Zitierweise-Plugin auf v3.0: - BGH-Pinpoint mit Az.-Marker und Rn. - Grueneberg/MueKo statt Palandt (seit 2022) - Hierarchie BVerfG → EuGH → BGH → OLG → LG - Verlag nur bei Monographien, nicht bei Grosskommentaren Sieben neue Fachanwaltschafts-Plugins (24/24 BRAO-Fachanwaltschaften): - fachanwalt-steuerrecht (FAO § 9) - fachanwalt-arbeitsrecht (FAO § 10) - fachanwalt-sozialrecht (FAO § 11) - fachanwalt-insolvenz-sanierungsrecht (FAO § 14) - fachanwalt-miet-wohnungseigentumsrecht (FAO § 14e) - fachanwalt-gewerblicher-rechtsschutz (FAO § 14k) - fachanwalt-handels-gesellschaftsrecht (FAO § 14i) Jeweils Orientierungs-Skill plus drei Workflow-Skills mit Kaltstart-Rueckfragen, BGH-Rechtsprechung, Schreibvorlagen. BREAKING CHANGE Methodenlehre-Plugin auf v3.0: - Plugin umbenannt von methodenlehre-deutsches-recht zu methodenlehre-buergerliches-recht - Reference umbenannt von methodik-deutsches-recht.md zu methodik-buergerliches-recht.md - Inhaltliche Neufassung aus anwaltlicher Praxisperspektive: keine starre Auslegungskanones-Rangfolge, Teleologie als dominantes Praxisargument, Rechtsfortbildung als reales Werkzeug - Globaler Sweep: 23 Dateien mit Referenzen aktualisiert Versions-Sync auf 2.2.4 (Methodenlehre und Zitierweise auf 3.0.0). Uebersichtsseite mit 24 Karten neu generiert. README, marketplace.json und _FACHANWALTSCHAFTS-PLUGINS/README mit allen 24 FA-Plugins alphabetisch.
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Deutsche juristische Zitierweise – verbindlicher Standard (v3.0)
Diese Datei ist die zentrale Referenz für alle Skills, Agenten und Cookbooks in diesem Repository. Jede juristische Quelle wird grundsätzlich nach diesen Regeln zitiert.
Pragmatik ≠ Wissenschaft. Diese Hauszitierweise ist eine pragmatische Konvention für Schriftsätze, Memos und Mandantenkommunikation. Sie orientiert sich an der in NJW/ZUM/MMR verbreiteten Praxis. Sie ist kein wissenschaftlicher Standard im Sinne einer Dissertation oder Habilitation; dort gelten regelmäßig strengere und ausführlichere Konventionen (volle Erstzitierung, Titel im Beleg, ausführliche Verlagsangabe, ausgeschriebene Vornamen etc.). Wissenschaftliche Alternativen sind innerhalb wissenschaftlicher Texte zulässig — dann aber konsistent.
Was hier als „verbindlich" gekennzeichnet ist, ist innerhalb dieses Repositories verbindlich, nicht in der Welt. Abweichungen sind kein Charakterfehler, sondern müssen begründet und konsistent durchgehalten werden.
1. Grundprinzipien
- Vollständigkeit vor Kürze – Datum, Aktenzeichen und mindestens eine Fundstelle gehören immer dazu.
- Amtliche Sammlungen vor Zeitschriften – BVerfGE, BGHZ, BGHSt, BAGE, BSGE, BFHE, BVerwGE haben Vorrang. Eine zusätzliche Parallelfundstelle (NJW, NZA, ZIP, GRUR, MDR, DStR, MMR, K&R etc.) erhöht die Auffindbarkeit.
- Randnummer statt Seitenzahl – Bei BGH/BVerfG/BVerwG/BAG-Entscheidungen ab den 2000ern wird auf die Randnummer verwiesen (
Rn.). - Bearbeiter vor Kommentar – Bei Kommentar-Zitaten beginnt das Zitat mit dem Bearbeiter, nicht mit dem Herausgeber.
- Konsistenz – Innerhalb eines Dokuments dieselbe Zitierform durchhalten.
2. Rechtsprechung – Pflichtbestandteile
Schema:
<Gericht> <Entscheidungsform> v. <Datum> – Az. <Aktenzeichen>, <Fundstelle> Rn. <Randnummer> – <Kurzbezeichnung>
Az. (Aktenzeichen) steht direkt vor dem Aktenzeichen. Es ist Pflichtbestandteil; entfallen darf es nur, wenn das Aktenzeichen anders eindeutig als solches markiert ist (etwa in einer Tabellenspalte „Aktenzeichen").
Beispiele
- BGH, Urt. v. 13.07.2022 – Az. VIII ZR 317/21, NJW 2022, 2754 Rn. 21.
- BGH, Beschl. v. 10.05.2023 – Az. VII ZR 144/22, NJW-RR 2023, 988 Rn. 14 – „Bauträgervergütung".
- BVerfG, Beschl. v. 06.11.2019 – Az. 1 BvR 16/13, BVerfGE 152, 152 Rn. 78 – „Recht auf Vergessen I".
- BAG, Urt. v. 16.12.2021 – Az. 2 AZR 235/21, NZA 2022, 487 Rn. 32.
