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Deutsche juristische Zitierweise verbindlicher Standard

Diese Datei ist die zentrale Referenz für alle Skills, Agenten und Cookbooks in diesem Repository. Jede juristische Quelle MUSS exakt nach diesen Regeln zitiert werden so, wie der BGH, das BVerfG und renommierte Großkanzleien zitieren. Abweichungen sind ein Qualitätsfehler.

1. Grundprinzipien

  1. Vollständigkeit vor Kürze Datum, Aktenzeichen und mindestens eine Fundstelle gehören immer dazu.
  2. Amtliche Sammlungen vor Zeitschriften BVerfGE, BGHZ, BGHSt, BAGE, BSGE, BFHE, BVerwGE haben Vorrang. Zusätzliche Parallelfundstelle (NJW, NZA, ZIP, GRUR, MDR, DStR, MMR, K&R etc.) erhöht die Auffindbarkeit.
  3. Randnummer statt Seitenzahl Bei BGH/BVerfG/BVerwG/BAG-Entscheidungen ab den 2000ern wird auf die Randnummer verwiesen ("Rn.").
  4. Bearbeiter vor Kommentar Bei Kommentar-Zitaten beginnt das Zitat mit dem Bearbeiter, nicht mit dem Herausgeber.
  5. Konsistenz Innerhalb eines Dokuments dieselbe Zitierform durchhalten.

2. Rechtsprechung Pflichtbestandteile

Schema: <Gericht> <Entscheidungsform> v. <Datum> <Aktenzeichen>, <Fundstelle> (<Rn.>) [Kurzbezeichnung]

Beispiele

  • BGH, Urt. v. 13.07.2022 VIII ZR 317/21, NJW 2022, 2754 Rn. 21.
  • BGH, Beschl. v. 10.05.2023 VII ZR 144/22, NJW-RR 2023, 988 Rn. 14 "Bauträgervergütung".
  • BVerfG, Beschl. v. 06.11.2019 1 BvR 16/13, BVerfGE 152, 152 Rn. 78 "Recht auf Vergessen I".
  • BAG, Urt. v. 16.12.2021 2 AZR 235/21, NZA 2022, 487 Rn. 32.
  • BFH, Urt. v. 22.02.2023 I R 27/20, BStBl. II 2023, 832.
  • BVerwG, Urt. v. 09.06.2022 8 C 13.21, BVerwGE 175, 372 Rn. 19.
  • OLG München, Urt. v. 14.03.2024 7 U 1234/23, BeckRS 2024, 4567 Rn. 25.
  • LG Berlin, Urt. v. 02.02.2024 27 O 123/23, GRUR-RR 2024, 210 Rn. 12.
  • EuGH, Urt. v. 04.07.2023 C-252/21 (Meta Platforms), NJW 2023, 2997 Rn. 113.
  • EGMR, Urt. v. 08.11.2022 28867/03 (Sürmeli/Deutschland), NJW 2023, 1.

Pflichtbestandteile im Detail

Bestandteil Form Beispiel
Gericht übliche Abkürzung BGH, BVerfG, BVerwG, BAG, BSG, BFH, OLG, LG, AG, ArbG, LAG, SG, LSG, FG, VG, OVG, VGH
Entscheidungsform Urt., Beschl., Vfg., Beschl. (Vorlage), Hinweisbeschl. "Urt." (Urteil), "Beschl." (Beschluss)
Datum TT.MM.JJJJ mit "v." v. 13.07.2022
Aktenzeichen Senatszeichen + lfd. Nr. + Jahr VIII ZR 317/21
Erste Fundstelle amtliche Sammlung, sonst führende Zeitschrift BGHZ 232, 1; NJW 2022, 2754
Randnummer "Rn." nach Fundstelle Rn. 21
Kurzbezeichnung falls etabliert "Bolzplatz"

Gebräuchliche Zeitschriften-Abkürzungen

NJW, NJW-RR, NZA, NZA-RR, NJW-Spezial, MDR, ZIP, BB, DB, DStR, BStBl., GRUR, GRUR-RR, GRUR-Prax, WRP, MMR, K&R, CR, ZD, NVwZ, NVwZ-RR, DÖV, DVBl., NStZ, NStZ-RR, StV, wistra, ZUM, ZUM-RD, ZEV, FamRZ, MietPrax-AK, NZM, ZMR, IBR, NZG, AG, WM, ZIP, NZI, ZInsO, BKR.

