicherungsbeiträge (monatliche Drittellast), Miete/Leasing, kritische Lieferanten, Zins+Tilgung, sonstige.
- Erwartete Zahlungseingänge der nächsten 3 Wochen aus Debitoren (mit realistischem Ausfallrisiko / Skonto).
- Stundungen, Mahnstand, Lastschriftrückläufer der letzten 4 Wochen (Indizien nach BGH NJW 2007, 78 Rn. 16 ff.).
Wenn Daten fehlen: Annahmen explizit dokumentieren und im Worst Case rechnen.
Rechtlicher Rahmen
Primärnormen
- § 17 InsO – Zahlungsunfähigkeit (Hauptmaßstab).
- § 18 InsO – drohende Zahlungsunfähigkeit (24-Monats-Prognose, hier nur Hinweisfunktion).
- § 15a InsO – Insolvenzantragspflicht: 3 Wochen ab Eintritt § 17 InsO.
- § 1 StaRUG – fortlaufende Krisenüberwachungspflicht der Geschäftsleitung.
- § 102 StaRUG – Hinweispflicht beratender Berufe (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte).
Leitentscheidungen
- BGH, Urt. v. 24.05.2005 – IX ZR 123/04, BGHZ 163, 134 Rn. 12–19: Definition Zahlungsunfähigkeit; Liquiditätslücke ≥ 10 % und nicht binnen 3 Wochen schließbar; Abgrenzung zur bloßen Zahlungsstockung.
- BGH, Urt. v. 12.10.2006 – IX ZR 228/03, NJW 2007, 78 Rn. 16–22: Indizienkatalog der Zahlungsunfähigkeit (SV-Rückstände, Stundungen, Mahnverfahren, Lastschriftrückläufer).
- BGH, Urt. v. 26.01.2017 – IX ZR 285/14, BGHZ 213, 374: Hinweispflicht des Steuerberaters bei Anzeichen einer Insolvenzreife (Vorläufer § 102 StaRUG).
Kommentarliteratur
- K. Schmidt/Herchen, in: K. Schmidt, Insolvenzordnung, 20. Aufl. 2023, § 17 InsO Rn. 5–35: Liquiditätsbilanz nach BGH-Konzept, 10-%-Grenze, 3-Wochen-Horizont, Behandlung von Stundungen und Kreditlinien.
- Pape/Schaltke, in: Pape/Uhländer, StaRUG, 1. Aufl. 2021, § 1 StaRUG Rn. 10–30: Geschäftsleiterpflichten zur Krisenfrüherkennung; integrierte Planung als Pflichtprogramm.
- BeckOK StaRUG/Skauradszun, 8. Ed. Stand 04.2025, § 102 StaRUG: Hinweispflicht beratender Berufe, Auslöser, Dokumentation.
Ablauf
Schritt 1 – Stichtag und Eröffnungsbestand
- Stichtag = Montag der laufenden KW.
- Anfangsbestand = Banksalden + Kasse + zugesagte, ziehungsfähige Kreditlinie (nicht ausgeschöpft, nicht gekündigt).
Schritt 2 – Wochenraster (3 Spalten)
- Spalten KW t, t+1, t+2.
- Pro Spalte: Anfangsbestand, Einzahlungen je Bucket, Auszahlungen je Bucket, Endbestand, fällige Verbindlichkeiten der Folgewoche.
Schritt 3 – 3-Wochen-Test (BGH BGHZ 163, 134)
Lücke_t = max(0, fällige Verbindlichkeiten in t − verfügbare Mittel in t)Lücke_3W = Summe aller offen bleibenden fälligen Verbindlichkeiten in t, t+1, t+2 abzüglich erwarteter Zugänge in t+1, t+2Quote = Lücke_3W / fällige Verbindlichkeiten in t- Ampel:
- 🟢 Grün: Quote < 10 % (Zahlungsfähigkeit gegeben).
- 🟡 Gelb (Zahlungsstockung): Quote ≥ 10 %, aber Lücke_3W am Ende von t+2 gleich null (binnen 3 Wochen schließbar).
- 🔴 Rot (Zahlungsunfähigkeit § 17 InsO indiziert): Quote ≥ 10 % und Lücke_3W am Ende von t+2 > 0 (nicht binnen 3 Wochen schließbar) — BGH BGHZ 163, 134 Rn. 14.
Schritt 4 – Indizienprüfung (BGH NJW 2007, 78)
- Hinweise auf Zahlungsunfähigkeit auch bei 🟡: SV-Rückstände, Lastschriftrückläufer, Stundungsanfragen, eingestellte Zahlungen an Finanzamt/Krankenkasse. Falls ≥ 2 Indizien → Eskalation wie 🔴.
Schritt 5 – Ergebnis und Eskalation
- 🟢: Routine dokumentieren, nächste Woche erneut.