- BFH, Urt. v. 22.02.2023 – Az. I R 27/20, BStBl. II 2023, 832.
- BVerwG, Urt. v. 09.06.2022 – Az. 8 C 13.21, BVerwGE 175, 372 Rn. 19.
- OLG München, Urt. v. 14.03.2024 – Az. 7 U 1234/23, BeckRS 2024, 4567 Rn. 25.
- LG Berlin, Urt. v. 02.02.2024 – Az. 27 O 123/23, GRUR-RR 2024, 210 Rn. 12.
- EuGH, Urt. v. 04.07.2023 – Az. C-252/21 (Meta Platforms), NJW 2023, 2997 Rn. 113.
- EGMR, Urt. v. 08.11.2022 – Az. 28867/03 (Sürmeli/Deutschland), NJW 2023, 1.
Pflichtbestandteile im Detail
| Bestandteil | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Gericht | übliche Abkürzung | BGH, BVerfG, BVerwG, BAG, BSG, BFH, OLG, LG, AG, ArbG, LAG, SG, LSG, FG, VG, OVG, VGH |
| Entscheidungsform | Urt., Beschl., Vfg., Hinweisbeschl., Vorlagebeschl. | „Urt." (Urteil), „Beschl." (Beschluss) |
| Datum | TT.MM.JJJJ mit v. |
v. 13.07.2022 |
Marker Az. |
wörtlich, vor dem Aktenzeichen | Az. VIII ZR 317/21 |
| Aktenzeichen | Senatszeichen + lfd. Nr. + Jahr | VIII ZR 317/21 |
| Erste Fundstelle | amtliche Sammlung, sonst führende Zeitschrift | BGHZ 232, 1; NJW 2022, 2754 |
| Randnummer | Rn. nach Fundstelle |
Rn. 21 |
| Kurzbezeichnung | falls etabliert | – „Bolzplatz" |
Gebräuchliche Zeitschriften-Abkürzungen
NJW, NJW-RR, NZA, NZA-RR, NJW-Spezial, MDR, ZIP, BB, DB, DStR, BStBl., GRUR, GRUR-RR, GRUR-Prax, WRP, MMR, K&R, CR, ZD, NVwZ, NVwZ-RR, DÖV, DVBl., NStZ, NStZ-RR, StV, wistra, ZUM, ZUM-RD, ZEV, FamRZ, MietPrax-AK, NZM, ZMR, IBR, NZG, AG, WM, NZI, ZInsO, BKR.
Online-/BeckRS-/juris-Fundstellen
BeckRS 2024, 4567– fortlaufende Nummer ohne Seitenangabe.jurisnur als Zusatz, nie als alleinige Fundstelle, soweit eine Print-Parallelfundstelle existiert.ECLI:DE:BGH:2022:130722UVIIIZR317.21.0– europäisch standardisierter Identifier, optional zusätzlich.
3. Gesetze und Verordnungen
- §-Zitat ohne Komma vor Absatz:
§ 433 Abs. 1 Satz 1 BGB. - Mehrere Normen:
§§ 280 Abs. 1; 281 Abs. 1 und Abs. 2 BGB. - Europarecht:
Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO;Art. 101 Abs. 1 AEUV. - Verfassungsrecht:
Art. 12 Abs. 1 GG;Art. 6 EMRK. - Bundesländergesetze: stets mit Landeskürzel, z. B.
Art. 5 BayVwVfG;§ 3 LBO BW. - Verordnungen:
§ 7 Abs. 1 BetrSichV. - Übergangsvorschriften kennzeichnen, z. B.
§ 36 EGZPO.
4. Kommentare – Pflichtbestandteile
Schema
Es gibt zwei klar getrennte Fälle. Beide sind in diesem Repository zulässig, sofern dokumentintern konsistent.
4.1 Bearbeiter-Kommentar (Regelfall – Werk mit Bearbeitern unter dem Namen eines oder mehrerer Herausgeber)
<Bearbeiter>, in: <Werktitel>, <Aufl.>. Aufl. <Jahr>, § <Norm> Rn. <Randnummer>
Der Werktitel ist die übliche Werkbezeichnung (Grüneberg, BGB; MüKoBGB; BeckOK BGB). Eine zusätzliche Klammerangabe der Herausgeber ist nicht erforderlich, weil sie im Werktitel bereits enthalten ist (Grüneberg, BGB – der Herausgeber heißt selbst Grüneberg; MüKoBGB – die Herausgeberschaft ist werkimmanent).
4.2 Einzelautorenkommentar (Werk eines Verfassers)
<Verfasser>, <Werktitel>, <Aufl.>. Aufl. <Jahr>, § <Norm> Rn. <Randnummer>
Bei Werken, bei denen der Bearbeiter zugleich Verfasser des gesamten Kommentars ist (Fischer, StGB; L. Schmidt, EStG), entfällt das in:. Der Verfasser steht voran, ohne in:.
Beispiele
Bearbeiter-Kommentar:
- Grüneberg, in: Grüneberg, BGB, 84. Aufl. 2025, § 280 Rn. 28.
- Ellenberger, in: Grüneberg, BGB, 84. Aufl. 2025, § 119 Rn. 7.