Online-/BeckRS-/juris-Fundstellen

  • "BeckRS 2024, 4567" fortlaufende Nummer ohne Seitenangabe.
  • "juris" nur als Zusatz, nie als alleinige Fundstelle, soweit eine Print-Parallelfundstelle existiert.
  • "ECLI:DE:BGH:2022:130722UVIIIZR317.21.0" europäisch standardisierter Identifier, optional zusätzlich.

3. Gesetze und Verordnungen

  • §-Zitat ohne Komma vor Absatz: § 433 Abs. 1 Satz 1 BGB.
  • Mehrere Normen: §§ 280 Abs. 1, 281 Abs. 1, 2 BGB.
  • Europarecht: Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO, Art. 101 Abs. 1 AEUV.
  • Verfassungsrecht: Art. 12 Abs. 1 GG, Art. 6 EMRK.
  • Bundesländergesetze: stets mit Landeskürzel, z. B. Art. 5 BayVwVfG, § 3 LBO BW.
  • Verordnungen: § 7 Abs. 1 BetrSichV.
  • Übergangsvorschriften kennzeichnen, z. B. § 36 EGZPO.

4. Kommentare Pflichtbestandteile

Schema: <Bearbeiter> in: <Kommentar> (Herausgeber), <Auflage>. Aufl. <Jahr>, § <Norm> Rn. <Randnummer>

Beispiele

  • Grüneberg, in: Grüneberg, BGB, 84. Aufl. 2025, § 280 Rn. 28.
  • Ellenberger, in: Grüneberg, BGB, 84. Aufl. 2025, § 119 Rn. 7.
  • Sutschet, in: BeckOK BGB, 70. Edition (Stand 01.02.2025), § 311 Rn. 45.
  • Wendtland, in: BeckOK BGB, 70. Ed. (Stand 01.02.2025), § 119 Rn. 12.
  • Ernst, in: MüKoBGB, 9. Aufl. 2022, § 280 Rn. 154.
  • Wagner, in: MüKoBGB, 9. Aufl. 2024, § 823 Rn. 415.
  • Looschelders, in: Staudinger, BGB, Neubearb. 2022, § 286 Rn. 18.
  • Roth/Altmeppen, in: Roth/Altmeppen, GmbHG, 11. Aufl. 2023, § 13 Rn. 32.
  • Spindler, in: Schmidt/Lutter, AktG, 5. Aufl. 2024, § 93 Rn. 87.
  • Preis, in: ErfK, 25. Aufl. 2025, § 1 KSchG Rn. 67.
  • Linck, in: HWK, 11. Aufl. 2024, § 622 BGB Rn. 14.
  • Schulze, in: BeckOK DSGVO, 16. Ed. (Stand 01.11.2024), Art. 6 Rn. 23.
  • Greger, in: Zöller, ZPO, 35. Aufl. 2024, § 286 Rn. 14.
  • Fischer, StGB, 71. Aufl. 2024, § 263 Rn. 78 (Einzelautorenkommentar Bearbeiter zugleich Verfasser).

Pflichtbestandteile

Bestandteil Beispiel
Bearbeiter "Grüneberg" / "Ernst" / "Preis"
"in:" + Kommentarbezeichnung "in: MüKoBGB"
Auflage "9. Aufl." (bei Loseblatt/BeckOK: "70. Ed.")
Stand bei Loseblatt/Online "(Stand 01.02.2025)"
Jahr "2022"
Norm "§ 280" / "Art. 6 DSGVO"
Randnummer "Rn. 28" immer bis zur konkreten Randnummer, nicht "Rn. 28 ff." pauschal, sondern genau begründet

