Repo-Umstrukturierung: - examples/ -> testakten/ umbenannt (per git mv, beispielakte-edelholz-berlin/ darunter) - .github/workflows/release-plugin-zips.yml entsprechend angepasst - Repo-Root-README mit prominentem Testakten-Hinweis-Block ergaenzt - testakten/README.md neu geschrieben mit Uebersichtstabelle aller 5 Akten und Direkt-Download-Links auf die Release-Assets Vier neue Testakten (alle Mandanten-Dokumente mit korrekten Umlauten): 1. fluggastrechte-familie-braeutigam (13 Dateien) Familie Braeutigam-Zaytuna, 2 Erwachsene + 3 Kinder, Pacific Sky Airways PSA 4471/4472 FRA-BKK, Rueckflug 11.04.2026 annulliert, 53 h Verspaetung; Carrier verweigert mit aussergewoehnlichen Umstaenden und ueberzogener Vollmachtsforderung; 5 x 600 EUR = 3.000 EUR Ausgleich; Verjaehrung 31.12.2029. 2. betreuung-hildegard-sauer (14 Dateien) Hildegard Sauer 87, Demenz GDS 6, Pflegegrad 4, Haus Charlottenstift Berlin-Mitte, Berufsbetreuer Stefan Lichtenberg, AG Mitte 70 XVII 4421/24 (Beschluss 18.11.2024), erster Jahresbericht 30.04.2026 faellig, Streit der Kinder um Verkauf Eigentumswohnung Schoeneberger Ufer 41, Vermoegen rund 612.000 EUR, Genehmigungspflicht Paragraph 1850 BGB. 3. sozialrecht-rollstuhl-tannenberg (13 Dateien) Olaf Tannenberg 62, MS EDSS 6.5, Pflegegrad 2, Nordsee-BKK (Akz. 2026-HM-04421-T) lehnt Aktivrollstuhl Quickie Helium 5.847 EUR ab mit Begruendung barrierefreie Wohnung mit Aufzug; Widerspruchsfrist Paragraph 84 SGG knapp (21.05.2026); BSG-Argumente B 3 KR 17/01 R und B 3 KR 25/06 R. 4. fortbestehensprognose-paragrafix-gmbh (16 Dateien) Legal-AI-Startup Berlin-Moabit, Heidestrasse 78, HRB 247841 B, GF Dr. Carolin Vogt-Hesselbach + Yannik Brodersen, ARR 2,25 Mio EUR, Burn 380.000 EUR/Monat, Cash 1,87 Mio EUR; Series-A Tranche 2 (3 Mio) an Milestones gebunden; Earlybird Comfortletter (weich) 17.04.2026; Paragraph 102 StaRUG-Hinweis Steuerberaterin Steiglitz vom 06.05.2026.
Testakte: Sozialrecht – Rollstuhlversorgung Tannenberg
DISCLAIMER: Diese Akte ist vollständig fiktiv. Alle Personen, Krankenkassen, Aktenzeichen, Adressen, Telefonnummern, Diagnosen und Verfahrensnummern sind frei erfunden. Übereinstimmungen mit echten Personen oder Einrichtungen sind zufällig und unbeabsichtigt. Diese Testakte dient ausschließlich der Erprobung des Plugins
sozialrecht-kanzleiund stellt keine Rechtsberatung dar.
Aktenüberblick
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Mandant | Olaf Tannenberg, geb. 17.02.1964 |
| Adresse | Adelheidstraße 17, 24103 Kiel (2. OG, Aufzug, barrierefrei) |
| Beruf (früher) | Diplom-Ingenieur Schiffbau, EU-Rente seit 2022 |
| Diagnose | Multiple Sklerose (G35), schubförmig-progredient, ED 1998, EDSS 6,5 |
| Pflegegrad | PG 2 seit 04.05.2023 |
| Krankenkasse | Nordsee-BKK, Vers.-Nr. N123-456-789-Z |
| Antrag | Aktivrollstuhl Quickie Helium, KV 5.847,00 EUR, 11.02.2026 |
| Verordnung | Dr. Annette Wallenstein, Neurologie Kiel-Holtenau, 09.02.2026 |
| Ablehnungsbescheid | Nordsee-BKK, 18.04.2026, AZ 2026-HM-04421-T |
| Zustellung | 21.04.2026 (lt. Mandant) |
| Widerspruchsfrist | 21.05.2026 (§ 84 SGG) – DRINGEND! |
| Erstgespräch Kanzlei | 20.05.2026 |
Fallgeschichte
Olaf Tannenberg, 62 Jahre alt, leidet seit 1998 an schubförmig-progredienter Multipler Sklerose. Der frühere Schiffbauingenieur aus Kiel ist seit 2022 erwerbsgemindert. Sein aktueller EDSS-Wert von 6,5 bedeutet: Er kann mit beidseitiger Unterstützung weniger als 20 Meter gehen. Eine ausgeprägte Hemiparese links (Handkraft 7,2 kg, Norm ~38 kg) macht es ihm unmöglich, einen Standard-Kassenrollstuhl (>17 kg) selbstständig anzutreiben.