- Sutschet, in: BeckOK BGB, 70. Edition (Stand 01.02.2025), § 311 Rn. 45.
- Wendtland, in: BeckOK BGB, 70. Ed. (Stand 01.02.2025), § 119 Rn. 12.
- Ernst, in: MüKoBGB, 9. Aufl. 2022, § 280 Rn. 154.
- Wagner, in: MüKoBGB, 9. Aufl. 2024, § 823 Rn. 415.
- Looschelders, in: Staudinger, BGB, Neubearb. 2022, § 286 Rn. 18.
- Roth/Altmeppen, in: Roth/Altmeppen, GmbHG, 11. Aufl. 2023, § 13 Rn. 32.
- Spindler, in: Schmidt/Lutter, AktG, 5. Aufl. 2024, § 93 Rn. 87.
- Preis, in: ErfK, 25. Aufl. 2025, § 1 KSchG Rn. 67.
- Linck, in: HWK, 11. Aufl. 2024, § 622 BGB Rn. 14.
- Schulze, in: BeckOK DSGVO, 16. Ed. (Stand 01.11.2024), Art. 6 Rn. 23.
- Greger, in: Zöller, ZPO, 35. Aufl. 2024, § 286 Rn. 14.
Einzelautorenkommentar:
- Fischer, StGB, 71. Aufl. 2024, § 263 Rn. 78.
- L. Schmidt, EStG, 43. Aufl. 2024, § 15 Rn. 42.
Pflichtbestandteile
| Bestandteil | Beispiel |
|---|---|
| Bearbeiter / Verfasser | „Grüneberg" · „Ernst" · „Preis" · „Fischer" |
in: + Werktitel (nur Bearbeiter-Kommentar) |
„in: MüKoBGB" |
| Auflage | 9. Aufl. (bei Loseblatt/BeckOK: 70. Ed.) |
| Stand bei Loseblatt/Online | (Stand 01.02.2025) |
| Jahr | 2022 |
| Norm | § 280 · Art. 6 DSGVO |
| Randnummer | Rn. 28 – immer auf die konkrete Randnummer, nicht pauschal Rn. 28 ff. |
Gängige Kommentare (Übersicht)
Die folgende Tabelle ist eine Sammlung der gebräuchlichsten Werke und unterscheidet Großkommentare (mehrbändig, umfassend, oft als wissenschaftliche Referenz) von Kurz-/Hand- und Onlinekommentaren (einbändig, praxisorientiert bzw. fortlaufend aktualisiert online).
Großkommentare:
| Kürzel | Vollname |
|---|---|
| MüKoBGB | Münchener Kommentar zum BGB |
| MüKoZPO | Münchener Kommentar zur ZPO |
| MüKoHGB | Münchener Kommentar zum HGB |
| MüKoStGB | Münchener Kommentar zum StGB |
| Staudinger | J. von Staudingers Kommentar zum BGB |
| Soergel | Soergel, BGB |
| Erman | Erman, BGB |
| BeckOGK | Beck'scher Online-Großkommentar |
| LK | Leipziger Kommentar StGB |
| Großkomm AktG | Hopt/Wiedemann, Großkommentar AktG |
| Stein/Jonas | Stein/Jonas, ZPO |
| Hübschmann/Hepp/Spitaler | HHSp, AO/FGO |
| Schoch/Schneider | Schoch/Schneider, VwGO/VwVfG |
| Maunz/Dürig | Maunz/Dürig, GG |
Kurz-, Hand- und Onlinekommentare:
| Kürzel | Vollname |
|---|---|
| Grüneberg | Grüneberg (vormals Palandt), BGB – Kurzkommentar |
| BeckOK | Beck'scher Online-Kommentar (jeweiliges Gesetz) |
| ErfK | Erfurter Kommentar zum Arbeitsrecht – Kurzkommentar |
| HWK | Henssler/Willemsen/Kalb, Arbeitsrecht Kommentar |
| KR | Kündigungsschutzrecht – Gemeinschaftskommentar |
| APS | Ascheid/Preis/Schmidt, Kündigungsrecht |
| Zöller | Zöller, ZPO – Handkommentar |
| Musielak/Voit | Musielak/Voit, ZPO |
| Schönke/Schröder | Schönke/Schröder, StGB |
| Fischer | Fischer, StGB – Einzelautorenkommentar |
| NK | Nomos Kommentar StGB |
| Roth/Altmeppen | Roth/Altmeppen, GmbHG |
| Scholz | Scholz, GmbHG |
| Baumbach/Hueck | Baumbach/Hueck, GmbHG |
| Hüffer/Koch | Hüffer/Koch, AktG |
| Schmidt/Lutter | Schmidt/Lutter, AktG |
| Tipke/Kruse | Tipke/Kruse, AO/FGO |
| L. Schmidt EStG | L. Schmidt, EStG – Einzelautorenkommentar |
| Kühling/Buchner | Kühling/Buchner, DSGVO/BDSG |
| Simitis/Hornung/Spiecker | Simitis/Hornung/Spiecker, DSGVO |
| Gola | Gola, DSGVO |
| Schricker/Löwenheim | Schricker/Löwenheim, UrhG |
| Wandtke/Bullinger | Wandtke/Bullinger, UrhR |
| Dreier/Schulze | Dreier/Schulze, UrhG |
| BeckOK MarkenR | BeckOK MarkenR |
| Ingerl/Rohnke | Ingerl/Rohnke, MarkenG |
| Köhler/Bornkamm/Feddersen | Köhler/Bornkamm/Feddersen, UWG |
| Harte-Bavendamm/Henning-Bodewig | Harte/Henning, UWG |
| Schmidt-Bleibtreu/Hofmann/Henneke | Schmidt-Bleibtreu, GG |
| Sachs | Sachs, GG |
| Kopp/Ramsauer | Kopp/Ramsauer, VwVfG |
| Kopp/Schenke | Kopp/Schenke, VwGO |
Diese Einteilung ist nicht in Stein gemeißelt; einzelne Werke (etwa Grüneberg) sind im juristischen Sprachgebrauch trotz formaler Bezeichnung als „Kommentar" eindeutig Kurz- bzw. Handkommentare, nicht Großkommentare. Wer das anders einordnet, soll das tun – im Repository wird Grüneberg nicht als Großkommentar bezeichnet.