Gängige Großkommentare

Kürzel Vollname
Grüneberg Grüneberg (vormals Palandt), BGB
MüKoBGB Münchener Kommentar zum BGB
MüKoZPO Münchener Kommentar zur ZPO
MüKoHGB Münchener Kommentar zum HGB
Staudinger J. von Staudingers Kommentar zum BGB
Soergel Soergel, BGB
BeckOK Beck'scher Online-Kommentar (jeweiliges Gesetz)
BeckOGK Beck'scher Online-Großkommentar
Erman Erman, BGB
ErfK Erfurter Kommentar zum Arbeitsrecht
HWK Henssler/Willemsen/Kalb, Arbeitsrecht Kommentar
KR Kündigungsschutzrecht Gemeinschaftskommentar
APS Ascheid/Preis/Schmidt, Kündigungsrecht
Zöller Zöller, ZPO
Musielak/Voit Musielak/Voit, ZPO
Stein/Jonas Stein/Jonas, ZPO
Schönke/Schröder Schönke/Schröder, StGB
Fischer Fischer, StGB
LK Leipziger Kommentar StGB
NK Nomos Kommentar StGB
MüKoStGB Münchener Kommentar zum StGB
Roth/Altmeppen Roth/Altmeppen, GmbHG
Scholz Scholz, GmbHG
Baumbach/Hueck Baumbach/Hueck, GmbHG
Hüffer/Koch Hüffer/Koch, AktG
Schmidt/Lutter Schmidt/Lutter, AktG
Großkomm AktG Hopt/Wiedemann, Großkommentar AktG
Tipke/Kruse Tipke/Kruse, AO/FGO
Hübschmann/Hepp/Spitaler HHSp, AO/FGO
Schmidt EStG L. Schmidt, EStG
Kühling/Buchner Kühling/Buchner, DSGVO/BDSG
Simitis/Hornung/Spiecker Simitis/Hornung/Spiecker, DSGVO
Gola Gola, DSGVO
Schricker/Loewenheim Schricker/Loewenheim, UrhG
Wandtke/Bullinger Wandtke/Bullinger, UrhR
Dreier/Schulze Dreier/Schulze, UrhG
BeckOK MarkenR BeckOK MarkenR
Ingerl/Rohnke Ingerl/Rohnke, MarkenG
Köhler/Bornkamm/Feddersen Köhler/Bornkamm/Feddersen, UWG
Harte-Bavendamm/Henning-Bodewig Harte/Henning, UWG
Schmidt-Bleibtreu/Hofmann/Henneke Schmidt-Bleibtreu, GG
Maunz/Dürig Maunz/Dürig, GG
Sachs Sachs, GG
Kopp/Ramsauer Kopp/Ramsauer, VwVfG
Kopp/Schenke Kopp/Schenke, VwGO
Schoch/Schneider Schoch/Schneider, VwGO/VwVfG

5. Aufsätze (Beiträge in Fachzeitschriften)

Schema: <Autor>, <Titel>, <Zeitschrift> <Jahr>, <Anfangsseite> (<konkrete Seite>).

Beispiele:

  • Grigoleit, Vertrauensschutz und Lückenfüllung, NJW 2020, 1873 (1876).
  • Bachmann, Treuepflicht des Gesellschafters, ZGR 2023, 487 (502 f.).
  • Spindler, Plattformhaftung nach dem DSA, GRUR 2023, 833 (839).
  • Wagner, Schadensersatz bei Datenschutzverstößen, ZEuP 2024, 105 (118).

6. Festschriftbeiträge, Monographien, Habilitationen

  • Canaris, FS Larenz II, 1983, S. 27 (45).
  • Larenz/Wolf, Allgemeiner Teil des BGB, 9. Aufl. 2004, § 28 Rn. 12.
  • Picker, Die Drittwirkung der Grundrechte, 2003, S. 211.

7. Behördliche und gesetzgeberische Materialien

  • BT-Drucks. 20/9123, S. 14.
  • BR-Drucks. 234/24, S. 7.
  • BAFin, Merkblatt zu § 32 KWG, Stand März 2024, Ziff. III.2.
  • BMF-Schreiben v. 12.03.2024 IV C 6 S 2144/19/10003 :003, BStBl. I 2024, 421 Rn. 8.
  • Begründung RegE, BT-Drucks. 19/27838, S. 102.