Im Februar 2026 beantragt er über seine Neurologin Dr. Wallenstein einen Leichtgewicht-Aktivrollstuhl (Quickie Helium, 8,4 kg). Die Nordsee-BKK lehnt im April 2026 ab: Die Wohnung sei barrierefrei, der Standard-Rollstuhl ausreichend, Aktivrollstuhl nur für Berufstätige. Das MDK-Gutachten (Aktengutachten ohne persönliche Untersuchung) stützt diese Einschätzung.
Am 20.05.2026 – einen Tag vor Ablauf der Widerspruchsfrist – kommt Herr Tannenberg mit seiner Tochter Stefanie in die Kanzlei. Soforthandeln ist erforderlich.
Enthaltene Dokumente
| Nr. | Dateiname | Inhalt |
|---|---|---|
| 1 | Bescheid_Nordsee-BKK_18-04-2026.pdf |
Ablehnungsbescheid der Nordsee-BKK mit Rechtsbehelfsbelehrung |
| 2 | MDK-Gutachten_03-04-2026.pdf |
Aktengutachten MD Nord, Dr. Steffens – Ablehnung Aktivrollstuhl |
| 3 | Verordnung_Muster16_09-02-2026.pdf |
Kassenärztliche Verordnung (Muster 16), Dr. Wallenstein |
| 4 | Kostenvoranschlag_Sanitaetshaus_Reha-Aktiv-Nord.pdf |
KV Reha-Aktiv Nord GmbH, Quickie Helium 5.847,00 EUR |
| 5 | Pflegegrad_2_Bescheid_04-05-2023.pdf |
PG-2-Bescheid Nordsee-BKK, inkl. Modulbewertung |
| 6 | Aerztliches_Attest_Wallenstein_05-05-2026.pdf |
Ergänzendes Attest nach Ablehnung: EDSS, Hemiparese, Ungeeignetheit Standard-RsT |
| 7 | Wegeaufstellung_Mandant.docx |
Eigenhändige Wegeaufstellung Tannenberg (rau geschrieben, Tippfehler) |
| 8 | Wohnungsskizze_Mandant.png.placeholder.txt |
Placeholder für handgezeichnete Wohnungsskizze mit Maßen |
| 9 | Foto_Rollator_kaputt.jpg.placeholder.txt |
Placeholder für Foto des Rollators mit Zettel "Kann ihn nicht heben, fällt damit" |
| 10 | Reha-Bericht_2024_Damp.pdf |
Reha-Entlassbericht Ostseeklinik Damp Aug 2024 – Aktivrollstuhl bereits 2024 empfohlen |
| 11 | Korrespondenz_mit_Nordsee-BKK.pdf |
Antrag (11.02.26), Rückfrage BKK (22.03.26), Antwort Mandant + Ärztin (30.03.26) |
| 12 | Notiz_Kanzlei_Erstgespraech.txt |
Aktennotiz Erstgespräch 20.05.2026 – Frist, Vollmacht, nächste Schritte |
Rechtliche Kernfragen
Streitpunkt
Besteht ein Anspruch auf Versorgung mit einem Aktivrollstuhl (§ 33 Abs. 1 SGB V), oder genügt ein Standard-Rollstuhl aus dem Kassensortiment (Festbetrag)?
Argumente für den Widerspruch
1. Behinderungsausgleich – kein Beruf erforderlich
Die Krankenkasse und das MDK-Gutachten stellen auf Berufstätigkeit oder Sport ab. Dies ist rechtlich unzutreffend. Nach ständiger BSG-Rechtsprechung umfasst der Anspruch auf Hilfsmittelversorgung auch den mittelbaren Behinderungsausgleich zur sozialen Teilhabe und Selbstversorgung:
- BSG, Urteil vom 16.09.2004 – B 3 KR 17/01 R: Aktivrollstuhl bei MS-Erkrankung auch ohne Berufsausübung, wenn er für ein selbstständiges Alltagsleben erforderlich ist.
- BSG, Urteil vom 07.10.2010 – B 3 KR 25/06 R: Leichtgewicht-Rollstuhl berechtigt, wenn Patient wegen Kraftminderung das schwerere Modell nicht selbst bedienen kann.