5. Aufsätze (Beiträge in Fachzeitschriften)
Schema (Vollzitierung im Literaturverzeichnis / bei wissenschaftlichen Texten):
<Autor>, <Titel>, <Zeitschrift> <Jahr>, <Anfangsseite> (<konkrete Seite>).
Schema (Kurzzitierung im Belegapparat):
<Autor> <Zeitschrift> <Jahr>, <Anfangsseite> (<Zitatseite>) (ohne Titel)
Beispiele:
- Grigoleit, Vertrauensschutz und Lückenfüllung, NJW 2020, 1873 (1876).
- Bachmann, Treuepflicht des Gesellschafters, ZGR 2023, 487 (502 f.).
- Spindler, Plattformhaftung nach dem DSA, GRUR 2023, 833 (839).
- Wagner, Schadensersatz bei Datenschutzverstößen, ZEuP 2024, 105 (118).
6. Festschriftbeiträge, Monographien, Dissertationen, Habilitationen
Schemata:
- Festschriftbeitrag:
<Autor>, <Titel>, in: FS <Geehrter>, <Verlag> <Jahr>, S. <Anfangsseite> (<Zitatseite>) - Monographie:
<Autor>, <Titel>, <Aufl.>. Aufl., <Verlag> <Jahr>, S. <Zitatseite> - Dissertation:
<Autor>, <Titel>, Diss. <Universitätsort> <Jahr>, S. <Zitatseite> - Habilitation:
<Autor>, <Titel>, Habil. <Universitätsort> <Jahr>, S. <Zitatseite>
Bei Dissertationen und Habilitationen sind die Marker Diss. bzw. Habil. zwingend zu setzen, ebenso der Ort der Hochschule (nicht der Druckort des Verlags). Ohne diese Kennzeichnung ist die Quelle nicht ausreichend belegt.
Beispiele:
- Canaris, Die Vertrauenshaftung im deutschen Privatrecht, Habil. München 1971, S. 491 ff.
- Picker, Die Drittwirkung der Grundrechte, Habil. Tübingen 2003, S. 211.
- Müller, Algorithmische Entscheidung und Diskriminierung, Diss. Berlin 2023, S. 88.
- Larenz/Wolf, Allgemeiner Teil des BGB, 9. Aufl., Beck 2004, § 28 Rn. 12.
- Canaris, Verfassungs- und privatrechtliche Aspekte, in: FS Lerche, Beck 1993, S. 873 (885).
7. Behördliche und gesetzgeberische Materialien
Schema:
<Herausgeber/Behörde>, <Titel/Bezeichnung>, <Datum oder Stand>, <Fundstelle/Aktenzeichen>, <Pinpoint>, ggf. <URL/DOI>
Anzugeben sind, soweit verfügbar: Herausgeber/Behörde, der konkrete Titel oder die Bezeichnung, das Datum oder ein klarer Stand, eine Fundstelle (Bundestag/Bundesrat-Drucksachennummer, Bundesanzeiger, BStBl., amtliche Webseite), der Pinpoint (Seite, Randnummer oder Ziffer) und – wo sinnvoll – ein direkter Link.
Beispiele:
- Deutscher Bundestag, Beschlussempfehlung und Bericht des Rechtsausschusses, BT-Drucks. 20/9123, S. 14 (dserver.bundestag.de).
- Bundesrat, Stellungnahme, BR-Drucks. 234/24, S. 7 (bundesrat.de).
- BaFin, Merkblatt zu § 32 KWG, Stand März 2024, Ziff. III.2 (bafin.de).
- BMF-Schreiben v. 12.03.2024 – Az. IV C 6 – S 2144/19/10003 :003, BStBl. I 2024, 421 Rn. 8 (bundesfinanzministerium.de).
- Bundesregierung, Begründung Regierungsentwurf, BT-Drucks. 19/27838, S. 102.
Wo der Pinpoint nicht möglich ist (z. B. Pressemitteilungen ohne Seitenangabe), ist das Datum verpflichtend; eine Ziff. oder Abschnittsüberschrift ist anzugeben, soweit das Dokument sie trägt.