8. Europäische Quellen

  • VO (EU) 2016/679 (DSGVO).
  • RL 2019/790/EU (DSM-RL).
  • EuGH, Urt. v. 04.07.2023 C-252/21, NJW 2023, 2997 Rn. 113.
  • KOM(2021) 206 endg., S. 14.
  • Schlussanträge GA Bobek v. 10.03.2021 C-882/19, BeckRS 2021, 5022 Rn. 67.

9. Reihenfolge mehrerer Belege

Bei mehreren Belegen für dieselbe Aussage: Rechtsprechung vor Literatur, dort jeweils chronologisch absteigend (neueste zuerst). Innerhalb der Literatur Kommentare vor Aufsätzen, Kommentare alphabetisch nach Bearbeiter.

Beispiel:

Auf die Pflichtverletzung kommt es nicht an (BGH, Urt. v. 13.07.2022 VIII ZR 317/21, NJW 2022, 2754 Rn. 21; BGH, Urt. v. 04.02.2015 VIII ZR 154/14, NJW 2015, 1296 Rn. 18; Ernst, in: MüKoBGB, 9. Aufl. 2022, § 280 Rn. 154; Grigoleit, NJW 2020, 1873 [1876]).

10. Stellenwert der Quellen im deutschen Recht

In Deutschland besteht keine Präjudizienbindung; das BVerfG bindet nach § 31 BVerfGG, der Große Senat des BGH die anderen BGH-Senate nach § 132 GVG.

Konsequenzen für die Praxis und für jede juristische Argumentation in diesem Repository:

  1. Rechtsprechung ist gewichtig, aber argumentativ angreifbar insbesondere bei Instanzgerichten oder älteren BGH-Entscheidungen, deren tragende Erwägungen überholt sein können.
  2. Kommentarliteratur hat in der deutschen Praxis ein hohes Gewicht. Bei Fehlen einschlägiger Rechtsprechung, bei umstrittenen Fragen oder zur Auslegung neuer Normen sind Kommentare oft die maßgebliche Quelle.
  3. Aufsätze sind besonders wichtig bei aktuellen Streitfragen, Reformfragen, Gesetzesnovellen, EU-rechtlichen Einflüssen und rechtsökonomischer Analyse.
  4. Herrschende Meinung (h. M.) / herrschende Lehre (h. L.) / herrschende Rechtsprechung (st. Rspr.) sind eigenständige Argumentationsfiguren. Sie sind anzugeben, wenn auf sie gestützt wird, und mit konkreten Belegen zu untermauern nicht als Floskel.
  5. Mindermeinungen sind zu nennen, wenn sie für die eigene Argumentation tragen oder vom Mandanten angegriffen werden könnten.

Regel für jeden Skill, jedes Memo, jede E-Mail in diesem Repository:

Jede juristische Aussage wird belegt. Bei umstrittenen Fragen werden h. M., Gegenauffassung und sofern vorhanden Rechtsprechung getrennt zitiert. Bei Fehlen einschlägiger Rechtsprechung ist dies ausdrücklich kenntlich zu machen ("soweit ersichtlich noch nicht entschieden"; "Rechtsprechung liegt hierzu noch nicht vor, vgl. aber …").

11. Typografische Detailregeln (Zeitschriften, Bücher, Bearbeiter)

Die folgenden Regeln folgen der in der deutschen Schriftsatz- und Aufsatzpraxis verbreiteten, an der ZUM/MMR/NJW orientierten Konvention. Sie sind innerhalb dieses Repositorys verbindlich.