2. Individuelle Bedarfsgerechtigkeit
Der Standard-Rollstuhl ist für Herrn Tannenberg aufgrund der linksseitigen Hemiparese (Handkraft 7,2 kg, MRC 3/5) faktisch unnutzbar. Ein Hilfsmittel, das der Patient nicht selbst bedienen kann, erfüllt den Versorgungszweck nicht. Der individuelle Bedarf ist entscheidend (§ 33 Abs. 1 S. 1 SGB V: „im Einzelfall erforderlich").
3. Mangelhaftes MDK-Gutachten
Das Aktengutachten von Dr. Steffens (MD Nord) enthält keine Handkraftmessung. Die zentrale Tatsache – die linksseitige Hemiparese – wurde nicht durch persönliche Untersuchung erhoben. Das Gutachten ist daher angreifbar; ein Gegengutachten oder eine neue Begutachtung unter Einschluss der Jamar-Messung sollte beantragt werden.
4. Teilhabe und Selbstbestimmung (§ 33 SGB IX)
Das 2021 reformierte SGB IX stärkt ausdrücklich die Selbstbestimmung behinderter Menschen. Für Herrn Tannenberg bedeutet ein Aktivrollstuhl: selbstständiger Weg zum Briefkasten, zur Apotheke, zu sozialen Kontakten. Ein Standard-Rollstuhl, den er nicht allein antreiben kann, schließt ihn von diesen Grundbedürfnissen aus.
5. Reha-Bericht Damp (neue Tatsache)
Der Reha-Bericht der Ostseeklinik Damp vom August 2024 empfahl bereits damals den Aktivrollstuhl – auf Basis einer praktischen Erprobung. Diese Tatsache war dem MDK-Gutachter möglicherweise nicht vollständig bekannt oder wurde nicht ausreichend gewürdigt.
Was lernt man hier? (Plugin-Lernziele)
Diese Testakte trainiert das Plugin sozialrecht-kanzlei für folgende Szenarien:
-
Fristerkennung und Dringlichkeit: Widerspruchsfrist nach § 84 SGG erkennen, Berechnung ab Zustellung, Handlungsbedarf bei Fristenkollision kommunizieren.
-
Widerspruchsschreiben § 84 SGG: Strukturierter Widerspruch gegen KK-Ablehnungsbescheid mit Rechtsprechungszitaten (BSG), individuellem Sachvortrag und Beweisangeboten.
-
Gutachtenkritik: MDK-Aktengutachten angreifen wegen fehlender persönlicher Untersuchung, fehlender Handkraftmessung, unzutreffender Voraussetzungen.
-
Hilfsmittelrecht § 33 SGB V: Unterscheidung Grundversorgung vs. bedarfsgerechter Versorgung, Festbetrag vs. individuellem Bedarf, Hilfsmittelverzeichnis Produktgruppe 18.
-
Eilantrag § 86b SGG: Vorbereitung eines einstweiligen Rechtsschutzes für den Fall, dass die KK den Widerspruch verschleppt oder erneut ablehnt.
-
PKH im Sozialrecht: Prozesskostenhilfe nach § 73a SGG i.V.m. §§ 114 ff. ZPO.
-
Dokumentenanalyse: MDK-Gutachten, Verordnung Muster 16, Pflegegradbescheid, Reha-Entlassbericht – alle im Zusammenhang lesen und Argumente ableiten.
Empfohlene Plugin- und Skill-Nutzung
| Aufgabe | Plugin / Skill |
|---|---|
| Widerspruch nach § 84 SGG formulieren | sozialrecht-kanzlei → Widerspruchsgenerator |
| Eilantrag § 86b SGG (einstweiliger Rechtsschutz) | sozialrecht-kanzlei → Eilantrag SG |
| Klage zum Sozialgericht Schleswig | sozialrecht-kanzlei → Klageschrift Sozialgericht |
| PKH-Antrag vorbereiten | sozialrecht-kanzlei → PKH/Prozesskostenhilfe |
| BSG-Rechtsprechungsrecherche | Juristische Recherche → BSG B 3 KR 17/01 R, 25/06 R |
| MDK-Gutachten analysieren | sozialrecht-kanzlei → Gutachtenkritik |
| Fristenkontrolle | sozialrecht-kanzlei → Fristenrechner § 84 SGG |
Zuständiges Sozialgericht
Sozialgericht Kiel (nicht Schleswig)
Dänische Str. 1–3
24103 Kiel
(Zuständig für Sozialrechtssachen im Bereich der Stadt Kiel)
Berufungsgericht: Landessozialgericht Schleswig-Holstein, Kiel
Testakte erstellt für Plugin sozialrecht-kanzlei – alle Daten frei erfunden – Stand: Mai 2026