8. Europäische Quellen
- VO (EU) 2016/679 (DSGVO).
- RL 2019/790/EU (DSM-RL).
- EuGH, Urt. v. 04.07.2023 – Az. C-252/21, NJW 2023, 2997 Rn. 113.
- KOM(2021) 206 endg., S. 14.
- Schlussanträge GA Bobek v. 10.03.2021 – Az. C-882/19, BeckRS 2021, 5022 Rn. 67.
9. Reihenfolge mehrerer Belege
9.1 Rechtsprechung untereinander
Bei mehreren Rechtsprechungs-Belegen wird immer zuerst nach Gerichtshierarchie, dann innerhalb derselben Hierarchieebene chronologisch absteigend (neueste zuerst) sortiert.
Hierarchie:
- BVerfG (deutsches Verfassungsrecht)
- EuGH (Unionsrecht), EGMR (EMRK) — vor BGH, soweit unionsrechtliche bzw. konventionsrechtliche Aussage tragend
- BGH, BAG, BSG, BFH, BVerwG (Bundesgerichte)
- OLG, LAG, LSG, FG, OVG, VGH (Obergerichte)
- LG, ArbG, SG, VG (Eingangsgerichte mit Kammern)
- AG (Amtsgericht)
Innerhalb derselben Ebene: chronologisch absteigend (neueste zuerst).
9.2 Rechtsprechung vs. Literatur
Innerhalb eines Belegapparats gilt grundsätzlich: Rechtsprechung vor Literatur. Innerhalb der Literatur Kommentare vor Aufsätzen, Kommentare alphabetisch nach Bearbeiter.
9.3 Alternative: Relevanzsortierung
Statt der strengen chronologischen Reihenfolge ist innerhalb einer Hierarchieebene auch eine Relevanzsortierung zulässig – also nach inhaltlicher Aussagekraft für den konkreten Beleg geordnet, beginnend mit der zentralen Leitentscheidung. Welche Sortierung gewählt wird, muss innerhalb desselben Dokuments konsistent durchgehalten werden. Wer einmal mit Relevanz beginnt, soll nicht im nächsten Absatz auf Chronologie wechseln. Bei wissenschaftlichen Texten ist Chronologie üblicher; in praxisorientierten Schriftsätzen ist Relevanzsortierung oft lesefreundlicher.
Beispiel (Hierarchie + Chronologie):
Auf die Pflichtverletzung kommt es nicht an (BVerfG, Beschl. v. 06.11.2019 – Az. 1 BvR 16/13, BVerfGE 152, 152 Rn. 78; BGH, Urt. v. 13.07.2022 – Az. VIII ZR 317/21, NJW 2022, 2754 Rn. 21; BGH, Urt. v. 04.02.2015 – Az. VIII ZR 154/14, NJW 2015, 1296 Rn. 18; OLG München, Urt. v. 14.03.2024 – Az. 7 U 1234/23, BeckRS 2024, 4567 Rn. 25; Ernst, in: MüKoBGB, 9. Aufl. 2022, § 280 Rn. 154; Grigoleit NJW 2020, 1873 [1876]).
10. Stellenwert der Quellen im deutschen Recht
In Deutschland besteht keine Präjudizienbindung; das BVerfG bindet nach § 31 BVerfGG, der Große Senat des BGH die anderen BGH-Senate nach § 132 GVG.
Konsequenzen für die Praxis und für jede juristische Argumentation in diesem Repository:
- Rechtsprechung ist gewichtig, aber argumentativ angreifbar – insbesondere bei Instanzgerichten oder älteren BGH-Entscheidungen, deren tragende Erwägungen überholt sein können.
- Kommentarliteratur hat in der deutschen Praxis hohes Gewicht. Bei Fehlen einschlägiger Rechtsprechung, bei umstrittenen Fragen oder zur Auslegung neuer Normen sind Kommentare oft die maßgebliche Quelle.
- Aufsätze haben einen eigenständigen und dauerhaften Wert. Sie sind tragend bei aktuellen Streitfragen, bei Reformen und Gesetzesnovellen, bei EU-rechtlichen Einflüssen, bei dogmatischen Grundfragen sowie bei Themen mit ausgeprägter theoretischer, rechtsphilosophischer oder grundrechtsdogmatischer Dimension (etwa soziale Gerechtigkeit, Gleichbehandlung, Verteilung, Verfahrensgerechtigkeit). Sie sind nicht „nur" für aktuelle oder rechtsökonomische Fragen wichtig; viele klassische Aufsätze tragen die Dogmatik über Jahrzehnte. Aufsätze sind auch dann wertvoll, wenn sie eine Position außerhalb des kommentargestützten Mainstreams entwickeln.
- „Herrschende Meinung" (h. M.), „herrschende Lehre" (h. L.) und „ständige Rechtsprechung" (st. Rspr.) sind pragmatische Sprechweisen der Praxis. Sie sind keine wissenschaftlichen Wertungskategorien. Wer sich auf eine h. M. beruft, schuldet konkrete Belege; ein bloßes „h. M." ohne Nachweis ist kein Argument. Eine h. M. ist nicht „richtig", nur weil sie h. M. ist – sie ist breit getragen, mehr nicht.