11.1 Zeitschriften

  • Abkürzung ohne Punkt Zeitschriftenkürzel werden stets ohne Punkt geschrieben, es sei denn, die amtliche Abkürzung sieht den Punkt ausdrücklich vor. Also: NJW, ZUM, MMR, GRUR, NZA, ZIP aber NJW-RR, BStBl., BB. (sofern amtlich so geführt).
  • Vierstelliges Erscheinungsjahr immer 2020, nie '20.
  • Reihenfolge Zeitschrift + Jahr Bei Zeitschriften, die mit Jahrgang/Erscheinungsjahr zitiert werden, folgt das Erscheinungsjahr nach der Bezeichnung: ZUM 2020, NJW 2022.
  • Heftnummer entfällt Bei Zeitschriften mit fortlaufender Seitenzählung (NJW, ZUM, MMR, GRUR, NZA, ZIP usw.) wird die Heftnummer nicht angegeben.
  • Aufsatztitel entfällt Bei vollständigen Fundstellenangaben in Klammern (z. B. innerhalb eines Schriftsatzes oder Belegapparats) entfällt der Aufsatztitel; es genügt <Autor> <Zeitschrift> <Jahr>, <Anfangsseite> (<Zitatseite>). Der vollständige Titel wird nur bei der erstmaligen Vollzitierung in Literaturverzeichnissen oder bei wissenschaftlichen Aufsätzen wiedergegeben.
  • Kein „S." bei Zeitschriften Die Angabe „S." für Seite entfällt bei Zeitschriften.
  • Anfangsseite vor Zitatseite Die Seite, auf der der Beitrag beginnt, folgt dem Erscheinungsjahr, durch Komma abgesetzt; die konkrete Zitatseite folgt ohne Komma in runden Klammern.

Beispiele:

  • Grisse ZUM 2020, 819 (827)
  • EuGH MMR 2011, 596 Rn. 116 mAnm Hoeren L'Oreal SA
  • BVerfGE 73, 118 (153)
  • Bachmann ZGR 2023, 487 (502 f.)
  • Spindler GRUR 2023, 833 (839)

11.2 Bücher und Kommentare

  • Auflage vor Erscheinungsjahr Bei mehreren Auflagen wird die Auflage vor das Jahr gesetzt: 2. Aufl. 2018.
  • Publikationsort entfällt Ausnahme: Dissertationen (dort wird der Ort genannt).
  • Zitatstellen mit S. / § / Art. / Rn. oder Anm. wiedergeben.
  • Bearbeiter immer angegeben Bei Kommentarstellen wird der Bearbeiter stets benannt; er wird mit / an den Buchtitel angefügt.

Beispiele:

  • Sydow, Europäische Datenschutzgrundverordnung, 2. Aufl. 2018, S. 132, 135
  • Spindler/Schuster, Recht der elektronischen Medien/Sodtalbers, 4. Aufl. 2019, TKG § 45n Rn. 29
  • BeckOK InfoMedienR/Kiparski, 33. Ed. 1.2.2021, TKG § 45n Rn. 12.4
  • Binder/Vesting, Beck'scher Kommentar zum Rundfunkrecht/Eifert, 4. Aufl. 2018, RStV § 11 Rn. 61
  • MüKoBGB/Häublein, 8. Aufl. 2020, BGB § 535 Rn. 119
  • Die Medienanstalten (Hrsg.), Vielfaltsbericht 2021/Schneider, S. 19

Hinweis zur Doppelnotation: Dieses Repository verwendet die ausführliche Form <Bearbeiter>, in: <Kommentar>, <Aufl.> <Jahr>, § X Rn. Y als Primärnotation (siehe oben Abschnitt 4). Die hier gezeigte Kurzform MüKoBGB/<Bearbeiter> ist innerhalb von Fließtext-Schriftsätzen ebenfalls zulässig, sofern innerhalb desselben Dokuments konsistent durchgehalten.

11.3 Vermeidung floskelhafter Zusätze

Zusätze wie vgl., s. hierzu, siehe auch etc. werden nur verwendet, wenn sie wirklich erforderlich sind (echte Übertragung, mittelbarer Beleg, Anschlussverweis). Ein bloßes vgl. vor einer punktgenauen Fundstelle ist zu streichen.

12. Gesetzeszitate Detailregeln

12.1 Strukturhinweise

  • Paragrafen und Artikel werden mit § bzw. Art. versehen.
  • Absätze als Abs., Sätze als S. mit arabischen Ziffern.
  • Weitere Bestandteile: Hs. (Halbsatz), UAbs. (Unterabsatz), Ziff. (Ziffer), Var. (Variante), Nr. (Nummer), lit. (Buchstabe in EU-Recht).