- 🟡: Engpasswoche identifizieren, Maßnahmen (Skontofinanzierung, Stundungsverhandlung, Avalziehung, Forderungsbeschleunigung); Dokumentation in Geschäftsleiter-Protokoll nach § 1 StaRUG.
- 🔴: Hinweispflicht § 102 StaRUG prüfen (bei Mandant). Übergabe an Skill
zahlungsunfaehigkeit-pruefung-17-insoundantragspflicht-15a-insoaus Plugininsolvenzrecht. Frist § 15a InsO (3 Wochen) läuft ab tatsächlichem Eintritt der Zahlungsunfähigkeit — nicht ab Erstellung des Plans.
Ausgabeformat
- Kompakte Tabelle (3 Spalten t, t+1, t+2) mit Anfangsbestand, Einzahlungen, Auszahlungen, Endbestand, Lücke, Quote, Ampel.
- Indizienliste (Häkchenliste BGH NJW 2007, 78).
- Kurzfazit im Gutachtenstil mit Zitat BGH BGHZ 163, 134 und konkreter Wochenangabe für den frühesten Roteintritt.
- Handlungsempfehlung je Ampelfarbe.
- Hinweis nach § 102 StaRUG als Textbaustein, wenn 🔴 und Mandantenverhältnis besteht.
Beispiel
Sachverhalt: Edelholz Manufaktur Berlin GmbH, Stichtag Mo 18.05.2026, Bank 18.500 EUR, Kontokorrent 150.000 EUR zu 92 % ausgeschöpft (12.000 EUR Rest), keine Kasse. Fällige Verbindlichkeiten KW 21: Lohn + AG-SV 42.000 EUR, Lieferant kritisch 19.500 EUR. KW 22: SV-Beitrag 14.800 EUR, Miete 7.200 EUR. KW 23: USt-VZ 14.200 EUR, Leasing 3.400 EUR. Erwartete Eingänge: KW 22 18.000 EUR (Skonto-Sicherheit 80 %), KW 23 9.500 EUR.
Auswertung:
- KW 21: Verfügbar 30.500 EUR vs. Fällig 61.500 EUR → Lücke 31.000 EUR (Quote 50 %).
- KW 22: Eingang 14.400 EUR (80 % von 18.000), verbleibende Lücke kumuliert 38.600 EUR.
- KW 23: Eingang 9.500 EUR, verbleibende Lücke 50.700 EUR plus neue Fälligkeit 17.600 EUR.
Ergebnis: Quote in KW 21 = 50 % (≥ 10 %), Lücke_3W am Ende von KW 23 ≈ 68.300 EUR (≠ 0). Damit nicht binnen 3 Wochen schließbar → 🔴 Zahlungsunfähigkeit § 17 InsO indiziert ab KW 21 (BGH BGHZ 163, 134 Rn. 14).
Handlung: Übergabe an antragspflicht-15a-inso und zahlungsunfaehigkeit-pruefung-17-inso. Steuerberater löst Hinweis nach § 102 StaRUG aus (BGH BGHZ 213, 374). Frist § 15a InsO (3 Wochen) läuft ab tatsächlichem Eintritt.
Typische Fehler
- Kontokorrent voll als Liquidität ansetzen: Nur ungenutzter, zugesagter und ziehungsfähiger Teil zählt.
- Stundungen als Liquidität werten: Verschieben die Fälligkeit, sind aber Indiz für Zahlungsunfähigkeit (BGH NJW 2007, 78 Rn. 18).
- 3-Wochen-Frist statisch ab Planerstellung rechnen: Sie läuft ab Eintritt der Zahlungsunfähigkeit.
- Erwartete Großeingänge zu 100 % ansetzen: Realistische Ausfall- und Skontoquote, im Zweifel Worst Case.
- SV-Rückstände kleinreden: Starkes Indiz und Anzeigequelle (§ 15a Abs. 4 InsO; BGH NJW 2007, 78).
- Lohnsteuer aufschieben: Lohnsteuer-Rückstände sind ein klassisches Insolvenzindiz und persönlich haftungsauslösend.
Quellenpflicht
Mindestens zwei Belege im BGH-Stil und zwei Kommentarbelege im Bearbeiter-Stil. Berufsständische Verlautbarungen (StaRUG-Kommentare) gesondert zitieren. Zitierweise siehe Repository-references/zitierweise.md.
Übergabe
Bei roter Ampel sofort auf das Plugin insolvenzrecht umschwenken:
zahlungsunfaehigkeit-pruefung-17-inso— formale Subsumtion und gerichtsfähiger Liquiditätsstatus.antragspflicht-15a-inso— Fristenlauf, Haftung Geschäftsleiter, § 15b InsO Zahlungsverbote.liquiditaetsvorschau-insolvenzrechtlich— gerichtsfähige Liquiditätsbilanz als Beweismittel.
Für die mittel- und langfristige Sicht: Schwester-Skill stb-liquiditaetsvorschau-3-6-12-monate aus diesem Plugin oder gebündelt im Plugin Liquiditätsplanung (liquiditaetsplanung).