- „Mindermeinung" ist keine herabsetzende Kategorie. Eine Auffassung wird nicht dadurch falsch oder unwissenschaftlich, dass sie zahlenmäßig weniger Stimmen hat. Viele Mindermeinungen sind später zur h. M. geworden oder bleiben dauerhaft die methodisch sauberere Lösung. Wer eine abweichende Auffassung zitiert, sollte sie als das benennen, was sie ist (z. B. „andere Auffassung",
aA), und sie inhaltlich gewichten – nicht stigmatisierend. Auch eine Einzelposition, die nur von einem Autor vertreten wird, ist nicht automatisch unrichtig; sie ist begründungsbedürftig wie jede andere Auffassung auch.
Regel für jeden Skill, jedes Memo, jede E-Mail in diesem Repository:
Jede juristische Aussage wird belegt. Bei umstrittenen Fragen werden die verschiedenen Auffassungen und – sofern vorhanden – Rechtsprechung getrennt zitiert. Bei Fehlen einschlägiger Rechtsprechung ist dies ausdrücklich kenntlich zu machen („soweit ersichtlich noch nicht entschieden"; „Rechtsprechung liegt hierzu noch nicht vor, vgl. aber …").
10a. Palandt heisst seit 2022 Grüneberg — Pflicht-Nachfrage bei Palandt-Treffern
Es gibt kein aktuelles BGB-Kommentarwerk mit dem Namen „Palandt" mehr. Der vormalige Palandt erscheint seit der 81. Auflage 2022 unter dem Titel Grüneberg, BGB (Beck-Verlag). Eine Zitierung als „Palandt" ist daher ab Auflage 81 sachlich falsch und ab Auflage 84 (2025) erst recht.
Regel:
- Taucht in einem zu prüfenden Text irgendwo „Palandt" als aktuelle Quelle auf, ist zwingend nachzufragen, ob tatsächlich eine Altauflage (≤ 80. Aufl. 2021) gemeint ist.
- Im Zweifel wird auf Grüneberg umgestellt (aktuelle Auflage, derzeit
84. Aufl. 2025). - Historische Bezüge auf den Palandt sind nur zulässig, wenn sie als solche kenntlich gemacht sind (
Palandt/Heinrichs, BGB, 67. Aufl. 2008, § 242 Rn. 38) und die Altauflage für die zitierte Aussage tatsächlich einschlägig ist. - Formulierungen wie „vormals Palandt" im Fließtext sind nur für erklärende Hinweise gestattet, nicht als laufende Zitierform.
Korrekt:
Grüneberg, in: Grüneberg, BGB, 84. Aufl. 2025, § 280 Rn. 28Ellenberger, in: Grüneberg, BGB, 84. Aufl. 2025, § 119 Rn. 7- Historisch (mit Altauflage und sachlicher Notwendigkeit):
Palandt/Heinrichs, BGB, 67. Aufl. 2008, § 242 Rn. 38
Falsch (Nachfrage auslösen):
Palandt, BGB, 84. Aufl. 2025, § 280 Rn. 28— es gibt keinen Palandt in 84. Aufl.Palandt/Grüneberg, § 280 Rn. 28— widersprüchlich; nach 2022 heißt das Werk Grüneberg.vgl. Palandt, § 535 Rn. 119ohne Auflage — ist es ein historischer Beleg oder ein Versehen?
Der Skill kanzlei-builder-hub/skills/fundstellenglattzieher setzt diese Regel automatisch durch: Jeder Palandt-Treffer wird als [FUNDSTELLE PRÜFEN — PALANDT] markiert und im Korrekturprotokoll mit Rückfrage versehen.
11. Typografische Detailregeln — Pragmatik vs. Wissenschaft
Die folgenden Regeln folgen einer in der deutschen Schriftsatz- und Aufsatzpraxis verbreiteten, an der ZUM/MMR/NJW orientierten Konvention. Sie sind innerhalb dieses Repositories als pragmatische Hauskonvention verbindlich – nicht als wissenschaftlicher Universalstandard. Manche dieser Regeln (z. B. die Streichung des Aufsatztitels in Klammerbelegen, die punktlose Schreibweise von Zeitschriftenkürzeln, die Anfangsseite-vor-Zitatseite-Klammerung) erleichtern primär die Verlinkung und Verarbeitung in juristischen Datenbanken. Wissenschaftliche Texte (Dissertationen, Habilitationen, Aufsätze für Theoriezeitschriften) verwenden vielfach ausführlichere Notationen mit Titel, ausgeschriebenen Vornamen und Verlag. Beide Vorgehen sind legitim. Was hier zählt, ist Konsistenz innerhalb desselben Dokuments.
11.1 Zeitschriften
- Abkürzung ohne Punkt – Zeitschriftenkürzel werden stets ohne Punkt geschrieben, es sei denn, die amtliche Abkürzung sieht den Punkt ausdrücklich vor. Also:
NJW,ZUM,MMR,GRUR,NZA,ZIP– aberNJW-RR,BStBl.(amtlich mit Punkt). [Pragmatische Repository-Konvention.] - Vierstelliges Erscheinungsjahr – immer
2020, nie'20. - Reihenfolge Zeitschrift + Jahr – Bei Zeitschriften, die mit Jahrgang/Erscheinungsjahr zitiert werden, folgt das Erscheinungsjahr nach der Bezeichnung:
ZUM 2020,NJW 2022. - Heftnummer entfällt – Bei Zeitschriften mit fortlaufender Seitenzählung (NJW, ZUM, MMR, GRUR, NZA, ZIP usw.) wird die Heftnummer nicht angegeben.