Beispiele:

  • § 433 Abs. 1 S. 1 BGB
  • § 2 Abs. 1 UKlaG iVm § 312a Abs. 4 BGB
  • Art. 6 Abs. 1 UAbs. 1 lit. f DSGVO
  • § 263 Abs. 1, Abs. 3 S. 2 Nr. 1 Var. 1 StGB

12.2 Abkürzung der Gesetzesbezeichnung

Bei Gesetzen, die im allgemeinen juristischen Sprachgebrauch durchgängig abgekürzt werden, ist die Vollform nicht erforderlich. Die Abkürzung allein genügt:

BGB, StGB, ZPO, StPO, HGB, AktG, GmbHG, GG, GVG, AO, EStG, KStG, UStG, GewO, ArbGG, KSchG, BetrVG, TVG, BBiG, EGBGB, FGO, VwGO, VwVfG, SGB IXII, TMG, TKG, TTDSG, DDG, UWG, UrhG, MarkenG, DesignG, PatG, GebrMG, GeschGehG, GWB, BetrSichV, ProdSG, ProdHaftG, LFGB, AMG, MPG, IfSG, KWG, ZAG, WpHG, KAGB, VVG, InsO, StaRUG, EGZPO, BRAO, StBerG, WPO, BeurkG, BNotO, GG, GRCh, EUV, AEUV, EMRK, DSGVO, BDSG, ePrivacy-VO, MiCAR, DSA, DMA, KI-VO.

Alle anderen, nicht im allgemeinen Sprachgebrauch verkürzten Gesetze werden im Fließtext beim ersten Zitieren ausgeschrieben und mit der Abkürzung in Klammerzusatz versehen, danach genügt die Abkürzung.

Beispiel: „… nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG); …" ab da fortlaufend UWG.

13. Gebräuchliche juristische Abkürzungen

Abkürzungen stören im Fließtext den Lesefluss und sind sparsam einzusetzen. Folgende allgemein übliche juristische Abkürzungen sind jedoch im gesamten Repository zulässig und erwünscht:

Abkürzung Bedeutung
aA andere Ansicht
aE am Ende
aF alte Fassung
aM anderer Meinung
bzw. beziehungsweise
ca. circa
dh das heißt
etc. et cetera
EU-Kommission Kommission der Europäischen Union
EUR Euro
f. / ff. folgende / fortfolgende
gem. gemäß
ggf. gegebenenfalls
hM herrschende Meinung
hL herrschende Lehre
iHv in Höhe von
idF in der Fassung
iRd / iRv im Rahmen des / von
iSd / iSv im Sinne des / von
iVm in Verbindung mit
iwS / ieS im weiteren / engeren Sinne
Kap. Kapitel
mAnm mit Anmerkung
Mio. Million(en)
Mrd. Milliarde(n)
mwN mit weiteren Nachweisen
nF neue Fassung
o.g. oben genannt
Rn. Randnummer
Rs. Rechtssache
s.a. siehe auch
s.o. siehe oben
sog. sogenannt
stRspr ständige Rechtsprechung
u.a. unter anderem
zB zum Beispiel
zT zum Teil

Nicht zulässig sind dagegen kanzlei- oder fachspezifische Kürzel ohne Einführung sowie inkonsistente Schreibweisen innerhalb desselben Dokuments (entweder durchgehend iVm oder durchgehend i.V.m., hier wird die punktlose Form bevorzugt).

14. Checkliste für jedes Zitat

Vor dem Abgeben eines Memos / Dokuments / Schriftsatzes prüfen:

  • Gericht in üblicher Abkürzung?
  • Entscheidungsform (Urt./Beschl.) angegeben?
  • Datum vorhanden ("v. TT.MM.JJJJ")?
  • Aktenzeichen vollständig?
  • Fundstelle vorhanden (amtl. Sammlung + Zeitschrift)?
  • Randnummer angegeben, sofern in der Fundstelle vorhanden?
  • Bei Kommentar: Bearbeiter, Werk, Auflage, Jahr (ggf. Stand), § + Rn.?
  • Bei Aufsatz: Autor, Titel (oder gekürzt), Zeitschrift, Jahr, Anfangsseite und konkrete Fundstelle?
  • Reihenfolge eingehalten (Rspr. vor Lit., neueste zuerst)?
  • Bei umstrittener Frage h. M. + Gegenauffassung erkennbar?
  • Keine reinen "vgl."-Floskeln ohne nachvollziehbaren Verweis?