- Aufsatztitel im Belegapparat entfällt (pragmatisch) – Bei vollständigen Fundstellenangaben in Klammern innerhalb eines Schriftsatzes oder Belegapparats genügt
<Autor> <Zeitschrift> <Jahr>, <Anfangsseite> (<Zitatseite>). Diese Verkürzung ist eine Repository-Konvention für Pragmatik; in wissenschaftlichen Texten und Literaturverzeichnissen wird der vollständige Titel angegeben. - Kein „S." bei Zeitschriften – Die Angabe „S." für Seite entfällt bei Zeitschriften.
- Anfangsseite vor Zitatseite – Die Seite, auf der der Beitrag beginnt, folgt dem Erscheinungsjahr, durch Komma abgesetzt; die konkrete Zitatseite folgt ohne Komma in runden Klammern. [Pragmatische Repository-Konvention.]
Beispiele:
Grisse ZUM 2020, 819 (827)– Kurzform BelegapparatGrisse, Hinweis und Folge, ZUM 2020, 819 (827).– Vollzitierung LiteraturverzeichnisEuGH MMR 2011, 596 Rn. 116 mAnm Hoeren – L'Oreal SABVerfGE 73, 118 (153)Bachmann ZGR 2023, 487 (502 f.)
11.2 Bücher und Kommentare
- Auflage vor Verlag vor Erscheinungsjahr – Bei mehreren Auflagen wird die Auflage vor das Jahr gesetzt:
2. Aufl., Nomos 2018. - Verlag – Der Verlag ist anzugeben. Er erleichtert die Identifikation des Werks erheblich (gerade bei Werken mit ähnlichen Titeln oder bei Neuauflagen mit Verlagswechsel) und gehört zur ordnungsgemäßen bibliographischen Angabe einer Monographie oder eines Buchs. Bei den im Repository tabellierten Großkommentaren und etablierten Kurzkommentaren (MüKoBGB, Grüneberg, BeckOK, Staudinger, ErfK etc.) ist die Verlagsangabe entbehrlich, weil der Verlag werkimmanent ist – sie schadet aber nie.
- Publikationsort – Bei Dissertationen und Habilitationen verpflichtend (siehe § 6). Bei Monographien optional; wenn angegeben, dann nach dem Verlag.
- Zitatstellen – mit
S.,§,Art.,Rn.oderAnm.wiedergeben. - Bearbeiter immer angegeben – Bei Kommentarstellen wird der Bearbeiter stets benannt (Primärnotation:
Bearbeiter, in: Werk, …; Kurznotation:Werk/Bearbeiter).
Beispiele:
Sydow, Europäische Datenschutzgrundverordnung, 2. Aufl., Nomos 2018, S. 132, 135Spindler/Schuster, Recht der elektronischen Medien/Sodtalbers, 4. Aufl., Beck 2019, TKG § 45n Rn. 29BeckOK InfoMedienR/Kiparski, 33. Ed. 01.02.2021, TKG § 45n Rn. 12.4Binder/Vesting, Beck'scher Kommentar zum Rundfunkrecht/Eifert, 4. Aufl., Beck 2018, RStV § 11 Rn. 61MüKoBGB/Häublein, 8. Aufl. 2020, BGB § 535 Rn. 119Die Medienanstalten (Hrsg.), Vielfaltsbericht 2021/Schneider, S. 19
Hinweis zur Doppelnotation: Dieses Repository verwendet die ausführliche Form
<Bearbeiter>, in: <Werk>, <Aufl.> <Jahr>, § X Rn. Yals Primärnotation (siehe oben Abschnitt 4). Die hier gezeigte KurzformWerk/Bearbeiterist innerhalb von Fließtext-Schriftsätzen ebenfalls zulässig, sofern innerhalb desselben Dokuments konsistent durchgehalten.
11.3 Vermeidung floskelhafter Zusätze
Zusätze wie vgl., s. hierzu, siehe auch etc. werden nur verwendet, wenn sie wirklich erforderlich sind (echte Übertragung, mittelbarer Beleg, Anschlussverweis). Ein bloßes vgl. vor einer punktgenauen Fundstelle ist zu streichen.
12. Gesetzeszitate – Detailregeln
12.1 Strukturhinweise
- Paragrafen und Artikel werden mit
§bzw.Art.versehen. - Absätze als
Abs., Sätze alsS.mit arabischen Ziffern. - Weitere Bestandteile:
Hs.(Halbsatz),UAbs.(Unterabsatz),Ziff.(Ziffer),Var.(Variante),Nr.(Nummer),lit.(Buchstabe in EU-Recht).
Beispiele:
§ 433 Abs. 1 S. 1 BGB§ 2 Abs. 1 UKlaG iVm § 312a Abs. 4 BGBArt. 6 Abs. 1 UAbs. 1 lit. f DSGVO§ 263 Abs. 1 und Abs. 3 S. 2 Nr. 1 Var. 1 StGB
12.2 Abkürzung der Gesetzesbezeichnung
Bei Gesetzen, die im allgemeinen juristischen Sprachgebrauch durchgängig abgekürzt werden, ist die Vollform nicht erforderlich. Die Abkürzung allein genügt:
BGB, StGB, ZPO, StPO, HGB, AktG, GmbHG, GG, GVG, AO, EStG, KStG, UStG, GewO, ArbGG, KSchG, BetrVG, TVG, BBiG, EGBGB, FGO, VwGO, VwVfG, SGB I bis XII, TMG, TKG, TTDSG, DDG, UWG, UrhG, MarkenG, DesignG, PatG, GebrMG, GeschGehG, GWB, BetrSichV, ProdSG, ProdHaftG, LFGB, AMG, MPG, IfSG, KWG, ZAG, WpHG, KAGB, VVG, InsO, StaRUG, EGZPO, BRAO, StBerG, WPO, BeurkG, BNotO, GRCh, EUV, AEUV, EMRK, DSGVO, BDSG, ePrivacy-VO, MiCAR, DSA, DMA, KI-VO.
Alle anderen, nicht im allgemeinen Sprachgebrauch verkürzten Gesetze werden im Fließtext beim ersten Zitieren ausgeschrieben und mit der Abkürzung in Klammerzusatz versehen, danach genügt die Abkürzung.
Beispiel: „… nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG); …" – ab da fortlaufend UWG.
13. Gebräuchliche juristische Abkürzungen
Abkürzungen stören im Fließtext den Lesefluss und sind sparsam einzusetzen. Folgende allgemein übliche juristische Abkürzungen sind jedoch im gesamten Repository zulässig und erwünscht:
| Abkürzung | Bedeutung |
|---|---|
aA |
andere Ansicht |
aE |
am Ende |
aF |
alte Fassung |
aM |
anderer Meinung |
bzw. |
beziehungsweise |
ca. |
circa |
dh |
das heißt |
Diss. |
Dissertation |
etc. |
et cetera |
EU-Kommission |
Kommission der Europäischen Union |
EUR |
Euro |
f. / ff. |
folgende / fortfolgende |
gem. |
gemäß |
ggf. |
gegebenenfalls |
Habil. |
Habilitationsschrift |
hM |
herrschende Meinung |
hL |
herrschende Lehre |
iHv |
in Höhe von |
idF |
in der Fassung |
iRd / iRv |
im Rahmen des / von |
iSd / iSv |
im Sinne des / von |
iVm |
in Verbindung mit |
iwS / ieS |
im weiteren / engeren Sinne |
Kap. |
Kapitel |
mAnm |
mit Anmerkung |
Mio. |
Million |
Mrd. |
Milliarde |
mwN |
mit weiteren Nachweisen |
nF |
neue Fassung |
o.g. |
oben genannt |
Rn. |
Randnummer |
Rs. |
Rechtssache |
s.a. |
siehe auch |
s.o. |
siehe oben |
sog. |
sogenannt |
stRspr |
ständige Rechtsprechung |
u.a. |
unter anderem |
zB |
zum Beispiel |
zT |
zum Teil |
Nicht zulässig sind dagegen kanzlei- oder fachspezifische Kürzel ohne Einführung sowie inkonsistente Schreibweisen innerhalb desselben Dokuments (entweder durchgehend iVm oder durchgehend i.V.m., hier wird die punktlose Form bevorzugt).
14. Checkliste für jedes Zitat
Vor dem Abgeben eines Memos / Dokuments / Schriftsatzes prüfen:
- Gericht in üblicher Abkürzung?
- Entscheidungsform (Urt./Beschl.) angegeben?
- Datum vorhanden („v. TT.MM.JJJJ")?
Az.als Marker vor dem Aktenzeichen?- Aktenzeichen vollständig?
- Fundstelle vorhanden (amtl. Sammlung + Zeitschrift)?
- Randnummer angegeben, sofern in der Fundstelle vorhanden?
- Bei Kommentar (Bearbeiter-Kommentar): Bearbeiter,
in:, Werk, Auflage, Jahr (ggf. Stand), § + Rn.? - Bei Einzelautorenkommentar: Verfasser, Werk, Auflage, Jahr, § + Rn., ohne
in:? - Bei Aufsatz: Autor, Titel (im Vollzitat) bzw. Kurzform im Belegapparat, Zeitschrift, Jahr, Anfangsseite und konkrete Fundstelle?
- Bei Monographie/Buch: Verlag angegeben?
- Bei Diss./Habil.: Marker
Diss.bzw.Habil.+ Hochschulort gesetzt? - Bei Materialien: Herausgeber, Datum, Pinpoint, ggf. URL?
- Reihenfolge eingehalten — bei Rspr. erst Gerichtshierarchie, dann chronologisch oder relevanzbasiert (dokumentintern konsistent)?
- Bei umstrittener Frage: Auffassungen erkennbar getrennt zitiert, ohne Stigmatisierung als „Mindermeinung"?
- Keine reinen
vgl.-Floskeln ohne nachvollziehbaren Verweis?